Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Eisen und Erz, Symbole für Sünde und Gericht

Wir wollen ein Siebenfaches betrachten:

  1. Eisen, ein Bild der Sünde
  2. Gefängnisse und Fesseln von Eisen und Erz
  3. Erz, das Metall des Vorhofs
  4. Der eiserne Schmelzofen
  5. Die eherne Schlange
  6. Der Eisenschmied
  7. Eisen und Erz, dem Jahweh geheiligt

1. Eisen, ein Bild der Sünde

Eisen ist unedles Metall und wird deshalb oft als Bild der Sünde und Widerspenstigkeit gebraucht. Wir begegnen ihm schon auf den ersten Blättern der Heiligen Schrift, in 1. Mose 4, 22. Dort lesen wir von Tubalkain, einem Hämmerer von erzenem und eisernem Werkzeug. Sein Name heißt auf Deutsch: Besitzer des Erdreichs. Er gehörte nicht zu der gottesfürchtigen Sethlinie, sondern stammte aus der gottlosen Kainslinie.

So können wir verstehen, dass er auf das Paradies, von dem die Überlieferung berichtete, und auf die Verheißungen, die dort seinen gefallenen Voreltern gegeben worden waren, keinen Wert legte und sein Verlangen auf diese verfluchte Erde und ihre Schätze richtete. —

In Jer. 17, 1 steht geschrieben, dass Judas Sünde mit eisernem Griffel, mit diamantener Spitze in die Tafeln ihrer Herzen und in die Hörner ihrer Altäre eingegraben ist. Dass Diamant als Bild der Härte gebraucht wird, ersehen wir aus Sach. 7, 12, wo es heißt: »Sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu hören.«

Gott hat doppelte Buchführung. Einmal steht Judas Sünde in ihrem eigenen Herzen, im Gewissen eingegraben, und zum andern ist sie eingeritzt in die Hörner der Altäre.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik  |  2,450 x gelesen

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Christi Herrlichkeit nach Hebr. 1, 1-6

Das ganze Wort Gottes ist vom ersten bis zum letzten Vers ein Enthüllungsbuch der Herrlichkeit des Christus. Aber wir bedürfen geöffneter Augen des Herzens, um diesen Lichtglanz überall aufleuchten zu sehen. Wer von uns erkennt z. B. am Gesetz des Herrn göttliche “Wunder”? Jedenfalls tat das David, denn er betet in Ps. 119, 18: “Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in (genauer: aus) deinem Gesetz!”

Wenn auch die heilige Schrift immer und überall “Christus treibt”, wie Luther sagt, so erstrahlt doch die Herrlichkeit des Sohnes Gottes in manchen Zusammenhängen in besonders hellem Glanz. Denken wir nur etwa an den 22. Psalm oder an Jes. 53, wo uns der Gekreuzigte klar und deutlich gezeigt wird. Oder erinnern wir uns an die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, an das Hohelied der Sohnschaft in Römer 8 oder an die Enthüllung der Herrlichkeit der Gemeinde in Eph. 1-3! Das sind wirkliche Edelsteine von wunderbarer Schönheit, deren beseligendes Licht wir uns immer wieder in wachstümlicher Erkenntnis ins Herz leuchten lassen.

Ein solches Schmuckstück der Christusherrlichkeit, wenn wir so sagen dürfen, sind auch die ersten Verse des Hebräerbriefes. Lesen wir aus dem ersten Kapitel Verse 1-6:

“Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Äonen gemacht hat; welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem er um soviel besser geworden ist als die Engel, als er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt’? Und wiederum: ‘Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohne sein’? Wenn er aber den Erstgeborenen wiederum in das Bewohnte einführt, spricht er: ‘Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.’”

