Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der verlorene Sohn

Autor: Wörz, Reiner  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  754 x gelesen

Missratene Kinder waren zu allen Zeiten ein Thema. Bereits das erste Elternpaar, Adam und Eva, hatte in massiver Weise mit Eifersucht und Neid in der Familie zu kämpfen. Letztlich eskalierte der Streit und Kain ermordete seinen Bruder Abel. Ca. 3000 Jahre später hatte der Mann nach dem Herzen GOTTES, König David, nicht nur mit einem Sohn seine liebe Not, sondern es waren gleich mehrere Kinder, die nicht den geraden Weg gingen. Wir lesen von Vergewaltigung, Mord und Rebellion in der Königsfamilie. Von unserer Zeit ganz zu schweigen, in der moderner, antiautoritärer Erziehungsstil, der sich nicht an GOTTES ewig gültigem Wort orientiert, eine Vielzahl von schwierigen Kindern hervorgebracht hat. Auch hier gilt: “Was der Mensch sät, wird er ernten.” Eines der wunderbarsten Gleichnisse des fleischgewordenen Logos hat ebenfalls ein gespanntes Vater-Sohn-Verhältnis zum Inhalt, um daran allertiefste göttliche Wahrheiten anschaulich darzustellen: das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Es gibt wohl kaum ein anderes Gleichnis in der Schrift an dem GOTTES Gnade und Güte so wunderbar tief und zu Herzen gehend für den aufleuchtet, der Augen des Geistes hat.

I. Der Weg des Sohnes weg vom Vaterhaus

Der erste Teil unseres Gleichnisses schildert wie der unzufriedene Sohn sein Vaterhaus verlässt, um das Leben in der weiten Welt in vollen Zügen zu genießen: Luk. 15, 11-13: “Er sprach aber: Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne; und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt. Und er teilte ihnen die Habe. Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und daselbst vergeudete er sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte” (Schumacher: “durch einen zügellosen, heillos verdorbenen Lebenswandel”).

Der jüngere Sohn fordert seinen Vater auf, ihm seinen Teil am Vermögen auszuzahlen Nach jüdischem Recht war eine vorzeitige Erbteilung als Schenkung möglich; dem jüngeren Sohn stand 1/3, dem Älteren 2/3 des Vermögens zu. Der Vater war aber nicht verpflichtet, einer vorzeitigen Erbauszahlung zuzustimmen. Der Sohn will weg von zuhause und draußen in der Welt das Leben genießen. Es kann nicht schnell genug gehen (”nach nicht vielen Tagen”). Er muss hasten und eilen, um ja nichts zu verpassen. Durch seinen Weggang bringt er indirekt zum Ausdruck, dass ihm das gemeinsame Leben mit seiner Familie zu langweilig ist. Er will lieber etwas erleben, als zu Hause zu versauern. Durch sein Verhalten macht er seinem Vater klar: “So (fromm) wie ihr lebt, will ich nicht leben. Das ist doch gar kein richtiges Leben. Ich will das Glück, den Spaß und die Lebenslust mit Händen greifen. Ich will mein Leben genießen, mich durch keine Regeln und Gebote im Genuss beschränken lassen. So frei und liberal kann ich bei dir nicht sein.” In unserer heutigen Spaßgesellschaft hätte der jüngere Sohn sich wohl gefühlt. Hier hätte er viele Gleichgesinnte gefunden. So äußerte jüngst eine junge Frau: “Ich will tanzen, feiern, Spaß haben. Wozu ist man denn sonst auf der Welt?”

Nach dem er sein Vermögen so organisiert hatte, dass er es handlich mitnehmen konnte, macht er sich auf den Weg. Er reiste in ein fernes Land. Möglichst weit weg musste es sein, um auch ja wirklich frei zu sein. Keiner sollte ihn kennen. Keiner sollte unbequeme Fragen stellen. Und wirklich: das Leben ist schön! Er ist jung, gesund, reich und unternehmungslustig. Was sein Vater als Sünde bezeichnet, ist doch in Wirklichkeit wunderbar und macht das Leben lebenswert. “Was kümmert mich das morgen, ich lebe heute. Wenn einige fromme Spießer das nicht einsehen wollen, kann ich auch nichts dafür.” Dieses neue Leben kostet aber einiges. Übertragen auf heute müsste man sagen: Das Apartment in New York muss finanziert werden, ebenso der Luxussportwagen, viele Frauen müssen unterhalten und bezahlt werden, Partys mit Champagner und Drogen sind ebenso kostspielig wie teure Reisen in die ganze Welt usw.; all das trägt dazu bei, dass sein Vermögen sehr schnell dezimiert wird. Die Schrift spricht von “vergeuden” des Vermögens; anders ausgedrückt: er wirft das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus. So ähnlich wie es einmal ein frischgebackener Lottomillionär gemacht hat, der innerhalb weniger Jahre seinen Millionengewinn verprasst hat, straffällig wurde und heute von der Sozialhilfe lebt. Sein riesiges Vermögen hat ihn nur ins Unglück geführt.

Dem Grundtext nach lebte der jüngere Sohn “asotos”, d. h. wörtlich “heillos”. Der emanzipierte Sohn ging nicht den Weg des Heils, sondern des Unheils. Manche Menschen haben nicht allein in den äußeren Dingen ein “heilloses” Durcheinander, sondern vor allem in Bezug auf ihr geistliches Leben kein heilbringende Ordnung. Vor solch einer Lebensführung wie sie der Sohn praktiziert, warnt bereits das Alte Testament: “Sei nicht unter Weinsäufern, noch unter denen, die Fleisch verprassen; denn ein Säufer und ein Schlemmer verarmen, und Schlummer kleidet in Lumpen. Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat …” (diesen Rat der Schrift missachtete der jüngere Sohn); “Ein Mann, der Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer sich aber zu Huren gesellt, richtet das Vermögen zu Grunde” (Spr. 23, 20-22; 29, 3).

Der emanzipierte Mensch verweigert bis heute der väterlichen Weisheit GOTTES seinen Gehorsam, viel mehr verprasst er vielfach das “Vermögen”, das GOTT ihm geschenkt hat: wie z. B. Gesundheit, Lebenskraft, besondere Fähigkeiten und Gaben. Er opfert sie einem liederlichen, heillosen kurzen scheinbaren Lebensgenuss. Wie es dies denn in unserem Leben? Leben wir heil- und zukunftsorientiert? Wer an das Morgen und Übermorgen denkt, kommt an dem Herrn Jesus Christus nicht vorbei. Ihm gehört die Zukunft. Die Glaubenden ermahnt der Geist durch den Apostel: “Und berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung (grie. asotia) ist, sondern werdet mit dem Geiste erfüllt” (Eph. 5, 18).

