Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der Gott des Maßes

Autor: Heller, Adolf  |  Kategorie(n): Andachten, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  614 x gelesen

Jeder Name Gottes ist eine Offenbarung seines Wesens. Wenn wir bei den verschiedenen Gottesnamen des Alten Testamentes beachten, in welchen Zusammenhängen sie gebraucht werden, oder wenn wir die vielen Bezeichnungen unseres Vaters im Neuen Testament, sonderlich im paulinischen Schrifttum ansehen, so finden wir eine solche Fülle köstlicher Wahrheiten, dass unser Herz weit und froh wird ob dem überschwenglichen Reichtum, der dadurch geoffenbart wird.

Einer der Namen, die am wenigsten bekannt sind, lautet: “Gott des Maßes”. Wir finden ihn im zweiten Korintherbrief, wo der Apostel im Zusammenhang schreibt: “Wir wagen nicht, uns etlichen derer beizuzählen oder zu vergleichen, die sich selbst empfehlen; sie aber, indem sie sich an sich selbst messen und sich mit sich selbst vergleichen, sind unverständig. Wir aber wollen uns nicht ins Maßlose rühmen, sondern nach dem Maße des Wirkungskreises, den der Gott des Maßes uns zugeteilt hat” (2. Kor. 10, 12.15; Elberf. Übers.).

Paulus warnt vor falschen Maßstäben, die unverständige Diener am Evangelium gebrauchen. Übertreibungen und Maßlosigkeit führen zuletzt immer in Vermessenheit. Denn wer kein rechtes Maß hat, der vermisst sich. Um die anvertrauten Gemeinden davor zu bewahren, spricht Paulus von dem “Gott des Maßes”, der auch den Wirkungskreis jedes Einzelnen zuteilt oder mit der Messschnur abmisst.

Betrachten wir das Wirken des Gottes des Maßes in vierfacher Beziehung:

  1. in der Schöpfung;
  2. in seiner Regierung;
  3. in Gericht und Leid;
  4. in dem Erweis seiner Gnade.

Von den vielen köstlichen Zeugnissen, die die Schöpfermacht Gottes beschreiben, seien nur zwei aus dem ältesten Buch der Schrift genannt:

Hiob 28, 25 und 38, 5. Da lesen wir u. a., dass Gott dem Wind sein Gewicht bestimmte, die Wasser mit dem Maß abwog, dem Regen sein Gesetz verordnete und eine Bahn dem Donnerstrahl. Alle Maße der Erde hat Gott bestimmt und die Mess-Schnur über sie gezogen.

Wem das keine dichterischen Übertreibungen sind, wer vielmehr glauben darf, dass auch solche Aussagen im Vollsinn Wort Gottes sind, und nicht nur Wort Gottes enthalten, der kann daraus nicht nur manche Erkenntnis lernen, sondern auch reichen und tiefen Trost daraus schöpfen. Denn “der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.”

Halten wir fest, dass Gott in seiner Eigenschaft als weiser Schöpfer alles genau geplant und nach Maß und Gewicht festgesetzt hat, sodass keine noch so starken Naturgewalten die verordneten Grenzen zu überschreiten vermögen (Ps. 104, 5-9).

Nicht nur in der Schöpfung, sondern auch in der Regierung aller Welten und Wesen, sonderlich seiner jeweiligen Segensträger und Heilskörperschaften, ist der Vater ein Gott des Maßes.

Wenn David in Ps. 39, 4 betet: “Tue mir kund, o Herr, das Maß meiner Tage”, so darf der Glaube, der von jedem Wort Gottes lebt, also auch von diesem, etwas daraus ersehen. Unsere Lebenszeit ist nicht von zufälligen Ereignissen, von Hungersnöten und Erdbeben, Kriegen und Revolutionen, letztlich auch nicht von Gesundheit oder Krankheit, sondern zutiefst von dem Maß unserer Tage abhängig, das Gott bestimmt hat. Welch einen wunderbaren Frieden vermittelt diese köstliche Erkenntnis!

Neben dem persönlichen Einzelleben hat Gott auch das Leben der Völker, ihre Grenzen und Zeiten, bestimmt und verordnet. Das bezeugt Apg. 17, 26, wo geschrieben steht: “Er (Gott) hat aus einem Blut jede Nation der Menschen gemacht, um auf dem ganzen Erdboden zu wohnen, indem er verordnete Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat.”

Was lernen wir daraus? Zunächst das, dass alle Völker aus einem Blute geschaffen, also untereinander eng verwandt sind. Zum andern ersehen wir aus diesem Zeugnis, dass die Zeiten des Aufstiegs und des Niedergangs, der Grenzerweiterung und der Grenzverengungen der Nationen letztlich von Gott selbst festgesetzt und verordnet sind.