Es ist völlig unmöglich, im Rahmen einer kurzen Arbeit den ganzen Herrlichkeitsinhalt des obigen Schriftabschnittes anzudeuten, geschweige denn auszuschöpfen. Aber zehn Strahlen dieses Christusglanzes wollen wir uns ins Herz und Gewissen leuchten lassen:

  1. Gott redet im Sohn
  2. Christus ist der Erbe aller Dinge
  3. Er ist der Schöpfer der Äonen
  4. Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
  5. Er ist der Abdruck des Gotteswesens
  6. Er ist der Träger des All
  7. Er hat die Reinigung der Sünden bewirkt
  8. Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
  9. Er ist besser als die Engel
  10. Alle Engel werden ihn anbeten

Die Größe und Schönheit, die Allmacht und Treue unsres Herrn und Hauptes glaubend und anbetend anzuschauen, ist und bleibt für den Erlösten das Köstlichste, das er auf seiner Pilgerfahrt durch diese Welt voller Angst und Weh, voller Schuld und Not haben und genießen kann. Möchten auch diese Betrachtungen dazu dienen, daß uns Christus groß, herrlich und anbetungswürdig wird, damit unsre Herzen in wartender, dankbarer Hingabe allein an ihm hangen!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,070 x gelesen

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Göttliche Unmöglichkeiten

Gott vermag alles; ist Er doch der Allmächtige und der Allwissende, der Allgegenwärtige und der All-Liebende. Aber nicht nur Ihm, auch den Glaubenden sind alle Dinge möglich (Mark. 9, 23).

Hierbei wollen wir jedoch bedenken, daß der Glaube nicht eine Sache unsrer zügellosen Fantasie oder unsres hochmütigen und gierigen Eigenwillens ist, sondern im eigentlichen Sinn immer Gehorsam des Glaubens bedeutet.

In Matth. 17, 20 bezeugt der Herr seinen Jüngern: “Nichts wird euch unmöglich sein” und fügt die überaus wichtige, leider so wenig beachtete Ergänzung hinzu: “Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.” Es handelt sich im Zusammenhang um Vollmacht über Finsternisgewalten. Die Schrift kennt nämlich verschiedene Arten von Dämonen. Die einen müssen schon einem Gebetswort weichen, während andre nur durch Gebet und Fasten ausfahren.

Es gibt viele treue Brüder, die über solche Worte die Achsel zucken und meinen: “Das geht uns nichts an, das gilt für Israel, das ist Königreichslinie! Wir aber als der Körper Christi haben damit nichts zu tun.”

So richtig und wichtig auf der einen Seite die klare Unterscheidung zwischen den Israel gegebenen, klaren Verheißungen und den Zusagen für die Gemeinde des Leibes Christi sind, so wollen wir doch andererseits nicht vergessen, daß “alles unser ist” (1. Kor. 3, 21-23), und wir so, wenn auch vorerst nur geistlicherweise, auch das besitzen und genießen dürfen, was im Vollumfang später einmal Israel für seine Herrschaft über die Erde gehört. —

Obgleich nun Gott alle Dinge möglich sind, so gibt es doch auch für Ihn gewisse Unmöglichkeiten. Die Schrift nennt ihrer nicht weniger als 84. Davon finden wir 14 in den Paulusbriefen, 3 in dem Schreiben an die Hebräer und 2 in den Episteln des Petrus. Wir wollen, sonderlich aus den Evangelien, eine Reihe wichtiger Schriftzusammenhänge betrachten, die solche Unmöglichkeiten nennen, die für unser persönliches Glaubensleben und für unsern Dienst in Lehre und Ermunterung wichtig und köstlich sind.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel, Lehre  |  1,107 x gelesen

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Gottes Weg, Wort und Wesen

In Psalm 18, 30 bezeugt uns David ein Dreifaches von Gott. Dieses Zeugnis kommt in einem Liede vor, das dem Vorsänger übergeben wurde. Das bedeutet, daß es in den heiligen Versammlungen Israels von Zeit zu Zeit vorgelesen und vorgesungen werden mußte. Die Gemeinde sollte es lernen und nachsingen und dadurch den Herrn preisen und verherrlichen.

Was lehrt nun der königliche Sänger, dessen Herz von gutem Worte wallte und dessen Gedichte dem wahren König, also dem Messias-Christus galten und dessen Zunge dem Griffel eines geübten Schreibers glich (Ps. 45, 1)? David bezeugt: “El — Sein Weg ist vollkommen; Jahves Wort ist geläutert; ein Schild ist Er allen, die auf Ihn trauen” (Ps. 18, 30).

1. Gottes Weg ist vollkommen

Gottes (El = der Starke, der über alles Verfügende!) Weg ist vollkommen. Glauben wir das? Wie dunkel und leidvoll, wie ungerecht und grausam erscheinen uns oft die Wege, die der Herr Seine Geschöpfe führt! Ist nicht die Weltgeschichte ein Beweis für die (scheinbare!) Sinnlosigkeit der Wege der Völker? Werden nicht oft gerade die besten und wertvollsten Menschen, ja, die angeblich Auserwählten und Geliebten, durch so viel Dornen und Dickicht geführt, daß man fast am Dasein Gottes zweifeln könnte?

