Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Gerichtsziele Gottes nach dem Propheten Jesaja

Jede Einrichtung im Plan Gottes mit Seiner Schöpfung ist sinnvoll und zweckmäßig. Seinem heiligen Willen untersteht alles und jedes Ding. Er hat selbst die Haare unsres Hauptes gezählt und achtet auf das Schreien der jungen Raben. Weil alles planvoll und zielführend ist, so sind auch Seine Gerichte nicht etwas endlos und zwecklos Weiterlaufendes und Andauerndes, sondern haben Ziel und Ende.

Alle Gottesgerichte haben Ziel und Ende

So sagt der Herr in Joh. 5, 22b.23a: “Das ganze Gericht hat Er (d. i. der Vater) dem Sohne gegeben, auf daß alle den Sohn ehren.” Die Zweckbestimmung “auf daß” gibt uns hier, wie so oft in der Schrift, Sinn und Ziel der dem Sohn vom Vater übertragenen Gerichtsaufgaben an. Es heißt nicht, daß der Vater dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat, um die Widerspenstigen und Abtrünnigen mit endloser Pein zu strafen, sondern im Gegenteil, daß “alle den Sohn ehren”.

Noch deutlicher spricht 1. Kor. 5, 5. Dort wird bezeugt, daß selbst die Überlieferung (oder Auslieferung) eines Menschen an den Satan zuletzt Rettung des Geistes bewirkt, obschon es zunächst durch Verderben des Fleisches geht. Solche Zusammenhänge und Durchblicke sind dem Glauben gar köstlich und anbetungswürdig.

Schlagen wir, um noch einen dritten neutestamentlichen Zeugen für den Zweck göttlicher Gerichte anzuführen, 2. Tim. 2, 26 auf! Dort ist die Rede von solchen, die vom Teufel gefangen sind und in seinem Fallstrick liegen. Wessen Willen wird dadurch erfüllt? Scheint es nicht, als ob der Wille Satans und der des Sünders über Gottes Heils- und Rettungswillen triumphieren? Nach außen gesehen ja! Wer aber innere Zusammenhänge des Wortes Gottes mit dem Auge des Glaubens zu sehen vermag, der versteht den Nachdruck, der auf den letzten drei Worten dieses Verses liegt: “Für Seinen (d. i. Gottes!) Willen.” Zuletzt wird die Liebes- und Rettungsabsicht Gottes doch erreicht, wenn auch Sein Wille scheinbar eine Zeitlang nicht erfüllt wurde. Und dazu muß alles, müssen selbst die Machenschaften des Feindes dienen.

Wir wollen im Propheten Jesaja eine Reihe göttlicher Gerichtsziele miteinander betrachten. Es sollen weder alle Zusammenhänge und praktischen Folgerungen aufgezeigt, noch soll Erschöpfendes gesagt werden. Nur einige Zeugnisse seien angeführt, die etwas von den Zielen verhängter Strafen und Gerichte erkennen lassen und die wichtige Wahrheit bestätigen, daß Gerichte und Verdammnisse nie Ziele, sondern nur Wege zum Heil und zur Vollendung sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes  |  515 x gelesen

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Acht göttliche Gewißheiten

“Die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen”, sagt der Herr im Blick auf die Endzeit (Luk. 21, 26). Ist diese Zeit schon im Anbruch? Über dieses Problem wird viel geredet und geschrieben. Fragen wir uns aber zuerst einmal, ob es in dieser Zeit der Furcht und ängstlichen Erwartung überhaupt noch wirkliche Gewißheiten gibt. Ist nicht vieles, was gesprochen und gedruckt wird, Schwärmerei und religiöse Selbsttäuschung? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn der Herr spricht gerade im Blick auf die Letztzeit von “vielen falschen Propheten”, die in frommem Gewande auftreten.

Darum gilt es nüchtern zu sein, allein auf dem untrüglichen, gottgehauchten Wort heiliger Schrift zu stehen und dabei genauestens zu verharren. Wenn wir das nicht tun, verfallen wir dem Formalismus und Rationalismus, dem Liberalismus und Atheismus. Das aber ist Abfall von dem lebendigen Gott, der gesagt hat, daß Himmel und Erde, nicht aber Seine Worte vergehen werden.

Wir wollen im folgenden von acht göttlichen Gewißheiten sprechen. Wenn wir nicht von Gewißheiten schlechthin, sondern von Stufen göttlicher Gewißheiten reden, so soll damit gesagt sein, daß auch unser Glaubenswachstum sich nach “Naturgesetzen in der Geisteswelt” vollzieht.

