Womit beginnt die Endzeit?
Autor: Ludwig, Rudolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Entrückung, Gemeinde, Israel | 549 x gelesen(Gekürzte Fassung einer biblischen Betrachtung)
Nach unserer Auffassung ist der Zeitpunkt der Entrückung zugleich auch der Beginn der Endzeit. Es geht uns hierbei nicht um Berechnungen irgendwelcher Art, sondern um Feststellung bedingter (relativer) Zeitmerkmale, das heißt, wenn das eine geschieht, dann geschieht das andere … Die Schrift bietet uns mehrere solcher relativer Zeitpunkte, die alle auf denselben Punkt treffen: den des Überganges vom Gemeindehaushalt der Jetztzeit zum künftigen Reichshaushalt der Endzeit, anders ausgedrückt: von der Gnadenzeit zur Gerichtszeit. Wir nennen im folgenden vier solcher bedingter Zeitmerkmale. Die Endzeit beginnt
- mit dem Ertönen der Gottesposaune und der Entrückung der Gemeinde;
- mit dem Verlassen des Himmels durch den Herrn und der beginnenden religiösen Wiederherstellung Israels;
- mit dem Wiederaufbau der verfallenen Hütte Davids = mit der politischen Wiederherstellung Israels;
- mit dem Aufheben der Verstockung Israels nach dem Eingehen der Nationen-Fülle (= Entrückung der Gemeinde) bzw. dem Aushauen der wilden Zweige des Ölbaums.
In diesen Feststellungen liegen zugleich die biblischen Beweise dafür, daß die Gemeinde mit der letzten Zeit nichts zu tun hat, vielmehr vorher entrückt wird, sowie weiter auch, daß die letzte Zeit noch nicht begonnen hat.
1. Das Ertönen der Gottesposaune und die Entrückung der Gemeinde
Den Ausgangspunkt hierzu sollen zwei Stellen bilden:
1. Thess. 4, 16: “Der Herr selbst wird beim Aufruf, (nämlich:) mit Erzengelstimme und mit Gottesposaune, herabfahren vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst; alsdann wir, die da leben, die da übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen entrückt werden …”
1. Kor. 15, 51.52: “Siehe, ein Geheimnis sage ich euch: Alle (zwar) werden wir nicht entschlafen, (aber) alle werden wir verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblinken, bei der letzten Posaune; denn es wird posaunen, und die Toten werden erweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.”
Die beiden Stellen sagen uns, daß die Entrückung beim Aufruf, der Erzengelstimme und der Gottesposaune (nach der Thessalonicherstelle), bei der letzten Posaune (nach der 1. Kor.-Stelle) erfolgen wird. Wenn also der Aufruf, die Erzengelstimme, die Gottesposaune bzw. die letzte Posaune ertönt, dann geschieht die Entrückung. Da entsteht nun die Frage, was es mit dem Aufruf, der Stimme und der Posaune für eine Bewandtnis hat. So fing ich an, die Bedeutung der drei Worte im hebräischen und griechischen AT systematisch zu untersuchen, und da zeigte es sich, daß die betreffenden Worte Bezeichnungen für den Beginn der letzten Zeit sind, das Signal für den Beginn der Endzeit, des Herrntages. Somit fiele also das Herabfahren des Herrn Jesus zur Einholung Seiner Ekklesia mit dem Beginn der Endzeit zeitlich zusammen, es ist ein Zeitpunkt: auf der einen Seite das Ende der Gnadenzeit, auf der andern der Anfang der Gerichtszeit. Die Signale aber gelten nach meiner Auffassung Israel!
Zunächst einleitend einiges über die sogenannte letzte Zeit.
Wir verstehen hierunter den Zeitraum der Offb. von Kap. 6 bis zum Kommen des Herrn zur Erde in Kap. 19. Die letzte Zeit oder Endzeit (eschatos = das Äußerste, Letzte) ist die Zeit der Entscheidung zwischen Gut und Böse, zwischen Christus und Satan. Es ist die Zeit des Abschlusses dieses Äons, des Vollendens und Erfüllens, Ausrichtens und Zum-Ziele-Führens durch den Christus Jesus. Von Paulus sowohl als auch von Johannes wird diese letzte Zeit auch als “Herrntag” (ohne Artikel) bezeichnet (1. Thess. 5, 2; Offb. 1, 10).
