Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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“Du sollst dem Ausspruch gemäß handeln!”

Autor: Jugel, Wolfgang  |  Kategorie(n): Wort Gottes (Bibel)  |  626 x gelesen

Ein Wortzeugnis über wortgemäße oder verfälschte geistliche Nahrung

Dies ist eine Anweisung aus der “Mischnah des Rabban Mose” (der Lehrtradition des Lehrerfürsten Mose), wie die orthodoxen Juden das 5. Buch Mose nennen (5. Mose 17, 10). Es stimmt damit überein, wenn Paulus in Phil. 2, 15-16 ausführt: “Ihr strahlet auf wie Himmelslichter in dem Kosmos, indem ihr darstellet das WORT DES LEBENS!”

Wortgemäße Verkündigung — wortgemäßer Wandel — wortgemäßes Handeln — dies ist Maßstab für einen jeden, der durch das göttliche Wort als Samen der Wiedergeburt zu neuem Leben geboren wurde.

Für jeden glaubenden Juden, dessen Denken durch die Bibel und durch die Vätertradition Israels geprägt ist, bestimmt DAS WORT die Mitte seines Glaubens, ja, der ganzen Heilsgeschichte.

“Und Gott sprach” ist Leitwort des Schöpfungsberichtes. — Das All ist durch das göttliche Wort erschaffen worden.

Es ist keineswegs ungewöhnlich, wenn der jüdische Apostel Johannes sein Evangelium mit den Worten beginnt: “Im Anfang war das WORT … und das All ist durch dasselbe geworden” (Joh. 1, 1.3). Neu für das Judentum ist nur seine Botschaft: Dieses WORT, durch das Gott, der Vater, das All erschuf, ist Sein SOHN, Jesus Christus, der Werkmeister und Mittler jeder Schöpfung.

Der vom Griechentum und seiner Philosophie geprägte abendländische Dichter jedoch läßt seinen FAUST beim Nachsinnen über den Grundtext von Joh. 1 sprechen:

“Geschrieben steht: Im Anfang war das WORT!
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das WORT so hoch unmöglich schätzen,
ich muß es anders übersetzen,
wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin …” (J. W. v. Goethe)

Freilich ist es nicht der Geist Gottes, der FAUST wie so manchen modernen Übersetzer leitet und der ihn dann zu Übersetzungen wie “SINN”, “KRAFT” und “TAT” führt. Hierbei hätte ihm auch ein Wörterbuch der griechischen Sprache kaum helfen können, denn es bietet zu “LOGOS” neben der gebräuchlichen Übersetzung WORT an: die Berechnung — die Rechenschaft — die Erwägung — die Bedeutung — der Wert — die Vernunft — die Logik.

Für den glaubenden Juden und ebenso für die jüdischen Apostel konnte es nur eine Übersetzung geben: LOGOS = das WORT. Sie waren vom hebräischen Offenbarungsdenken getragen, auch wenn sie die göttlichen Gedanken in die griechische Missionssprache übersetzten.

Dies gilt nun auch für das dem Ausdruck Logos (Wort) verwandte logikos. Leider sind die meisten Bibelübersetzer hierbei nur vom griechischen Wörterbuch ausgegangen, das zu “logikos” folgende Auskunft bietet: die Rede betreffend — vernünftig — dem Denken gemäß — logisch.

Und so bezeichnen sie die in Röm. 12, 1 geforderte Hingabe des Leibes an Gott als einen “vernünftigen Gottesdienst” und in 1. Petr. 2, 2 die Nahrung junger Gotteskinder als “vernünftige Milch”. Sie hätten sich jedoch von der Grundbedeutung des griechischen Wortes ebenso leiten lassen müssen wie vom jüdisch-biblischen Denken.