Das hat auch der Herr Jesus bezeugt, wenn Er in Mark. 4, 26-29 sagt: “So ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht, wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht sich darbietet, so schickt er alsbald die Sichel, denn die Ernte ist da.”

Gras, Ähre, voller Weizen heißen die Stufen natürlichen Wachstums. Im Göttlich-Geistlichen ist es ebenso. Auch bei uns, den Gliedern des Körpers Christi, geht alles wachstümlich. Wo das nicht der Fall ist, gibt es keine wesenhafte, bleibende Frucht. Wer göttliche Sterbens- und Wachstumsprozesse überspringen will, wird meist schon hier auf Erden, bestimmt aber dort vor der Preisrichterbühne Christi oder dem großen, weißen Gerichtsthron Gottes ungeahnte Enttäuschungen erleben. Davon redet die Schrift sehr ernst. Wer z. B. seinem Bruder nicht vergeben will, wähne ja nicht, Vergebung von Gott zu haben! Und wer seinen Bruder nicht lieben will und kann, behaupte ja nicht, er sei aus dem Tode zum Leben gelangt!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre  |  412 x gelesen

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Unsere Gegner nach Epheser 6, 12

Das Leben ist ein Kampf. Das sagt schon ein weltliches Sprichwort und meint damit die täglichen Mühsale und Enttäuschungen, die keinem Sterblichen erspart bleiben. Wieviel tiefer aber ist die Einsicht, die Gottes heilige Urkunden uns geben! Sie zeigen uns, daß unser Kampf im eigentlichen Grund nicht gegen die Welt um uns, sondern vielmehr gegen die Welt über uns geht. Unsre wirklichen Gegner sind nicht in der Umwelt, sondern in der Überwelt zu suchen.

Lesen wir darüber Eph. 6, 12: “Unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die Bosheitsgeister in den Überhimmeln.”

Der inspirierte Apostel nennt vier Gruppen von Gegnern, wider die wir in der Waffenrüstung Gottes zu kämpfen und zu siegen vermögen. Es sind:

  1. Die Anfangsmächte oder Fürstentümer;
  2. die Herrschaften oder Vollzugsgewalten;
  3. die Weltbeherrscher oder Systemhalter;
  4. die Geister der Bosheit in den Überhimmeln.

Was sagt die Schrift über diese Feinde, denen unser Glaubenskampf gilt? Zunächst geht aus den einleitenden Worten unseres Verses hervor, daß es keine Wesen aus Fleisch und Blut sind. Es sind Engelmächte, die auf uns einwirken. Zweierlei wollen wir festhalten, was von grundlegender Bedeutung für die Kampfesart jener Geisterwelten ist. Zuerst gilt es zu bedenken, daß diese Wesen unsern eigentlichen Geistes- und Glaubensgrund nicht anzutasten vermögen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Unsichtbare Welt, Versuchung & Verführung  |  441 x gelesen

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Was sagt die Schrift vom Adler?

(Nach einer Tonbandaufnahme eines Dienstes in Hamburg)

Meine Brüder, meine Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten in Christo Jesu!

Wenn ich im Laufe dieser Woche heute zum letztenmal zu euch reden darf, so tue ich es freudig bewegten Herzens. Ich weiß, daß die Botschaft von dem ganzen Christus, dem Haupt und den Gliedern, euch aufleuchtete und lebendig wurde. Gott ließ Sein Wort uns groß und kostbar werden. Heute nachmittag sahen wir, daß oft in zwei bis drei Versen der Schrift das ganze Heilsprogramm niedergelegt ist. Wir haben erkannt, daß das Alte und Neue Testament von Christus zeugt und uns das Strahlbild des Sohnes Gottes erkennen läßt, und wie scheinbar nebensächliche Bemerkungen große Bedeutung gewinnen, wenn uns erst einmal das Auge des Geistes dafür geöffnet ist.

Laßt mich nun versuchen, euch noch ein Schlußwort zu sagen, indem ich euch zeige, wie Gott rettet, leitet und vollendet. Dazu möchte ich eines der Hunderte von Bildern zugrunde legen, die die Schrift anwendet.