Und doch bezeugt uns die Schrift, daß alle Wege unsres Herrn richtig sind (5. Mose 32, 4). Und David, der doch lange Zeit wie ein Verbrecher verfolgt wurde und oft dem Tode näher war als dem Leben, frohlockt im 23. Psalm: “Er führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen!”

Wir deuteten schon an, daß das hebräische Wort, mit dem Ps. 18, 30 beginnt, El heißt. Das bedeutet, daß Ihm, dem Starken, über alles Verfügenden, jedwede Macht und Gewalt der Welt zum Gebrauche dient. Glauben und fassen wir doch, daß Gott in Seiner Allmacht, Weisheit und Liebe Seine Geschöpfe den kürzesten Leidensweg führt, um das vor Grundlegung der Welt zuvor geplante Hochziel der Herrlichkeit zu erreichen. Halten wir doch immer daran fest, daß Er durch ein Mindestmaß von Schmerzen ein Höchstmaß, ja, Übermaß von Seligkeit bewirkt! Und fangen wir doch einmal an, dafür zu danken, auch wenn wir “gar nichts fühlen von Seiner Macht”! Dann werden wir immer tiefer und wesensmäßiger erfassen und erfahren dürfen, daß Gottes Weg in Wahrheit vollkommen ist, ob Er, der heilig und liebevoll Verfügende, nun straft und richtet, läutert und reinigt oder heiligt und vollendet.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  899 x gelesen

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Von der Barmherzigkeit Gottes

Die letzte und tiefste Frage, die ein Geschöpf stellen kann, ist die nach der Gesinnung seines Schöpfers. Wenn ein Kind erst einmal erkannt hat, daß die Eltern es lieben, dann wird sein Herz froh. Aber solange ein verschüchtertes, armes Wesen der Meinung ist, man wolle es nur quälen und ihm jede Freude rauben, gerät es in immer stärkere Liebesnot. Wie oft steht schon in den Augen von Kindern etwas von der Verzweiflung und dem Grauen geschrieben, die weit mehr Menschen an den Rand der Schwermut und des Selbstmordes treiben, als die meisten ahnen. Jeder wirkliche Seelsorger weiß davon Erschütterndes zu erzählen.

Während nun Gott in der Schöpfung seine Weisheit und Macht, in der Geschichte der Völker und des Einzelnen seine Heiligkeit und Weisheit offenbart, enthüllt er in seinem logos, d. h. in dem geschriebenen und Fleisch gewordenen Wort, sein urinnerstes Sein und Wesen. Sein brünstiges Herz sehnt sich danach, sich als der zu offenbaren, der er wirklich und wesenhaft ist. Die heilige Glut seiner Liebe kann und will nicht auf einem weltfernen Altar zu seiner eigenen Ergötzung leuchten. Es drängt ihn, sich selber mitzuteilen, sich gewissermaßen zu vervielfachen, Welten und Wesen ins Dasein zu rufen, um zuletzt alles in allen zu sein.

Erst dann, wenn Gott selbst diese Erkentnis in uns liebend hineingelegt und bleibend eingeprägt hat, vermögen wir sie aus seinem Wort zu ersehen und durch seinen Geist immer tiefer und beseligender zu begreifen. Dann sind auch wir entzündet vom Feuer seiner Vaterinbrunst und brauchen um solche Wahrheiten nicht mehr zu streiten, sondern können darüber anbeten, schweigend in heiligem Liebesvertrauen. —

Eine der charakteristischen Bezeichnungen der Schrift, die uns Gottes innerstes Sein darstellen und enthüllen, ist Barmherzigkeit. Die entsprechenden hebräischen und griechischen Ausdrücke bedeuten so viel wie Mitgefühl. Mitempfinden der Not und des Jammers leidender Geschöpfe. Davon wissen die außerchristlichen Religionen wenig oder nichts. Und wenn sie davon reden, dann nur einseitig und verdunkelt. So lehrt z. B. die griechische Philosophie, daß éleos (Barmherzigkeit) nur dem Edlen, nicht aber dem Grausamen gebühre. Wer ein wenig von den Mythen Griechenlands weiß, wird bestätigen, wie unsagbar rachsüchtig und grausam die sogenannten “Götter” sind. Das ist auch durchaus zu begreifen, wenn man es wagt, das Wort Gottes buchstäblich zu nehmen, das uns lehrt, daß alles, was die Nationen opfern, sie nicht Gott, sondern den Dämonen darbringen (1. Kor. 10, 20).

