Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?

Autor: Herbst, Gerhard  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte  |  3,474 x gelesen

»Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen« (Matth. 25, 31).

»Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes, sodass die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm. 8, 19.21).

Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich Katastrophen nie gekannten Ausmaßes weltweit häufen, desto mehr tauchen in den Medien Begriffe wie »Endzeit« und »Apokalypse« auf. Die Welt spürt, dass uns gewaltige Veränderungen und Gefahren bevorstehen. Wenn in jüngster Zeit Christen aus aller Welt nach Jerusalem zogen, um auf dem Ölberg — wie sie meinen — die Wiederkunft Christi aus nächster Nähe zu erleben, dann berichten die Medien, diese Menschen würden dort den Weltuntergang erwarten. Dass Christi Wiederkunft von Menschen, die die Bibel nicht kennen, mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht wird, kann uns nicht verwundern. Leider beruht diese Ansicht aber auf der kirchlichen Lehre (die auch von vielen Freikirchlern übernommen wird), dass Christus am »Jüngsten Tag« zum »Jüngsten Gericht« wiederkommen wird. Beide Begriffe werden mit dem Weltuntergang gleichgesetzt. Damit wird die Wiederkunft Christi auf den »Sankt-Nimmerleins-Tag« verschoben.

Welchen Sinn sollte die Wiederkunft Christi haben, wenn gleichzeitig die Welt — Himmel und Erde — untergeht? Die Schrift bezeugt uns an vielen Stellen, dass Christus in großer Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, um der Welt Frieden und Gerechtigkeit zu bringen. Dann werden sich das Harren der Schöpfung und die Erwartung der Gemeinde und des Volkes Israel erfüllen.

In Haggai 2, 6.8.9 lesen wir: »Noch einmal, eine kleine Weile ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und die Erde, das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen erschüttern und das Ersehnte aller Nationen wird kommen. Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die erste, und an diesem Orte will ich Frieden geben, spricht der Herr der Heerscharen.« — Mit der Wiederkunft Christi endet zwar ein Zeitalter, der gegenwärtige böse Zeitlauf (Gal. 1, 4), ihm folgt aber am Tag des Herrn ein 1000-jähriges Friedensreich auf dieser Erde, das der wiederkommende Christus errichtet und in dem Gerechtigkeit herrscht.

Was bringt Christi Wiederkunft der Welt?

Zunächst wird der wiedergekommene Christus den Thron Davids in Jerusalem besteigen (Luk. 1, 32) und die dann lebenden Völker im Tal Joschafat bei Jerusalem zum Gericht versammeln. Matth. 25, 31: »Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle Engel mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen und vor Ihm werden versammelt werden alle Nationen.« In Joel 4, 2.3 wird uns der Grund für dieses Gericht genannt: »Dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat (das Kidrontal) hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel … Und mein Land haben sie geteilt.« Vers 12: »Dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum (= die Nachbarvölker Israels) zu richten.«

Jerusalem wird von dem wiedergekommenen Christus zur Welthauptstadt und zum Sitz des Internationalen Gerichtshofs gemacht. Micha 2, 2-4: »Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. Und Er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben und sie werden den Krieg nicht mehr lernen. Und sie werden sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken.« — Dann wird sich die Sehnsucht der Völker erfüllt haben, von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht zu werden (Röm. 8, 19). Dies wird möglich sein, weil Satan gebunden und 1000 Jahre im Abgrund (Abyssos) gefangen gehalten wird, damit er die Nationen nicht mehr verführe (Offb. 20, 2.3). Christi Wiederkunft wird also nicht den Weltuntergang, sondern für alle Völker eine 1000-jährige Friedenszeit auf dieser Erde zur Folge haben.

Was bringt die Wiederkunft des Messias Israel?

Sach. 12, 10 sagt uns: »Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über Ihn wehklagen.« Und Jes. 66, 8: »Kann ein Land an einem Tage zur Welt gebracht oder eine Nation mit einem Male geboren werden?« Die Verstockung Israels wird beendet sein, wenn die Vollzahl der Gemeinde aus den Nationen eingegangen sein wird. Und »so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen. Er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden« (Röm. 11, 25.26). Aus Joel 4, 16.17 entnehmen wir: »Der Herr ist eine Zuflucht für Sein Volk und eine Feste für die Kinder Israel. Jerusalem wird heilig sein und Fremde werden es nicht mehr durchziehen.« Und aus Jes. 65, 20-25: »Der Jüngling wird als Hundertjähriger sterben … Gleich den Tagen der Bäume sollen die Tage meines Volkes sein. Wolf und Lamm werden beisammen weiden. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.«

Das gerettete und mit dem Geist Gottes erfüllte Israel wird den Missionsbefehl Jesu in Matth. 28, 19.20 ausführen und alle Nationen zu Jüngern machen. Jahr für Jahr werden die Nationen nach Jerusalem hinaufziehen, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und mit Israel das Laubhüttenfest zu feiern (Sach. 14, 16). — Nach Jesu Verheißung in Matth. 19, 28 werden die 12 Apostel auf 12 Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten. Die Märtyrer der Drangsalszeit, die um des Zeugnisses Jesu willen enthauptet worden waren, weil sie den Antichristen nicht angebetet hatten, werden nach Offb. 20, 5 zu Beginn des Tausendjahrreiches auferstehen und mit Ihm herrschen 1000 Jahre.