Dazu muß aber bedacht werden, was Prof. Hermann Cremer in seinem Werk “Wörterbuch der neutestamentlichen Gräcität” über die “sprachbildende Kraft des Christentums” ausführt: “Indem die griechische Sprache Organ des Geistes Christi wurde, konnte es nicht fehlen, daß die Ausdrücke dieser Sprache neuen Gehalt und die durch den Mißbrauch der Sprache in der Gewöhnung des täglichen Lebens abgenutzten Bezeichnungen neues Gewicht und neues Gepräge, neue Energie erhielten”. Und: “Es wurden auch neue Begriffe, neue Wendungen gebildet … Es wird doch nie zu verkennen sein, daß selbst die Sprache der Septuaginta (einer griech. Übersetzung des AT) sich von der des Neuen Testaments unterscheidet wie der wohlgemeinte und fleißige Versuch eines Schülers von der sicheren schöpferischen Hand des Meisters”. Dies führte wiederum zu ganz neuen Wortprägungen durch die Schreiber des NT, zu ungewohnten Wortverbindungen (wie “Glaubensgehorsam”) und zu einer qualitativen Füllung des vorgefundenen griechischen Wortmaterials mit dem ganzen Gedankenreichtum aus der Bibel der Apostel, dem Alten Testament.

Worin sollte auch ein “vernünftiger Gottesdienst” bestehen?

Der heidnische Gottesdienst (Paulus nennt ihn in Apg. 17 “Dämonenfurcht”) war im besten Sinne ein Sehnen nach dem unbekannten Gott. Er sucht die rachsüchtige Gottheit mit Opfern zu versöhnen, die oftmals mit kultischer Hurerei verbunden waren. Solcher Gottesdienst kann im negativen Sinne als “vernünftig” angesprochen werden, entsprach er doch der “Eitelkeit des Denkens, der verfinsterten VERNUNFT, der Gottentfremdung und Unwissenheit, der Herzenshärtigkeit und Empfindungslosigkeit” ebenso wie “der Ausschweifung und unreinen sexuellen Gier” (Eph. 4, 17-19).

Der Gottesdienst Israels zielte darauf ab, durch ungezählte wiederholte Opfer die Sünde bewußt zu machen und sie andererseits “unter die Nachsicht Gottes zu stellen”, sie zu “bedecken” bis zur endgültigen Regelung der Sündenfrage durch den Tod Christi (Röm. 3, 25). Auch dies war durchaus “vernünftig”, wenn auch hierin schon eine erste Gottesoffenbarung vorlag, die vorschattend auf das wesenhafte Gottesopfer hinwies.

Die religiöse Suche nach dem Übersinnlichen bestimmte sonderlich die orientalischen Religionen; sie überflutet heute, verbunden mit okkulten Praktiken, mehr und mehr die westliche Welt. Sie kann zwar zur “Anbetung der Engel” führen, dient jedoch dem “Denksinn des Fleisches” und ist Ausdruck des menschlichen “Eigenwillens”, entspricht also durchaus noch den menschlichen Möglichkeiten und Bestrebungen. Auch solcher “eigenwilliger Gottesdienst” dient der “Befriedigung des Fleisches” (Kol. 2, 18-23).

Kann man es aber als “vernünftig” bezeichnen, wenn Menschen ihre Leiber Gott als Hingabeopfer darstellen, wozu auch die “Schlachtopfer der Lippen” (Hebr. 13, 15) gehören, die dem Vater in Not und Leid Dank darbringen? Wahrlich, eine solche Hingabe in der Heiligung ist ein “lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Schlachtopfer”!

Es entspricht durchaus nicht der menschlichen Vernunft und dem Eigenwillen des Fleisches, wenn das “Festopfer” mit “Stricken gefesselt an die Hörner des Brandopferaltars gebunden” und so zur Schlachtung geführt wird; doch birgt dieser Opfergang die Quelle des “Lichtes”, der “Erkenntnis” und der “Vollmacht” (Ps. 118, 27).

Es ist in den Augen der Mitmenschen und auch der frommen Umwelt durchaus nicht “vernünftig”, wenn Glaubende sich nicht dieser Welt gleichstellen und sich den Praktiken dieses Äons nicht anpassen! Aber gerade auf dieser Grundlage erfolgt eine Umwandlung und Erneuerung des Denkens, die sie befähigt, den “guten, wohlgefälligen und vollkommenen Willen Gottes” zu erkennen.

