Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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“Der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe”

Dieses Zeugnis des Herrn, das uns Jesaja in Kap. 45, 7 mitteilt, und das bei der Prüfung der Frage über den Ursprung des Bösen nicht außer acht gelassen werden darf, wollen wir einmal von einer ungewohnten Seite her näher zu verstehen suchen.

Wir lassen jenen Schöpfungsteil zu uns reden, den Gott dazu gesetzt hat, zwischen Licht und Finsternis zu scheiden und beide zu beherrschen. Es sind dies Sonne, Mond und Sterne, die als wunderbare Gotteszeichen “die Herrlichkeit Gottes erzählen und Seiner Hände Werk verkünden”, und zwar “als Gottes Wort, das über die ganze Erde und bis zu den Grenzen der Wohnwelt erschallt” (Ps. 19, 4 verglichen mit Röm. 19, 17.18).

Aus meiner ausführlichen, in Arbeit befindlichen Schrift “Und auch die Sterne“, lassen wir hier einen Abschnitt daraus folgen, der die erwähnten Fragen berührt:

Das Erste, was Gott in den Himmelslichtern zur Darstellung bringt, ist die Scheidung zwischen Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Leben und Tod, Gut und Böse. Es handelt sich demnach um eine klare Scheidung der Gegensatzkräfte (1. Mos. 1, 14).

Diese von Gott als erste Zweckbestimmung gesetzte Scheidung wird von ihm in der letzten Zweckbestimmung so vollzogen, dass der Sonnenball der alleinige Beherrscher des Lichtes ist, während die Mondkugel und alle Sterne das darstellen, was finsternismäßig ist und geschieht. Die Sterne geben höchstens etwas Licht in der Finsternis und über die Dinge der Finsternis, die Sonne allein aber vertreibt die Finsternis (1. Mos. 1, 16).

Dem einen Lichtquell gegenüber steht demnach eine Riesenmenge von Finsternisbeherrschern. Die Sonne ist das getreue Zeichen für Christus, der wirklich die Herrschaft des Lichtes ausübt. Die übrigen Himmelslichter weisen auf andere Geisteswesen hin, die wohl herrlich sind, aber “des Ruhmes mangeln”, den sie vor Gott haben sollten (Hiob 38, 7; Offbg. 1, 20; Ps. 82).

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,233 x gelesen

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Der glückselige Gott und die leidende Schöpfung

(Nach einem Tonbandvortrag)

Wir hören zuvor ein Wort der Schrift aus Römer 11, 2-36:

“Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel teilweise widerfahren, solange bis die Fülle der Nationen (in die Herrlichkeit) eingegangen sein wird; und so wie es geschrieben steht, wird ganz Israel errettet werden: Es wird aus Zion der Erretter kommen, ER wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde! Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der Auwahl aber Geliebte, um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar. Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber unter die Begnadigung gekommen seid durch den Unglauben dieser (Israeliten), also haben auch jetzt diese an eure Begnadigung nicht geglaubt, damit auch sie unter die Begnadigung kommen. Denn Gott hat alle zusammen in den Unglauben eingeschlossen, damit Er alle begnadige. O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschbar sind Seine Gerichte und unausspürbar Seine Wege! Denn wer hat des Herrn Denksinn erkannt, oder wer ist Sein Mitberater gewesen? Oder wer hat Ihm etwas zuvorgegeben, dass es ihm vergolten werden müsste? Denn aus IHM und durch IHN und zu IHM hin ist das All. IHM sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.”

