Laßt uns nie vergessen, daß immer der Fleischgeborene den
Geistgeborenen lästert und verfolgt, und nie umgekehrt (Gal. 4,29).


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der einzige, allein wahre Gott, Sein Sohn und Seine Söhne

Autor: Herbst, Gerhard  |  Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Kirchentum, Religionen, Zeitgeist  |  809 x gelesen

»Ich bin Jahweh, und es ist sonst kein Gott außer Mir. Ein gerechter und rettender Gott ist keiner außer Mir … Ich bin Gott und keiner sonst.« — »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser … Außer Mir ist kein Gott« (Jes. 45, 21.22; 44, 6).

Je näher wir der letzten Zeit des Endes kommen, desto mehr vermischen sich Politik und Religion. Schon vor mehr als 50 Jahren hat Friedrich Malessa vorausgesehen, dass am Ende eine zuvor entstandene Welteinheitsreligion Wegbereiter für eine Welteinheitsregierung sein wird. Einerseits wenden sich die Menschen — insbesondere im europäischen Raum — immer mehr vom inspirierten Wort der Bibel ab, andererseits werden sie immer religiöser. Der Ruf nach dem Dialog mit und unter den Weltreligionen wird immer lauter. Man sucht gemeinsame »Werte« und Ziele herauszufinden, Trennendes zu beseitigen und Toleranz zu üben. Das größte Hindernis für diese Einheitsbestrebungen ist der »Alleinvertretungsanspruch« Jesu: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh. 14, 6).

Darum haben im Sommer 2006 namhafte protestantische Theologen in einem Aufruf, der von prominenten Persönlichkeiten mit unterzeichnet wurde, die Christen aufgefordert, »endlich den Alleinvertretungsanspruch Gottes aufzugeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einzureihen« (Topic 6/06). Es ist auffallend, dass die Aufforderungen zur Toleranz gegenüber anderen Religionen einseitig von »Christen« an »Christen« gerichtet werden, während z. B. der Islam nicht daran denkt, seinen Anspruch, die ganze Welt dem Koran zu unterwerfen, aufzugeben und gegenüber dem Gott der Bibel Toleranz zu üben. Mit der Leugnung der Erlösungstat Jesu, des Sohnes Gottes, am Kreuz von Golgatha und der Herabstufung Jesu lediglich zum Propheten, als den Ihn auch der Koran anerkennt, wird die Grundlage der christlichen Botschaft und des Glaubens zerstört (1. Kor. 15, 14-19) und das Christentum zu einer der vielen Religionen degradiert.

Die Bibel bezeugt an vielen Stellen, weshalb Gott Seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat. Zum Beispiel Joh. 3, 17: »Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf dass Er die Welt richte, sondern auf dass die Welt durch Ihn errettet werde.« Joh. 18, 37: »Ich bin dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.« Joh. 10, 17.18: »Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.« Seine Bereitschaft, einmal als Mensch Sein Leben freiwillig für die Sünden der Welt zu opfern, hat der Sohn Gottes gegenüber Seinem Vater schon erklärt, bevor es Himmel und Erde und Menschen gab (1. Petr. 1, 20). Seine vorweltliche Herrlichkeit begann, als der Vater ausrief: »Mein Sohn bist Du. Heute habe Ich Dich gezeugt« (Psalm 2, 7). Jesus bezeugt Seine vorweltliche Herrlichkeit selbst in Joh. 17, 5: »Nun verherrliche Du, Vater, mich bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte, ehe der Kosmos war.« In diesem Herrlichkeitszustand hat der Sohn den ganzen Kosmos geschaffen. »Alle Dinge (ta panta) sind durch Ihn und für Ihn geschaffen. Und Er ist vor allen, und alle Dinge bestehen zusammen durch Ihn« (Kol. 1, 16.17). Diese Herrlichkeitsstellung verließ der Sohn, nahm menschliche Knechtsgestalt an und erniedrigte sich selbst bis zum Tode am Kreuz. Darum hat Ihn auch Gott, der Vater, über alle Maßen erhöht und Ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen erhaben ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne: »Herr (Kyrios) ist Jesus Christus« zur Verherrlichung Gottes, des Vaters (Phil. 2, 8-11).