Das in Röm. 12 verwendete Wort logikos ist verwandt mit logos (dem WORT) und bedeutet im Neuen Testament nicht “vernünftig”, sondern “dem Worte (Gottes) gemäß”, kurz “wortgemäß”.

Die Hingabe, zu der uns Paulus im Auftrag Christi auffordert, entspricht (wie eine logische Folgerung) dem Worte Gottes. Der schon erwähnte Prof. Cremer hat bereits 1870 auf diese Übersetzungsnotwendigkeit hingewiesen, Heinrich Langenberg und F. H. Baader sind ihm gefolgt. Lesen wir nun Röm. 12, 1-2 im Zusammenhang:

“Ich ermuntere euch nun, Brüder, durch die Barmherzigkeitserweise Gottes: Stellt eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer zur Verfügung — dieses ist euer wortgemäßer Gottesdienst! Paßt euch nicht dieser Weltzeit an, sondern lasset euch umwandeln durch die Erneuerung eures Denkens. Dann werdet ihr fähig sein zu prüfen, worin der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes besteht!” —

Ähnlich verhält es sich bei dem zweiten Vorkommen des Wortes “logikos” (in 1. Petr. 2, 1-2). Dort ist (wie in 1. Petr. 1, 23) von der Wiedergeburt die Rede, die aus unverweslichem Samen, nämlich durch das lebendige und bleibende WORT GOTTES im Geiste des Menschen geschieht. Doch bedarf das gottgeschenkte Leben des Wachstums von der anlagebedingten VOLLKOMMENHEIT zur Ausreife der VOLLENDUNG. Das in sich “vollkommene” Baby muß in der rechten Weise ernährt werden, um gesund wachsen und zum Mannesalter heranreifen zu können. Die Ernährung muß sinnvoll, altersgemäß und organismusbezogen geschehen.

Während nun der gereifte Gottesmensch die feste Nahrung, das “Brot des Wortes Gottes” essen und “verdauen” kann, um so in das Ganze der Wahrheit hineinzuwachsen, bedarf das Kindlein in Christo der MILCH.

So falsch es nun ist, dem Erwachsenen immer nur Säuglingsmilch anzubieten (s. Hebr. 5, 11 - 6, 3), so falsch wäre es, einen Säugling dazu aufzufordern, er möge sich doch bitte selbst mit Brot und einer gehörigen Zukost aus dem Kühlschrank bedienen.

Nach Hebr. 5 besteht die Milch des Wortes Gottes aus den “Anfangsgründen”, dem Elementarunterricht des Christus. Doch sollte auch die Milch des Glaubensanfangs zwei Qualitäten haben: Sie muß unverfälscht sein (frei von menschlicher Philosophie, weltlicher Methodik und seelenfängerischer Psychologie), sollte also bei aller Schlichtheit der Darbietung völlig dem Evangelium Christi, ohne fremde Beimischungen, entsprechen! Und diese MILCH sollte nicht “vernünftig”, d. h. der menschlichen Vernunft angepaßt, sondern in allem wortgemäß sein!

Wie wird hierbei oft gegen das werdende geistliche Leben gefrevelt! Wer kann den Schaden ermessen, der dadurch entsteht, daß man in Evangelisationen versucht, mit allen nur möglichen Werbemethoden unserer Weltzeit an Menschen “heranzukommen”, die man anders nicht zu gewinnen glaubt. “Mit Speck fängt man Mäuse”, so drückt es drastisch der Volksmund aus, d. h. in unserem Falle mit psychologischer “Seelenmassage”, mit “christlicher” Popmusik, mit werbewirksamen und oft reißerischen Filmen, mit der Philosophie und Literatur unserer Zeit … Dabei verzichtet man oftmals auf die Verkündigung des klaren Wortes Gottes.

Was aber ist die Folge einer verfälschten und nicht wortgemäßen Anfangsernährung? Unklare Bekehrungen, ein Stehenbleiben Bekehrter auf der geistlichen Säuglingsstufe, Ungewißheit darüber, ob wirklich neues geistliches Leben gewirkt wurde oder nicht sowie ein jahrelanges oder jahrzehntelanges Vegetieren am Rande des geistlichen Existenzminimums.