Wir wollen versuchen, in einigen großen Linien ein Zeugnis von der Barmherzigkeit Gottes zu sagen. Möge dein und mein Herz davon erfaßt, erfüllt und überfließend werden zum Lob und Preis unseres wunderbaren Vaters in Christo Jesu! Wie viel gelöster und beseligter, gottnäher und gottinniger wäre dann unser Denken, Fühlen und Wollen, unser Sinnen und Sein, unser Reden und Tun! Dazu segne der Herr diese kurze Betrachtung! —

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Allversöhnung, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  1,138 x gelesen

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Besitzende oder Besessene?

Alles Irdische ist vergänglich; die schönste Blume verblüht, das herrlichste Bauwerk, das Menschenhände schufen, zerbröckelt und zerfällt einmal in Schutt und Asche, Menschen und Völker unterliegen dem Prozeß innerer und äußerer Verwesung und sinken ins Grab. Doch nicht nur das! Allem Geschaffenen wohnt das Prinzip des Bösen inne, haftet ein Fluch an. In den reinsten Kinderherzen ist die Wurzel zu allem Bösen, ist die Möglichkeit zu jedem Verbrechen vorhanden; auch der edelste Mensch steht unter dem Gesetz der Sünde.

Das gilt nicht nur von den intelligenten Geschöpfen; auch alles Geschaffene ist der Nichtigkeit und dem Verderben unterworfen, wie Rö. 8, 20.21 so eindringlich bezeugt. Die beiden hier gebrauchten griechischen Ausdrücke mataiotees und phthora bedeuten Torheit, Erfolglosigkeit, Zwecklosigkeit oder Lügenhaftigkeit und Verderben, Zerrüttung, Schändung, Untergang.

Wie ganz anders wäre unsere Einstellung zu den Schätzen und Gütern dieser Welt, wenn wir diese biblischen Zeugnisse wirklich glaubten! Paulus spricht 14-mal vom Reichtum:

Rö. 2, 4: Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld;
Rö. 9, 23: Reichtum seiner Herrlichkeit;
Rö. 11, 12: Reichtum der Welt durch Israels Fall;
Rö. 11, 33: Reichtum der Weisheit und Erkenntnis;
2. Kor. 8, 2: Reichtum der Freigebigkeit;
Eph. 1, 7: Reichtum seiner Gnade;
Eph. 1, 18: Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes;
Eph. 2, 7: Reichtum seiner Gnade in Güte;
Eph. 3, 8: Unausforschlicher Reichtum des Christus;
Eph. 3, 16: Reichtum seiner Herrlichkeit in Stärke und Kraft;
Phil. 4, 19: Reichtum in Erfüllung aller Notdurft;
Kol. 1, 27: Reichtum der Herrlichkeit des Geheimnisses;
Kol. 2, 2: Reichtum der vollen Gewißheit;
1. Tim. 6, 17: Ungewißheit irdischen Reichtums.

Hier lesen wir 13-mal von göttlichen wesenhaften Schätzen, aber nur 1-mal (1. Tim. 6, 17) von den Gütern dieser Welt in warnendem Sinn. Das sollte uns doch zu denken geben! Wie ganz anders ist doch meistens die Einstellung der Frommen und erst recht die der christlichen Organisationen aller Prägung! Gott schenke uns hinsichtlich dieser “Wurzel aller Übel!” einen klaren Durchblick und ein heiliges Erwachen!

