Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Zionismus — Bolschewismus — Antisemitismus

Autor: Ströter, Ernst F., Prof.  |  Kategorie(n): Israel, Völkerschaften, Zeitgeist, Zeitgeschichte & Politik  |  782 x gelesen

Vorbemerkung: Dies ist die letzte Betrachtung zur Weltlage, die wir aus der Feder von Professor Ströter in der Zeitschrift “Das Prophetische Wort” abgedruckt fanden. Sie erschien erst nach seinem Tode im November/Dezember 1923. Da Ströter am 29. August 1922 in Zürich verstorben ist, muß er diese Betrachtung 1922 — wahrscheinlich aber schon wenige Jahre zuvor — verfaßt haben. Es wird darin das Negative am Judentum, sein Fluchwesen, nicht verschwiegen; viel kräftiger aber ertönt Ströters Nein zum hochmütigen, brutalen Antisemitismus. In geradezu prophetischer Weise — als sähe er im Zeichen des Hakenkreuzes, das er “das Symbol der erlösenden Liebe Gottes mit Teufelskrallen” nennt, Schlimmes kommen — mahnt und warnt er vor dem “gefährlichen Gift judenfeindlicher Gesinnung und Handlungsweise”. Hätte Ströter die Hitlerzeit erlebt, er wäre sicher einer der wenigen gewesen, die von Anfang an das teuflische Blendwerk und den frommen Schein durchschauten.
H. Schumacher


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Die Judenfrage ist brennend geworden, mehr als seit Jahrhunderten. Man braucht nur drei Worte auszusprechen: Zionismus, Bolschewismus, Antisemitismus — dann hat man sie in ihrer ganzen unheimlichen Ausgestaltung vor sich. Sie ist das drohendste, unheilvollste Ungewitter, das am Himmel der christianisierten Völkerwelt aufsteigt — höher und höher. Wer soll es bannen, wer es zerstreuen?

1. Um beim Z zu beginnen: Was will der Zionismus? Er bedeutet das erst seit 40 Jahren vernehmliche “Erwachen der jüdischen Nation”. Es war etwas Neues, die Welt Überraschendes, daß dieses rastlos umgetriebene, nirgends heimische Wandervolk, das überall nur geduldet wurde und nur zur Miete wohnte, anfing sich zu schütteln und von Heimat und Vaterland nicht nur dumpf zu träumen, sondern deutlich zu reden. Das fand bald seinen kräftigen Ausdruck in der bekannten Herzl’schen Schrift “Der Judenstaat”. Aus dem Inhalt dieses Buches erwuchs der politische (durchaus nicht religiöse) Zionismus. Er stellte mit viel Geschick, unter großem Enthusiasmus und unter dem Beifall vieler bibelgläubiger Nichtjuden Europas und Amerikas auf dem Ersten Zionistischen Kongreß zu Basel 1897 das bestimmte Programm der Forderung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina auf. In etwas mehr als 20 Jahren hat diese Bewegung an Tiefe, Stärke und Ausdehnung derart gewonnen, daß die beiden großen angelsächsischen Reiche, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die mit als Sieger aus dem Weltkrieg hervorgingen, sich in unzweideutiger Weise auf das zionistische Programm verpflichtet und dessen Durchführung dem jüdischen Volk versprochen haben. Ein Erfolg einer großen Idee, wie die ganze Völkergeschichte kaum einen ähnlichen aufweisen dürfte.

Wir fragen nun im Lichte der biblischen Offenbarung, die als das einzig feste prophetische Wort allein Licht geben kann: Ist der Zionismus göttlich oder nur menschlich? Oder ist da ein trübes, unheilvolles Gemisch von beidem, Göttlichem und Menschlich-Fleischlichem? Offenkundig das letztere. Wohl die weitaus größte Zahl der anerkannten, gründlichsten Kenner des Wortes der Weissagung erblickt im politischen Zionismus die real-geschichtliche, buchstäbliche Erfüllung einer der großartigsten Weissagungen aller Zeiten, des Gesichtes von den toten Gebeinen des ganzen Hauses Israel, wie es dem Propheten Hesekiel (Kap. 37, 1-14) im Geiste vor mehr als 2500 Jahren gezeigt wurde. Jehovah selbst deutet es nicht auf die gottentfremdete Heidenwelt, noch auf eine erstorbene Christenheit, sondern spricht: “Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.” An dieser Deutung ist nicht zu rütteln. Nun vollzieht sich aber vor den Augen des Propheten die göttliche Ausführung seiner großen Wiederbelebung des ganzen Hauses Israel nicht mit einem Schlage, sondern in zwei ganz deutlich unterschiedenen Vorgängen. Zuerst geschieht nur ein Rauschen, eine mächtige Bewegung unter den weithin zerstreuten, sehr dürren Gebeinen; Bein kommt zu Bein, es wachsen Fleisch, Adern und Haut daran — aber (und das ist ein gewaltiges Aber!) es war noch kein Leben darin! Es bedarf eines zweiten Weissagens durch den Propheten, ehe der Lebensodem des Allmächtigen diese Getöteten an- und durchweht, und erst dann stehen sie da, ein großes Volk für Jehovah.

