Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Das Sterben der Gläubigen, ihr »Zwischenzustand« und ihre Auferstehung zur Entrückung

Autor: Geyer, Karl  |  Kategorie(n): Entrückung, Tod & Auferstehung  |  801 x gelesen

Solange der Herr noch nicht wiederkommt, ruft Er zwar die Seinen nach Vollendung ihrer Daseinsfrist auf dieser Erde ab. Aber Er tut dies selbst! Der Tod hat keine Macht mehr über sie. Sie unterstehen in allem ihrem Herrn und Haupt, dem Christus. Das Gesetz des Todes ist für sie aufgehoben (Röm. 8, 2). Der Herr selbst ruft sie heim. Sie entschlafen nicht durch den Tod, sondern durch Jesus. Deshalb sind sie auch nicht Tote im Tode, sondern Tote in Christo (1. Thess. 4, 14.16 Elberfelder Übs.). Darum auch sind die Toten, die in dem Herrn sterben, glückselig (Offb. 14, 13). Das Sterben ist seit der Auferstehung Jesu Christi Gewinn geworden (Phil. 1, 21). Bei Christo zu sein ist weit besser, als hier auf Erden zu leben, so daß in dem, der solches erkannt hat, die Lust erwacht, abzuscheiden und bei Christo zu sein (Phil. 1, 23). Mit dem »Ausheimischwerden« aus dem Leibe werden wir ja »einheimisch« beim Herrn, und dort brauchen wir nicht zu schlafen, sondern bemühen uns dort ebenso, Ihm wohlzugefallen, wie wir es hier im Leibe taten. Ob einheimisch oder ausheimisch, in beiden Fällen geht unser Bemühen darauf hin, Sein Wohlgefallen auszuführen (2. Kor. 5, 6-9).

Wenn Er aber eines Tages mit dem gebietenden Zuruf (Befehlsruf, Kommandoruf), mit der Stimme eines Erzengels (eines Engelfürsten) und der Posaune Gottes herniederkommt vom Himmel, werden nicht nur die Toten in Christo auferstehen, sondern die Lebenden, die bis zu diesem Zeitpunkt auf der Erde übrigblieben, werden in einem Nu verwandelt, in einem Augenblick, und beide Abteilungen, die Auferstandenen und die Verwandelten, werden zusammen weggerafft von der Erde und dem Herrn entgegengerückt in die Luft, begleitet von den Wolken von Zeugen, die uns jetzt schon täglich umlagern, um die Vollendung der Gemeinde zu beobachten, weil sie nicht ohne uns vollendet werden können (1. Thess. 4, 16.17; Hebr. 11, 35.39.40; 12, 1; Matth. 27, 51-53; Hebr. 12, 22-24).

So gewiß der Christus durch Gottes Gnade für alle den Tod schmeckte (Hebr. 2, 9), ebenso gewiß wird jeder, der Sein Wort bewahrt, den Tod nicht schmecken ewiglich (Joh. 8, 51.52). Mag auch der Leib tot sein, der Sünde wegen, der Geist ist Leben der Gerechtigkeit wegen. Christus, der Auferstandene, lebt in ihnen, und der kann nicht mehr sterben.

So, wie der Tod keine Macht mehr über den auferstandenen Christus hat, so auch nicht mehr über die Seinen. Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn (Röm. 14, 8). Über uns hat sonst niemand mehr Verfügungsrecht, am wenigsten Satan und Tod. Was bei uns noch zu ordnen ist, ordnet der Christus selbst, auch unseren Abruf aus diesem Leben hin zu Ihm selbst.

Als der Herr Sein Leben freiwillig ließ, übergab Er Seinen Geist in die Hände des Vaters. Stephanus rief vor seinem Tode: »Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!« (Apg. 7, 59). So geht auch der Geist der Gläubigen zum Vater, wo ihn der Herr aufnimmt. Der Geist aber ist Träger des gesamten Bewußtseinsinhaltes (1. Kor. 2, 1). Die Seele des Menschen (und des Tieres) ist nur Träger des Ichbewußtseins und des Umweltbewußtseins, aber nicht Träger des Persönlichkeitsbewußtseins und des Gottesbewußtseins. Alles Seelische ist kosmisch gebunden, alles Geistliche aber ist göttlich gebunden. Die Seele ist erschaffen, der Geist ist gegeben aus Gott. Nur der Geist weiß, was im Menschen ist. Und unser Geist ist ins neue Leben gezeugt und daher für Gott erwacht, ist Leben und lebt ein bewußtes Leben. Und dieser ins bewußte Gottesleben erhobene Geist geht zum Vater und wohnt mit seinem ganzen Bewußtseinsinhalt dort bei Christus, wo es weit besser ist, und bemüht sich dort weiterhin, Ihm wohlzugefallen.

