Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Sünde und Tod im Geschlecht der Menschen

Zur Einführung

Niemand, der die Heilige Schrift als Gottes Wort anerkennt und sich unter sie beugt als einzige Autorität in allen Fragen über die Gedanken, Wege, Taten und Ziele Gottes, ist der Erfahrung entgangen, seine eigene Unwissenheit einsehen zu müssen wie auch die Notwendigkeit, manche eigene, lang gehegte Anschauung als irrig auf den Müllhaufen menschlicher Philosophie und Schlussfolgerungen zu werfen. Dies wird besonders zutreffen bei Problemen, die weit in der Vergangenheit liegen oder in der fernen Zukunft ihre Erfüllung finden werden. Weil wir diese Ereignisse nicht aus persönlichem Miterleben kennen, sind wir allein auf die Aussagen der Schrift angewiesen. Wir haben somit zur Lösung aller Fragen über die Anfänge und Abschlüsse uns nur an Gottes Aussprüche zu halten, und müssen versuchen, möglichst alle eigenen vorgefassten Meinungen auszuschalten. Nur so können wir auch zu einem klaren, befriedigenden Verstehen jener Ereignisse gelangen, die uns im Folgenden beschäftigen sollen, weil sie so folgenschwer in unsere Menschheitsgeschichte hereinspielen.

Mag man die Frage aufwerfen, ob es hier wirklich Fragen gibt, deren Beantwortung nicht schon längst gegeben wurde. Wir dürfen freudig bejahen, dass die Heilige Schrift alles schon lange klar beantwortet hat, müssen aber gleichzeitig feststellen, dass dieses Licht, unter den verdunkelnden Nebelschwaden theologischer Auslegungen versteckt, für viele nicht mehr sichtbar ist und manchem Suchenden und Irrenden den Weg nicht mehr zeigen kann zum Einmünden in die Gewissheit der göttlichen Weisheit und Allmacht. Wenn auch mancher Widerspruch gegen die folgende Betrachtung laut werden mag, so möchten wir doch nicht versäumen, einiges in Frage zu stellen — und, wenn möglich, auch durch Beweise zu widerlegen, was bis heute als orthodox aufrechterhalten wurde.

Unsere Fragen werden etwa lauten: Warum sündigte Adam; warum sündigen wir; warum starb Adam; warum müssen auch wir sterben; warum verhinderte Gott nicht das Eindringen der Sünde in die Welt; seit wann existieren überhaupt Sünde und Tod; gibt es eine Erklärung dafür, warum Christus sterben musste; was bedeutet das Trauerspiel der Menschheitsgeschichte für Gott und für Seine Schöpfung außerhalb dieser Erde? — Es wird uns nicht möglich sein, hier alle Fragen zu beantworten, aber vielleicht wird es uns gelingen, das gesamte Geschehen der Ereignisse seit Adam in großen Linien zu skizzieren, sodass es leicht sein dürfte, weitere Einzelheiten selbst einzuordnen und vom gesamten Überblick her zu beantworten.

Wer rühmt sich seiner Erkenntnis? Wer brüstet sich gegen einen Andersdenkenden? Wo die Liebe zu Gott und Seinem Wort uns nicht drängt, Seine Gedanken zu erforschen, wird fleischlicher Hochmut bald jede geistliche Gesinnung zerstören. Auch in dieser Betrachtung wird es unser höchstes Ziel sein, den Christus Gottes zu erkennen. Ihn offenbart uns aber der Vater ausschließlich durch Seinen Geist. Fleischliche Weisheit vermag von Seiner Herrlichkeit auch nicht den leisesten Schimmer zu erahnen. Darum wollen wir uns durch Seinen Geist erleuchtete Augen des Herzens erflehen. Und wo die Liebe Gottes unsere Herzen durchstrahlt, werden auch alle Heiligen, die noch anders “glauben”, sich dennoch gegenseitig lieben und im Geist als gleichberechtigte Mitglieder des einen Körpers Christi anerkennen.

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Autor: Gasser, A. U. | Kategorie(n): Heilsgeschichte, Lehre  |  574 x gelesen

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