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Gemeinde, Glaubensleben & Wandel  |  756 x gelesen

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Klammern aus Erz und Klammern aus Gold

Wem die ganze heilige Schrift Gottesoffenbarung ist, der findet im Wort des Lebens immer neue verborgene Schätze, von denen die Klugheit dieser Welt nichts weiß noch wissen kann. Freilich wird jede Gotteserkenntnis, je tiefer und wesenhafter sie die ewigen Realitäten erfaßt, für Torheit gehalten werden. Das trübe Licht menschlicher Vernunft kann nicht anders urteilen. —

Wer sich einmal betend mit dem Bau der Stiftshütte beschäftigt hat, dem ist ohne Zweifel eine Fülle köstlicher Gotteswahrheiten lebendig geworden. Weil sich Schrift nur durch Schrift erklären läßt, so gilt es darauf zu achten, wie etwa der Hebräerbrief die Dinge, die das Gesetz betreffen, auslegt und auf Christus deutet. Mag auch die irdische Gelehrsamkeit darüber lächeln, — für den lebendigen, geistgezeugten Glauben ist das Wort eine unerhörte Licht-, Kraft- und Freudenquelle, wie es etwa der 119. Psalm darstellt. Wer von Christus zutiefst ergriffen ist, lebt von jedem Worte, das durch den Mund Gottes geht, und fürchtet sich in heiliger Scheu, etwas ihm noch Unverständliches zu belächeln oder gar zu verwerfen. —

Was der eherne Opferaltar und das eherne Reinigungsbecken im Vorhof, der goldene Rauchaltar, der Schaubrottisch und der siebenarmige Leuchter im Heiligtum und schließlich die goldüberzogene Bundeslade im Allerheiligsten vorschatten, darüber werden sich wohl alle Bibelchristen einig sein.

Haben aber auch die Dinge, die uns als nebensächlich und bedeutungslos erscheinen, einen tieferen Sinn, den man nicht zuerst hineingeheimnissen muß, sondern der wirklich besteht? Wenn Gottes Wort bis zum letzten Jota ernst zu nehmen ist und nicht, wie man in Groß- und Freikirchen immer stärker zu glauben und zu lehren beginnt, ein Sammelsurium heidnischer Überlieferungen, irrtümlicher und zusammenhangloser aneinandergestellter Mythen (Märchen und Sagen) ist, dann hat eben alles seine tiefe Bedeutung, auch wenn wir mit unserm verfinsterten Verstand bis jetzt nur wenig davon begreifen.

Wie einer liebenden Mutter an ihrem Kind, einem dankbaren Schüler an seinem verehrten Meister und Lehrer, einer glücklichen Braut an ihrem Bräutigam auch scheinbar nebensächliche und ganz bedeutungslose Dinge wichtig und köstlich sind, — tausendmal mehr gilt das für die wirklich Gläubigen hinsichtlich des Wortes Gottes. Darum wollen wir auf eine solche scheinbare Kleinigkeit hinweisen, die auch im Worte heiliger Schrift steht und über die die meisten wohl gedankenlos hinweglesen, wenn sie sie überhaupt noch lesen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Biblische Symbolik  |  671 x gelesen

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Vom göttlichen Gesetz der Rückbeziehung

In den heiligen Schriften finden wir verborgene Gesetze, die uns mit Staunen und Anbetung füllen. Je beseligender göttliche Wahrheiten sind, um so weniger werden sie aber erkannt. Man kann und soll sie darum niemand aufzudrängen versuchen, der kein Organ dafür hat. Der HErr selbst wird durch den Heiligen Geist jedem das aufschließen und zueignen, was er zu erfassen vermag, wozu er, menschlich gesprochen, Eignung und Neigung hat.

Eines dieser wunderbaren Gesetze ist das der Rückbeziehung. Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: All das, was Gott in Sich selbst ist, will und wird Er auch für uns und alle sein. Denn Er ist Liebe und will sich mitteilen und verströmen in alle Seine Wesen und Welten. Was Er je ins Dasein gerufen hat, soll Seiner Ihm innewohnenden Freuden und Seligkeiten im Vollumfang teilhaftig werden und endlos bleiben.

Das ist aber nur die eine Seite der göttlichen Wahrheit, von der hier die Rede sein soll.

Die andre Seite ist erstaunlich und wunderbar. Das, was Gott in Sich selbst für uns ist, bedeuten auch die Seinen für Ihn! Wer wirklich von Jesus Christus durch den Glauben an Seinen Tod und Seine Auferstehung Vergebung der Sünden empfangen hat, wesenhaftes Leben aus Gott besitzt, ein neuer Mensch wurde, oder wie man es nach den verschiedenartigen Zeugnissen der Schrift auch immer ausdrücken will, ist damit ein Gegenstand der Wonne und Freude des Vaters. Anders gesagt: Was Gott für Seine Geschöpfe ist, sind Seine Geschöpfe für Ihn, beide stehen im Verhältnis der Rückbeziehung zueinander.