Nun wissen wir aus der Heiligen Schrift, daß ein Geschehen, ein Ereignis, eine Tat gottgewollt und an sich Gott wohlgefällig sein kann und doch von Gott abgelehnt und zurückgewiesen wird, weil man dabei Gottes Zeit nicht erkannt und innegehalten hat. So haftet dem Zionismus diese unheimliche Eigenart an, daß er unzweifelhaft auf einem gottgewollten Plan beruht — das ganze Haus Israel soll eines Tages wieder “Leben aus den Toten” darstellen. Aber heute sind es Tote, denen der Mödergeruch noch anhaftet, die sich gebaren, als wären sie lebend. Der Zionismus hat noch nicht den gewaltigen Abstand gelernt zwischen “Selbsthilfe”, die er auf sein Panier geschrieben, und dem großen Psalmwort: “Unsere Hilfe ist von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat”. Ehe ihm diese Erkenntnis aufgeht, kann er nur Unheil zeugen.

2. Was ist es um das andere jüdische Produkt der letzten Jahre, den Bolschewismus? Kann man bei dieser schaurigen Erscheinung auch reden von einem göttlichen oder gar christlichen Gedanken, der ihm an der Wurzel liege? Auf den ersten Blick ist man ja versucht, eine solche Vorstellung als zu ungeheuerlich rundweg abzuweisen. Wir dürfen aber nie vergessen, daß Satan selbst nach der Schrift vor seinem Sturz ein herrlicher, schirmender Cherub war, daß alle Machenschaften, Ränke und Anschläge der Finsternis um so gefährlicher, verführerischer und berückender sind, je reicher der Edelgehalt hoher, göttlicher Ideale in ihnen ist, dessen entsetzliche Zerrbilder sie sind.

Was ist nun das Geheimnis der berückenden Zaubermacht, die heute die Gemüter einer gequälten und mißbrauchten Menschheit in erschreckender Ausdehnung und Tiefe ergriffen hat und in den Strudel der Weltrevolution zu reißen droht? Es ist nichts Geringeres als die edelste, zarteste Frucht des machtvoll wirkenden Heiligen Geistes in der Muttergemeinde (aus Israel!) in Jerusalem — der idealste Kommunismus! Von diesem Ideal vollendeter, freier, aus dem Geist der reinsten, selbstlosen Bruderliebe, ohne jeden Gesetzeszwang (Apg. 5, 4) gezeugter Gemeinschaft aller Güter des Lebens nährt sich der Bolschewismus. Genauso wie sich der Pazifismus nährt von der Meinung, die Menschheit brauche den Frieden auf Erden nur zu wollen, dann habe sie ihn — denn Gott wolle ihn und nicht den Krieg. Was alles korrekt gedacht ist — nur in völliger Mißachtung der göttlichen Zeiten. Die gegenwärtige Weltzeit trägt nach Jesu untrüglichem Zeugnis den Charakter Krieg und Kriegsgeschrei (Matth. 24, 7.8), und wird dieses Gepräge tragen, bis des Menschen Sohn wiederkommt. Das dann folgende Zeitalter, von dem Jesaja 2, 1-4 und Micha 4, 1-4 weissagen, wird die Herrschaft der Gerechtigkeit und des “Friedens auf Erden” bringen. Aber den Weltfrieden jetzt machen wollen, den der Sohn Gottes allein bringen kann und wird, ist ein Unterfangen, auf das Gott dem amerikanischen selbsterwählten Friedensbringer (gemeint ist Präsident Wilson, H. Sch.) mit erschütternder Deutlichkeit die Antwort gegeben hat. Davon sollte man gelernt haben; es hat aber nicht den Anschein.