Da wir dann aber »ausheimisch« sind vom Leibe, bekommen wir für die Zeit bis zur Entrückung, in der unser Leib aufersteht, eine Behausung aus dem Himmel, damit wir dann, wenn wir entkleidet sind vom Erdenleib, nicht nackt erfunden werden in der Gegenwart Christi (vgl. Offb. 6, 9-11).

Zu beachten ist bei der Auferstehung stets, daß sie sich nicht auf den Geist bezieht, denn der geht zu Gott, wie dies schon im Alten Bunde ganz allgemein für alle Menschen festgestellt wird (Pred. 12, 7). Dann ist der Leib ohne den Geist tot (Jak. 2, 26). Der Leib muß daher auch wieder lebendig gemacht werden in der Auferstehung, während dies für den Geist nicht notwendig ist. Man beachte hierzu doch Matth. 27, 51-53, wo uns ausdrücklich gesagt wird: »Die Leiber vieler entschlafener Heiliger wurden auferweckt.« Weiter beachte man doch die Hoffnung und Erwartung der Gemeinde, daß der Herr bei Seinem Kommen den Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, daß er ähnlich werde Seinem Leibe der Herrlichkeit (Phil. 3, 20.21). Ebenso bezeugt Röm. 8, 11, daß unsere sterblichen Leiber lebendig gemacht werden. Der Geist ist an und für sich als etwas Unerschaffenes schon unsterblich, und bei einem Gläubigen ist er außerdem noch durch Zeugung ins göttliche Leben erhoben.

Die Auferstehung der Leiber der Entschlafenen und die Verwandlung der Leiber der noch Lebenden bei der Entrückung ist doch gerade derjenige Teil unserer Erlösung, den wir noch nicht haben. Es gibt eine Erlösung durch Sein Blut. Die haben wir, seit uns die Sünden vergeben wurden (Eph. 1, 7). Und es gibt eine Erlösung durch den Geist, nämlich die Verwandlung oder Erlösung des Leibes, und die erwarten wir (Röm. 8, 23). Wie wenig wird doch von dieser zweiten Erlösung geredet, durch die ja die erste Erlösung erst vervollständigt oder zur Fülle gebracht wird! Darum verstehen die meisten Gläubigen auch gar nicht, warum es überhaupt noch eine Auferstehung geben soll, wenn doch der Geist der Gläubigen sowieso schon beim Herrn sein soll. Sie halten nicht auseinander, daß sich Auferstehung nicht auf den Geist bezieht, sondern auf den Leib, denn das Erschaffene muß durch Tod und Verwandlung umgestaltet werden, der Geist aber als Unerschaffenes nicht.

Die Toten in Christo haben für die Zwischenzeit bis zur Entrückung ein himmlisches Zwischengewand (vgl. Offb. 6, 9-11). Wenn dann ihr eigener Leib auferweckt und verherrlicht ist, bedürfen sie des Zwischengewandes nicht mehr. Darum sehnen sie sich nach dem endgültigen Zustand, in dem sie fortan ihre eigene Behausung bewohnen, an der für alle Zeiten sichtbar ist, was die Gnade aus uns gemacht hat.

Die Erstlinge des Geistes, an denen diese Herrlichkeit der neuen Schöpfung zunächst dargestellt wird zum Vorbild für alles Erschaffene, sind die Söhne Gottes, die Leibesgemeinde. Auf ihre Offenbarung harrt darum die gesamte Kreatur mit vorgerecktem Halse, weil sie erst dann zur gleichen Freiheit der Herrlichkeit erhoben werden kann wie die Söhne Gottes auch, wenn diese vollendet und mit ihrem Haupte vereinigt sind, so daß der ganze Christus, Haupt samt Gliedern, als Lebensmittler und Segensträger für das All geoffenbart wird und in Tätigkeit tritt, um alle Gottesverheißungen, für die das Haupt die Bürgschaft übernahm, zum Lobe Gottes hinauszuführen (2. Kor. 1, 20).

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 3/1998; Paulus-Verlag, Heilbronn)

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