Unser Gesamtthema lautet in diesen Tagen: “Gesetz und Evangelium”. Wir durften wunderbare Zusammenhänge bezüglich des Gesetzes vom Sinai und dessen Verhältnis zum “Evangelium der Gnade” erkennen. Überragend und in göttlicher Kürze konnte es Paulus in 1. Timotheus 1, 11 niederschreiben, wo er von dem “Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes” spricht, “welches mir (Paulus) anvertraut worden ist”. Wie kann er sich erkühnen, so zu sprechen, als ob diese überragende Fassung der Frohen Botschaft sonst niemand anvertraut worden wäre? Aber so ist es. Darum durfte er einmal an anderer Stelle sagen, dass ihm als dem “allergeringsten unter allen Heiligen”, gleichsam als einer unzeitigen Geburt, die besondere Gnade gegeben sei, den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen sowie das Wort Gottes zu vollenden (oder: abschließend zu ergänzen; Eph. 3, 8; Kol. 1, 25). Paulus darf gleichsam der Offenbarung der Gedanken Gottes und des Heilsplanes Gottes “die Krone aufsetzen”. Ausgerechnet er, der als Eiferer nach dem Grundsatz der Werkgerechtigkeit des Gesetzes als letzter dafür geeignet war, solche Ehre von Gott zu empfangen, wurde ausersehen, dieses “Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes” zu verwalten.

Nun dürfen wir aber nicht in der Weise zu großen Nachdruck darauf legen, dass wir uns fast nur noch mit den Briefen des Apostels Paulus beschäftigen und den Rest der Heiligen Schrift, besonders die Offenbarungen des Alten Testaments, vernachlässigen. Kann denn von einer “Ergänzung” üiberhaupt die Rede sein, wenn die Voraussetzung, das Fundament, nicht vorhanden ist? Was nützt mir andererseits die Voraussetzung, wenn die Ergänzung fehlt? Liegt doch in der Ergänzung und Vollendung der Schlüssel zum Verständnis des grundlegenden Gottesgeheimnisses, das vor Paulus nicht geoffenbart wurde.

“Mir, Paulus, wurde das Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes anvertraut.” Das heißt doch: Wenn wir in die Tiefen der Gottheit, in die innersten Herzensbewegungen unseres Gottes und Vaters hineinschauen ünd die Gottesgedanken kennenlernen möchten, dann allerdings müssen wir in den Schriften nachforschen, die Gott in Seiner Gnade dem Apostel Paulus enthüllt hat. Ihm wurde es jedoch nicht gegeben, sich in Einzelheiten zu verlieren, so wie es Epheser 3, 3-4 deutet: “… wie ich es zuvor in Kürze beschrieben habe, woran ihr im Lesen merken könnt mein Verständnis in dem Geheimnis des Christus …” Paulus schreibt in einer prophetischen “Kurzschrift Gottes”.

Unter allen Aposteln ist Paulus gleichsam der “Chefarchitekt”. Dieser arbeitet keine Detailpläne aus, sondern stellt den “großen Wurf” her, die Idee und das Zielbild des geplanten Gesamtbaus. Die Einzelheiten aber arbeiten die Techniker, Ingenieure und Angestellten aus — jeder auf seine Weise —, indem sie sich den Vorstellungen des Chefarchitekten anpassen und sich ihnen ein- und unterordnen. Nicht von ungefähr verwaltet Paulus 27 von den etwa 30 Gottesgeheimnissen des Neuen Testaments. Ihm wurden sie anvertraut.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte  |  643 x gelesen

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Paulus und Jakobus in ihrer gegensätzlichen Heilslehre

(Nachschrift eines Vortrags)

Die menschliche Logik hat, liebe Geschwister, keine befriedigende Erklärung für die hier vorhandenen Widersprüche. Umso wunderbarer ist deren Lösung in göttlicher “Überlogik”.

Da unsere Bibel Gottes Wort ist und Gottes Wort die Wahrheit ist, muß diese Wahrheit in sich selbst klar, ja für jede geistliche Beurteilung völlig durchsichtig und licht sein.

Unser Thema hat mich schon vor Jahrzehnten im Glauben hin- und hergeworfen. Weshalb? Weil ich diejenigen Aussagen des Apostels Paulus, die denen des Apostels Jakobus genau widersprechen, nicht dadurch als vollgültig nehmen konnte, daß ich mit Martin Luther den Jakobusbrief einfach als eine “stroherne Epistel” ansah. Wir können den Jakobusbrief nicht einfach in den Papierkorb tun!