Wir wollen diese köstliche Wahrheit an einer Reihe biblischer Aussagen darzustellen versuchen.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  705 x gelesen

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Der Mensch und sein Ich

(Nach einer Tonbandaufnahme; mit einer Ergänzung von Arthur Muhl)

Meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Ersehnten Gottes!

Es ist mir eine herzliche Freude, daß ich auf dem Wege in die Schweiz hier unter Euch (auf der Langensteinbacherhöhe) sein darf. Gott möge uns in dieser Abendstunde segnen!

Laßt mich — bevor sich unser teurer Bruder Arthur Muhl noch anschließt — ein Zeugnis sagen über “Der Mensch und sein Ich”.

Der Mensch ist wohl die “Krone der Schöpfung”, aber er kennt sich selber nicht. Auch der Gläubige kennt sich nur ein klein wenig in seinem von Gott erneuerten Bewußtsein. Ich möchte Euch nun auf Grund der Schrift eine Reihe von Stufen vor Augen führen, die wir alle mehr oder weniger bewußt durchlaufen, allerdings nicht bis zur letzten Konsequenz. Denn das wäre schrecklich, wie wir gleich sehen werden.

Die Menschen sind Tiere!

Einleitend lese ich ein Wort aus Prediger 3, 18: “… sie (die Menschen) sind an und für sich Tiere“.

Das ist ein schreckliches Wort! Es ist keine moderne Theologie, kein Liberalismus, es ist Gottes Wort! An und für sich ist der Mensch — du und ich — ein Tier. Sogar der Apostel Paulus, der wie kein anderer auf einer hohen Stufe moralischer Vollkommenheit stand, schreibt in Römer 7: “Das Gute, das ich will, tue ich nicht; das Böse, das ich nicht will, das tue ich!” Wir leben in einem fortwährenden, mehr oder weniger bewußten, erschütternden Krieg, der in uns selber tobt.

“Sich selbst bekriegen ist der schwerste Krieg;
sich selbst besiegen ist der schönste Sieg!”

Davon möchte ich heute abend etwas sagen unter dem Thema “Der Mensch und sein Ich”.

Die 4 negativen Stufen

Ich schildere zunächst die negativen Entwicklungsstufen, die die Schrift uns zeigt, anhand von vier Stadien.

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Lehre  |  672 x gelesen

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Vom Wesen der Sünde

Wohl kaum ein Begriff ist so verschiedenartigen Deutungen unterworfen wie das, was man schlechthin Sünde nennt. Was der eine als notwendige Sparsamkeit bezeichnet, kommt einem andern als schmutziger Geiz vor. Die kluge, vorsichtige Zurückhaltung des Phlegmatikers erscheint dem Sanguiniker als erbärmliche Feigheit. Wieder andre nennen das unsinnige Verschwendung, was man ebensogut als großzügige Freigebigkeit deuten könnte. Die Begriffe von Recht und Unrecht Gott und den Menschen gegenüber schwanken bedenklich und ändern sich je nach der Geisteshaltung einer Zeitepoche oder eines Volkes.

Da ist es für Gläubige von Wert und Wichtigkeit, einmal klar zu sehen, was die Schrift, sonderlich das Neue Testament, unter Sünde versteht. Wir wollen darum zehn verschiedene Ausdrücke betrachten, welche die Verfasser der heiligen Bücher griechischer Sprache für das Wort oder den Begriff Sünde gebrauchen:

  1. Hamartia (hamarteema) = Verfehlen eines Zieles
  2. Parabasis = Überschreiten einer Linie
  3. Parakoee = Ungehorsam einer Stimme gegenüber
  4. Paraptooma = Fallen statt Stehenbleiben
  5. Agnoeema = Unwissenheit statt Wissen
  6. Heetteema = Verminderung dessen, was völlig zu erstatten wäre
  7. Anomia (paranomia) = Nichtbefolgen eines Gesetzes
  8. Asebeia = Vorenthalten von Gebet und Dank
  9. Adikia = Unrecht, Kränkung, widerrechtlicher Besitz
  10. Proskomma = Anstoß, Ärgernis, Verführung

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Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das Böse, Lehre  |  923 x gelesen

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