Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Zuverlässigkeit der Verheißungen Gottes

(Vortrag auf der Arosa-Freizeit 1997)

Für Menschen ohne Glauben sind Verheißungen Gottes ohne jede Bedeutung. Sie werden sogar als Torheit oder Ärgernis empfunden. Nicht selten habe ich schon den Vorwurf gehört: »Ihr Gläubigen vertröstet die Menschen immer auf die Ewigkeit, und es gibt nicht wenige unter euch, die sich gar nicht mehr recht um die Anliegen dieser Welt kümmern! Ihr kämpft zuwenig gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Umweltverschmutzung, und politisch seid ihr viel zu passiv!« — Diese Vorwürfe sind zum Teil berechtigt und auch verständlich, gerade aus der Sicht von Menschen, die keinen Glauben an den Gott der Bibel haben. Es ist halt schon so, daß sich gerade am Glauben die Geister scheiden.

Was aber diese Vorwürfe betrifft, wie war es bei Jesus, und wie war es bei Paulus? Sie haben gegen die Ungerechtigkeit gekämpft, sie haben geholfen, wo sie nur konnten und wo es richtig war, aber sie haben keine Zeit in die Politik investiert. Warum nicht? Jesus sagte: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt«, das heißt, ich baue mein Reich nicht mit weltlichen Mitteln, sondern von Gott her. Ich will damit nicht sagen, daß es in jedem Falle falsch ist, wenn Christen sich politisch betätigen. Wenn aber Christen ein politisches Amt innehaben, dann sollte ihnen bewußt sein, daß wir Menschen hier auf Erden keinen dauerhaften Frieden schaffen können. Sie dürfen ihre Hoffnungen nicht auf die Menschen setzen, nicht auf das Äußere, das Sichtbare.

Einerseits bemühen wir uns um Gerechtigkeit und Frieden und versuchen auch, so gut es geht, mit der Schöpfung Gottes sorgfältig umzugehen; doch andererseits wissen wir auch, daß diese Erde und der Himmel fürs Feuer aufgehoben sind (2. Petr. 3, 7). Für Menschen ohne Glauben ist eben diese Erwartung eine Torheit und ein Ärgernis. »Ja, ihr seid politisch so passiv«, sagen sie uns, »weil ihr behauptet, es geht sowieso alles unter; immer prophezeit ihr den Weltuntergang!« Für sie sind alle noch unerfüllten Verheißungen der Bibel wertlos oder gar leeres Geschwätz.

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Autor: Muhl, Daniel | Kategorie(n): Das prophetische Wort  |  2,221 x gelesen

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