Wir lassen uns nun zunächst mit den vorhandenen Widersprüchen konfrontieren, es sind Widersprüche nach menschlicher Logik. Und wir dürfen dann in genauem Hinhören erleben, wie sich diese vorerst unlöslich erscheinenden Widersprüche in einer herrlichen Gottesweisheit auflösen. Ich gebe zunächst eine

Gegenüberstellung der hauptsächlichen Lehrunterschiede in der Frage der rettenden Rechtfertigung und zugerechneten Gerechtigkeit:

Paulus: Jakobus:
Eph. 2, 8-9:
Durch Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens und nicht aus Werken.
Jak. 2, 14:
Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber nicht Werke? Kann etwa der Glaube ihn erretten?
Röm. 3, 24-25:
Wir werden geschenkterweise gerechtfertigt, durch Seine Gnade … durch den Glauben in Seinem Blute, zur Erweisung Seiner Gerechtigkeit.
Jak. 2, 17:
Also ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, an und für sich tot.
Röm. 3, 28:
Wir urteilen, daß ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.
Jak. 2, 18:
Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke; zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir meinen Glauben aus meinen Werken zeigen!
Röm. 4, 2-3:
Wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen; aber nicht vor Gott … Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.
Jak. 2, 20-21:
Willst du aber wissen, daß der Glaube ohne Werke tot ist? Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar opferte?
Röm. 4, 5-6:
Wer nicht mit Werken umgeht, sondern dem glaubt, der den Gesetzlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Wie auch David die Glückseligkeit des Menschen ausspricht, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet.
Jak. 2, 24:
Ihr seht also, daß ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.
Hebr. 11, 31:
Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungläubigen um.
Jak. 2, 25:
Ist nicht Rahab, die Hure, aus Werken gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm?

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Lehre, Paulus, Paulusbriefe, Schriftteilung  |  976 x gelesen

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Paulus — Das auserwählte Rüstzeug als Typus für die Gemeinde des Leibes Christi

Wir wollen vorab die Sonderstellung des Apostels Paulus in ganz bestimmten Zusammenhängen näher ansehen, und zwar aus dem Gesamtzeugnis der Schrift Alten und Neuen Testamentes. Wie wir wissen, hatte er die gewaltige besondere Gnade und Gabe zur Verkündigung der Herrlichkeit des Evangeliums der Gnade Gottes, ausgehend von der Herrlichkeit unseres glückseligen Gottes, wie er in 1. Tim. 1, 11 schreibt, nämlich dem Evangelium, welches er persönlich empfangen hat, “welches mir, Paulus, anvertraut worden ist.”

Betrachten wir aber zuerst die fast unfassbare Aussage in Kol. 1, 24: “Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleische, was noch rückständig ist von den Drangsalen des Christus für seinen Leib.” Da haben wir uns bestimmt alle schon gefragt: ‘Ja, Paulus, hat Jesus am Kreuz nicht gerufen: “Es ist vollbracht!” Was hast du noch zu ergänzen, abzuschließen, zu vollenden?’ Diese heikle Frage steht im Raum, denn wir haben diese Aussage schriftlich als Wort Gottes vor uns, durch den Heiligen Geist, dem Paulus gegeben. Also haben wir es anzuerkennen, dürfen aber darum bitten, das zu verstehen. Später wollen wir noch zurückgreifen auf zwei einzige Verse im Alten Testament, die uns dann kurz und bündig von den unausforschlichen Weisheiten Gottes überführen und uns diese Aussagen des Apostels Paulus erhellen werden.

Dem Paulus ist es nach Kol. 1, 25 auch gegeben, das Wort Gottes zu vollenden, also zu ergänzen, was wirklich noch mangelt. Wenn er sowohl die Leiden des Christus ergänzt als auch das Wort Gottes ergänzt, dann ist es prinzipiell wichtig, zu beachten, dass man ja nur etwas ergänzen kann, wo eine Masse schon vorhanden ist, die der Ergänzung bedarf. Was heißt das praktisch? Gott hat dem Apostel Paulus Offenbarungen gegeben, und zwar mit Vorliebe in Form von Geheimnissen Gottes, vom Geheimnis des Evangeliums, vom Geheimnis des Christus, vom Geheimnis des Leibes des Christus usw. Aus solchen gewaltigen letzten Offenbarungen besteht diese Ergänzung, die dem Apostel Paulus gegeben ist. Und die Masse, die der Ergänzung bedarf, ist das ganze übrige Wort Gottes, Altes und Neues Testament. Die Ergänzung ohne die Masse ist wie ein Schlüssel ohne Schloss; und die Masse ohne die Ergänzung ist wie ein Schloss ohne Schlüssel, denn vor Gott gilt nur das Ganze, das Vollkommene, wo nichts fehlt.

