Die achtfache Hauptschaft des Christus
Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Gemeinde, Lehre | 628 x gelesen(Nach einem Wortdienst in Berlin, Gemeinde Hasenheide, 1961)
Meine lieben Freunde, meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Auserwählten Gottes!
Die Auferstehung Jesu Christi ist der Anfang einer Erhöhung, einer Entfaltung unaussprechlicher Seligkeiten, Kräfte und Herrlichkeiten Gottes, in die wir mit hineingezogen, mit hineingestellt sind durch den Glauben. Davon möchte ich heute abend ein Zeugnis geben, indem ich eine Wahrheit herauszustellen versuche, die so wesenhaft, stark und innig ist und doch so selten in ihrem Vollumfang bezeugt wird. Ich möchte heute abend etwas sagen von der achtfachen Hauptschaft oder Hauptesstellung des Sohnes Gottes. Denn der Herr Jesus ist nicht nur unser lieber persönlicher Heiland — das ist Er auch! —, aber Christus ist noch unendlich mehr! Er ist noch viel grandioser, erhabener, strahlender, herrlicher, als wir meinen. Wir dürfen bei diesem meinem Zeugnis immer wieder eine unerhörte Tatsache festhalten: Weil Christus das Haupt ist, dessen Glieder wir sind, entsteht in der Vereinigung von Haupt und Gliedern eine neue Hauptschaft für das Weltall. Bei dieser Hauptschaft über das Weltall sind wir mit Ihm das Haupt! Das ist eine überaus beglückende und weitreichende Botschaft, die unser tiefstes Sehnen zu stillen vermag. Dabei bleibt die Demutsstellung des Anfangs unseres Glaubenslebens durchaus erhalten: Du, Herr Jesus, bist mein persönlicher Heiland und Hirte! Ein Mensch, der beim Erfassen einer tieferen oder höheren Gotteswahrheit die fundamentalen Wahrheiten der Errettung und Kindschaft schmäht oder verächtlich macht, hat nicht durch den Heiligen Geist das empfangen, was er hat oder zu haben meint — er hat sich nur in religiösem Hochmut in etwas hineingesteigert. Wer durch den Heiligen Geist weiter schaut, höher kommt bzw. tiefer gegründet wird, der wird das Grundlegende, Fundamentale seines Glaubenslebens voll gelten lassen; er kann sich mit einem Erweckten, einem neugeborenen Kindlein in Christus genauso freuen wie mit einem, der bis in das Ziel der Vollendung schauen und es bezeugen darf. Ein Zeugnis höherer Art schließt ein Zeugnis niederer Art niemals aus, sondern ein.
Hauptsein ist im Vollsinn noch mehr als die Verbindung von Mann und Weib. Die Verbindung von Haupt und Körper ist inniger, wesenhafter, führt in eine stärkere und unteilbarere Einheit hinein als die Verbindung von Mann und Frau. Die Frau kann weglaufen, die Frau kann sterben, der Mann kann sich scheiden lassen (usw.) — aber Haupt und Körper können nie auseinandergehen, sie gehören unauflöslich zusammen und bilden eine Einheit. Und das ist die Einheit, die Christus sucht und die der Vater dem Sohne gegeben hat.
Und nun zu meinem Thema: Acht Hauptschaften. Ich lese zu jedem Punkt eine Bibelstelle und überlasse es Euch, meine Brüder und Schwestern, noch eine ganze Reihe weiterer wunderbarer, beglückender Zusammenhänge beim Lesen Eurer Bibel zu finden.