Genau so, wie es unsere beiden Worte aus den Sprüchen vorhersagen, ging es dem jüngeren Sohn. Er verarmte, als dieses Land des Spaßes von einer Hungersnot heimgesucht wurde. Luk. 15, 14-16: “Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Träbern, welche die Schweine fraßen; und niemand gab ihm.”

GOTT suchte dieses Land und den verlorenen Sohn heim. Vom Ende unserer Geschichte her müssen wir das wörtlich nehmen. Durch die innere und äußere Not findet er heim ins Vaterhaus. So müssen die Geschöpfe ihre Wege gehen, bis GOTT sie innerlich zerbrochen, ein jeder zu seiner bestimmten Zeit, den Weg heim ins Vaterhaus führt. Er wartet mit offenen Armen auf seine Verlorenen. — Willst du nicht kommen und in die offenen Arme des himmlischen Vaters fallen? Er freut sich auf dich! — Wir müssen davon ausgehen, dass GOTT diese Not sandte, damit eine Besinnung und Umkehr überhaupt möglich ist. Das wirft doch ein anderes Licht auf die zahlreichen Gerichte und schweren Wegführungen in dieser Welt. Letztlich sind sie Erweise der göttlichen Liebe, denn ohne die so entstandene Not, die die Geschöpfe weithin selbst zu verantworten haben, wäre ein Fortschritt hin zum Heil und zur Rettung nicht möglich.

Der Sohn landet zunächst innerlich (sittlich und moralisch durch seinen hurerischen, gottlosen Wandel) und dann auch äußerlich bei den Schweinen. Das ist das Ergebnis seines heillosen Weges, der in seinen Augen so wunderbar war. Arm und als Knecht muss er eine der erniedrigsten Tätigkeiten für einen frommen Juden verrichten: Schweine hüten (Schweine sind im Judentum nach 4. Mose 11 unreine Tiere — im Talmud steht: “Verflucht sei der Mann, der Schweine züchtet”). Waren diese Schweine, die ihn nun täglich umgaben, nicht ein Symbol für seinen inneren Zustand und sein Leben, dass er bis dahin in jenem fernen Land gelebt hatte? Neben dieser inneren Not kam die Äußere, musste er doch großen Hunger leiden. Sogar die Schweine hatten es in dieser Hinsicht besser. Was für eine Demütigung, was für ein sozialer Abstieg. Er war ganz unten angekommen auf der sozialen Leiter. Er, der früher das Leben in vollen Zügen mit allem Luxus und allen Annehmlichkeiten genießen konnte, kann nun nicht einmal mehr seine Grundbedürfnisse befriedigen. Welche Schande, wenn ihn so seine Familie jetzt sehen könnte. Ähnlich tief fiel der letzte Kaiser von China Pu Yi, ein luxuriös lebender Aristokrat, dem die Kommunisten nach dem II. Weltkrieg alles nahmen und ihn mit niedersten Arbeiten wie Toiletten reinigen während seiner jahrelangen Inhaftierung “umerziehen” wollten. Später musste er als Gärtner und kleiner Angestellten sein Dasein fristen. Oder denken wir an einen neureichen Börsenyuppie des Jahres 2000, der auf normal arbeitende Menschen nur mit Verachtung herabblickte, jetzt aber nach dem Börsencrash bei seiner alten Firma in demütigender Weise anfragen muss, ob sie ihn wieder als einfachen Sachbearbeiter einstellt. Stolz und Überheblichkeit können auch im Leben eines Gotteskindes einziehen. Meist merken es die anderen sehr viel schneller als wir es selbst registrieren. Stolz auf unsere vermeintlichen Erkenntnisse, Stolz auf einen Lebenswandel ohne schwere Versündigungen, Überheblichkeit gegen andere Geschwister, die noch nicht soweit wie wir sind. So wähnte ein Bruder sich Geistlicherweise an der “Universität” GOTTES, erkannte aber nicht, dass er die einfachsten Grundregeln der “Grundschule” im Umgang mit seinen Geschwistern nicht beherrschte. Das “ABC” des Christenseins. Darüber hinaus war er nicht in der Lage, Lehrfragen anhand des Wortes zu beurteilen, sondern hängte sich an Menschen und ihre Meinung. Bleiben wir der Gesinnung Jesu und beten um “Augensalbe”, dass wir unsere Torheiten mit den Augen GOTTES sehen können.

Wir können drei Folgen der Emanzipation des Sohnes vom Vaterhaus feststellen:

  1. “Sein” Vermögen (in Wirklichkeit war es ja das Vermögen des Vater) ist verloren;
  2. “er fing an Mangel zu leiden”;
  3. er wurde abhängig von anderen Menschen.

So ist es wenn der Mensch sich vom himmlischen Vaterhaus emanzipiert und löst. Letztlich verliert er alles und kommt ins Leid. Besonders deutlich wird dies beim Sterben (Gerichtsfolge des Sündenfalls), wo man alles zurücklassen und ins Totenreich hinabsteigen muss. Dort verliert man alle Möglichkeiten des Genusses und kann seine Grundbedürfnisse nicht richtig stillen (s. Luk. 16, 23ff.: der reiche Mann hat nicht einmal ausreichend Wasser zur Verfügung und litt viel Pein). So wie der in die Welt gezogene Sohn, nach dem er seinen Reichtum verprasst hatte und Not litt, sich an einen anderen Bürger des Landes hängte und von ihm abhängig wurde, geht es allen, die sich von GOTT durch die Sünde “sondern” und lösen. Sie sind abhängig von den Meinungen und Ansichten der Menschen. Durch konformes Verhalten versucht man die Anerkennung in einer Gruppe zu erlangen und ist doch zutiefst nicht frei, sondern abhängig und gebunden. Wie viele Menschen sind mehr oder weniger Sklaven des Zeitgeistes. Sie müssen jeden Trend und jede Modeerscheinung mitmachen, um ja “in” zu sein. Dabei sein ist alles. Wie wunderbar ist es doch für uns Glaubende, dass uns Christus hier in die Freiheit gestellt hat. Abhängigkeit von GOTT macht unabhängig von Menschen! Wir müssen nicht mehr um jeden Preis um das Wohlwollen der Menschen buhlen, wir dürfen je länger je mehr als Geliebte in GOTT ruhen.

