In Ihm war das Leben!
Autor: Geyer, Karl | Kategorie(n): Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes, Glaubensleben & Wandel | 484 x gelesenGott hat allein Unsterblichkeit (1. Tim. 6, 16). Durch die Zeugung des Sohnes entstand dieser aus dem gleichen Leben und trägt dieses in sich selbst. Der Vater hat dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst (Joh. 5, 26). In Ihm war das Leben (Joh. 1, 4). Außer dem Vater und dem Sohne hat kein erschaffenes Wesen von sich aus dieses Leben. Dem Geschöpf kann es nur durch die Zeugung von oben vermittelt werden. Wer den Sohn aufnimmt, hat damit das Leben des Sohnes Gottes und damit auch das Leben des Vatergottes selbst empfangen (Joh. 1, 12; 1. Joh. 5, 11.12).
Alles in Ihm war Leben! Keine Sünde hemmte die Entfaltung des vollen Gotteslebens. Darum waren auch die Worte, die der Sohn redete, nicht leere Menschenworte, sondern Geist und Leben (Joh. 6, 63). Wenn Er sprach, so geschah es, und wenn Er gebot, so stand es da. Von Seinem Leibe flossen Ströme lebendigen Wassers. Redete Er nur ein Wort, so kam ein Lazarus aus dem Grabe hervor oder ein Jüngling zu Nain stieg aus dem Sarge oder ein Töchterlein des Jairus stand vom Totenbett auf oder ein kranker Mensch, der 38 Jahre gelegen hatte, nahm seine Matte, auf der er lag, und ging gesund davon. — Wind und See gehorchten Ihm, dem Gottes- und Menschensohn, und wurden stille auf Sein Wort. Durch Seinen Segensspruch mehrten sich die wenigen Brote zu reicher Speise für 5000 Männer, dazu die Frauen und Kinder.
Gott hat aber auch allen denen, die aus Ihm geboren sind (Joh. 1, 12.13), das gleiche Leben gegeben, wie dem Erstgeborenen der Brüder (1. Joh. 5, 11-13). Sie sind Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4) und damit göttlichen Geschlechts (Apg. 17, 29; wörtlich: Gottes Geschlecht). Ja, der Sohn selbst nennt sie in Joh. 10, 34-36 “Götter” (vergl. auch Joh. 17, 16).
Das ist mehr, als je ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat, oder was in eines Menschen Herz gekommen ist! Der Vater hat Sein eigenes Gottesleben in uns ergossen. Er ergoß Seinen Heiligen Geist in uns. Dadurch wurden wir Teilhaber der Gottnatur.
Wohl tragen wir diesen Schatz noch in irdenen Gefäßen, aber er kann ja gar nicht in uns verborgen bleiben. Wer den Heiligen Geist empfing, von dessen Leib sollen Ströme lebendigen Wassers fließen (Joh. 7, 38.39). Dies war vor der Himmelfahrt und Verherrlichung des Sohnes noch nicht möglich, wie vorstehend genannte Stelle ausdrücklich sagt. Nachdem aber der Sohn zur Rechten des Vaters erhöht war und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hatte, goß Er Ihn aus. Und seitdem ist das gleiche überfließende Leben auch in uns, und von unserem Leibe sollen Ströme lebendigen Wassers fließen (Apg. 2, 33).
Fließen bei uns diese Ströme? — Oder ist der Heilige Geist bei uns in Seiner Wirksamkeit gehemmt, weil wir ungehorsam gegen Seine Leitung sind und Ihn daher betrüben und dämpfen?
Welch ein Schmerz für das Herz Gottes, so viele Kinder zu haben, die zweifellos aus Ihm gezeugt und geboren sind (gemäß Joh. 5, 24; 1. Joh. 5, 1; 1. Joh. 4, 15 u. a.), aber nur ein gehemmtes Leben führen, in dem sich nicht die Übermacht der Gnade entfalten kann, so daß sie nicht königlich herrschen im Leben (Röm. 5, 17) und nicht weit überwinden durch den, der uns liebt!
Dann ist unser Leben kein Triumphzug für Ihn, sondern ein Trauerspiel ohnegleichen für Engel und Menschen. Wir reden vom Leben, aber die Welt sieht kein Leben an uns. Sie hört unsere Worte, und diese oft mehr als genug, aber sie verspürt keine Kraft dahinter. Wir reden vom Leben und leben es nicht!
Wo bleibt da die Königsherrschaft der Glaubenden, die doch königlich herrschen sollen im Leben durch die Übermacht der Gnade? — Wo ist das überströmende Leben der Leibesglieder des Christus? — Wo ist lebendige Gemeinde? — Sie soll doch als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit dastehen, d. h. das Wesenhafte auch wesenhaft darstellen und in der Sichtbarkeit verwirklichen, was unsichtbar in ihr wohnt und lebt?
Statt dessen streiten wir um selbstgemachte Begriffe, bilden Schlagwörter und halten Reden in den Wind. Die Lehrsatztechniker und Dogmenkonstrukteure aller Systeme, anfangend von den Riesenorganisationen der Weltkirchen bis herunter zu den kleinsten Winkel-Sekten, haben aus dem Leben im Geist eine Lehre in Worten gemacht und diese in einige hohle Formeln und leere Formen geprägt. Sie haben eine Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen aber sollen wir uns auf Befehl des Herrn der Gemeinde wegwenden (2. Tim. 3, 5).
Seinem echten Kinde im Glauben aber, Seinem geistlichen Sohn Timotheus, schreibt Paulus in 1. Tim. 6, 12: “Du aber ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen worden bist!” D. h. lebe das dir geschenkte Gottesleben aus in seiner ganzen Gottesfülle (Eph. 3, 19). Rede nicht nur davon! Lebe es aus!
Leben will gelebt sein, nicht nur gelehrt! Liebe will sich auslieben, nicht nur in Worten beschrieben sein!
Darum laßt uns das wahre Leben ergreifen und es in der Kraft des Geistes und in der Macht der Liebe Christi ausleben und darstellen!
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 2/1955; Paulus-Verlag, Heilbronn)


Jeden Sonntag ab 10:00 Uhr von der 
ZU: In Ihm war das Leben!
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Seinem echten Kinde im Glauben aber, Seinem geistlichen Sohn Timotheus, schreibt Paulus in 1. Tim. 6, 12: “Du aber ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen morden bist!”
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Bitte den Tippfehler ausbessern: morden bist!”
(worden bist!)
liebe Grüße - Wolfgang
Danke für den Hinweis! Fehler ist nun korrigiert. Herzliche Segensgrüße!