Paulus verzichtete bewußt auf solcherlei Hilfsmaßnahmen; er verwarf sogar die Rhetorik (Redekunst) der Redner Griechenlands als untauglich für die Evangeliumsverkündigung, weil er befürchtete, durch ihren Gebrauch das Kreuz Christi unwirksam zu machen, das letztlich immer Scheidungen auslöst. Der Glaube der von ihm für Christus gewonnenen Menschen sollte nicht gründen auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft (1. Kor. 1, 17; 2, 1-5).

Und je mehr man heute auf weltliche Methoden baut, um so mehr wird man in den Gemeinden die Wirkungen echten Lebens und göttlicher Kraft vermissen! Oft bleiben von Hunderten, die “nach vorn kamen”, nur drei oder vier übrig, und selbst von diesen leben viele “am Rande der Gemeinde”.

Die Arbeitsweisen dieser Weltzeit gehören zur “vernunftgemäßen Milch”. Gottes Wort jedoch fordert die Ernährung der Glaubenskinder mit der “wortgemäßen Milch“. — Lesen wir auch diesen zweiten Text:

“Ihr seid nicht wiedergeboren (oder: von oben gezeugt) aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes … Dies aber ist das Wort, welches euch verkündigt worden ist … Gleichsam wie neugeborene Kindlein seid begierig nach der wortgemäßen (dem Worte Gottes entsprechenden) unverfälschten MILCH, damit ihr durch diese wachset bis hin zur (Voll)-Errettung, wenn ihr überhaupt je geschmeckt habt, daß der HERR gütig ist” (1. Petr. 1, 23; 2, 2-3). —

Wesenhafter Glaube kommt aus der Verkündigung; eine Verkündigung aber, die solchen Glauben bewirkt, kommt immer aus und durch Gottes Wort (Röm. 10, 17).

Wer größere Wirksamkeit von den werbewirksamen Methoden dieser Welt erwartet und darum MILCH mit WASSER mengt und das Wort Gottes verfälscht, wird niemals geistliche Geburten bewirken, sondern eher eine Unzahl geistlicher Mißgeburten (man vgl. Hebr. 12, 8).

Geistliche Sachverhalte können von Geistesmenschen unverfälscht nur mit geistlichen, dem Geiste Gottes gemäßen, Methoden weitergegeben werden (1. Kor. 2, 12-13):

“Wir haben aber nicht den GEIST DES KOSMOS empfangen, sondern den GEIST AUS GOTT, damit wir die Wirklichkeiten kennen, die uns von Gott geschenkt worden sind; diese verkündigen wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch Menschenweisheit, sondern in Worten, die der Geist lehrt, indem wir geistliche Wirklichkeiten vermitteln durch geistgemäße Methoden.”

Vollziehen wir so unseren Dienst, daß wir dem Wort und dem Geist des lebendigen Gottes vertrauen? Oder setzen wir unser Vertrauen mehr auf das Fleisch mitsamt seinen kosmischen Methoden? Diese hat auch Demas wieder lieben gelernt, weshalb er Paulus verließ.

Der Paulusbefehl “Habe ein Muster gesunder Worte!” (2. Tim. 1, 13) will uns zu gesundem wortgemäßen Glauben und zu gesunder unverfälschter Verkündigung führen. Je mehr wir unseren eigenen Gedanken und “originellen Einfällen” mißtrauen lernen, auch wenn diese bei den Zuhörern “ankommen”, um so mehr kann unsere Verkündigung in Anspruch nehmen, sie sei nicht Menschenwort, sondern in Wahrheit Gottes Wort. Aber nur dann!

Auch der Apostel Paulus “führte alle Gedanken, die sich erheben wollten gegen die Höhe der Erkenntnis Gottes, in Kriegsgefangenschaft unter den Gehorsam des Christus” (2. Kor. 10, 5).