II. Der Weg des Sohnes hin zum vom Vaterhaus

1. Die Buße des Sohnes — Teil I

Bis hierher ist diese Geschichte, wenn man einmal von den besonders ausgeprägten Höhen und Tiefen absieht, eine wie sie sich wohl mehr als tausendfach in ähnlicher Form abgespielt hat und abspielt. Jetzt aber schenkt GOTT diesem Verlorenen eine besondere Gnade: Er kommt zu sich und letztlich durch die Buße auch zum Vater. Eine wunderbare Wendung geschieht im Herzen des Sohnes. Der Weg nach Hause beginnt. Zunächst ganz verborgen im Herzen und im Denksinn des Sohnes. “Als er aber zu sich selbst kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; mache mich wie einen deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater” (Luk. 15, 17-20a).

Buße beginnt mit einer vom Geist gewirkten Sinnesänderung (was bisher okay war, ist jetzt nicht mehr in Ordnung) — mit einem Umdenkungsprozess. Darauf weist bereits das grie. Wort metanoia hin, das wörtlich übersetzt mit Um- bzw. Mitdenken wiedergegeben werden muss. Nach Joh. 16,9 ist es eine der Hauptaufgaben des Heiligen Geistes, einen Menschen von der Sünde zu überführen, d. h. einem Menschen innerlich die Augen zu öffnen, damit er sich im Lichte Gottes und der Wahrheit erkennen kann. Diese Überführungsarbeit des Geistes geschieht dadurch, dass er uns in die Gedanken Gottes einführt und in uns die Bereitschaft zum Mitdenken wirkt. Dies führt regelmäßig zu einem Umdenken in Bezug auf Gott und auf uns selbst. Der Geist knüpft an das Denken an. Ja, er fordert zum wirklichen Denken auf, um uns weiterführen zu können. Letztendlich soll unser Denken neu gemacht und nach oben ausgerichtet sein, damit wir verändert, verwandelt und umgestaltet werden (Röm. 12, 2; Eph. 4, 23 und Kol. 3, 1-2).

In unserem Gleichnis kommt der zunächst mit dem Leben im Haus des frommen Vaters unzufriedene Sohn erst zur Buße als er verarmt bei den Schweinen gelandet war, nach dem er zuvor sein Vermögen mit Huren usw. verprasst hatte. Hier erst kam er zur Besinnung von seinem Rausch- und Hurenwesen (nebenbei gesagt sind beides Kennzeichen der Hure Babylon (Offb. 17, 1-6), die die End- und Letztzeit entscheidend mitprägt). Hier dachte er nach: “Was ist aus mir geworden? Wo bin ich gelandet? Wie gut haben es sogar die Sklaven in meines Vaters Haus.” Hier kommt es durch Denken zur Umkehr und Buße. Er erkennt im Lichte der Wahrheit seine Sünde. Zuerst gegen GOTT (”gesündigt gegen den Himmel”) und dann auch gegen seinen Vater und seine Mitmenschen. Nach dem innerlich umgekehrt ist, macht er sich wenig später mit dem festen Willen seine Schuld zu bekennen auf den Weg nach Hause. Er macht sich auf. Wie viele bleiben — trotz besserer Einsicht — bei den “Schweinen” hängen? GOTT schenkt ihm die Gnade auf dem langen Weg in seinem Vorhaben fest zu bleiben. Wie leicht kann man hier auf halbem Weg liegen bleiben, weil der Feind einem einflüstert, dass alles halb so schlimm ist (schließlich passiert dies auch anderen) und dass er sich doch nicht so vor seiner Familie und den Menschen demütigen muss. Wie steht er denn dann in den Augen der anderen da? Wohl uns, wenn wir vom Geist innerlich überführt wurden und uns dann von diesen “Einwänden” nicht von unserem Sündenbekenntnis abbringen lassen. Der Feind will keine Demütigung, er will uns vielmehr in unserem Stolz stärken und treibt uns so immer weiter weg vom Vaterhaus. Durchschauen wir doch die Methoden des Feindes, denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt (2. Kor. 2, 11). Kommen wir und sind bereit uns da zu beugen, wo der Geist es uns heißt. Ohne Rücksicht auf Leumund und Ansehen. Diese Demütigung voreinander ist ein Stück weit praktische Heiligung, die uns zum Wohl und zum Heil dient. “Bekennet denn einander die Vergehungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet” (Jak. 5, 16). “Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit” (1. Joh. 1, 9).

2. Die Buße des Sohnes — Teil II

Die volle Umsinnung findet aber erst dann statt, als er beim Vater angekommen war und eine “Donnerpredigt” und Vorwürfe erwartet (”Hab’ ich es Dir nicht gleich gesagt? Wo ist das schöne, viele Geld? Du taugst zu nichts!” usw. — wahrscheinlich hätten viele von uns so reagiert und dann jahrelang bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit den Exsünder an sein früheres liederliches Leben und Verhalten erinnert), statt dessen empfängt ihn der Vater mit offenen Armen und bestimmt ihn als seinen Vertreter. Den Ring erhält er als Zeichen der Vollmacht! Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn sehr. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid her und ziehet es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße; und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es, und lasset uns essen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein” (Luk. 15, 21-24).

Ist das nicht eine herzbewegende Gnade und Güte des Vaters? Statt den Sohn zu bestrafen und scharf zu tadeln, kommt kein Vorwurf über seine Lippen. Der Sohn hat Mühe, sein Schuldbekenntnis zu Ende zu bringen, sein Vater hat längst erkannt, dass sein Sohn verändert und mit tiefer Sündenerkenntnis heimkommt. Innerlich bereit, den unteren Weg zu gehen. Er pocht nicht mehr, wie bei seinem Weggang auf seine Rechte, sondern ist bereit zu dienen: “ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen …” Viele Ausleger nehmen an, dass der Vater den Sohn gar nicht mehr ausreden ließ, so dass die Worte “halte mich wie einen deiner Tagelöhner!” ungesagt blieben. Vermutlich haben sie recht. Der Vater fragt weder nach dem verlorenen Vermögen noch beklagt er den angerichteten Schaden. Hauptsache, sein Sohn ist wieder da. Was sind das verlorene Gold und Silber im Vergleich zu seiner Seele! Er liebt ihn von Herzen und will seiner Sünden nicht mehr gedenken. Heute ist ein Freudentag: lasst uns feiern und fröhlich sein, “denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.”