Wenn zum Beispiel tausend Gebote da sind, 999 halte ich und strauchle nur in einem, dann bin ich alle anderen 999 schuldig. Das ist die eine Seite, sehr klar steht die Gesamtforderung des Gesetzes vor uns; und ebenso vollkommen steht auf der anderen Seite das Gesamtgeschenk der Gnade vor uns, die keinen Hauch von Werken oder Leistung oder Gesetz in sich dulden kann, “sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade”. Das sind Totalansprüche im Worte Gottes!

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Gemeinde, Paulus  |  664 x gelesen

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Gibt es nur einen Gott — oder viele Götter?

(Nach einer Tonbandaufnahme, vom Verfasser überarbeitet)

Weshalb beschäftigt uns, liebe Geschwister, heute ein solches Thema? Weil damit eine andere aktuelle Frage sehr eng verbunden ist, die heute viele, besonders junge Leute, bewegt: Welche Kraft steckt eigentlich hinter den

großen Weltreligionen auf Erden,

denen zum Teil seit Jahrtausenden Völker und Volksmassen zugetan sind? Woher kommt deren Treue und Hingabe, oft sogar Fanatismus? Was gibt diesen großen Religionen solche Macht und Gewalt und Zähigkeit, mit der sie nicht nur unverändert fortexistieren, sondern zum Teil neu erwachen und im Anmarsch sind?

Um die biblische Antwort oder die biblischen Antworten hierauf zu finden, bedürfen wir einer Einsicht in biblische Zusammenhänge, die leider normalerweise weder in Kirchen noch in Gemeinschaften anzutreffen ist. Für Christen wie für Juden und Mohammedaner steht im allgemeinen fest:

Es gibt nur einen Gott und keine Götter!

Nun kommt es für uns heute darauf an, ob wir im bisherigen Erkenntnis-Fahrwasser weiterrudern oder uns hineinführen lassen wollen in die Wahrheit des Wortes des Gottes, der Seine Ehre darein setzt, sich uns in Seinem Wort so vorzustellen (5. Mo. 10, 17; Ps. 136, 2; Jos. 22, 22):

“Ich bin der Gott der Götter!”

Damit wir in dieser Frage möglichst rasch die klaren biblischen Aussagen zur Kenntnis nehmen können, greifen wir vier biblische Zeugen heraus. Das Fundament dieser Aussagen oder ein wichtiges Fundament in diesem Fragenkomplex finden wir in Psalm 82.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Lehre, Religionen, Unsichtbare Welt  |  847 x gelesen

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Israels kommender Weg nach der Zeitprophetie Daniels

7. Referat im Bibelzentrum “Shlomo Hizaks” auf dem Ölberg; August 1975Im Rahmen einer jüdisch-arabisch-christlichen Begegnungswoche unter dem prophetischen Wort in Jerusalem

Zunächst einige grundsätzliche Vorbemerkungen zu diesem Thema:

1. Daniel darf als “Prophet der Zeiten” bezeichnet werden. Aber seine Zeitangaben wurden “versiegelt” bis zur “Zeit des Endes”. Diese begann mit der Staatsgründung Israels im Jahre 1948. Deshalb öffnet Gott heute den Glaubenden das Verständnis für die bisher verschlossenen Schriften (Dan. 12, 4.10).

2. Dies entspricht dem allgemeinen Grundsatz Gottes, immer erst dann Seine Zeitgeheimnisse zu offenbaren, wenn die von Ihm festgesetzten “Zeiten und Stunden” herangekommen sind (Amos 3, 7; Offb. 14, 6-7).

