“Der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe”
Dieses Zeugnis des Herrn, das uns Jesaja in Kap. 45, 7 mitteilt, und das bei der Prüfung der Frage über den Ursprung des Bösen nicht außer acht gelassen werden darf, wollen wir einmal von einer ungewohnten Seite her näher zu verstehen suchen.
Wir lassen jenen Schöpfungsteil zu uns reden, den Gott dazu gesetzt hat, zwischen Licht und Finsternis zu scheiden und beide zu beherrschen. Es sind dies Sonne, Mond und Sterne, die als wunderbare Gotteszeichen “die Herrlichkeit Gottes erzählen und Seiner Hände Werk verkünden”, und zwar “als Gottes Wort, das über die ganze Erde und bis zu den Grenzen der Wohnwelt erschallt” (Ps. 19, 4 verglichen mit Röm. 19, 17.18).
Aus meiner ausführlichen, in Arbeit befindlichen Schrift “Und auch die Sterne“, lassen wir hier einen Abschnitt daraus folgen, der die erwähnten Fragen berührt:
Das Erste, was Gott in den Himmelslichtern zur Darstellung bringt, ist die Scheidung zwischen Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Leben und Tod, Gut und Böse. Es handelt sich demnach um eine klare Scheidung der Gegensatzkräfte (1. Mos. 1, 14).
Diese von Gott als erste Zweckbestimmung gesetzte Scheidung wird von ihm in der letzten Zweckbestimmung so vollzogen, dass der Sonnenball der alleinige Beherrscher des Lichtes ist, während die Mondkugel und alle Sterne das darstellen, was finsternismäßig ist und geschieht. Die Sterne geben höchstens etwas Licht in der Finsternis und über die Dinge der Finsternis, die Sonne allein aber vertreibt die Finsternis (1. Mos. 1, 16).
Dem einen Lichtquell gegenüber steht demnach eine Riesenmenge von Finsternisbeherrschern. Die Sonne ist das getreue Zeichen für Christus, der wirklich die Herrschaft des Lichtes ausübt. Die übrigen Himmelslichter weisen auf andere Geisteswesen hin, die wohl herrlich sind, aber “des Ruhmes mangeln”, den sie vor Gott haben sollten (Hiob 38, 7; Offbg. 1, 20; Ps. 82).
Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das Böse, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre | 1,233 x gelesen


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