Wie nun die letzte Zeit ein zeitliches Ende haben wird, so hat sie natürlich auch einen Anfang, wo also Gott beginnt, mit dem Volk Israel wieder in spürbare und sichtbare Verbindung zu treten, nachdem Er das während der ganzen Zeit des Gemeindehaushalts nicht getan hat. Von diesem Anfang soll nun hier die Rede sein. —
Unsere Ausgangsstelle (1. Thess. 4, 16) lautet wörtlich:
“Er selbst, der Herr, wird beim Aufruf, gleichzeitig mit einer Erzengelstimme und mit einer Posaune Gottes herabfahren vom Himmel …”
Das Herabfahren oder Herabsteigen vom Himmel wird in der Schrift besonders da gebraucht, wo es sich um ein Herabfahren aus dem Himmel zur Erde handelt; es bedeutet zugleich: sich zu wichtigen Handlungen entschließen. So fährt Gott in 1. Mose 11, 5.7 nieder zum Turm Babel; 2. Mose 3, 8, um Israel aus Ägypten zu retten; 2. Mose 19, 11.20 auf den Berg Sinai mit Posaunenschall (V. 16); Eph. 4, 9.10 gebraucht es Paulus in bezug auf den Herrn, die Offenbarung zehnmal in bezug auf verschiedene Engel und das neue Jerusalem. Das Wort hat einen göttlich-amtlichen Charakter. Das Herabfahren des Herrn vom Himmel ist auch gleichsam das überraschende Einbrechen des “Diebes” (z. B. 1. Thess. 5, 2.4).
Was nun das Grammatische unseres Verses betrifft, so habe ich aus verschiedenen wissenschaftlichen Textuntersuchungen etwas für unsere Untersuchung Wichtiges festgestellt: Der “Aufruf” ist nur die Vorausnahme von Stimme und Posaune; anders ausgedrückt: “Stimme” und “Posaune” sind nur Appositionen, d. h. erklärende und erläuternde Näherbezeichnungen des Aufrufs; sie sollen nur angeben, wie und wodurch der Aufruf vermittelt bzw. ausgeführt wird.
Nach alledem wäre zu übersetzen: “Denn Er selbst, der Herr, wird beim Aufruf (durch Erzengelstimme mittels Gottesposaune) herabfahren vom Himmel.”
Sehen wir uns nun die drei Begriffe Aufruf, Stimme und Posaune näher nach ihrem biblischen Gebrauch an:
“Keleusma” = Aufruf, Weckruf erscheint bei Paulus nur hier; nach den Wörterbüchern besagt es: Befehl, Gebot, Geheiß, Ruf, Zuruf, Aufruf. So kann es z. B. auf dem Schiffe für die Ruderer das Zeichen zum Beginn des Ruderns sein, oder ein Signal für die Trompeter, den Kriegsruf erschallen zu lassen, den Ruf zum Sammeln zu geben.
Im Alten Testament kommt das entsprechende hebr. Wort (nach Delitzsch) oft vor und bedeutet dort z. B. (nach Gesenius): Jubelgeschrei, Kriegsgeschrei, Posaunenschall, Lärmblasen zum Aufbruch des Lagers.
Das Wort hat also durchaus alttestamentliche Prägung und Bedeutung, während es sonst von Paulus nie gebraucht, also auf die Gemeinde selbst gar nicht angewendet wird.
Desweiteren ist in unserer Ausgangsstelle von der Stimme eines Erzengels die Rede. “Engel” bedeutet soviel wie: Verkündiger, Botschafter, Gesandter, und zwar Gesandter Gottes. Es ist meist ein Geistwesen, kann aber auch ein Mensch, ein Prophet sein, also “ein Mittelswesen, das vom Lenker der Gottesreichgeschichte zum direkten Eingreifen in dieselbe entsandt wird” (nach Dr. König). Nun haben wir es aber in unserem Text mit einem Erzengel zu tun. Diese Vorsilbe (griech. archi) bezeichnet den Ersten oder Obersten und weist hier auf Amt und Würde unter den Engeln hin. Der Bibelkenner weiß, daß es Rang- und Artklassen unter den Geistwesen gibt, so Cherubim, Seraphim, Ophanim, dann Erzengel, Wächter u. a. Die alte Überlieferung kennt sieben Erzengel: Michael “Wer ist wie Gott?” (Dan. 10, 13.21; 12, 1; Jud. 9; Offb. 12, 7); Gabriel = “Mann Gottes” (Dan. 8, 16; 9, 21; Luk. 1, 26); Raphael = “Gott heilt” (Tob. 3, 17.25); Uriel = “Mein Licht ist Gott” (Buch Henoch 9, 1; 4. Esra 4, 1); Jeremiel (4. Esra 4, 36; Eliasapokalypse); Rammael (Baruchapokalypse 55, 3; 63, 6) und als siebenter Satanael (Henoch 18, 3; 31, 4), später der Satan, d. h. der Widersacher der Menschen vor Gott.
In unserer Thessalonicherstelle dürfte es sich um den Erzengel Michael handeln, was aus Jud. 9 und Offb. 12, 7, besonders aber aus Dan. 10, 13 und 12, 1 zu schließen ist, wonach sich Michael in der Zeit des Endes zu Israels Gunsten erheben soll.