Hören wir ein Wort aus 2. Mose 19, 4: “Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu mir gebracht habe.” Gott vergleicht sich hier mit einem Adler. Halten wir das zunächst einmal fest. Dazu lese ich 5. Mose, 32, 11: “Wie ein Adler sein Nest zerstört”, so heißt es wörtlich, also nicht aufstört, sondern zerstört, “über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, so leitete ihn der Herr allein.” Der Adler zerstört sein Nest, damit die Jungen herauspurzeln und fliegen lernen. Verstehen wir jetzt in unserem Leben manches Weh, manche dunkle Führung, die wir früher nicht begreifen konnten? Hat Gott auch dir das Nest deiner Behaglichkeit und deine natürlichen Sicherungen weggenommen, damit du dich ganz auf Ihn und auf nichts anderes verlassen lernst?

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Lehre  |  884 x gelesen

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“Wir alle …”

(Nachschrift eines Wortdienstes in Berlin)

Meine Freunde und Brüder, ihr Heiligen und Geliebten Gottes!

Möge der Herr uns heute abend Sich selbst so enthüllen, daß wir Ihn mit den Augen des Glaubens schauen können und erfaßt und erfüllt und überströmend werden von dem, was Er ist und wie Er ist. Gott gebe uns nicht nur eine flüchtige Begegnung, sondern schenke uns, daß wir uns von Ihm erfassen lassen bis in das Letzte, Tiefste und Geheimste unseres Unterbewußten und Unbewußten. Das ist mein innigstes Anliegen. Und möge wahr werden, was wir eben gehört haben im Liede der Sänger: “Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein”! Gott gebe das in diesen Minuten!

Ich möchte heute abend ein Zeugnis geben von zwei Wörtlein, die der Apostel Paulus mehrfach gebraucht hat und in denen er sich mit seinen Briefempfängern zusammenschließt und damit Aussagen verbindet, die das Letzte und Tiefste unseres Verlorenseins und den Weg unserer Rettung zeigen. Diese Wörtlein heißen: “wir alle”. Diese beiden Wörtlein sind in den Zusammenhängen, die wir betrachten wollen, Speise für den Geist und ein Anker für die Seele. Durch sie werden wir alle zusammengeschlossen. Möchten sie uns unverlierbar eingeprägt werden durch den Heiligen Geist!

Wir wollen jetzt acht Zeugnisse betrachten, in denen die Wörtlein “wir alle” in den Paulusbriefen vorkommen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Paulusbriefe  |  383 x gelesen

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Zielführende göttliche Botschaften

(Nachschrift eines Wortdienstes in Berlin)

Meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Auserwählten Gottes!

Von der Zielführung Gottes wollen wir heute sprechen und auch davon, welcher Mittel sich Gott bedient, um uns zum Ziele zu führen. Er gebraucht dazu verschiedene Botschaften. So wie etwa in der Zeitung die verschiedensten Nachrichten stehen — politische, wirtschaftliche, sportliche usw. —, so ist auch unser Gott bemüht, durch Seinen Heiligen Geist und Sein lebendiges Wort die verschiedenartigsten Botschaften auf die verschiedenartigste Weise in uns hineinzuprägen, damit wir zum Ziel gelangen. Gestattet, daß ich heute einmal etwas bezeuge, was ihr in dieser Art vielleicht selten oder nie hört, was aber die Schrift ganz klar und wunderbar uns aufleuchten läßt.

1. Eu-angelion = Frohe Botschaft, Freudenbotschaft

Zunächst ist jede göttliche Botschaft, sowohl Gnaden- als auch Gerichtsbotschaft, ihrem innersten Wesen nach frohe Botschaft, seligmachende Nachricht. Der Oberbegriff für alles, was Gott uns zu sagen hat, ist daher in dem Wort “Evangelium” = “Frohe Botschaft” enthalten. Und diese Botschaft, die unser Herz gewonnen hat, uns beglückt und löst und froh macht in allen Ängsten und Traurigkeiten, ist in verschiedener Hinsicht eine froh machende Botschaft:

a) für den Empfänger. Wer diese Botschaft empfängt, wird froh. Ein Mensch, der von ihr erfaßt und erfüllt oder gar überströmend geworden ist, der ist ein froh gewordener Mensch.

b) Aber auch für den Vermittler ist diese Botschaft eine frohe Botschaft, das heißt für den, der sie den anderen bringt — für den Boten des Evangeliums.