1. Christus ist das Haupt jedes Mannes
Ich lese dazu 1. Kor. 11, 3a, wo geschrieben steht: »Ich will, daß ihr wisset, daß Christus das Haupt jedes Mannes ist.«
Hier ist natürlich die Rede von gläubigen Männern. Jeder gläubige Mann hat ein Haupt, mit dem er in wesenhafter Einheit steht, und das ist Christus. Dadurch wird er befähigt, das »Haupt des Weibes« und das Haupt der Familie zu sein. Ein Mann aber, der nicht unter der totalen Hauptschaft Christi in heiliger Ganzhingabe steht, kann nicht »Haupt des Weibes« und Haupt der Familie sein! Er ist nur ein Trottel und Geldverdiener, oder bestenfalls ist er »Vater, unser bestes Stück«. Hauptsein ist unendlich viel mehr und schließt Würden und Seligkeiten in sich, die man erst wachstümlich erkennt. Jeder gläubige Mann ist mit Christus so eng verbunden, daß er ein Teil Seines Körpers ist, und in einem gesunden Körper tun die rechte oder die linke Hand und die Halswirbel und die Beine nichts anderes, als was vom Haupte aus kommandiert wird, und wenn Glieder sich selbständig machen und andere Dinge tun, als die das Haupt will, dann ist der Körper krank. So gibt es viele kranke Kinder Gottes, und doch sind sie Kinder Gottes.
2. Christus ist das Haupt der gesamten Gemeinde
Hierzu lese ich Eph. 1, 22, wo geschrieben steht: »Er (Gott) hat Seinen (nämlich Christi) Füßen alles unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die Sein Körper ist, die Vervollständigung dessen, der das All in allem vervollständigt.«
Gott hat also Seinem Sohne alles unterworfen, hat Ihn zum Haupt gemacht, d. h. Er hat alles mit Ihm gliedhaft verbunden, zunächst in bezug auf die Gemeinde, die Sein Körper ist und Seine Vervollständigung. Wir sind der Körper oder das Vollmaß oder die Vervollständigung des Christus, so wie Christus für uns Vervollständigung bedeutet; denn ein Körper ohne Haupt ist nichts — aber ein Haupt ohne Körper ist auch nichts!
Wenn der Herr allein bliebe, ohne Seinen Leib, Seinen Körper, könnte Er nie alle Verheißungen aus- und durchführen bis zum Ziel der letzten Vollendung, denn dazu braucht Er uns! Wir sind Seine Ausführungsorgane. Was sind das für Dinge!
Christus ist das Haupt der gesamten Gemeinde — dazu gehören auch Frauen. Dann hätten also Frauen eine doppelte Hauptschaft: die ihres Mannes und die des Herrn Jesus. Die unverheirateten gläubigen Frauen aber haben den Vorteil, daß sie unter der direkten Hauptschaft des Christus stehen dürfen; das ist ein Vorteil, ist aber auch eine Not. Hier stoßen wir auf letzte und tiefste Menschheitsfragen, die ihre Lösung in der Hauptschaft des Christus finden — Menschheitsfragen, die durch die folgenden Schriftworte angedeutet werden: »Dein Verlangen soll nach deinem Manne sein« — »Heiraten ist gut, Nichtheiraten ist besser« — »Es ist besser zu heiraten als Brunst zu leiden« (1. Mose 3, 16; 1. Kor. 7, 38 und 9).
Christus ist das Haupt der herausgerufenen Gemeinde, die Sein Körper ist — nicht heißt es: die »Sein Weib ist« oder die »Sein Königreich ist«. Es gibt verschiedene herausgerufene Körperschaften nach der Schrift. Es gibt sogar eine Körperschaft »auserwählter Engel« (1. Tim. 5, 21). Wie sie heißen und was sie tun, das weiß ich nicht, die Schrift sagt weiter nichts darüber, aber ich freue mich, sie einmal kennenzulernen, mich bei ihnen zu bewegen und hineinzuschauen in ihre Dienste und ihre Beziehungen zu dem Herrn und zu dem Weltall und zu uns, den Gliedern des Christus. Brüder und Schwestern, wir haben unabsehbare und unausdenkbare Dinge vor uns liegen an Enthüllungen und Herrlichkeiten, an Freuden und Seligkeiten und an Vollmachten aller Art, von denen die Schrift uns nur Andeutungen gibt, weil wir es gar nicht ertragen könnten, in das Vollmaß dieser Dinge hineinzuschauen.