Die “Stimme” des Erzengels ist ein Laut, Ruf oder Schall, keine Belehrung in Worten, sondern mehr ein Zeichen oder Signal. Das Wort kommt bei Paulus 6-mal vor, ferner in den Evangelien und der Apg., am häufigsten aber (54-mal) in der Offenbarung. In der letzten Zeit werden also nicht mehr viele Worte gemacht, da herrschen vielmehr “Stimmen” vor, wie ja auch in der Offb. allein 76-mal Engel erwähnt werden!
Schließlich wird in 1. Thess. 4, 16 die Gottesposaune erwähnt. Die Posaune oder auch das Horn war für das Volk Israel ein Signalinstrument mit einem dumpfen und weittragenden Tone. Die Posaunensignale dienten nach dem AT z. B. zur Ankündigung und Warnung vor Gefahren, zum Alarm und zur Sammlung zum Kriege, als Zeichen der Thronbesteigung des Königs, zur Ankündigung heiliger Zeiten (z. B. der Halljahre) und zum Aufbruch des Lagers. Beim Blasen der Posaune sollte Jahwe Seines Volkes und des Opfers Abrahams (des Sühnewidders) gedenken und dessen Ankläger im Himmel verstummen lassen; ein Widderhorn (Lamm!) war es, das seinen Ton erschallen ließ!
In unserem Text ist nun von einer Gottesposaune die Rede, das ist eine Posaune, die nur im Dienste Gottes gebraucht wird und ihre besondere Bedeutung hat. Wir finden sie in 2. Mose Kap. 19 und 20! Da wird dreimal vom Schall oder der Stimme einer von Gott ausgehenden Posaune gesprochen (19, 16.19; 20, 18). Sie diente zur Ankündigung der direkten Offenbarung Gottes, der das Volk versammeln ließ, um in eine Bundesgemeinschaft mit ihm zu treten. (Man vergleiche ferner: Joel 2, 11; Jes. 27, 13; Hes. 7, 14; Zeph. 1, 14.16; Sach. 9, 14.)
Auch in der alten hebräischen Überlieferung ist die Posaune als das Zeichen der letzten Zeit wohlbekannt. Und als dem Johannes auf Patmos im Geiste alles Nähere über die letzte Zeit, den Herrntag, offenbart wurde, berichtet er (Offb. 1, 10): “Ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie einer Posaune”.
Aus alledem ergibt sich: Der Anbruch der Endzeit wird durch die Posaune angekündigt!
Wir haben nun gesehen, daß es bei den drei verschiedenen Begriffen Aufruf, Stimme und Posaune in Wirklichkeit nur um einen Begriff geht: um die Posaune, wie auch Paulus in unserer zweiten Ausgangsstelle, 1. Kor. 15, 51.52, lediglich von der Posaune spricht. Diese Gottesposaune aber hat die Bedeutung eines Signals, Weckrufs oder Aufrufs, und zwar an das Volk Israel. Seit den Zeiten der Propheten war diesem Volke diese Posaune und ihre besondere Aufgabe wohlbekannt, es wurde sogar seit der Zerstreuung von gläubigen Israeliten um ihr Erscheinen gebetet. Auch Paulus wußte das alles. Die Gemeinde wird beim Ertönen dieser Posaune sofort hinweggerafft werden von der Erde hinweg zum Herrn in den Himmel, während die Posaune auf der Erde gehört werden soll und wird. Uns wird in den beiden paulinischen Stellen lediglich gesagt, daß die Ekklesia bei oder gleichzeitig mit der Gottesposaune, also bei Beginn der Endzeit, auferweckt, verwandelt und entrückt werden soll. Das meint das Herrenwort in 1. Thess. 4 und das Geheimnis von 1. Kor. 15, 51. Es ist eine relative, bedingte Zeitbestimmung.
Wir müssen auch berücksichtigen, daß mit der Entrückung die Zeit der Gnade vorbei ist und dann kein Mensch mehr nach dem paulinischen Evangelium gerettet werden kann. Da sich die Gemeinde unmittelbar nach dem Ertönen der Posaune nicht mehr auf Erden befindet, muß auch der Aufruf einer anderen gottgerichteten Gemeinschaft gelten, und das kann nur Israel sein. Wie die Gemeinde auf ihre Entrückung wartete, so wird ständig ein Überrest Israels auf die Endposaune Michaels warten und damit auf die dann bald bevorstehende Aufrichtung des tausendjährigen Gottesreiches auf Erden.
Somit hätten wir einen ersten relativen Zeitpunkt der Entrückung und des Beginns der letzten Zeit. Wenn die Gemeinde entrückt wird, erfolgt gleichzeitig der Aufruf an Israel, nämlich das Ertönen der Gottesposaune: es beginnt die letzte Zeit. Oder umgekehrt: Beim Ertönen der Gottesposaune, beim Beginn der letzten Zeit, erfolgt gleichzeitig die Entrückung. Beides fällt auf einen Zeitpunkt.