Ja, so ist zutiefst unser himmlischer Vater, der uns nicht nur unsere Sünde in Christus vergibt, sondern auch noch zu Miterben Christi als nachgeborene Söhne einsetzt. “Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir anders mitleiden, auf dass wir auch mitverherrlicht werden” (Röm. 8, 17). Ähnlich wie der Sohn sind wir zutiefst beschämt und können kaum fassen, dass uns GOTT nicht nur vergibt, sondern aufgrund des Opfers Jesu und seiner Auferstehung mit dem Christus als Regenten zur Zeit der 7. Posaune in Herrlichkeit im Thronhimmel einsetzen will (Kol. 3, 4; Offb. 10, 7 und 11, 15). Gnade GOTTES ist vielmehr als nur Sündenvergebung. Sie beinhaltet das Geschenk des Geistes, die Neuzeugung ins göttliche, unauflösliche Leben, die Rechtfertigung und die Berufung zur Sohnschaft. Nur im Glauben haben wir Zugang zu diesen göttlichen Wahrheiten und Realitäten und rühmen die Gnade und der Hoffnung die wir in Christo haben: die Hoffnung der Herrlichkeit! “Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir mittelst des Glaubens auch Zugang haben zu dieser Gnade, in welcher wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.” (Röm. 5,1-2) Wir können kaum ahnen, was für eine alles überragende Herrlichkeit der Vater uns bereiten wird. Wenn wir uns dessen mehr bewusst wären, wozu wir berufen wurden, dann könnten wir auch die Jetztzeit mit ihren Einengungen und Beschwernissen auf dem Hintergrund einer herrlichen Zukunft leichter ertragen. Paulus sah hier klar: “Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll” (Röm. 8, 18). Und Adolf Heller dichtete: “Ungeahnte Herrlichkeiten werden uns im Sohn zuteil, der durch uns füllt des Weltallsweiten mit GOTTES Heil.”

Weil die Jetztzeit erst recht im Lichte der Ewigkeit beurteilt und nur gelebt werden kann, mit dem Horizont und der Hoffnung des Glaubens, muss in der Verkündigung immer wieder die Herrlichkeit der Berufung der Gemeinde und der Söhne herausgestellt werden, damit die Geschwister hoffnungsfroh und zielorientiert ihren Weg gehen können. Es ist ja bereits im natürlichen Bereich so, dass eine gebärende Mutter die Schmerzen der Geburt leichter und anders ertragen kann, weil sie die Vorfreude auf ihr Kind im Herzen trägt, als ein ungläubiger Mensch, der unheilbar krank schmerzvoll seinem Ende entgegen eilt. Ohne Hoffnung sieht er das Grauen der “Grube ohne Wasser” (Sach. 9, 11) auf sich zu kommen.

Die Verkündigung der zu Herzen gehenden frohen Botschaft, des vollen Evangeliums, ist Grundlage für einen gottgemäßen Wandel. Diesen inneren Zusammenhang, zwischen Lehre und Wandel, finden wir in der ganzen Schrift. So z. B. in Kol. 1, 9-11: “Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tage an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, auf dass ihr erfüllt sein möget mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um würdig des Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werke fruchtbringend, und wachsend durch die Erkenntnis Gottes, gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden.” Geistliches Erkennen und Verstehen ist Grundlage des Wandels. Die Schrift kennt keinen Gegensatz zwischen Erkenntnis und Wandel, es sei denn, es handelt sich um bloßes “Kopfwissen”, ohne spürbare Konsequenz im Glaubensgehorsam.

Die ersten Christen rechneten täglich mit der Wiederkunft Jesu. Diese Hoffnung gab vielen von ihnen die Kraft, die schweren Verfolgungen der ersten Jahrhunderte im römischen Reich glaubensstark zu ertragen. Ihr standhaftes Festhalten, ihr Bekennermut, ihre Geduld im Ertragen von Ungerechtigkeiten und letztlich ihre Bereitschaft, eher zu sterben als Christus zu verleugnen, war ein gewaltiges Zeugnis für die Welt der Ungläubigen. Man sagt allgemein, dass das Märtyrerblut der Same für die schnelle Ausbreitung und den Siegeszug des Evangeliums war. Singend kann man nur dann auf die Löwen zu marschieren, wenn man weiß, dass das Sterben eines Christen ein Heimgehen ist. So wie die Israeliten in einer prophetischen Modellvorführung nach der Wüstenwanderung (Wandel in der Wüste des Lebens) an den Jordan (Todesfluss und Grenze des irdischen Lebens; der Jordan bringt alles ins Tote Meer — Totenreich) kamen, so kommen wir früher oder später in die Übergangsphase des Sterbens (Trennung der Geist-Seele vom irdischen Leib). Doch wie die Israeliten damals, dürfen wir ein Wunder GOTTES erleben. Als die Füße der Priester, die die Bundeslade 2000 Ellen vor dem Volk trugen (der Christus, der vorausging), die Wasser des Jordan berührten, standen sie still zu Adama. Das ganze Volk konnte trockenen Fußes ins Land der Verheißung einziehen. So wird unser Sterben ein Heimgehen sein, denn Christus schirmt uns vor den Mächten der Finsternis, des Todes und des Grauens und wir können “trockenen Fußes” ins himmlische “Kanaan” einziehen und dort unser himmlisches Losteil empfangen, so wie die Israeliten Losteile vom irdischen Land Kanaan bekamen. Mit Paulus können wir jubeln: “Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn. … ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christo zu sein, denn es ist weit besser;” und “Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Tod, dein Sieg?” (Phil. 1, 21-23 und 1. Kor. 15, 55). Christus hat uns befreit von der Todesfurcht, die ansonsten die Menschen ein Leben lang knechtet (Hebr. 2, 15). David lobsang in prophetischer Weise: “Jehova ist mein Hirte … und ob ich schon wanderte im Tal des Todesschattens, du bist bei mir, dein Stecken und Stab sie trösten mich” (Ps. 23). Ja, die “Lade GOTTES” ist bei uns gerade in der Sterbestunde, sie steht im “Jordan” und bewahrt uns. Nicht Tod und Teufel holen uns, sondern unser treuer Herr. Ja, das Sterben ist wahrlich Gewinn und ein Heimgehen.