3. Christus ist das Haupt jedes Fürstentums
Dazu hören wir Kol. 2, 10: »Ihr seid zum Vollmaß gebracht in Ihm, der das Haupt jedes Fürstentums ist.«
Der Christus, der zum Vollmaß gebracht ist durch uns, dessen Vervollständigung wir sind, dieser Fülle-Christus ist das Haupt jedes Fürstentums. Es gibt also verschiedene Fürstentümer, und alle diese Fürstentümer haben Ihn als Haupt. Das Wort, das hier für »Fürstentum« gebraucht ist, archä, heißt Anfangsgewalt oder Urmacht. Es gibt also in der unsichtbaren Welt Urmächte oder Anfangsgewalten oder Fürstentümer, und für die ist der Christus, dessen Glieder wir sein dürfen, das Haupt. Wenn wir einmal diese Fürstentümer sehen werden, diese Urmächte, dann werden wir ihnen gegenüber Hauptesstellung einnehmen — mit und in Christus. So groß ist der Ertrag der Auferstehung Jesu Christi!
Geht dir das nicht durchs Herz, Bruder, Schwester? Beginnst du zu ahnen, was du armer Wurm und ich armer Wurm — was wir bedeuten nicht allein für den Vater und für den Sohn, dessen Glieder wir sind, sondern auch für die Fürstentümer und die Gewalten? Damit komme ich zum vierten Punkt:
4. Christus ist das Haupt jeder Gewalt
Auch dies steht geschrieben in Kol. 2, 10: »der das Haupt jeder … Gewalt ist.«
Gewalt, griechisch exousia, heißt auch Vollmacht. Es handelt sich um Mächte, die schöpferisch redend etwas anzuordnen haben. Es gibt also Welten, von denen wir nur das wissen, was die Schrift sagt — nicht mehr, aber auch nicht weniger —, Welten, die schöpferisch etwas anordnen; und diese Welten warten auf ihr Haupt! Das Haupt ist der durch uns zum Vollmaß gebrachte Christus. Auch diese Gewalten, diese Welten, werden wir einmal kennenlernen, und vielleicht verstehen wir jetzt, daß Paulus sagt: Die Schöpfung wartet mit Sehnsucht auf unsere Enthüllung, auf die »Offenbarung der Söhne Gottes« (Röm. 8, 19). Wenn der Christus geoffenbart werden wird, dann werden ja auch wir als Seine Glieder, als Sein Körper (Kol. 3, 4), mit Ihm zusammen geoffenbart werden in Herrlichkeit, und auf diesen Augenblick warten auch diese Gewalten, die dann ihr Haupt bekommen und ihre Lösung und Vollerfüllung finden werden. Wir sind der Erfüller des Liebeshungers der Fürstentümer und Gewalten, sofern wir Ihn, den Christus, persönlich ergriffen haben und uns von Ihm haben »emporhaupten« lassen (Eph. 1, 10) im Geiste, damit wir, wenn Er kommt, dann auch dem Leibe nach verwandelt werden in die Gleichgestalt Seiner Glorie und emporgehauptet werden zu Ihm (Phil. 3, 20.21; 1. Thess. 4, 17).
Brüder und Schwestern, was steht Euch bevor! Und das alles hat seinen Anbruch und Anfang in der Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, aber es bricht auch bald das Heil der gesamten Schöpfung an.
5. Christus ist das Haupt jeder Kraft
Das steht geschrieben in Eph. 1, 21: Der Vater hat den Sohn zu Seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt, »hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft«.
Geschwister, wir können bei einem Zeugnis, das sich in diesen Sphären bewegt, nur immer ganz nah am Wort bleiben, gleichsam am Wort »kleben«, es gibt keinen anderen Weg. Wir wollen weder träumen noch phantasieren, noch uns etwas einbilden, noch ein Dogma von irgendwoher übernehmen — nur das Wort soll gelten. Daß der Vater Ihn als Haupt über diese Mächte gesetzt hat, wird dann in V. 22 gesagt.