2. Das Verlassen des Himmels durch den Herrn und die beginnende religiöse Wiederherstellung Israels
Aus dem Abschnitt Apg. 3, 19-26 (der ausschließlich das Volk Israel betrifft) entnehmen wir hier die folgenden Worte:
“Christus Jesus, welchen freilich der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von Allem, von welchem Gott redete durch den Mund Seiner heiligen Propheten vom Äon her.”
Christus mußte vom Himmel aufgenommen werden. Denn nach der Ablehnung und Tötung des Christus durch Sein Volk, zu dem allein Er gesandt war, und nach der weiteren Ablehnung des nochmals von den 12 Jüngern angebotenen Reiches durch dasselbe Volk war dieses reif zum Gericht. Der Herr konnte nun nur noch als Richter wieder zu dem Volke kommen, wie das in der letzten Zeit ja auch geschehen wird. — Gott hat dafür eine Zwischenzeit eingeschaltet, in der die “Fülle der Heiden” herausgerufen werden soll, das Geheimnis verwirklicht werden soll, das Er schon vor den Äonen bei sich beschlossen hatte. Solange diese Zwischenzeit anhält, solange muß Christus vom Vater zurückgehalten werden, und solange ist auch das Volk Israel beiseitegestellt und zum Warten verurteilt. Sobald aber dieses Geheimnis erfüllt, d. h. Christus als Haupt mit Seinen Gliedern vereinigt ist, hat der dann erst vollkommene Christus Handlungsfreiheit Israel gegenüber.
Christus wird im Himmel zurückgehalten — bis zu den Zeiten der Wiederherstellung, Zurückberufung, Wiedereinsetzung (Israels) in den vorigen Stand.
Diese Wiederherstellung erfolgt in zwei Abschnitten. Der erste Abschnitt beginnt am Anfang der letzten Zeit, beim Posaunen-Aufruf, also mit der unsichtbaren Parusie des Herrn; — der zweite am Ende der letzten Zeit bei der sichtbaren Erscheinung (Epiphanie) des Herrn (Offb. 19, 11; Matth. 24, 30.31). — Im ersten Teil kommt Israel nur teilweise und zeitweise, im zweiten aber vollständig und endgültig zur Wiederherstellung.
Für uns kommt in unserem Zusammenhang nur der erste Abschnitt, die teilweise oder vorläufige Wiederherstellung in Frage, die am Anfang der letzten Zeit liegt. Auch sie geschieht wiederum in einigen Etappen, die uns deutlich die Weissagung über die Totengebeine in Hes. 37, 1-14 zeigt:
- die Sammlung Israels, die persönliche äußere Wiederherstellung;
- die Geistesausgießung, die persönliche innere (religiöse) Wiederherstellung: “Da kam Lebensgeist in sie …” ;
- dazu kommt noch als drittes eine behelfsmäßige staatliche (politische) Wiederherstellung, von der aber erst im nächsten Teil des Themas die Rede ist.
Die erste Wiederherstellung Israels wird aber nur vorübergehend sein; sie fällt, wie gesagt, in den Anfang der letzten Zeit, die erste Hälfte des Herrntages. Anschließend wird dann die heilige Stadt von den Heiden 42 Monate lang wieder zertreten werden (Offb. 11, 2). Somit hätten wir die für unser Thema in Frage kommenden “Zeiten der Wiederherstellung”.
Mit den Worten “bis zu” wird das Ziel angegeben, also das Ende des Verweilens oder Wartens des Herrn im Himmel. Wenn das Ende der Wartezeit gekommen ist, wird Er den Himmel verlassen. Damit ist der Anfang der letzten Zeit gekommen und das — Ende der Gemeindezeit.
Die Zeit der ersten Wiederherstellung Israels wird zugleich die Zeit der beiden Zeugen (Offb. 11) sein, deren einer Elias sein wird. “Elias kommt und wird alles wiederherstellen” (Matth. 17, 11; Mark. 9, 12; Mal. 3, 1; 4, 4-6; Offb. 11, 3ff.). Er wird das Herz von Vätern zu den Kindern und das Herz von Kindern zu ihren Vätern zurückkehren lassen, d. h. die dann lebende Generation mit den Überzeugungen der Vorväter in Einklang zu bringen versuchen. — Sirach 48, 10 heißt es: “Du (Elias) bist bestimmt, wie geschrieben steht, auf die bestimmte Zeit, den Zorn des Herrn zu beschwichtigen (hinzuhalten), bevor er noch entbrennt, um zu versöhnen die Söhne mit den Vätern und wiederherzustellen Jakobs Stämme.”