Den Anspruch, der einzige allein wahre Gott zu sein, hat Gott dadurch unter Beweis gestellt, dass Er einen Sohn zeugte, Ihn als Mensch über die Erde gehen ließ, um durch die Hingabe Seines Lebens die Welt von Sünde und Schuld zu erlösen. Alle Religionen der Welt fordern von ihren Anhängern eigene Anstrengungen, um die Gottheit zufriedenzustellen. Das Volk Israel wurde von Gott immer wieder gewarnt, sich von den »Göttern der Nationen« verführen zu lassen (5. Mose 12, 2). In 2. Chron. 32, 19 bezeichnet Er diese als Machwerk von Menschenhänden. In Jer. 10, 11 kündigt Er an: »Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, die werden verschwinden von der Erde.« In 5. Mose 12, 30 lesen wir: »Alles, was für Jahweh ein Gräuel ist, den Er hasst, haben die Nationen ihren Göttern getan. Sogar ihre Söhne und Töchter haben sie ihren Göttern mit Feuer verbrannt.« Wir dürfen hierbei heute auch an die jungen Selbstmordattentäter denken, denen, nachdem sie viele Menschen mit sich in den Tod gerissen haben, der sofortige Einzug in das »Paradies« versprochen wird. Verstehen können wir das alles nur, wenn wir bedenken, dass die Götter der Nationen in diesem Äon unter der Macht des »Fürsten der Gewalt der Luft« stehen (Eph. 2, 2). Dieser Einfluss wird so lange anhalten, bis Satan bei der Wiederkunft des Messias für 1000 Jahre im Abgrund gebunden wird, damit er die Nationen nicht mehr verführe (Offb. 20, 2.3).

Die Lösung des uralten Konfliktes zwischen Isaak und Ismael, zwischen Juden und Moslems, wird erst der wiedergekommene Messias fertigbringen, wenn Er Sein Friedensreich in Jerusalem errichtet hat. Noch können wir es uns schwer vorstellen, wie die Verheißungen in Jesaja 19, 18-25 wahr werden: »An jenem Tage werden fünf Städte in Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und bei Jahweh schwören werden … Und Jahweh wird die Ägypter schlagen und heilen. Und sie werden sich zu Jahweh wenden. Er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen … Und die Ägypter werden mit den Syrern Jahweh dienen … An jenem Tage wird Israel das dritte sein mit Ägypten und Syrien, ein Segen inmitten der Erde.«

Der Sohn des einzigen, allein wahren Gottes sagt von sich: »Ich bin Jahweh, der König Israels und sein Erlöser« (Jes. 44, 6). Dieser ist derselbe, den Paulus in Eph. 1, 22.23 als das Haupt der Gemeinde bezeichnet, die Sein Leib ist, die Vervollständigung dessen, der alles in allem erfüllt. Nur wahre Christen und gläubige Juden können einen fruchtbaren Dialog führen, weil sie an denselben Gott glauben. Der Dialog mit und unter den Weltreligionen unter Leugnung der Gottessohnschaft Jesu und Seines Erlösungswerkes führt ins Antichristentum.

Wenn sich Christus, das Haupt, bei der Entrückung mit den Gliedern Seines Leibes vereinigt hat und danach mit Seiner Braut, dem erlösten Israel, zur Hochzeit des Lammes eingeht (Offb. 19, 7), werden beide — die Gemeinde und Israel — zusammen mit dem Christus und Messias die Vollendungsaufgaben durchführen.

Die Glieder des Leibes Christi, die durch den Geist Gottes geleitet werden, werden Söhne Gottes genannt. In dem Geist der Sohnschaft können sie rufen: Abba, Vater! Als Söhne Gottes sind sie auch Erben Gottes und Miterben Christi (Röm. 8, 15-17). Wenn Christus geoffenbart werden wird, dann werden auch die Söhne mit Ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit (Kol. 3, 4). Die ganze Schöpfung ist von tiefer Sehnsucht erfüllt: Gespannt, wie mit erhobenem, vorgestrecktem Kopf, erwartet sie das Offenbarwerden der Söhne Gottes (Röm. 8, 19). Das ist fürwahr »Hoffnung für alle«!

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 4/2007; Paulus-Verlag, Heilbronn)

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