3. Die Vorbedingung zum Empfang solcher Offenbarungen besteht allerdings darin, daß man allem glaubt, was geschrieben steht (Dan. 9, 23; Luk. 24, 25).

4. Ein Hauptschlüssel zum Verständnis bildet jenes Wort Salomos: “Das was war, ist das, was sein wird, und das was geschah, ist das, was geschehen wird” — wann? am Ende der Tage! (Pred. 1, 9; 3, 15; 6, 10; 7, 8).

5. Wenn es so weit ist, muß alles auf maximale Art geschehen können. Somit gilt für die Zeit des Endes:

  1. Bisher unmögliche Dinge geschehen in unvorstellbarer Weise. Gott verwehrt nicht, auszuführen, was Menschen zu ersinnen in der Lage sind (1. Mose 11, 6b).
  2. Alles geschieht global und universal (Dan. 7, 23; Hagg. 2, 6; Hebr. 12, 26).
  3. Gutes und Böses muß in ausgereifter Form und Weise geschehen (Ernte) (Matth. 13, 28-30 und 37-43).
  4. Was in der früheren Weltgeschichte zeitlich nacheinander und geographisch nebeneinander geschah, muß nun gleichzeitig geschehen können.
  5. Sehr rasch und in verkürzter Zeitfolge muß es geschehen können.

6. Heute ist es so weit. Die alten biblischen Prophezeiungen sind zu hochaktueller Bedeutung gekommen. Wir befinden uns nicht nur am Ende dieses Zeitalters von 2000 Jahren, sondern am gemeinsamen Ende von Zeitaltern. Daher gilt nun: Wie es war in den Tagen Noahs — wie es war in den Tagen Lots — wie es war in den Tagen Davids — wie es war in den Tagen Salomos und seines Friedensreiches — so wird es in den kommenden Tagen des Messias sein.

Das sind einige Beispiele für Salomos Ausspruch: “Das was war, ist das, was sein wird.”

Hören wir nun den Propheten Daniel selbst:

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Israel  |  634 x gelesen

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Hiob — Ein Darsteller für Jesus Christus

(Wörtliche Abschrift eines Vortrags)

Hiob 29 nach der Rev. Elberfelder Übersetzung:

Hiobs Selbstgespräch: Sein früheres Glück, Gottes Segen und Anerkennung seitens der Menschen.

“Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte: O daß ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, da Gott mich behütete! — als seine Leuchte über meinem Haupt schien, als ich bei seinem Licht durch die Finsternis ging; wie ich war in den Tagen meiner Jugend, als über meinem Zelt Gottes Rat [waltete], als der Allmächtige noch mit mir war, meine Söhne mich umgaben; als meine Schritte sich in Dickmilch badeten, und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoß! Ging ich durch das Tor in die Stadt hinauf, stellte ich meinen Sitz auf dem [öffentlichen] Platz auf. Sahen mich [dann] die jungen Männer, so verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen. Die Obersten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund. Die Stimme der führenden Männer verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen. Hörte [mich] ein Ohr, so pries es mich glücklich, und sah [mich] ein Auge, so legte es Zeugnis für mich ab. Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte. Der Segenswunsch des Mutlosen kam auf mich, und das Herz der Witwe ließ ich jauchzen. Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, mich bekleidete wie ein Oberkleid und Kopfbund mein Recht. Auge wurde ich dem Blinden, und Fuß dem Lahmen war ich! Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich. Und ich zerschmetterte die Kinnladen des Übeltäters, und seinen Zähnen entriß ich die Beute. Und ich sagte [mir]: Mit meinem Nest werde ich verscheiden und wie der Phönix meine Tage zahlreich machen. Meine Wurzel wird geöffnet sein zum Wasser hin, und der Tau wird auf meinem Gezweig übernachten. Meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen in meiner Hand wird sich verjüngen. Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat. Hatte ich geredet, so sagte man nichts mehr [dagegen], und auf sie träufelte meine Rede. Und sie warteten auf mich wie auf Regen und sperrten ihren Mund auf wie] nach Spätregen. Lächelte ich denen zu, die kein Vertrauen hatten, dann nahmen sie das Leuchten meines Gesichts auf. Ich wählte für sie den Weg aus und saß als Haupt und thronte wie ein König unter der Kriegsschar wie einer, der Trauernde tröstet.”