Unser Text spricht sogar davon, dass der Vater Ausschau nach ihm hielt, ihn mit innerer Anteilnahme auf seinem falschen Weg begleitete (etwa mit seinen Gebeten) und sehnsuchtsvoll auf die Rückkehr wartete, obwohl er es aus pädagogischen Gründen für besser hielt, ihm zunächst seinen Willen zu lassen. “Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn sehr.” So hatte der Sohn seinen Vater nicht gekannt. So hatte er nicht erwartet. Im Lichte der Liebe und Güte des Vaters erkennt er noch tiefer und besser seine eigene Schlechtigkeit. Angesichts der inneren Größe seines Vaters bricht innerlich völlig zusammen. So kann eine volle Umkehr und Genesung der Menschen nur dann erfolgen, wenn ein Gott der Liebe, der Güte und des herzlichen Erbarmens über alle seine Geschöpfe verkündigt wird. Das “Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes” (1. Tim. 1, 11). Nur an diesem Vaterbild kann man völlig genesen. “Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut, nicht wissend, dass die Güte dich zur Buße (zum Um- und Mitdenken) leitet” (Röm. 2, 4). So war es beim verlorenen Sohn, der wieder heimkehren durfte. Die Güte des Vaters, seine überragende Persönlichkeit, seine Liebe und Gnade bewirkte die endgültige Veränderung.

III. Die weise Pädagogik des Vaters

Eine Reihe von Gedanken zur wunderbaren Pädagogik des Vaters sind bereits angesprochen worden und sollen an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholt werden.

Der Vater lässt seinen Sohn ohne Vorwürfe und Moralpredigten ziehen. Er ahnt, dass sein Sohn einen Weg der Sünde und infolgedessen der Not und des Gerichtes gehen wird. Er schweigt, obwohl es ihm innerlich fast das Herz bricht. Wie gerne würde er seinem geliebten Sohn diesen Irrweg ersparen, doch er weiß, dass sein Sohn innerlich nicht die Reife und Einsicht besitzt, seine Warnung zu verstehen und ernst zu nehmen. Schließlich hat sich sein Auszug angekündigt. Die spitzen Bemerkungen, das Fernbleiben von der Hausandacht, die immer offenere Auflehnung gegen die Eltern, die zunehmende Verachtung für seinen Bruder, der in seinen Augen immer weniger galt. Der Vater erkannte in seiner Weisheit dass sein Sohn nicht mehr aufzuhalten war, er hat den “point of no return” überschritten. Der Vater verzichtet jetzt auf strenge erzieherische Maßnahmen, um seinem Sohn nicht noch mehr zu verbittern und die im Glauben erhoffte Um- und Heimkehr einfacher zu machen. Das letzte, was der Sohn von ihm in Erinnerung behalten sollte, sollte kein Rauswurf sein, sondern eine Hand die gibt, obwohl sie ganz anderer Meinung ist. Statt verletzender Kritik zu Herzen gehendes Schweigen.

Diese Liebe des Vaters hat den Sohn die ganze Zeit begleitet. Zwar geriet sie manchmal fast völlig in Vergessenheit, etwa dann, wenn das aufregende, ausschweifende Leben wieder in einer tollen Party mit Sex und Drogen ihren Ausdruck fand, aber selbst in solchen Phasen gab es Momente der Depression, bevor sie mit dem nächsten “Kick” wegspült wurden. Besonders in der Not musste er viel über sein Leben und sein Vaterhaus nachdenken. “Warum nur hat mein Vater mir mein Vermögen gegeben? Warum hat er nicht versucht mich zu halten? Eigentlich war mein Vater bei aller Strenge in der Erziehung doch immer voller Liebe und Zuneigung. Wie würden er reagiere, wenn ich wieder käme? Hat er nicht recht gehabt, als er mich und meinen Bruder vor dem Verlassen der Wege GOTTES gewarnt hat? Wo sind jetzt meine Partyfreunde? Keiner hilft mir? Sie haben mich alle verlassen? Ich bin ganz allein auf dieser Welt?” So ähnliche Gedanken könnten dem Sohn durch den Kopf gegangen sein.

Die Not nahm zu. Er fing wieder an zu beten! Keine schön formulierten Gebete, mehr Hilfeschreie! “Wird GOTT mich überhaupt hören, wo ich doch so untreu war, ihn so verraten habe? Wenn ich an der Stelle GOTTES wäre, würde ich mit mir Versager und Sünder nichts mehr zu tun haben wollen.” Wir können uns vorstellen, dass der Sohn viel geweint hat, zunächst aber versuchte die Fassade aufrecht zu erhalten. Die Leute sollten doch nichts merken. Aber je länger je mehr wurde sein Elend auch von außen erkennbar. Er war nicht mehr der tolle, reiche, junge Kerl, den alle beneideten und dessen Nähe sie suchten. Er war jetzt allein und fand sich gar nicht mehr so “super”. Der Vater hat dies alles vorhergesehen und hat ihn täglich mit seinen Gebeten begleitet. Wie verhalten wir uns, wenn unsere Kinder gehen wollen? Wie begegnen wir ihnen, wenn sie wieder zu uns kommen? Im übrigen gibt es mehr “verlorene Söhne” um uns her, als wir meinen. Sie warten nur auf ein Wort des Trostes und der Liebe, wenn der “Kairos” GOTTES (die rechte Gelegenheit) da ist. Zuvor muss GOTT allerdings in einer vorlaufenden Gnade den Herzensboden für die Aufnahme des Wortsamens bereiten, sonst wirft man “Perlen vor die Schweine”. “Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen” (Spr. 25, 11). Es kommt nicht nur darauf an, die Wahrheit zu sagen, sondern auch darauf, sie in Liebe und zum rechten Zeitpunkt vorzubringen. Wie oft reden wir vorschnell, wo wir schweigen sollten und wie oft schweigen wir, wo wir reden sollten?

Es wurde ja bereits auf die priesterliche Haltung des Vaters hingewiesen, der seinen Sohn in Gedanken und mit Gebet begleitete. Er brachte ihn sicherlich täglich vor GOTT. Er gab ihn nicht auf. Er wartete auf ihn. Meines Erachtens war sein “Ausschau halten” nicht nur Ausdruck einer vagen Hoffnung auf Rückkehr, die sich erfüllen konnte oder auch nicht, sondern ein Wissen des Glaubens: es kommt der Zeitpunkt, an dem GOTT ihn zurückbringen wird. Darauf hoffte der Vater, daran glaubte er, daran hielt er fest. Er wusste: wo ich am Ende bin und keine Möglichkeiten mehr habe, da fängt GOTT oft erst an. Wie schön, wenn diese Geisteshaltung des Glaubens und Vertrauens unserem himmlischen Vater gegenüber uns dann die innere Freiheit zum Loslassen gibt. Wissend, er hat alles in seiner Hand und kommt in allen Fällen zu seinem Ziel. Dieses GOTT anheim stellen fällt uns oft so schwer. Wir haben gern die Dinge selbst in der Hand und versuchen jede Abhängigkeit zu meiden. Lernen wir doch von unserem Gleichnis geistliche Gelassenheit, die Hand in Hand einhergeht mit dem Loslassen. Loslassen von unseren Sorgen und Nöten. “Vater, dir übergeben wir es. Wir können uns nicht um uns selbst kümmern, sondern wir brauchen dich in allen Dingen.” Der Apostel Petrus hat wohl diese Gedanken im Hinterkopf, wenn er schreibt: “So demütiget euch nun unter die mächtige Hand Gottes, auf dass er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werfet; denn er ist besorgt für euch.” (1. Petr. 5, 6-7) Demut ist das Eingeständnis, dass ich mit meinem Leben nicht zurechtkomme und GOTT brauche. Sorgen ist Unglaube, weil ich GOTT nicht vertraue, dass er alles recht macht und sich um mich kümmert.