Die Frucht der Tätigkeit der beiden Zeugen wird sein: die 144.000 aus Israel (Offb. 7, 3ff.) und die große Menge aus allen Völkern (Offb. 7, 9ff.). Nach Br. Knoch soll zwar diese große Menge auch nur aus Israeliten bestehen. Dem kann ich aber nicht zustimmen. Wie man in der Gemeindezeit auf den Fehler verfiel, alles Gute in der Schrift nur auf die Gemeinde zu beziehen, so darf man andererseits aber auch nicht den Fehler machen, in bezug auf die Endzeit alles Gute nur auf Israel zu beziehen. In der letzten Zeit werden doch auch Menschen aus den Heiden gerettet und nicht nur aus Israel! Die große Schar stammt aus allen Völkern, aus Israel sowohl als auch aus den Heiden! Daß die Beschreibung dieser großen Schar hier keinen paulinisch-gemeindlichen Anstrich mehr haben kann, ist einleuchtend, denn in der letzten Zeit kann, wie schon gesagt, ja niemand mehr nach diesem Evangelium gerettet werden, sondern nur durch Anschluß an das gläubige Israel.
Wenn der Herr vom Vater nicht mehr im Himmel zurückgehalten wird, wenn Er den seit Seiner Himmelfahrt verschlossen gewesenen Himmel verläßt, beginnen die Zeiten der Wiederherstellung Israels. Das Herabfahren des Herrn aber wird zur Einholung Seiner Gemeinde geschehen. Damit ist der Beginn der Endzeit da!
Unterstützt wird unsere Darlegung durch Offb. 4, 1, wo Johannes als erstes beim Beginn des Herrntages eine geöffnete Tür am Himmel sieht. Beim sichtbaren Kommen des Herrn zur Erde (Offb. 19, 11) ist dann der ganze Himmel aufgetan.
Damit hätten wir einen zweiten relativen Zeitpunkt für den Beginn der Endzeit und die Entrückung der Gemeinde: Es beginnen zugleich die Zeiten der Wiederherstellung Israels. Solange die Entrückung nicht erfolgt ist, haben auch die Zeiten der Wiederherstellung Israels noch nicht begonnen.
3. Der Wiederaufbau der verfallenen Hütte Davids = die politische Wiederherstellung Israels
In Apg. 15, 13ff. lesen wir: “Es antwortete Jakobus …: Simon erzählte, wie Gott zuerst darauf bedacht war, zu nehmen aus Heiden ein Volk Seinem Namen. Und hiermit stimmen überein die Worte der Propheten, wie geschrieben steht: Nach diesem (oder: danach) will ich zurückkehren und wiederaufbauen die verfallene Hütte Davids und ihre Trümmer wieder aufbauen und sie wieder aufrichten.”
Auch diese weitere Stelle bestätigt unsere bisherige Beweisführung: erst Gemeinde, dann wieder Israel, — vorausgesetzt, daß unter dem “Volk aus Heiden” auch die Gemeinde zu verstehen ist.
Die verfallene Hütte (oder: das Zelt) mit ihren Trümmern ist die heruntergekommene und der Macht beraubte Herrschaft des Hauses Davids. Das ehemalige Haus war zur Hütte geworden, als sich die neuneinhalb Stämme von ihm trennten und ein selbständiges Königreich gründeten, das Nordreich. Übrig blieb das Südreich, das von da ab nur noch die Stämme Juda, Benjamin und einen halben Stamm Manasse umfaßte. Und “verfallen” war die Hütte, als auch das Südreich in die Verbannung gehen mußte. Nach unserem Text soll zunächst nur die Hütte Davids wieder aufgerichtet werden, und zwar erst, nachdem das “Volk aus den Heiden” (= die Gemeinde) herausgenommen sein wird. Danach will Gott zurückkehren und die verfallene Hütte wieder aufbauen. Wir haben es hier mit einer teilweisen und zeitweisen politischen, staatlichen Wiederherstellung Judas beim Beginn der letzten Zeit zu tun. Daß Gott die Zelte Judas zuerst rettet, geht übrigens auch aus Sach. 12, 7 hervor. Erst später, beim Beginn des Tausendjährigen Reiches, wird auch das Haus Davids wiederhergestellt werden (Sach. 12, 8.10; 13, 1).
Zuerst geschieht also die Vollendung der Auswahl der Gemeinde und ihre Entrückung, danach das Zurückkehren Gottes zum Volke Israel zum Zweck einer zunächst provisorischen Wiederherstellung der Hütte Davids. Damit ist uns ein weiteres Kennzeichen für den Beginn der Endzeit gegeben. Damit stimmt auch überein, daß es in dem in Apg. 15 zitierten Text aus Amos 9, 11 eigentlich heißt: “An jenem Tage will ich …”, womit eben auch der Herrntag gemeint ist.
Danach wäre auch eine etwaige eigenwillige (fleischliche) Wiederherstellung eines Königreiches Israel noch vor dieser Zeit, also während des Gemeindehaushalts, nicht im göttlichen Sinne und hätte keine Segensverheißung. Nicht als Volk weltlicher Art neben anderen weltlichen Völkern soll Israel in sein Land zurückkehren, sondern als Messiasnation beim Aufruf Gottes.