Liebe Geschwister,

damit wir gleich ein — ich bin versucht zu sagen — klassisches Beispiel erleben können, daß nun dieser Mann Hiob, vorerst ein Mensch wie wir, aber durch die Gnade Gottes auserwählt und mit einer Gottes- und Christuserkenntnis gefüllt, so wunderbar vor uns steht, daß ich ihn, den Hiob, je länger je mehr beneide um seine Gottes und Christuserkenntnis. Ein klassisches Beispiel; nicht wenige von uns kennen den Text schon und meine Ausführungen. Sie sind aber jedesmal wieder anders und neu. Es handelt sich um das 29. Kapitel im Buche Hiob. Ich stelle noch die Frage: Verstehen alle gut, wenn ich so spreche? Dem Herrn sei Dank für diese Übertragungsmöglichkeit.

Wir blicken also hinein in das 29. Kapitel und zwar das Ganze und entgegen meiner Gepflogenheit, weil dem Reichtum der Themata, die uns die Bibel als Gottes Wort schenkt, pflege ich immer einen möglichst weiten Gesichtskreis darüber zu eröffnen, wie Probleme und Fragenkomplexe, die die Schrift selber stellt, so beantworten und darstellen zu können, daß wir sehen, unsere Bibel als Gottes Wort bildet einen Guß, eine buntfarbige Einheit, sodaß wir, wenn wir wollen, uns einfach überwältigen lassen können von der Tatsache; unsere Bibel kann nur — vollkommenerweise — Gottes Wort und nichts Geringeres sein.

Nun, dieses 29. Kapitel im Buche Hiob als Beispiel dafür, daß dieser Mann Hiob nun wirklich ein Modell, von Gott auserwählt und zubereitet ist, für Jesus Christus, als den Leidensknecht Gottes.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  588 x gelesen

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Das Unedle hat Gott auserwählt

“Denn seht eure Berufung, Brüder, daß es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind, sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache. Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache, daß sich vor Gott kein Fleisch rühme. Aus ihm aber (kommt es, dass) ihr in Christus Jesus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung, damit, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!” (1. Kor. 1, 26-31).

Das, was nichts ist, das hat Gott erwählt. Das ist die Zusammenfassung der Feststellungen zuvor: Törichte, Schwache, Unedle, Verachtete hat Gott auserwählt. Paulus gibt sein Zeugnis nur kurz. Er zeigt es nicht in den Einzelheiten. Er ist der Chefarchitekt, der sich nicht mit den Detailplänen befasst. Sein Blick ist auf das Gesamtprogramm gerichtet. Er legt die großen Linien fest und wacht darüber. Für die einzelnen Materialien und Zusammenordnungen sind spezielle Fachleute da. Wer sind diese Mitarbeiter des Apostels Paulus? Das sind alle übrigen Schreiber des Wortes Gottes, anfangend von Moses über alle Propheten und Apostel. “Mir ist es gegeben, das Wort Gottes zu vollenden” (Kol. 1, 25), sagt Paulus. Wenn wir aber nur den Übersichtsplan wissen, dann können wir noch nicht in dem Hause wohnen. Wir müssen auch Einzelheiten erfahren.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Lehre  |  1,156 x gelesen

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“Zum Himmel will ich hinaufsteigen”

(Nachschrift eines Vortrags in Berlin)

Zugrundeliegende Bibelstellen: Jes. 14, 13; 5. Mose 30, 11-14; Röm. 10, 6-8

“Zum Himmel will ich hinaufsteigen!” ist ein Wort jenes von Gott eingesetzten Fürsten, von dem wir in Jesaja 14 lesen. Es handelt sich um den König von Babel, der ein Abbild Satans ist. Wir verstehen wohl, was es bedeutet, wenn Geschöpfe in eine Höhe hinaufsteigen wollen, die ihnen von Gott dem Höchsten vorerst noch nicht zugedacht ist. In ihnen kommt dieser Wunsch nicht zur Ruhe, bis es ihnen gelingen wird, das, was sie ersonnen haben, auch auszuführen. Sie wollen Gott nicht vertrauen. Sie wollen sich selbst an die Stelle Gottes setzen. Welch eine Gotteslästerung ist es doch, wenn ein Professor, der durch seine Erfolge in Höhen- und Tiefenversuchen bekannt wurde, in Vorträgen vor Studenten in Zürich unter anderem sagte: “Wir könnten schon heute dem lieben Gott sagen, wie Er es hätte besser machen sollen”!