Ein weiterer Zug des Vaters ist, dass er warten kann und nicht vor der Zeit GOTT ins “Handwerk pfuscht”, in dem er gut gemeint eingreift. Weder beschäftigt er ein Detektivbüro, um den Sohn ausfindig zu machen, noch irrt er umher, um den Sohn zu finden und ihm zu helfen. Er hält die Spannung aus, was angesichts der schlimmen Möglichkeiten, was mit dem Sohn alles geschehen konnte, eine nicht zu unterschätzende Standhaftigkeit und Konsequenz bedeutet. Nein, er weiß: “Mein Sohn muss diesen schmerzvollen Weg bis zum bitteren Ende gehen. Gerade weil ich ihn liebe, kann ich ihm die Not und die Schmerzen nicht ersparen.” Innerlich litt der Vater mit, so wie GOTT mit jedem seiner geliebten Geschöpfe unsagbar mitleidet. Oft greift er nicht sofort ein und ändert die Not, obwohl er es könnte, weil er weiß: es muss um des Zieles willen sein! Was für ein ungeheure Tragkraft hat doch unser GOTT? Wie trägt er Milliarden von Geschöpfen gleichzeitig! Wir kommen doch schon sehr schnell an unsere Grenzen, wenn wir nur mit den Lasten eines Menschen beschwert werden. Nebenbei gesagt ist aber das “Lasten tragen” etwas, das zu unserer Berufung als Glieder am Leibe des Priesterkönigs nach der Ordnung Melchisedeks gehört. Im Alten Bund mussten die Priester die Dinge des Heiligtums auf ihren Schultern tragen. So dürfen wir an der Weltvollendung mitwirken, indem wir auch Lasten mittragen. Hier und erst recht “drüben”. GOTT will uns im Glauben standhaft machen, so dass wir nicht allein uns zu tragen vermögen, sondern sogar in der Lage sind, Lasten anderer zu tragen. Wollen wir Säulen (Lastenträger) im Hause GOTTES werden (Offb. 3, 12)? Trösten wir uns: Lasten gehören zu unserem Weg, doch zutiefst ist es unser himmlischer Vater, der die Lasten trägt: Er legt Lasten auf, er hilft aber auch sie zu tragen. Geistlich normal ist es im Laufe der Jahre von GOTT belastet zu werden. Dienen hat es immer mit Lasten tragen zu tun. Wir sollen “einer die Last des anderen tragen” (Gal. 6, 2), während GOTT “das ganze All mit seinem machtvollen Wort trägt” (Hebr. 1, 3).

Noch ein weiterer Charakterzug des Vaters sei hier als vorbildlich angeführt: Der Vater ist so wunderbar herzlich und natürlich im Umgang mit seinem heimgekehrten Sohn. Er umarmt ihn, küsst ihn. Er ist alles andere als steif und korrekt. Seine Herzensfreude ist echt, baut auf und macht Mut. Sie gewinnt und erobert das Herz des Sohnes im Sturm. Seine Freudigkeit und Liebe steckt an; sie taucht das Ganze in eine angenehme Atmosphäre. Hier ist man Zuhause und geborgen. Weder lässt der Vater den Sohn in dieser für ihn schwierigen und demütigenden Situationen zappeln, noch kostet er seinen “Sieg” aus (”siehst du, ich habe es ja gleich gewusst”). Im Gegenteil, er setzt seinen Sohn sofort als “Mitherrscher” ein und spricht ihm damit das größte Vertrauen aus. Wie völlig anders ist doch unser himmlischer Vater als wir es uns so manches mal denken und vorstellen!

IV. Der ältere Bruder

Unser heimgekehrter Sohn hat noch einen älteren Bruder, der sich nicht von Herzen über seinen heimgekehrten Bruder und das Verhalten seines Vaters freuen kann. Luk. 15, 25-32: “Es war aber sein älterer Sohn auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Reigen. (Die Feier des Vaters für den Sohn war im vollem Gang — ja, der fromme Vater konnte feiern und sich von Herzen freuen!) Und er rief einen der Knechte herzu und erkundigte sich, was das wäre. Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder erhalten hat. Er aber wurde zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und drang in ihn. Er aber antwortete und sprach zu dem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und niemals habe ich ein Gebot von dir übertreten; und mir hast du niemals ein Böcklein gegeben, auf dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre; da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine Habe mit Huren verschlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und all das Meinige ist dein. Es geziemte sich aber fröhlich zu sein und sich zu freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden.”

Mit dem jüngeren Sohn hatte der Vater bis dahin viel Kummer, nun aber zeichnet sich der Tragödie II. Teil ab. Der ältere Sohn wurde “zornig”. Im gewissen Sinn ist sein Unwille zu verstehen, aber Zorn? Freut er sich denn gar nicht über den heimgekehrten Bruder? Will er denn nicht wissen, wie er sich verändert hat? Nein, wie ein Jona trotzt er aus seinem Gerechtigkeitsempfinden “zu recht”. Jona klagte ja, als er das Erbarmen GOTTES über die Bewohner der Großstadt Ninive sah. Wir lesen von ihm: “Und es verdross Jona sehr (nämlich, dass sich GOTT Ninives erbarmte), und er wurde zornig. Und er betete zu Jehova und sprach: Ach, Jehova! War das nicht mein Wort, als ich noch in meinem Lande war? Darum kam ich zuvor, indem ich nach Tarsis entfloh; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und groß an Güte, und der sich des Übels gereuen lässt. Und nun, Jehova, nimm doch meine Seele von mir; denn es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich lebe. Und Jehova sprach: Ist es recht, dass du zürnest?” (Jona 4, 1-4).