Was für Kräfte sind nun hier gemeint? Im Griechischen heißt das Wort »dynamis«, davon wurde unser Wort »Dynamit« abgeleitet. Das Dynamit war ja lange Zeit — bis die Atomkräfte, die Kräfte der Endzeit, bekannt wurden — die stärkste Sprengkraft, die es gab. Die »dynamis«, die plötzlich alles zerreißende und umstürzende Explosivkraft, ist die Ergänzung zur »energeia«, zur langsam und stetig fließenden Kraft (beide Worte finden sich in Eph. 1, 19).
Nun wissen wir, daß es verschiedene Kräfte gibt: Es gibt Naturkräfte, wie z. B. die Schwerkraft, und es gibt seelische Kräfte. Wir haben alle kaum eine Ahnung von der Größe der seelischen Kräfte: unserer Liebe und unseres Hasses, unseres Fluchens und Segnens. Über die Wirkung dieser Kräfte könnte ich Euch vieles erzählen, beglaubigte Geschichten und Selbsterlebtes. Die seelischen Kräfte sind gewaltig, sie äußern sich meistens leider finster und destruktiv. Noch größer sind die Geisteskräfte, die Gott einem Menschen geben kann, wenn er seine Fleisches- und Sündenkräfte und seine seelischen Kräfte dem Herrn völlig zu Füßen legt — Geisteskräfte zum Lieben und Leiden und Segnen und Fruchtbringen. Entbrennt nicht, Brüder und Schwestern, in euren Herzen der Wunsch: Wenn es diese Geisteskräfte gibt — und es gibt sie! —, dann will ich so bald wie möglich diesen heiligen Tausch vollziehen:
Ich rechne damit, daß der Geist Gottes so stark in unsrer Mitte wirkt, daß Menschen, die sich Christus halb oder dreiviertel ausgeliefert haben, es nun heute ganz tun.
Außer den göttlichen und satanischen Kräften, den Naturkräften und unseren seelischen und geistlichen Kräften gibt es nun noch die Kräfte, über die Christus als Haupt gesetzt wurde. Es sind gewisse Engel- und Geistergruppen. Einmal wird der Christus, das Haupt und die Glieder, die Herrschaft über alle Kräfte des Universums ergreifen. Heute ist Christus bereits de jure (von Rechts wegen) ihr Herr und Haupt, dann aber auch de facto (in der Tat).
6. Christus ist das Haupt jeder Herrschaft
In dem gleichen vorhin genannten Vers Eph. 1, 21 lesen wir weiter: Christus wurde nach Seiner Auferweckung vom Vater gesetzt über »jede Kraft und Herrschaft«.
Es gibt unter den Engel- und Geistermächten solche, die herrschen und regieren (griech. kyriotäs). Da gibt es Abteilungen und Unterabteilungen; es gibt Herren über den Donner, den Hagel, das Wasser und über gewisse Krankheiten, und die alten heidnischen Religionen, die die Natur bevölkert sahen von Dämonen — wie auch der Volksmund, der redet vom Geizteufel, Nikotinteufel, Alkoholteufel, Modeteufel usw. —, die ahnten und ahnen etwas von diesen Herrschaften in der unsichtbaren Welt. Auch die Gläubigen stecken zum Teil noch in der Gewalt dieser Herren, deren Haupt und Löser und Vollender wir doch in Christus sein sollen! Wie kann denn die Schöpfung vollendet werden, wenn du und ich nicht vollendet werden und wenn die Gemeinde des Christus nicht vollendet wird? Darum wollen wir uns lösen lassen vom Modeteufel, Geizteufel und unseren sonstigen Bindungen.
Meine Freunde, wir sind in einen Kampf hineingestellt, in dem wir nur siegen — strahlend siegen und herrlich vollendet werden —, wenn wir unser Leben praktisch völlig dem Herrn weihen. Weihen wir uns deshalb dem Auferstandenen, damit wir Seiner Auferstehungskraft teilhaftig werden!
7. Christus ist das Haupt über jeden Namen, der genannt wird
In Eph. 1, 21 lesen wir weiter: Christus wurde vom Vater erhöht über »jeden Namen, der nicht allein in diesem Zeitalter (Äon), sondern auch in dem zukünftigen genannt wird«.