Schon in 1. Mose 11 lesen wir von Babel in Verbindung mit demselben Größenwahn: “Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen … Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze (wörtlich Haupt) in den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, daß wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde!” Von Gott aber heißt es: “Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen.”

Wenn die Menschen sprechen: “Lasst uns in den Himmel” — dann heißt es von oben: “Lasst uns heruntersteigen!” Die Menschen werden zerstreut. Die Stadt erhält den Namen Babel = “Verwirrung”. Gott zerstreut sie über die ganze Erde.

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes  |  689 x gelesen

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Judas Iskariot und die Liebe Gottes

Wenn wir je irgend Gelegenheit haben, die Größe der Liebe Gottes zu bezeugen und die Weite seiner Gedanken darzustellen, so wird nicht selten die Frage laut: “Aber wie ist es denn mit Judas?”

Unter den vielen schwer zu beantwortenden Fragen der Bibel ist dies eine der heikelsten. Wenn sie aber im Einklang mit der Heiligkeit und der Liebe Gottes befriedigend gelöst werden kann, so ist damit ein Hauptschlüssel gefunden, mit dem sich viele ähnliche Dinge erschließen lassen.

Joh. 16, 13: Der Geist, der uns von Gott gegeben ist, leitet uns in alle Wahrheit und offenbart uns auch die Tiefen der Gottheit. Deshalb dürfen wir guten Mutes, gepaart mit heiliger Schau, ins Allerheiligste dieser Dinge hineintreten.

Matth. 1, 3 (Grundtext): “Judas” ist die griechische Form für die hebräische Schreibweise des Namens “Juda”. Sowohl der Stammvater Juda im alten Bund als auch dieser Jünger Jesu, als ein Sohn seines Ahnen, tragen, neutestamentlich gesehen, den Namen “Judas” und machten ihrem wunderbaren Namen Schande statt Ehre. Denn ihr gemeinsamer Name bedeutet: “Lobpreis”: Und doch werden wir sehen, dass die Untreue dieser beiden die Treue Gottes nicht aufhebt.

Gott, der dem ganzen Stamm Juda die Verheißung gegeben hat: “Wie ihr ein Fluch waret, also werdet ihr ein Segen sein”, vermag auch bei diesen beiden fluchbeladenen, typischen Stammesvertretern für Seinen Namen einen wunderbaren Lobpreis zu gestalten, und zwar auf Grund der Tatsache, dass der Gesalbte Gottes sich nicht schämte, dem Fleische nach ein Jude oder Judas zu werden. Das Wort des Herrn Jesus: “Das Heil kommt aus den Juden” und andere ähnliche Zeugnisse der Schrift, wie z. B.: “Nicht weichen wird das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füssen hinweg, bis Schilod kommt (der Ruhebringende, der Friedenschaffende), und ihm werden die Völker gehorchen”, bezeugen uns, wie wunderbar die Rettungsgedanken Gottes mit dem Namen Juda und Judas verknüpft sind. Wir denken noch an das Wort aus Offenbarung 5, 5: “Es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Juda ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel”.

Vorerst wollen wir nur von fern her andeuten, dass hinter der äußeren Übereinstimmung des Namens Juda mit Judas eine wunderbare innere, verborgene Übereinstimmung im Erleben dieser beiden Männer vorliegt, die uns später auch im einzelnen beschäftigen wird. Die Schrift setzt zum Namen Judas noch den Namen Iskariot. Dieser sonderbare Zuname kann als aus dem Hebräischen stammend erkannt werden:

Is = Isch = Mann
k = wie
Arioth = Löwen oder Löwinnen

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Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  743 x gelesen

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