4. Das Aufheben der Verstockung Israels nach dem Eingehen der Nationen-Fülle (= Entrückung) bzw. dem Aushauen der wilden Zweige des Ölbaums
Röm. 11, 25 sagt uns: “Verstockung zum Teil ist Israel widerfahren — bis die Fülle der Heiden eingegangen sein wird …”
Wir sagten schon, daß die Endzeit die endliche Hinausführung des mit Israel angefangenen, im AT und den Evangelien angekündigten Gotteswerkes in bezug auf das Reich auf Erden (Offb. 20, 4-6) bringt. Gott erneuert dann das am Sinai eingegangene Bundesverhältnis. Bedingung aber ist die innere reumütige Umkehr des Volkes (vgl. dazu die sieben Sendschreiben der Offenbarung). — Der Anstoß hierzu wird der Aufruf an Israel sein, die Gottesposaune, wie wir schon sahen.
Wie wäre das aber möglich bei einem Volke, das durch göttlichen Strafbeschluß verstockt oder verhärtet worden ist, damit es nicht umkehre und geheilt werde?
Diese Verstockung des Volkes wurde von Gott durch Jesaja im Jahre 738 v. Chr. ausgesprochen (Jes. 6, 8-13); sie bestand noch zu Jesu und der Apostel Zeiten. In jedem der Evangelien wird Bezug darauf genommen, desgleichen am Schluß der Apostelgeschichte (Matth. 13, 13; Mark. 4, 12; Luk. 8, 10; Joh. 12, 39.40; Apg. 28, 26.27; Röm. 11, 8-10). — Darum konnten sie als Volk nicht glauben und sie können es auch heute noch nicht, weil eben die Verstockung zur Zeit noch besteht und so lange andauern wird, bis sie von Gott wieder aufgehoben wird.
Die Verstockung an sich ist kein Geheimnis, wohl aber ihre Dauer. Schon Jesaja fragte in bezug auf die Verstockung: “Herr, wie lange?” und erhielt nur eine bedingte Antwort. Erst dem Apostel Paulus ist das Geheimnis der Verstockung offenbart worden. Allerdings wurde auch ihm nur eine bedingte, relative Zeitbestimmung genannt: bis die Fülle der Heiden eingegangen sein wird.
Die Verstockung betrifft einen Teil des Volkes, und zwar die Mehrzahl. Es ist aber stets eine Minderheit, ein Überrest Gottesgetreuer vorhanden, die Stillen im Lande, die Demütigen und Wartenden (zu diesem Gedanken des Überrestes vergleiche man Röm. 11, 4-8; 1. Kön. 19, 18; Jes. 6, 13; Amos 3, 12; 5, 15; 9, 8).
Das Wort “Fülle” (griech. plärooma) hat eine doppelte Bedeutung. Zunächst bezeichnet es den Zustand des Vollseins, Vollständigseins, Angefülltseins, Vollgefülltseins, etwa das Vollsein eines Flusses in seinen Ufern, das Vollsein der Tage zum Gebären, das Vollzähligsein der Ruderer oder Matrosen oder der Soldaten eines Truppenteils. In diesem Sinne wird es mit “Vollzahl” übersetzt. Da die beiden Worte “Fülle” und “Heiden” im Genitiv-Verhältnis zueinander stehen, übersetzt man am richtigsten “Heiden-Plärooma” = Heiden-Vollzahl (nach D. Schmitz, Paulusstudien). Im gleichen Kapitel (Röm. 11, 12) stellt Paulus dem Heiden-Plärooma ein Israel-Plärooma gegenüber.
Nun hat aber das Wort “plärooma” auch die Bedeutung, daß es das bezeichnet, was das Vollsein herbeiführt: also Ausfüllung, Füllung, Fülle selbst, also die Sache, mit der gefüllt wird. In diesem Sinne wird das Wort auch oft in der Schrift gebraucht: das Meer und seine Fülle, das Land und seine Fülle, die Erde und ihre Fülle und ähnliches. Wir können uns den Gedanken auch an der Füllung eines Backwerkes verdeutlichen: die Füllung (das Gefüllte oder Füllsel) ist das Innere, Wenigere, Seltenere, also das Besondere, die Delikatesse oder Feinheit des Ganzen, der Masse. Die Füllung oder “Fülle” der Heiden aber ist die Ekklesia! Die Fülle der geistlosen Masse der Heiden ist die kleine, aber geistliche Ekklesia.
Daß wir mit dieser Deutung nicht fehlgehen, zeigt uns Paulus. In seinen Briefen — wie überhaupt zu seiner Zeit — ist “plärooma” der Fachausdruck für den Besitz der göttlichen, himmlischen Kräfte, also des Heiligen Geistes (man vergleiche: Kol. 1, 19; 2, 9; 2, 10; Eph. 1, 23).