So konnte der ältere Sohn die Gnade des Vaters nicht fassen, sie widersprach seinem Frömmigkeitsdenken von Schuld und Strafe und von Rechtschaffenheit und Belohnung. Der Vater fragt sozusagen auch den älteren Sohn: “Ist es recht, dass du zürnest?” Sein Zorn verrät seine innere Haltung. Er rebelliert darüber, das GOTT die Sünder sammelt, während die “Gerechten” und “Gesunden” draußen bleiben. Man müsste sagen, “die vermeintlich Gerechten”, den gerade hier irrte sich ja der Sohn, so wie sich die Pharisäer in den Erdentagen Jesu irrten, wenn sie verächtlich auf die herabblickten, die sich um Jesus scharten. Mit einem “Heiland für die Sünder” konnten sie nichts anfangen. Sie brauchten und lehnten ihn ab. Nicht Gnade war ihr Begehren, sondern gerechter Lohn für ihre Taten. Es ist kein Zufall, dass der Herr Jesus dieses Gleichnis gerade in einer Situation erzählt, in der die Pharisäer über ihn und seinen Umgang mit Sündern murrten: “Es nahten aber zu ihm alle Zöllner und Sünder, ihn zu hören; und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen” (Luk. 15, 1-2). So war der verlorene Sohn geistlich gesehen ein “Kranker”, ein Sünder, doch er wurde geläutert, er wurde wieder gesund.

Sein Vater macht mehrere Anläufe den älteren Sohn umzustimmen und dazu zu bewegen, hereinzukommen. Doch lautet die Antwort stets: “Mit Recht zürne ich!” Trotzig bleibt er draußen. Verlässt hier der nächste Sohn das Vaterhaus? Zumindest innerlich? Ausgerechnet der Sohn, der sich bisher seiner Treue gerühmt hat! Er fühlte sich diesem Sünder und Versager, der mit seinem Vermögen auf und davon ist, weit überlegen. Er entrüstet sich über die schreiende Ungerechtigkeit des Vaters. Ja, er hätte ihn zum einfachsten Tagelöhner degradiert, wenn er nicht gleich vom Hof gejagt hätte. Und sein Vater? Er gibt ihm die Sohnesstellung wieder als wäre nichts vorgefallen. Nein, da wollte und kann er nicht mit. “Mit Recht zürne ich!” Möge GOTT uns Gnade geben, dass wir uns über andere Begnadigte freuen können und dankbar sind, dass sie ebenfalls “heimgekehrt” sind und nicht an der Gnade GOTTES Anstoß nehmen. Nicht unsere Gerechtigkeit ist unser Schmuck und Ehrenkleid, sondern die Gerechtigkeit aus Gnaden in Christo! Wir haben nichts zu rühmen, außer der Gnade. Vergessen wir das nie.

Die Auseinandersetzung zwischen dem älteren Sohn dürfte in Gegenwart des Dienstpersonals stattgefunden haben, so dass das Verhalten besonders beschämend war. Angesichts der Vorwürfe des Sohnes ist das Verhalten des Vaters fast unglaublich: “Kind, du bist allezeit bei mir, und all das Meinige ist dein.” Keinen Augenblick lässt sich der Vater, lässt sich GOTT provozieren. Wie viel Liebe und Milde strahlt der Vater aus. Er liebt beide Söhne. Offensichtlich hat der Vater nie vor seinem Ältesten angesprochen wie er sich bei einer Rückkehr des Bruders verhalten würde. Er tat dies aus Weisheit. Der ältere Sohn hätte es nicht zu “tragen” vermocht. Der Vater führte seinen älteren Sohn bewusst diesen Weg, damit sein stolzes, pharisäisches Herz offenbar wird. Der Ältere kannte noch nicht sein Innerstes. Er hatte noch keine Sündenerkenntnis. Gewiss äußerlich war er treu und ohne grobe Sünden, aber was in ihm steckte (Neid, Hass, Bosheit, Eifersucht), zeigte sich sehr schnell. Er der behauptete, “niemals habe ich ein Gebot von dir übertreten”, übertrat nun ständig das zentrale Gebot der Liebe: Lieblosigkeit und Undankbarkeit gegenüber dem Vater, Zorn statt Freude. Wie viel ach so fromme “ältere Söhne” gibt es auch in unseren Tagen! Sind wir einer? Der Herr lässt im Gleichnis bewusst die weitere Reaktion des älteren Sohnes offen, weil er ja in Gestalt der Pharisäer und Schriftgelehrten vor ihm stand. Es war sozusagen eine Frage an diese Pharisäer und Schriftgelehrten, die sich im älteren Sohn erkennen sollten. Sie sollten, jeder für sich, entscheiden, ob sich “draußenbleiben” wollen und “zu Recht zürnen” über das Erbarmen Jesu?

Nebenbei bemerkt wurde gerade der ehemals “missratene” Sohn dadurch erb- und regentschaftsfähig, dass er diese Wege der Schuld, der Demütigung und des Zerrbruches gehen musste. Diese innere Reife hatte der ältere Sohn (noch) nicht, der (noch) in sich selbst stark war (”wie viele Jahre diene ich Dir schon in Treue”), das Herz des Vaters nicht tiefer kannte (er bat den Vater nicht, der ihm gern gegeben hätte) und es nicht für möglich hält, dass er solche Sünden wie sein jüngerer Bruder tun könnte. Nein, zu so etwas ist er nicht in der Lage (Stolz und Überhebung gegenüber seinem Bruder). So sind die Söhne Gottes als innerlich Gedemütigte und Zerbrochene in der Lage, einmal Engel und den Kosmos zu richten (Kor. 6, 2-3). Begnadigte Sünder gehen auch im Gericht mit anderen Sündern ganz anders um, als solche, die sich für überlegen und besser halten. Letztendlich wissen sie, dass sie sich selbst richten, und bejahen das Gericht Gottes über die Sünde am Fluchholz auf Golgatha. Sie erkennen tiefer, dass sie zurecht mit dem Christus mitgestorben sind, da in ihnen nichts Gutes wohnt, und preisen die Barmherzigkeit und Gnade des Vaters als Mitauferweckte und Mitlebendig gemachte.

V. Die prophetische Ebene des Gleichnisses

Ganz kurz soll am Ende dieser Ausführungen noch auf die prophetische Dimension des Gleichnisses eingegangen werden. Dies soll bewusst nur ganz kurz und andeutungsweise geschehen.