Wie verblassen doch die Bedrängnisse, die Israel gegenwärtig innerlich und äußerlich erfährt und die sich noch steigern werden, vor diesen wunderbaren Segensverheißungen, die sich bei der sichtbaren Wiederkunft des Messias erfüllen werden!

Was bringt die Wiederkunft Christi der Gemeinde?

Die Glieder des Leibes Christi warten nicht auf die sichtbare Wiederkunft Christi auf dem Ölberg, sondern auf die Entrückung der Gemeinde in den Lufthimmel gemäß 1. Thess. 4, 13-17 und 1. Kor. 15, 51.52. Beide Ereignisse sind zeitlich und wesensmäßig zu unterscheiden. Zur Entrückung kommt der Herr Seinen Gliedern — für die Welt unsichtbar — bis in den Lufthimmel entgegen. Die auferstandenen Toten in Christus und die lebend verwandelten Gläubigen werden Ihm dorthin entgegengerückt. Dort im Lufthimmel, dem derzeitigen Herrschaftsbereich Satans, vereinigt sich der Christus als das Haupt mit Seinen Gliedern. Ein triumphales Ereignis! Danach wird die Gemeinde vor den Richterstuhl Christi gestellt (2. Kor. 5, 10), empfängt Lob und Lohn (1. Kor. 4, 5), auch Siegeskränze (2. Tim. 4, 8), und wird in ihre zukünftigen Aufgaben eingewiesen. Paulus erwähnt nur zwei in 1. Kor. 6, 2.3: »Wisset ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden, dass wir Engel richten (zurechtbringen) werden?« Dann werden wir allezeit bei dem Herrn sein (1. Thess. 4, 17) und bei Seiner sichtbaren Wiederkunft mit Ihm auf die Erde zurückkehren (1. Thess. 3, 13; Sach. 14, 5). — Die Entrückung ist das nächste Ereignis, das die Gemeinde zu erwarten hat. Es ist an keine äußeren Voraussetzungen gebunden. Maranatha! (Unser Herr, komm!)

Wann kommt der »Weltuntergang«?

In Mark. 13, 31 kündigt der Herr an: »Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.« Petrus sagt in 2. Petr. 3, 7: »Die jetzigen Himmel aber und die Erde sind durch Sein Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben auf den Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.« Dieses Gericht wird stattfinden, nachdem Satan am Ende des 1000-jährigen Friedensreiches noch einmal losgelassen wird, um die Menschen zum großen Krieg von Gog und Magog zu verführen (Offb. 20, 7). — Doch Gott lässt Seine Schöpfung nicht im Nichts versinken. Er hat versprochen: »Siehe, ich mache alles neu.« Er schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Auf sie wird das neue Jerusalem herabkommen. Auf der neuen Erde wird der Tod nicht mehr sein noch Trauer, Geschrei und Schmerz. Gott selbst wird bei den Menschen wohnen (Offb. 21, 1-5). Dann wird das Ziel der Wege Gottes erreicht sein, »alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist, in Ihm« (Eph. 1, 10). Die Wiederkunft Christi öffnet den Weg zu ungeahntem Segen und Herrlichkeit für die ganze Schöpfung.

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 1/2010; Paulus-Verlag, Heilbronn)

Bisher gibt es 5 Kommentare zu “Hat Christi Wiederkunft etwas mit dem Weltuntergang zu tun?”

  1. 1 Epidophekles (Sonntag, 07. März 2010; 21:53): 

    Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden erstehen.
    Es geht auch um ein himmlisches Jerusalem.
    Und das Volk Gottes ist das jenige, das Jesus als Erlöser und Heiland angenommen hat.

    Offenbarung 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr.

    2 Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. 4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

    5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß! 6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! 7 Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

    In jedem Herzen soll die Stadt Gottes erbaut werden

    Mit einem freundlichen Gruss von Epidophekles

  2. 2 manfred oppdehipt (Montag, 23. Mai 2011; 09:31): 

    Es ist erstaunlich, wieviel Energie der Gläubige für eine Vorhersage des Zeitpunkts der Apokalypse aufwändet. Dabei verstehe ich, dass sich der Gläubige darüber gar keine Gedanken machen braucht sondern so leben soll als wäre die Apokalypse morgen. Überhaupt sollte der Mensch sich seiner Endlichkeit bewußt sein.

  3. 3 Krafzik. J. (Dienstag, 31. Mai 2011; 04:14): 

    @manfred oppdehipt: Nur zum besseren Verständnis: Wen meinen Sie mit Ihrem Kommentar?

  4. 4 manfred oppdehipt (Mittwoch, 15. Juni 2011; 22:03): 

    Allgemein meine ich die Christen, die ihre Energie darauf verschwenden, die Apokalypse “entziffern” und ihre zeitliche Nähe verkünden. Es ist, m.E., völlig überflüssig da man so leben sollte als ob die Apokalypse jederzeit eintreten wird.

  5. 5 Monika Schmid-Gold (Sonntag, 06. Mai 2012; 17:22): 

    Jesaja 2:2 Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jahwes feststehen auf dem Gipfel der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen.
    Jesaja: 2:3 Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jahwes, zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und das Wort Jahwes von Jerusalem;
    Jesaja2:4 und er wird richten zwischen den Nationen und Recht sprechen vielen Völkern. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.

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