Das “Heiden-Plärooma” ist also die Gemeinde. Sie ist die kleine Geisteselite (nicht im Sinne menschlichen Ruhmes, sondern von Gott aus geschenkweise!) in der Masse der geistlosen Heiden, es sind die Himmelsbürger, gewissermaßen das Himmlische im Irdischen, Seine Heiligen inmitten der Masse der noch Unheiligen, Sein Eigentumsvolk (Tit. 2, 14) und das Volk für Seinen Namen (Apg. 15, 14).
Nun ist in Röm. 11, 25 vom Eingehen dieser Heiden-Fülle die Rede. Was will uns das sagen? Das Wort ist in der Sprache der Bibel die “technische Bezeichnung” für bestimmte Vorgänge: für das “Eingehen” Noahs in die Arche zu seiner Rettung, auch für das Eingehen in ein Haus, um in Sicherheit gebracht zu werden (so im 2. Mosebuch), im NT für das Eingehen ins Himmelreich, in das Innerste hinter den Vorhang (Hebr. 6, 20), in das Heiligtum bzw. in den Himmel selbst (Hebr. 9, 12.24).
Das “Eingehen der Heiden-Fülle” ist nichts anderes als die Entrückung der Ekklesia! So lange soll die Verstockung Israels noch dauern, bis die Entrückung erfolgt sein wird. Mit der Entrückung der Gemeinde tritt das göttliche Verstockungsgericht über Israel außer Wirksamkeit. Mit der Entrückung der Gemeinde beginnt die Entstockung Israels!
Würde das Eingehen der Gemeinde erst während oder gar am Ende der letzten Zeit erfolgen, dann müßte ja Israel verstockt in die Endzeit gehen! Wozu dann der Aufruf Michaels an das Volk? Verstockt müßte es die Bußreden Elias anhören, die Worte der alten Propheten lesen und die an das Volk gerichteten sieben Sendschreiben der Offenbarung. Wie könnte es in diesem Zustand den Völkern die Heilsbotschaft vom kommenden Reich (Matth. 24, 14) anbieten? Das alles wäre dann widersinnig und würde wie ein Possenspiel anmuten! Im Gegenteil hierzu ersehen wir aus der Offenbarung, daß schon im ersten Teil der letzten Zeit eine beachtliche Zahl aus Israel zum Glauben kommt.
Freilich dürfen wir nicht in den Fehler verfallen, die Entstockung dem Gläubigwerden gleichzusetzen. Nein, sie bedeutet vielmehr: Solange das Volk verstockt war, trug gewissermaßen Gott die Verantwortung; nach der Entstockung jedoch trägt Israel in Freiheit selbst die Verantwortung und muß sich spätestens beim Auftreten des Menschen der Gesetzwidrigkeit, des Tierhauptes und des falschen Propheten für oder wider Gott und Seinen Christus entscheiden. Es kann dann die Entscheidung nicht mehr hinausschieben.
Damit haben wir den vierten und letzten relativen Zeitpunkt für den Beginn der Endzeit: Wenn die Heidenfülle eingegangen sein wird (entrückt worden ist), wird Gott die Verstockung Israels aufheben! Da bis heute weder die Entrückung geschehen noch die Verstockung Israels weggenommen ist, kann auch nach dieser Stelle die Endzeit noch nicht begonnen haben, wie leider von manchen Christen gelehrt wird.
Parallel mit dieser Verstockungsstelle laufen übrigens die Gedanken des vorangehenden Abschnittes Röm. 11, 17-24: Das Ausgebrochenwerden der natürlichen Zweige des Ölbaumes entspricht der Verhängung der Verstockung über Israel, das Einpfropfen wilder Zweige bedeutet die Herausrufung der Gemeinde, der Heiden-Fülle. Das Aushauen der wilden Zweige weist auf das Ende der Herausrufung der Heiden-Fülle hin, während das Wiedereinpfropfen der natürlichen Zweige die sich hieran anschließende Entstockung und Wiedereinsetzung Israels symbolisiert. Wir sehen, alles verläuft in göttlicher Harmonie! —
Wir haben nun versucht, auf vierfache Weise darzutun, daß die Gemeinde mit der letzten Zeit selbst nichts zu tun haben wird, vielmehr bereits bei deren Beginn zu dem Herrn entrückt sein wird, also vor dem Herrntage, dem Tag des Zorns. — In dem hier ausführlich besprochenen und für die Weltgeschichte so überaus wichtigen Zeitpunkt des Übergangs trifft folgendes zeitlich zusammen:
- das Öffnen der Tür und Verlassen des Himmels seitens des Herrn;
- das Eingehen der Fülle der Heiden, d. h. die Entrückung der Gemeinde;
- das Blasen der Gottesposaune als Aufruf an Israel und Signal zum Beginn der letzten Zeit;
- die Sammlung Israels und seine religiöse Wiederherstellung;
- der Wiederaufbau der “Hütte” Davids als politische Wiederherstellung Judas;
- die Aufhebung der Verstockung Israels;
- das Wiedereinpfropfen Israels in den natürlichen Ölbaum.