“O Gott, wie muß das Glück erfreun,
der Retter einer Seele sein”,

heißt es in einem Lied. Die frohe Botschaft macht nicht nur den Empfänger, sondern auch den Vermittler froh, und es gibt kein größeres Glück, als wenn wir Menschen zur Heilsgewißheit, Lösung und bleibenden Freude führen oder gar zum Werkzeug Gottes machen dürfen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Lehre  |  256 x gelesen

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Versiegelt durch den Heiligen Geist

Der Reichtum des Christus ist unausforschlich. Darum sind uns Seine Schätze zum großen, vielleicht sogar zum größten Teil noch verborgen. Von den unermeßlichen Gaben und Gütern Gottes, von Seinen unaussprechlichen Freuden und Wonnen haben wir nur sehr wenig erkannt und geschmeckt. Denn das meiste davon ist ja noch zukünftig und wird jetzt nur anbruchweise ins Herz und Leben gelegt, da wir in diesem Leibe der Schwachheit und Niedrigkeit den Vollgenuß Seiner Seligkeit und Herrlichkeit gar nicht zu ertragen vermöchten.

Aber es gibt auch göttliche Gewißheiten und heilige Gnadenreichtümer, deren wir uns jetzt schon erfreuen dürfen, da deren Besitz und Genuß zu der Vollausrüstung der Heiligen für die Gegenwart gehört. Daß der Feind, der sehr wohl weiß, was die Vollendung der Gemeinde des Leibes Christi für ihn bedeutet, mit allen Mitteln zu verhindern sucht, daß die Gläubigen in den Vollumfang ihrer Berufung und Segnung hineinwachsen und dadurch in Christi Art und Wesen praktisch hineingestaltet werden, ist leicht ersichtlich. Hat er doch in der natürlichen Trägheit unseres Fleisches seinen besten Bundesgenossen. —

Zu den Aufgaben und Gnaden, die uns von Gott gegeben sind und um die wir wissen dürfen und sollen, gehört auch das, was die Schrift Versiegelung nennt. Lesen wir nur zwei Schriftzeugnisse darüber: Eph. 1, 13.14 und 2. Kor. 1, 21.22. “Nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, seid ihr in Ihm, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher das Unterpfand unsres Erbes ist, bis zur Erlösung des erworbenen Besitzes zum Preise Seiner Herrlichkeit … Gott hat uns versiegelt und hat das Pfand des Geistes in unsre Herzen gegeben.”

Hier ist zunächst gar nicht die Rede davon, was wir zu tun haben, sondern was Gott selbst getan hat. Das ist von großer Wichtigkeit. Denn in unsrer religiösen Verblendung meinen wir immer, wir müßten uns gewaltig anstrengen und irgendetwas Großes leisten, um dadurch Gottes Zuneigung zu erringen. Wir wähnen, durch Reue und Zerknirschung, durch Buße und Glauben unser Heil zu bewirken.

Das ist jedoch eine überaus gefährliche Schwerpunktverlagerung, die unsern Gott völlig mißversteht und uns niemals von Herzen frei und froh werden läßt. Weit mehr Menschen als wir wissen unterliegen dieser Gefahr und quälen nicht nur sich, sondern in bester Meinung durch eine gesetzliche, ichverhaftete Haltung auch andere. In redlicher Absicht und mit dem reinsten Wollen versuchen sie Gottes Gnade zu erwerben, um so des Heils und schließlich der Herrlichkeit teilhaftig zu werden. Es sind dies durchaus keine hochmütigen Pharisäer, sondern meist treue, selbstlose Menschen. Sie sind in allen religiösen Kreisen christlicher und außerchristlicher Prägung zu finden. Wie werden wir einmal staunen, wenn wir erkennen werden, wie groß die Zahl derer ist, die unter Römer 2, 6.7.10 fallen, die höchste Ziele verfolgten, ohne auf Erden zur Gewißheit und Freude des vollen Heils durchgebrochen zu sein! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Heiliger Geist, Lehre  |  592 x gelesen

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Gottes Zorn und Liebe

Immer wieder hat man in Gottes Sein und Wesen Zwiespältigkeit hineinzutragen versucht, indem man seinen Zorn gegen seine Liebe ausspielte und ihn so in das verfinsterte Vernunftlicht menschlicher Philosophie rückte. Die Folge war, daß man immer wieder an ihm irre werden mußte, da man seinen ureigentlichen Charakter nicht erkannte.

Das war schon Satans Taktik im Paradies! Er schrieb Gott eine Gesinnung zu, die diesem gar nicht eignete, und erreichte, daß der Mensch seinem Schöpfer mißtraute und so in Ungehorsam verfiel. Ist es heute im tiefsten Grunde anders? Wir wähnen, Gott wolle uns um letzte und höchste Lustgewinne betrügen und suchen diese deshalb auf eigenwilligen Wegen des Ungehorsams zu erreichen. Das aber ist unser Verderben, denn so verfallen wir dem Betrug des Feindes.