Ebenso ist der entsetzliche Bolschewismus nichts anderes als ein frevelhaftes, aus dem Abgrund stammendes, titanenhaftes Streben, etwas mit Gewalt und Terror zu “machen”, was nur der Heilige Geist in vollkommener Freiheit schöpferisch zeugen konnte.

Und nun fragen wir weiter:

3. Was ist denn der Antisemitismus? Wie schon der Name sagt, ist dieser nicht jüdischer Herkunft, wiewohl es auch Antisemiten jüdischer Abstammung gibt*, so seltsam das klingt.

Kann man nun auch beim Antisemitismus von einem idealen, göttlich bestimmten Grundzug reden, wie bei jenen beiden jüdischen Erscheinungen, nur daß er auch Gottes Zeiten und Gottes Weise mißachtet hätte? Der Zionismus gründet auf einer großen Zahl der klarsten, bündigsten Verheißungen Gottes von Israels dereinstiger nationaler Wiederherstellung und Wiedergeburt im Land seiner Väter. Der Bolschewismus verdankt sein Daseinsvermögen und seine ideale Stoßkraft jener unbeschreiblich zarten, anmutigen Erstlingsfrucht geistgezeugter Bruderliebe auf israelitischem Volksgemeindeboden, der wohl einmal eine reiche Vollernte folgen wird. Derartiges kann vom Antisemitismus beim besten Willen nicht gesagt werden. Der einzige Boden, von dem aus eine Rechtfertigung versucht werden kann, ist der der bitteren Notwehr. Man kann ihn vom Standpunkt bloß menschlichen, natürlichen Empfindens verstehen. Denn es ist unleugbar, daß das moderne, sogenannte Reformjudentum insonderheit ein zerstörendes, zersetzendes Element in der Entwicklung der Völker bedeutet. Ihrer gottgewollten Berufung und Bestimmung, ein Segen zu sein für die Geschlechter der Erde, schnurstracks zuwider sind sie ein Fluch, ein Verhängnis geworden. Ihre hervorragende geistige Begabung, Intelligenz, Gewandtheit, Anpassungsfähigkeit, ihr rücksichtsloses Strebertum haben ihnen in wenigen Jahrzehnten seit Erlangung der allgemeinen Menschenrechte zu einer Vorherrschaft auf dem Gebiet des Welthandels, der Weltfinanz, der internationalen Presse verholfen, die in gar keinem Verhältnis steht zu ihrer geringen Zahl.

Es ist eine sehr ernste Frage, ob dies alles den tätigen Antisemitismus rechtfertige oder entschuldige, und zwar vom Standpunkt des Evangeliums. Seinerzeit ist das geflügelte Wort gefallen: “Die Juden sind die Maden in unserem Volkskörper”. Darin liegt das ungewollte Eingeständnis, daß in diesem vieles faul sein muß. Denn in einem gesunden Leibe bilden sich keine Maden.

