Die Reue Gottes
Wenn wir uns mit diesem Thema beschäftigen und für unsere Studien die landläufigen Übersetzungen zu Rate ziehen, geraten wir gar bald in einen Zwiespalt. 1. Samuel 15:29 lesen wir: «Und auch lügt nicht das Vertrauen Israels, und Er bereut nicht; denn nicht ein Mensch ist Er, um zu bereuen» (Elberfeld). An anderen Stellen des Alten Testaments erfahren wir dagegen, dass Er dies oder jenes bereut habe. Bereits in demselben Kapitel des ersten Buches Samuel können wir lesen (V. 11): «Es reut Mich, dass Ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich hinter Mir abgewandt und hat Meine Worte nicht erfüllt.»
Oberflächlich betrachtet, haben wir hier einen Widerspruch vor uns. Doch kann sich Gottes Wort wirklich widersprechen? Sollte Er eine Zusage rückgängig machen, weil die Umstände stärker waren als Er oder Vorgänge eintraten, die Er nicht vorhersehen konnte? Jeder von uns weiß, wie töricht ein solcher Gedanke ist, der nur unvollkommener menschlicher Denkweise entspringen kann. Die Worte in 1. Samuel 15:29 wurden von Samuel zu Saul gesprochen, als dieser versuchte, Gottes Urteilsspruch über seine Sünde durch Bitten rückgängig zu machen. Dieser Ausspruch Samuels bezieht sich also auf die Gerechtigkeit Gottes, der ein einmal gefälltes Urteil nicht zu bereuen braucht, weil Er Sich vielleicht geirrt habe oder ein Urteil doch zu hart ausgefallen ist. Dem Saul sollte hier vor Augen geführt werden, dass Gott streng ist und Sich nicht durch schöne Worte von Seinem Beschluss abbringen lässt. Also nur für die Person des Saul waren diese Worte bestimmt.
Autor: Knoch, Adolph Ernst | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes | 685 x gelesen


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