Das gibt uns in allen Wehen und Wirren des Weltgeschehens starken Trost und freudige Zuversicht ins Herz. Der heilige, treue Gott lenkt und leitet alles nach vorbedachtem Plan und entsprechend den Maßstäben seiner unantastbaren Gerechtigkeit.

Lasst uns ihm deshalb vertrauen und danken, komme was da wolle! Wie für das irdische, so gibt es auch für das geistliche Leben, für unseren Glauben und unser Zeugnis ein von Gott verordnetes Maß. Davon lesen wir z. B. in Rom. 12, 5.6: “Gott hat einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt … lasst uns weissagen nach dem Maße des Glaubens!” Einerseits werden wir immer wieder aufgefordert zu glauben, als sei das eine Handlung und Tätigkeit, die wir zu vollbringen hätten; andererseits wird uns bezeugt, dass Gott einem jeden ein gewisses Maß des Glaubens zugeteilt hat. Wer Gott in Christo Jesu wirklich kennt, der sieht hier keinen unlösbaren Widerspruch, sondern weiß, dass das zwei Seiten der gleichen Sache sind, wie wir das in so vielen Zusammenhängen göttlicher Wahrheit finden.

Wir sollen und dürfen uns nach Gnade ausstrecken und die Gnade ergreifen. Doch steht wiederum geschrieben: “Jedem einzelnen von uns ist die Gnade gegeben worden nach dem Maße der Gabe des Christus” (Eph. 4, 7). Auch die Wirksamkeit jedes einzelnen Teiles des Leibes Christi und die Vollzahl der Glieder des Christuskörpers sind nach göttlichen Maßen bestimmt, wie wir in Eph. 4, 16 und 15 lesen. Dort heißt es:

“… aus welchem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maße jedes einzelnen Teiles …” und “… bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Manne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus.”

Wir sehen also, dass nichts zufällig geschieht oder von bösen Mächten und irrenden Menschen abhängig ist, sondern dass Gott letztlich alles nach heiligen Maßen verordnet und bestimmt hat und so das All zu seinen Zielen lenkt und leitet. —

Von wesenhafter Bedeutung für unser persönliches Leben ist die Tatsache, dass Gott zu allem Gericht und Leid, das auf dieser armen, gequälten Schöpfung lastet, nach heiligen Maßstäben verfährt. So sagt z. B. der inspirierte Prophet hinsichtlich der Verstellung und Preisgabe des Bundesvolkes an die Nationen: “Mit Maßen, als du es verstießest, hast du mit ihm gerechtet” (Jes. 27, 8a).

Oder schlagen wir einmal die ernsten Drohworte nach, die der Herr an Babylon richtete, weil es in der Ausübung göttlicher Strafen, wozu es gesetzt war, nicht Maß hielt, sondern über die verordnete Grenze hinausging! Wie viele bedeutungsvolle, weltgeschichtliche Wahrheiten sind daraus zu ersehen! Gott gebietet: “Sitze stumm und gehe in die Finsternis, Tochter der Chaldäer (Babel), denn nicht mehr sollst du Herrin der Königreiche genannt werden. Ich war ergrimmt über mein Volk, ich entweihte mein Erbteil, ich gab sie in deine Hand. Du hast ihnen kein Erbarmen erzeigt, auf den Greis legtest du schwer dein Joch; und du sprachst: in Ewigkeit werde ich Herrin sein!, sodass du dir dieses nicht zu Herzen nahmst und das Ende davon nicht bedachtest. Aber es kommt ein Unglück über dich, das du nicht wegzaubern kannst; und ein Verderben wird über dich herfallen, welches du nicht zu sühnen vermagst; und plötzlich wird eine Verwüstung über dich kommen, die du nicht ahnst” (Jes. 47, 5-11).

Lesen wir dazu ferner Jer. 51, 12-15: “Erhebet das Panier gegen die Mauern von Babel hin, verschärfet die Bewachung, stellet Wächter auf, bereitet die Hinterhalte! Denn wie der Herr es sich vorgenommen, also führt er es aus, was er über die Bewohner von Babel geredet hat. Die du an vielen Wassern wohnst, reich an Schätzen bist, dein Ende ist gekommen, das Maß deines Raubes!”

Wenn das Maß des Frevels eines Volkes voll ist, dann greift Gott ein, und niemand vermag seinem gerechten Gericht zu entfliehen. Auch Daniel 8, 23 bezeugt diese Wahrheit, wenn es dort heißt, dass Frevler ihr Maß voll machen und dem Verderben verfallen.