Dieser Zeitenwechsel ist bis heute noch nicht eingetreten, er ist noch zukünftig.
Von hier aus ist es auch gut verständlich, daß Paulus den Gliedern der Gemeinde nirgends Verhaltensmaßregeln für die letzte Zeit gibt oder sie vor dem Menschen der Gesetzwidrigkeit bzw. dem Tierhaupt und dem falschen Propheten warnt — eben weil die Gemeinde damit nichts zu tun haben wird. Im Gegensatz hierzu sind die Schriften der Königreichs-Apostel voller Warnungen und Ermahnungen für die Endzeit (vgl. die Briefe des Petrus, Judas, Johannes, ferner die Offenbarung und die Endzeitreden Jesu).
Schließen wir unsere Betrachtung mit den herrlichen und trostreichen Worten des Paulus (Phil. 3, 20): “Unser Bürgertum ist im Himmel, von wo wir auch als Retter erwarten den Herrn Jesus Christus!”.
.
Nachwort des Schriftleiters:
Der vorstehende Artikel des verstorbenen Bruders Rudolf Ludwig, Leipzig, wurde schon vor Jahrzehnten — also auch vor der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 — verfaßt. Er wurde uns von einem Bruder aus Mitteldeutschland mit der dringenden Bitte um Veröffentlichung schon vor Monaten übersandt. Gern haben wir nun dieser Bitte — nach einigem Überlegen und Zu-Rate-Ziehen weiterer Brüder, und mit einer gewissen Straffung des Inhaltes und stilistischen Umarbeitung mancher Sätze — entsprochen. Die klare prophetische Linienführung und saubere Herausarbeitung biblischer Begriffe wird sicherlich bei vielen Lesern Freude und Zustimmung auslösen. — Indessen bedürfen einige Punkte noch einer Erläuterung:
1. Der von Br. Ludwig vertretene Gedanke, die bei der Entrückung der Gemeinde geblasene Posaune gelte Israel, wurde von uns bisher in dieser Weise nicht vertreten. Wir sehen darin eine Auslegungsmöglichkeit, die, biblisch gesehen, viel für sich hat, aber den anderen Gedanken nicht unbedingt ausschließen muß, daß die Posaune ein Ruf zur Sammlung für die Glieder der Gemeinde ist. Ich weise immer wieder gern darauf hin, daß unser Gott nicht schematisch, sondern eher strategisch arbeitet, auch was Zeichen und Wunder betrifft. Wird nicht mit dem Beginn der Entrückung ohnehin der Grundsatz “Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen” außer Kraft gesetzt, weil dann das Schauen beginnt? Uns fällt es nicht schwer, die Einholung der Gemeinde in die himmlische Welt von Posaunenschall und Engeldienst begleitet zu sehen, so gewiß diese Dinge keine notwendigen Kennzeichen der Gemeinde sind. Ein Bruder schrieb uns im Blick hierauf: “Warum soll der Herr nicht auch einmal mit der Gemeinde sichtbar und hörbar reden? Die Gefahr ist groß, alles in ein System hineinzuzwängen und so dem Leben, auch dem geistlichen Leben, Gewalt anzutun. So richtig jene Annahme, grob gesehen, auch ist: der Herr tut doch auch in Seiner Gemeinde heute noch Wunder … Ich jedenfalls möchte bei aller Grundsatztreue doch offen bleiben für das vielfältige Wirken Seines Geistes.” — Wir möchten damit die Darlegungen Br. Ludwigs im ersten Abschnitt nicht durchstreichen, aber vor einseitiger Auslegung bewahren.
2. Der Gedanke, ein “Reich” bzw. einen Staat Israel dürfe es erst beim Kommen des Messias geben, und der heutige Staat sei eine menschliche Vorwegnahme ohne göttlichen Segen und göttliche Verheißung, wird z. T. auch in Israel selbst von einer Richtung gläubiger Juden vertreten. — Wiederum ist aber zu bedenken, daß nach der Prophetie das Volk der Wahl im Zustand des Unglaubens in sein Land zurückkehren und dort erst bekehrt werden soll. Näheres hierzu in dem Artikel “Welche Bedeutung kommt dem Staate Israel heilsgeschichtlich zu?” im gleichen Heft, sowie in meinem Buch “Das tausendjährige Königreich Christi auf Erden”, besonders in Anmerkung 77 auf den Seiten 291-293.
(H. Sch.)
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 6/1965; Paulus-Verlag, Heilbronn)


Jeden Sonntag ab 10:00 Uhr von der 