Ist es ungebührlich, in diesem Zusammenhang zu fragen: Wie konnte es geschehen, daß eine Handvoll Juden einen so verhängnisvollen, unheilschwangeren Einfluß in unserm Volke und in unserer Regierung (vor und erst recht nach der Revolution) erlangen konnte? Hat Gott nicht die Juden seit der Zertrümmerung ihres eigenen Staates wehrlos in die Hände vornehmlich der Völker Europas gegeben, zu denen Er Sein Evangelium sandte? Gott gab sie uns christianisierten Völkern in die Hände, d. h. in die Zucht und Schule, mit der erklärten Absicht, wie im Römerbrief ausgesprochen (11, 11), damit sie uns nacheifern möchten! — Wie haben wir uns dieser einzigartigen Aufgabe entledigt? Wir haben dafür Sorge getragen, daß für sie das Kreuz zum Sinnbild namenloser Grausamkeiten und Schandtaten wurde. Wir haben sie unter Ausnahmegesetzen geschmäht, geschändet, beraubt, geplündert und meinten, Gott einen Dienst zu tun. Mehr denn 15 Jahrhunderte jüdischer Geschichte im Herzen des “christlichen” Europas sind nur mit Blut und Tränen zu schreiben, die ihnen von Bekennern des Gekreuzigten ausgepreßt wurden. Unsere frommen (!) Vorfahren haben sie beharrlich — und das galt noch in der Knabenzeit des Schreibers dieser Zeilen — aus jedem ehrbaren Gewerbe oder Handwerk ferngehalten. Der Jude durfte den Acker nicht bestellen, in keine Werkstatt aufgenommen werden, keine höheren Schulen besuchen. Er galt für so ehrlos, daß er sich vor dem Jahre 1848 nicht einmal für König und Vaterland totschießen lassen konnte! Was blieb ihm? Der Handel, der Schacher, der Wucher. Nun ist er naturgemäß auf diesem Gebiet Virtuose geworden. Und jetzt schreit man: Fort mit dem Juden! — den wir selbst gezüchtet haben. Aber es ist eine nur zu bekannte Tatsache, daß der Mensch niemand ärger haßt als den, dem er großes Unrecht getan hat. Wir könnten aber auch wissen, daß es ein unerbittliches Gesetz göttlichen Gerichtswaltens ist, die Missetat der Väter heimzusuchen an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Womit man sündigt, damit wird man gestraft. Mit erschütternder Deutlichkeit beweist doch der allmächtige Gott heute in Sowjetrußland jedem, der sehen will, daß Seine Drohungen keine leeren sind. Er ließ einst durch Jeremia (30, 16) verkündigen: “Darum sollen alle, die dich (Israel) gefressen haben, gefressen werden … alle, die dich geplündert haben, sollen geplündert werden.” Und was erleben wir heute? Daß vor den Augen einer starr und ohnmächtig zuschauenden Welt das große, reiche, einst so gefürchtete Rußland von ein paar hundert Juden buchstäblich aufgefressen wird — und es ist kein Retter da, der aus der Hand des Allerhöchsten erretten könnte. Die Weltgeschichte ist ein Weltgericht. Möchten das doch alle zu Herzen nehmen, die einen starken Hang zum Antisemitismus haben und ihn nicht nur für erlaubt, sondern für durchaus berechtigt, ja für eine vaterländische Pflicht und erstrebenswerte Aufgabe halten!

Wir erwarten ja nicht, bei denen einen tiefen Eindruck zu machen, die mit dem Glauben an den lebendigen Gott und Sein Wort gebrochen haben. Es ist aber noch Furcht Gottes bei vielen unseres Volkes, und diese müssen gewarnt werden vor dem gefährlichen Gift judenfeindlicher Gesinnung und Handlungsweise. Uns geziemt in erster Linie Beugung und Anerkennung unsrer und unserer Väter Versündigung an dem Volk göttlicher Wahl; an dem Volk, dem anvertraut ist, was Gott geredet hat — und sie haben ihre und unseres Herrn Jesu einzige Bibel besser bewahrt als unsere modernen Theologen, die diese zerfetzt haben, wie die Säue einen Hafersack! An dem Volk, aus welchem Christus herstammt nach dem Fleisch. An dem Volk, dem noch eine unermeßliche Fülle göttlicher Zusagen gehört, die in Christo Jesu “Ja und Amen” sind. An einem Volk, dem Gott, der nicht lügen kann, die Treue hält (Röm. 3, 3.4; 9, 6), und der verheißen hat: “Und es soll geschehen: wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Völkern, du Haus Juda und du Haus Israel, also will ich euch erretten, daß ihr ein Segen werden sollt” (Sach. 8, 13). Also das Ausmaß des jetzigen Fluches = das Ausmaß des zukünftigen Segens.

Wir wollen zu Herzen nehmen, was Gott schon zu Abraham geredet hat: “Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden” (1. Mo. 12, 3)! Die Geschichte bezeugt es tausendfach, daß diese Worte nicht bloßer Schall und Rauch gewesen sind.

Wenn noch etwas fehlte, um jedem wahren Christen die Augen zu öffnen über den Abgrundscharakter des organisierten Antisemitismus, der sich in das Engelsgewand eines Verteidigers “echt deutscher Frömmigkeit” kleidet, dann ist es das von ihm selbst erwählte Zeichen des Hakenkreuzes! Das Symbol der erlösenden Liebe Gottes in Christo mit — Teufelskrallen! Das allein sollte genügen, jedem ernsten Christen zu offenbaren, was das für ein Geist sei, der den heutigen Antisemitismus beseelt und treibt.

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; Paulus-Verlag; Heilbronn)


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* Dazu zwei Links zu einem Gerichtsstreit, der 2007 durch die deutsche Presse ging:

1. Gibt es jüdischen Antisemitismus? Na klar. Können das deutsche Richter kapieren?
2. Henryk M. Broder über jüdischen Antisemitismus, Selbsthass und Judenfragen

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