Sogar die Tränen, die wir weinen, sind von Gott gemessen und gezählt. Sagt doch Asaph im 80. Psalm: “Du hast sie mit Tränenbrot gespeist, hast sie maßweise getränkt mit Zähren” (Vers 5). Und Ps. 56, 9 lautet nach der Lutherübersetzung: “Zähle die Wege meiner Flucht! Fasse meine Tränen in deinen Krug. Ohne Zweifel, du zählest sie.” Wie tröstlich ist es, dass unser Vater auch um die heimlichen Tränen weiß, die wir in unseren Nöten und Ängsten weinen, dass er sie sogar zählt und ihrer gedenkt! Keine Last und kein Leid, keine Angst und kein Gericht ist “über die Maßen”. In heiliger Anteilnahme ist Gott selbst um seine Feinde besorgt, da er ja nicht ihre Vernichtung, sondern ihre Zurechtbringung will. Selbst über den, den er verstoßen wußte, sinnt er nach, um ihn wieder zu sich zurückzubringen, wie wir in 2. Sam. 14, 14 lesen.

Wenn Gott zürnt, so lässt er nicht wie wir sündigen Menschen seiner Wut freien Lauf und gerät außer sich. Nein, er lädt Last und Leiden “mit Maßen” auf seine Geschöpfe und hat selbst dann, wenn er sie dem Teufel, seinem großen und furchtbaren Kerkermeister übergibt, Heilsziele im Auge (vergl. 1. Kor. 5, 5; 1. Tim. 1, 20). Nie legt uns Gott mehr Not und Trübsal auf, als unbedingt heilsnotwendig ist und zu unserer Rettung, Heiligung und Vollendung dient. Wie wunderbar und tröstlich ist es, das in allen Lagen unseres Lebens im Glauben festzuhalten!

Noch eine überaus wichtige Wahrheit sei in diesem Zusammenhang genannt: das Gericht, womit man andere richtet, und das Maß, mit dem man andere mißt, bestimmt man sich selbst durch sein eigenes Verhalten. Das bezeugt der Herr in Matth. 7, 1-2 mit den ernsten Worten: “Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.”

Wer den Grundsatz der Schriftteilung übertreibt und in eine Schriftzerreißung hineingerät, wird sagen, dieses Wort gehe uns nichts an, es betreffe nur Isreal, denn es stehe ja nicht in den Paulusbriefen. Das wäre falsch! Denn hier gilt wie in so vielen Fällen die paulinische Formel: Wenn schon das irdische Volk nicht richten und mit keinem falschen Maßstab messen soll, wie viel mehr kann das der Herr von uns, seinen Gliedern, verlangen!

Und doch gibt es soviel Neid und Streit, Herrschsucht und Verleumdung unter denen, die sich nach Christi Namen nennen! Wollte man vollen Ernst machen mit Matth. 7, 1-2, um wie viel harmonischer, lieblicher und gesegneter wäre das Zusammenleben der Kinder Gottes! —

Wir sahen, dass Gott in seiner Schöpfung, seiner Regierung und Verwaltung und im Auferlegen von Gericht und Leid nach Maßen verfährt. Anders aber verhält es sich bei dem Erweis seiner wunderbaren Gnade! Da geht es nicht nach Maßen, sondern vielmehr über die Maßen! Da drängt und treibt ihn sein liebeerfülltes Vaterherz, das auszugießen, was ihn selber beseligt, dem freien Lauf zu lassen, was ihn so reich und tief beglückt: seinen Geist, seine Güte, seine Liebe und Barmherzigkeit! Schlagen wir zunächst Joh. 3, 34-35 auf. Dort lesen wir: “Gott gibt den Geist nicht nach Maß. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.” Wenn Gott seinen Geist und damit sich selber gibt und schenkt, dann hält er nicht zögernd zurück.

Geistern und kosmischen Mächten hat er genau das Maß und den Umfang ihrer bewahrenden oder zerstörenden Tätigkeit vorgeschrieben, mag es sich nun um Engel des Schnees, des Windes, des Feuers oder um andere Gewalten und Wesen der für uns jetzt unsichtbaren Welt handeln. Dem Sohn aber, und damit auch uns, die in Christo zur Sohnschaft oder Sohneswürde berufen sind, hat er alles gegeben. “Alles ist euer!” ruft der Herr durch den Mund des Apostels den Gliedern seines Leibes zu. Das ist eine aus heiliger Liebe geborene göttliche “Maßlosigkeit”!

Das deckt sich ganz mit dem wunderbaren Zeugnis von 2. Kor. 4, 17, wo uns gesagt wird: “Das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal bewirkt uns ein über die Maßen überschwengliches ewiges Gewicht von Herrlichkeit.” Die Drangsal, die in irgendeiner Form unser Leben belastet und hemmt, ist nach diesem Schriftwort leicht und geht, auch wenn sie Jahrzehnte dauert, verglichen mit den Ewigkeiten doch sehr schnell vorüber. In Bezug auf Stärke und Zeitdauer liegt ein ganz bestimmtes Maß vor.