Führt dies zur sklavischen Abhängigkeit vom “Buchstaben” des Wortes, wie man uns oftmals vorwirft? Die “freien theologischen Geister”, die sich zu “Meistern des Wortes” machen, vergessen nur eines: Daß auch der SOHN GOTTES nichts von sich selbst tun und nichts “aus Seinem Eigenen” reden konnte; Er handelte und lehrte in völliger Abhängigkeit vom Vater. So war Er einerseits der Allerunselbständigste und andererseits der Vollmächtigste, der je über diese Erde ging. —

Wortgemäße Verkündigung — wortgemäßer Gottesdienst — wortgemäßes Handeln.

“Wer das Wort verachtet, wird von ihm umstrickt” (Spr. 13, 13);
“Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen!” (Spr. 16, 20).


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Ergänzung von Heinz Schumacher:

Eine besonders große Gefahr für Glaubensentstehung und Glaubenswachstum sehe ich in unserer Zeit — seit wenigen Jahren in steigendem Maße — durch die stark verbreiteten ungenauen Bibelübersetzungen heraufziehen. Wer ungenauen und weithin fehlerhaften Übersetzungen (besser: Umschreibungen) folgt, kann sich scheinbar “wortgemäß” ernähren und verhalten und geht doch in die Irre! Die raffinierte Verführung liegt darin, daß man scheinbar die BIBEL liest, das WORT liest, und dennoch keinen genauen und zuverlässigen Text in Händen hält. Man ist somit gar nicht in der Lage, ein klares Bild biblischer Lehre zu erlangen!

Man sage nicht, dies sei für “Kindlein in Christo” gar nicht so wichtig! Erstens verhält es sich so, daß man die Bibelübersetzung, die man als erste in jungen Jahren des Glaubens in die Hand bekommt, in den meisten Fällen zeitlebens behält und schätzt und davon zehrt; zweitens ist “Lehre” im Sinne der Bibel keineswegs nur etwas für Spezialisten; auch schon das junge Gotteskind braucht sie zum Wachstum und zur Orientierung! Paulus lehrt und ermuntert — ermuntert und lehrt — im gleichen Atemzug.

Wie aber kann man eine Bibelübersetzung richtig beurteilen und bewerten? Ich möchte versuchen, in aller Kürze Maßstäbe hierfür aufzuzeigen. Als Beispiel nehme ich die Verse 1-3 und 8-11 aus Römer 5. Da begegnen uns in einer guten, einigermaßen wörtlichen Übersetzung der Reihe nach die Begriffe: Gerechtfertigt oder gerecht geworden — Glaube — Friede — Gnade — Hoffnung — Herrlichkeit — Liebe — Sünder — durch Sein Blut gerechtfertigt oder gerechtgesprochen — gerettet oder bewahrt vor dem Zorn — Feinde — Tod Seines Sohnes — versöhnt — gerettet werden — Versöhnung.

Wenn man alle diese wichtigen biblischen Lehrbegriffe — oder doch den größten Teil — genau übersetzt wiederfindet, würde ich eine solche Übersetzung gut oder brauchbar nennen. Dies war beim obigen Text in folgenden der von mir eingesehenen Übersetzungen der Fall: Elberfelder, Luther, Zürcher, Menge, Konkordante, Schlachter, Bruns, Jerusalemer, Hamp-Stenzel-Kürzinger, Einheitsübersetzung, Albrecht-NT. — Wo dagegen die Hälfte dieser Begriffe (oder noch mehr) in unklare Wendungen aufgelöst, vernebelt, verwässert ist, wo man statt “versöhnt” sagt: “Gottes Freunde geworden”, da kann ich derartige Umschreibungen beim besten Willen nicht empfehlen, sondern muß davor warnen. Dies gilt für “Die Bibel in heutigem Deutsch” (”Gute Nachricht”) sowie für das Zink-NT, die “Fotobibel” und “Hoffnung für alle” (NT-Ausgabe). (Von der “Volx-’Bibel’” ganz zu schweigen!; Anm. J.K.)

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 3/1984; Paulus-Verlag, Heilbronn)

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