Gottes Wort, die klare, lautere und einzige Quelle dessen, was und wie und wer Gott wirklich ist, ist weder eine Dogmensammlung noch ein Paragraphenbuch, das man so handhaben könnte, wie man irgendein Nachschlagewerk benützt. Die heiligen Schriften sind so beschaffen, daß nur ein gedemütigtes und gehorsames Herz ihren Reichtum erfährt, ihre Kräfte empfängt und ihre Seligkeiten genießt. Man kann alles Mögliche und Unmögliche mit Gottes Wort beweisen, kann die Schrift entleeren und verdrehen, ja, kann sie zum Instrument machen, mit dem man die Heiligen und Geliebten Gottes zu Tode quält. Das ist im Lauf der Kirchengeschichte immer wieder geschehen, einerlei, ob es sich um Welt- und Machtkirchen oder um Sekten, Gruppen und Parteien handelte.

Es ist eine ernste, heilige, verantwortungsvolle Sache, sich auf die Bibel zu berufen. Und doch ist der schlichte Weg selbstloser Treue und hingegebenen Gehorsams gegenüber der Schrift so einfach, daß selbst die Toren darauf nicht irren. Denken wir doch daran, daß Gott sein Wort und Evangelium nicht Großen, Starken und Hohen, sondern ganz einfachen, schlichten Menschen gab: Hirten und Fischern, Bauern und Beamten; vergessen wir auch nicht, daß der Sohn Gottes ein kleiner Handwerker war! Und da, wo hervorragend begnadete Persönlichkeiten Träger höchster Gottessegnungen waren, — denken wir nur an einen hochgebildeten Mose, an Könige wie David und Salomo, an einen Minister Daniel, einen Saul von Tarsus usw. —, da mußten diese Männer zunächst durch tiefe Demütigungen und Zerbrüche hindurch, um wirklich brauchbar für Gott zu werden.

Man kann darum im ungebrochenen Zustand selbstbewußter, ichhafter Frömmigkeit weder Gottes Wort und noch weniger Gottes Wesen fassen und haben. Das kann uns nur der Geist mitteilen, indem er uns dem Tode Christi gleichgestaltet. Wer aber — wir reden menschlich! — nicht darauf eingehen will, der wage sich nicht an die heiligen Bezirke dessen, was Gottes ist! Denn “der Herr ist gar schrecklich im vertrauten Kreise der Heiligen, ist furchtbar über alle, die rings um ihn her sind” (Ps. 89, 7). Das hat schon die griechische Weltweisheit geahnt, wenn sie durch einen ihrer Vertreter sagen ließ: “Wer Gott sieht, stirbt!”

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  513 x gelesen

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Die achtfache Hauptschaft des Christus

(Nach einem Wortdienst in Berlin, Gemeinde Hasenheide, 1961)

Meine lieben Freunde, meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Auserwählten Gottes!

Die Auferstehung Jesu Christi ist der Anfang einer Erhöhung, einer Entfaltung unaussprechlicher Seligkeiten, Kräfte und Herrlichkeiten Gottes, in die wir mit hineingezogen, mit hineingestellt sind durch den Glauben. Davon möchte ich heute abend ein Zeugnis geben, indem ich eine Wahrheit herauszustellen versuche, die so wesenhaft, stark und innig ist und doch so selten in ihrem Vollumfang bezeugt wird. Ich möchte heute abend etwas sagen von der achtfachen Hauptschaft oder Hauptesstellung des Sohnes Gottes. Denn der Herr Jesus ist nicht nur unser lieber persönlicher Heiland — das ist Er auch! —, aber Christus ist noch unendlich mehr! Er ist noch viel grandioser, erhabener, strahlender, herrlicher, als wir meinen. Wir dürfen bei diesem meinem Zeugnis immer wieder eine unerhörte Tatsache festhalten: Weil Christus das Haupt ist, dessen Glieder wir sind, entsteht in der Vereinigung von Haupt und Gliedern eine neue Hauptschaft für das Weltall. Bei dieser Hauptschaft über das Weltall sind wir mit Ihm das Haupt! Das ist eine überaus beglückende und weitreichende Botschaft, die unser tiefstes Sehnen zu stillen vermag. Dabei bleibt die Demutsstellung des Anfangs unseres Glaubenslebens durchaus erhalten: Du, Herr Jesus, bist mein persönlicher Heiland und Hirte! Ein Mensch, der beim Erfassen einer tieferen oder höheren Gotteswahrheit die fundamentalen Wahrheiten der Errettung und Kindschaft schmäht oder verächtlich macht, hat nicht durch den Heiligen Geist das empfangen, was er hat oder zu haben meint — er hat sich nur in religiösem Hochmut in etwas hineingesteigert. Wer durch den Heiligen Geist weiter schaut, höher kommt bzw. tiefer gegründet wird, der wird das Grundlegende, Fundamentale seines Glaubenslebens voll gelten lassen; er kann sich mit einem Erweckten, einem neugeborenen Kindlein in Christus genauso freuen wie mit einem, der bis in das Ziel der Vollendung schauen und es bezeugen darf. Ein Zeugnis höherer Art schließt ein Zeugnis niederer Art niemals aus, sondern ein.