Anders jedoch verhält es sich mit der sich daraus ergebenden Herrlichkeit! Der Apostel häuft geradezu die Ausdrücke, wenn er von einem “über die Maßen überschwenglichen Gewicht” redet. Man könnte meinen, er werde unnüchtern und gerate in einen Zustand der Verzückung. “Paulus, du rasest!” ruft hier die kühle, berechnende Vernunft aus, die von Gottesliebe und Herrlichkeit noch nie entzündet wurde und noch nie die köstliche beseligende Gemeinschaft mit dem Vater durch den Sohn im heiligen Geist geschmeckt hat. Aber der Apostel übertreibt nicht. Er redet gottgewirkte Worte, die wir im Glauben erfassen, genießen und verwalten dürfen.

Die Herrlichkeit, die aus dem maßvollen Leid der Gegenwart geboren wird, ist über die Maßen überschwänglich. Wenn wir das wirklich glauben könnten, dann würden wir den Leiden der Jetztzeit nicht mehr ängstlich aus dem Wege zu gehen suchen, wie das bei den natürlichen Menschen und fleischlichen Kindern Gottes der Fall ist, sondern wir würden uns gleich unserem großen Bruder und Lehrer Paulus ausstrecken nach der Gemeinschaft der Leiden Christi (vergl. Phil. 5, 7-10).

Was Gott einmal an Liebeserweisen und Gnadendarreichungen tun wird, geht über die kühnsten Maßstäbe unseres Bittens und Denkens weit hinaus. Das lesen wir in Eph. 5, 20.21, wo der Apostel in den Lobpreis ausbricht: “Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit.” Wenn wir also von Gott das Größte erflehen mit brünstigem Herzen und geisterleuchtetem Verstand, das Gewaltigste an Heilserweisen und zukünftigen Gnadendarreichungen ausdenken, so werden wir doch nicht an das herankommen, was Gott zu tun im Stande ist und auch tun wird. Sein Liebesvermögen ist ohne Ende, ist abgrundtief und uferlos, geht über alle natürlichen Maßstäbe weit hinaus

Mag die Schöpfung nach heiligen Maßen geschaffen sein, mag die Verwaltung und Regierung des Alls nach festgesetzten Maßstäben gemäß Gottes heiligem Gerichts- und Gnadenplan ablaufen, mögen Gericht und Leid maßvoll und wohlberechnet ihr gottverordnetes zielführendes Werk tun, — wenn es sich um Gnade, um Liebe und Treue, um den Erweis des ureigentlichen Lebens Gottes handelt, dann geht es immer “über die Maßen”!

Das besagt auch 1. Tim. 1, 14, wo uns bezeugt wird: “Über die Maßen ist die Gnade unseres Herrn überströmend geworden mit Glauben und Liebe, die in Christi Jesu sind.” Wenn die Gnade Gottes über die Maßen, über alle Ufer und Dämme strömt, dann wird uns das Höchste und Köstlichste zuteil, was es in der Jetztzeit gibt. Und das sind nicht äußere Segnungen dieser armen, schuldverhafteten Schöpfung, das ist etwas viel Höheres und Wesenhafteres: es sind Glaube und Liebe, die in Christo Jesu sind! Das sind die eigentlichen und wirklichen Segnungen der Gegenwart für die Gemeinde! Ein Herz und Leben voll Glaube und Liebe ist tausendmal beglückender als alle Scheingüter dieser armen, dem Feuertod geweihten Erde, als alle Macht und Pracht der der Flammenauflösung entgegengehenden Himmel.

In späteren Äonen wird sich der Lebensstrom der Gnade auch in äußeren, sichtbaren Segnungen überwältigend kundtun, wird das, was wir jetzt im Glauben fassen und durch die Liebe in Schwachheit und Unvollkommenheit zu verwirklichen gewillt sind, herrlich und wunderbar vor Engeln und Menschen in Erscheinung treten. —

Der Gott des Maßes, unser treuer, ewigreicher Vater in Christo Jesu, sei hochgelobt und gepriesen, dass er alles so anbetungswürdig angeordnet hat und ausführen wird in seiner weltallweiten Schöpfung, dass er nach heiligen Gesetzen unvergleichlicher Weisheit alles führt und regiert, lenkt und leitet, dass er so maßvoll ist, wenn er Leid und Gericht auf seine irrenden, widerstrebenden Geschöpfe legt, um sie zu sich zurückzuführen und sie seiner Segnungen und Wohltaten teilhaftig werden zu lassen; — dass er aber über die Maßen, weit über alle Maßstäbe hinaus tut und tun wird, wenn er schon jetzt und erst recht in späteren Äonen den uferlosen Reichtum seiner Gnade und Güte in Christo Jesu auf alle und alles überströmen lässt!

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”, 1/1949; Paulus-Verlag; Heilbronn)

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