Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Vervollständigung des Alls in Christus

Vollständig! Welch ein herrliches Wort! Wir, die wir in einer Welt leben, wo uns alles unvollständig erscheint, können uns das Ausmaß dieses Wortes kaum ganz vorstellen. Selbst wenn wir meinen, einmal etwas für vollständig halten zu können, müssen wir über kurz oder lang doch wieder die Unvollständigkeit erkennen. So lange wie Sünde und Tod herrschen und darin die Beschränktheit der Menschen, gibt es auf Erden nichts, was den Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Das ist für uns oft ein schmerzliches Empfinden. Und wie unvollständig fühlen wir uns in unserem sterbenden Körper mit seiner Schwachheit, in allen seinen Hemmungen und Hindernissen. In allem bedrückt uns die Unvollständigkeit. Und wie erweist sich diese erst in aller Weisheit der Menschen! Jede Generation tadelt die Unvollständigkeit der vorhergehenden. Auch das beste und edelste Streben der Menschen endet immer wieder mit einem Fiasko. Unvollständigkeit, wohin wir auch immer unsere Blicke richten. Der Prediger hat schon recht, wenn er sagt: “Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist Eitelkeit!” (Pred. 1:2). Dieses kleine Buch enthält wohl noch die größte Weisheit. Aber es gehört schon etwas dazu, bis wir diese Weisheit einigermaßen fassen. Wir klammern uns oft zu fest an dem, was zur Eitelkeit und Nichtigkeit gehört. Am liebsten möchten wir meist unsere Augen davor verschließen. Was hier in Kürze gesagt ist, das gilt von der Menschheit im allgemeinen.

Wie ist es aber mit uns, die wir durch Gottes Gnade glauben dürfen? Wenn wir den Blick auf uns selber richten” dann machen wir alle die Erfahrung unserer Unvollständigkeit in dem, was uns Gottes Wort in Röm. 7:7-24 sagt. Wir machen alle die traurige Erfahrung, wie auch in dem besten Bestreben die völlige Unfähigkeit unseres Fleisches dem Gesetz Gottes gegenüber, das heilig, gerecht und gut ist, offenbar wird (Röm. 7:12). Diese Erkenntnis und Erfahrung wirkt sich dann zum Segen für uns aus. Wir erkennen die Macht und den Fluch der Sünde, wenn uns der Geist Gottes dafür die Augen öffnet. Dieser zeigt uns dann den Weg zur Rettung, und diese liegt in dem köstlichsten Wort, das je ein menschliches Ohr erreichen kann: Dieses Wort heißt

Gnade!

In diesem einzigartigen Wort liegt die gesamte Vervollständigung Gottes. Es birgt alles in sich, was Gott uns in Christo geschenkt hat, denn in Ihm wohnt diese Vervollständigung körperlich (Kol. 2:9). Mögen wir den unschätzbaren Wert dieses kostbaren Wortes klar erkennen, denn es ist allgenugsam wie Gott Selber. Gnade ist die aus dem Herzen strömende Liebe Gottes, die sich durch heiligen Geist in unsere Herzen ergießt (Röm. 5:5). Nun dürfen wir von unserer Unvollständigkeit wegblicken und uns der Allgenugsamkeit Gottes erfreuen, wie sie uns in Christo Jesu geschenkt und geoffenbart ist. Diese hat Gott für uns niederlegen lassen in den vom Geist gelehrten Worten in den Paulusbriefen (1. Kor. 2:13). Hier dürfen wir sie lesend und lernend in unsere Herzen aufnehmen (Kol. 1:7) und uns im Glauben aneignen. Da lesen wir Kol. 2:10 die kostbaren Worte: “Ihr seid vervollständigt in Ihm”, in dem die Vervollständigung Gottes körperlich wohnt (V. 9). Jetzt dürfen wir von unserer eigenen Unvollständigkeit wegblicken und hinschauen auf das vollständige Werk, das Gott in Christo für uns vollbracht hat. Das ist Vervollständigung in allerhöchstem Ausmaß. Jetzt sind wir “in Christo Jesu” (Röm. 8:1) und in Ihm im Geiste in die Gegenwart Gottes versetzt (Eph. 2:6). Gott sieht uns jetzt nur in Christo Jesu. Die Gläubigen der gegenwärtigen Verwaltung (Eph. 3:2 und 9) sind die ersten der gesamten Schöpfung, die geistlich zu einer Vervollständigung gelangen. Gott Selber stellt uns da hinein. Wir dürfen uns einmal vor Augen führen, was wir in uns selber waren, und was wir nun in Christo Jesu sind.

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Autor: Sönnichsen, A. | Kategorie(n): Allversöhnung, Heilsgeschichte  |  936 x gelesen

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