Hauptsein ist im Vollsinn noch mehr als die Verbindung von Mann und Weib. Die Verbindung von Haupt und Körper ist inniger, wesenhafter, führt in eine stärkere und unteilbarere Einheit hinein als die Verbindung von Mann und Frau. Die Frau kann weglaufen, die Frau kann sterben, der Mann kann sich scheiden lassen (usw.) — aber Haupt und Körper können nie auseinandergehen, sie gehören unauflöslich zusammen und bilden eine Einheit. Und das ist die Einheit, die Christus sucht und die der Vater dem Sohne gegeben hat.

Und nun zu meinem Thema: Acht Hauptschaften. Ich lese zu jedem Punkt eine Bibelstelle und überlasse es Euch, meine Brüder und Schwestern, noch eine ganze Reihe weiterer wunderbarer, beglückender Zusammenhänge beim Lesen Eurer Bibel zu finden.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Lehre  |  267 x gelesen

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Das Gesetz vom Zweiten oder Dritten

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Der erste und der letzte Adam
Abrahams erster und zweiter Auszug
Ismael und Isaak
Jakob und Esau
Josephs Selbstenthüllung
Ephraim und Manasse
Mose als Richter und Retter
Aarons Söhne
Moses und Josua
Israels erster und zweiter König
Salomo und der Tempelbau
Salomos und Christi Herrschaft
Jonas Flucht vor Gott
Das erste und das zweite Kommen Christi
Israels Sammlung
Der erste und der zweite Löser
Die ersten, zweiten und dritten Himmel
“Umgestürzt, umgestürzt, umgestürzt!”
Die Anbetung der Engel


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Einleitung

1. Kor. 15, 46: “Das Geistliche nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche.”
Hiob 33, 29: “Alles tut Gott zwei- oder dreimal.”

Auf dem Werdeweg des Einzelnen wie der Gesamtgemeinde gibt es Erfahrungen und Demütigungen, Irr- und Umwege, die uns oft große Not bereiten und uns, wenn wir uns selber anschauen, an der Zielerreichung der Vollendungsabsichten Gottes fast irre werden lassen. Dabei braucht es sich keineswegs um bewusste oder grobe Sünden zu handeln. Im Gegenteil! Gerade bei solchen, die mit brennendem Herzen eine Ganzhingabe ihres Lebens an Gott vollzogen haben und in der lautersten, selbstlosesten Liebe zu ihrem Herrn und Haupt zu wandeln begehren, entstehen Spannungen, Verschiedenheiten in der Erkenntnis, Schwerpunktverlagerungen im Dienst und Zeugnis, dass man fast zweifeln möchte, ob wir wirklich jemals “hingelangen zu der Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Manne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus” (Eph. 4, 13).

Erst wenn wir das geistliche Grundgesetz vom Zweiten oder Dritten begriffen haben, lösen sich viele belastende Spannungen und quälende Sorgen in heiliger Glaubensfreude auf. Solange wir uns noch einreden, wir wären verantwortlich für Einzelne oder gar für die Gesamtgemeinde Gottes, müssten den Stand ihrer Erkenntnis des Heils regulieren gemäß der uns geschenkten oder eingebildeten Schau, solange kommen wir aus dem Sorgen und Klagen nie heraus. Da trägt man meist selbst auferlegte Lasten, die ihre letzte und eigentliche Wurzel in unserm religiösen Hochmut haben, einerlei, ob es sich um Organisationen oder Einzelgänger handelt, die andre formen wollen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Heilsgeschichte, Lehre  |  288 x gelesen

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