Der »Name« (onoma) ist eine Bezeichnung für Gott und Christus, aber auch für Wesen, die sich aufblähen und einen Namen machen. Es gibt Namen der Menschen und der Engel. Es gibt z. B. einen Namen, der wurde von 1933 bis 1945 in der ganzen Welt genannt, er wird heute (1961) kaum noch genannt! In bin etwa fünf bis sechs Jahre nach dem Zusammenbruch einmal interessehalber in eine Schulklasse von neunjährigen Mädchen gegangen, um ihnen eine Frage zu stellen. Ich wollte herausfinden, wieweit das Wort Gottes recht hat, wenn es sagt: »Sein Name wird vergessen werden, ausgerottet werden« (vgl. Ps. 41, 6; Sach. 13, 2). Die Lehrerin erlaubte mir, den Kindern kurz eine Frage zu stellen. Ich fragte sie: »Ihr Kinder, habt ihr schon einmal den Namen Adolf Hitler gehört?« Nicht ein einziges Kind kannte diesen Namen! Da habe ich gemerkt, wie rasch die Namen verklungen sind, vor denen Millionen zitterten.
8. Christus ist das Haupt über das All
In Eph. 1, 10 steht geschrieben: »… das All unter ein Haupt zusammenzubringen (oder emporzuhaupten) in dem Christus«.
Hier ist nicht die Rede vom Herrn Jesus, sondern von dem Christus (vgl. 1. Kor. 12, 12), und, Brüder und Schwestern, wir sind ein Stück, ein Glied von diesem Christus. Dieser Christus ist das Haupt des Weltenalls. Das All soll aufgehauptet, emporgehauptet werden in dem Christus. Dazu noch Eph. 1, 22: »Er (Gott) hat alles Seinen Füßen unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben.«
Christus wird zunächst der Gemeinde gegeben, die Sein Körper ist, zuletzt aber dem All (ta panta). Die ganze Schöpfung wartet auf deine und meine Vollendung, sie sehnt sich nach unserer Enthüllung (apokalypsis) (Röm. 8, 19). Und deine Heiligung, Bruder und Schwester, das Loslassen deiner Sünden, um ein Mensch zu werden voll von Christus und leer von allem anderen, ist nicht deine Privatsache; sie ist auch keine Sache, die nur dem Vater und dem Sohn am Herzen liegt, sondern eine Sache, die die ganze Schöpfung, das Weltenall, angeht. Der Christus Gottes ist das Haupt über das All. Das ist das Letzte und Größte, und all das hat seine Wurzel in dem Tod und in der Auferstehung Christi, unseres Herrn und Hauptes. Er wird uns bald zu sich emporhaupten, auf daß wir mit Ihm zusammen das Haupt all der anderen Körperschaften und Wesen und Welten bilden, bis Er zuletzt das Haupt über alles ist und das verklärte All dem Vater übergibt, auf daß Gott sei alles in allem (1. Kor. 15, 28). Der Beginn dieses Weges ist die Auferstehung Christi, und das Ende ist unvorstellbare Herrlichkeit.
Du und ich aber, wir stehen in einer heiligen Verantwortung vor Gott. Ich weiß, daß es Fromme gibt, die das Wort nicht hören können, aber die Schrift kennt es. Gott redet in unseren Sinn hinein, ermahnt und ermuntert uns, lockt und ruft, damit wir den Schmutz und Dreck des Irdischen lassen, unsere Sünden und Sehnsüchte Ihm bringen und uns füllen lassen mit den unerhörten Kräften und Freuden des Evangeliums. In heiliger Verantwortung und Hingabe laßt uns vor Gott stehen als solche, die Seine Mitarbeiter sein sollen bei der Erfüllung aller Gottesverheißungen und der Herbeiführung der kommenden Welt der Verklärung und Vollendung.
Gelobt sei der HERR, unser Haupt und das Haupt über alles! Amen.
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 2/1997; Paulus-Verlag, Heilbronn)


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