Die drei Gleichnisse von Luk. 15 (vom verlorenen Schaf, V. 3-7; vom verlorenen Groschen, V. 8-10; vom verlorenen Sohn, V. 11-32) handeln alle drei vom verlieren und wieder gefunden werden. Sie stehen in einem engen inneren Zusammenhang und stellen zunächst einmal die Retterliebe GOTTES plastisch vor Augen, der dem Verlorenen solange nachgeht und es sucht, bis er es gefunden hat. Die Objekte seines Suchens sind nicht willkürlich gewählt. Auf der prophetischen Ebene könnte der Groschen die unbelebte Materie symbolisieren, während das Schaf für die beseelte Kreatur steht. Die beiden Söhne stellen ohne Zweifel die Menschheit dar. Sie dürften aber auch Aspekte in der Engelwelt beleuchten. Diesen universalistischen Heilshorizont, der schlichtweg alles Erschaffene umfasst, hat auch der Apostel der Nationen, wenn er den Christen zu Rom schreibt: “… dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.”

Das Schaf kann schreien in seiner Verlorenheit, der Sohn kann bittere Reue empfinden, der Groschen kann gar nichts tun. Die Liebe GOTTES gilt allen drei gleichermaßen. Er ruht nicht bis er alle Verlorenen gefunden und heimgebracht hat. Über alle Wiedergefundenen freut er sich von Herzen. H. Langenberg weist jedoch zurecht darauf hin, dass der höchste Grad des Verlorenseins beim älteren Sohn vorliegt. Er ist innerlich fern vom “Vaterhaus” mit seiner Unbußfertigkeit, seinem heimlichen Groll und vor allem seiner eingebildeten Gerechtigkeit. Doch auch ihm gilt die gleiche erbarmende und zurechtbringende Liebe des Vaters, die ihm letztlich Licht über seine wirkliche Natur geben und ihn heimziehen wird. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist zutiefst Evangelium für “Verlorene” und für “zuhause gebliebene Pharisäer”.

Zuletzt sei noch der Hinweis gestattet, dass dieses Gleichnis auf verschiedene Ebenen prophetisch gedeutet werden kann. Auf zwei soll hier noch kurz hingewiesen werden. Zum einen wird hier wohl das Verhältnis zwischen GOTT (Vater), Menschheit (jüngerer Sohn) und Engelwelt (älterer Sohn) abgeschattet. Wobei nicht alles im Gleichnis eins zu eins übertragen werden kann. Insbesondere müssen wir uns hier in Geisteszucht nehmen lassen, damit wir nicht indirekt himmlische Majestäten lästern (Jud. 8-10). Geht nicht letztlich die ganze Menschheit mehr oder weniger den Weg vom Vaterhaus weg in eine gefallene Welt, die durch ihren Fall heillos geworden ist. Der dt. Philosoph Schopenhauer buchstabierte das Wort “WELT” einmal in treffender Weise so: “W” wie Wahnsinn, “E” wie Elend, “L” wie Leid und “T” wie Tod. Aber sind wir getrost, es geht letztendlich heim ins Vaterhaus, wo GOTT mit offenen Armen wartet. 1. Kor. 15, 22-28 bringt dieses Endziel in aller Klarheit zum Ausdruck: “Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. … auf dass Gott alles in allem sei” (V. 25/28). — Zum anderen wird hier das Verhältnis zwischen dem gesetzestreuen Israel und den aus ihrer Sicht unreinen Nationen, insbesondere der Auswahl der Gemeinde GOTTES, illustriert.

Zum Schluss soll noch einmal herausgestellt werden, mit welcher Liebe und herzlichem Erbarmen der Vater seinem verlorenen Sohn begegnet. Mit der festen Erwartung in dieser Gnade in Christus stehen zu dürfen, lässt sich’s leben und vor allem auch sterben! Nach dem Zeugnis der Schrift dürfen wir feste Erwartung für die heute noch Verlorenen haben. Auch sie wird die Huld unseres GOTTES heimziehen. Nach Adolf Heller “bedeutet biblisch gesehen, verloren sein nichts anderes als noch nicht gefunden sein. Für Menschen und Geschöpfe, Umstände und Verhältnisse dinglicher Art mag es ein “niemals” und “unmöglich” geben; für GOTT aber, dem alle seine Wege und Werke schon vor Grundlegung der Welt bewusst waren, der schon vor Anfang aller Dinge ihr herrliches Ende gesehen und ersehen hat, gibt es kein Unmöglich! Denn der Herr führt ja nicht etliches, sondern alles herrlich hinaus und macht nicht nur manches oder vieles oder das meiste, sondern alles neu” (Offb. 21, 5).

Quelle: Originalskript des Autors

Bisher gibt es einen Kommentar zu “Der verlorene Sohn”

  1. 1 Franziska (Dienstag, 14. April 2009; 10:22): 

    In dieser Bibelstelle handelt es sich um zwei Söhne.
    Der Ältere ist verantwortungsbewusst und gehorsam.
    Der Jüngere stattdessen verlange seinen Erbteil vom Vater und wollte etwas erleben.
    Den Jüngeren kann ich mir sehr gut in unserer Zeit vorstellen, er geht gerne fort hat viele Freunde und spielt gerne Computer und Fernseht gerne.
    Als der Jünger das ganze Geld verputzte konnte ich es natürlich verstehen das der Ältere nicht damit einverstanden war wegen ihm ein Fest zu feiern. Ich würde mich auch benachteiligt fühlen.
    Wenn ich der Vater wäre hätte ich kein Fest für den Jüngeren Sohn gefeiert aber auch nicht geschimpft.
    Ich hätte ihm erklärt das er lernen muss zu sparen und hätte ihm arbeiten gehen lassen und selber Geld verdienen, aber ihn noch zu Hause wohnen und essen lasse.
    Der Jüngere Sohn war mutig und traute sich nach all dem noch nach Hause gehen.
    Denn ein anderer Ausweg war zu stehlen, ein Krimineller zu werden oder eine Bank auszurauben.
    „Sein“ Geld (Geld des Vaters)war verloren und er sah keinen Ausweg mehr.
    Der Jüngere „beichtete“ es dem Vater und der konnte ihm vergeben, weil er seinen Fehler eingesehen hatte.
    Der Vater hatte ein gutes Herz und nahm den jüngeren wieder bei sich auf.
    Der Ältere war wie ein Knecht zum Vater und hat ihm „gedient“, der Jüngeren hingegen war wie ein Sohn zum Vater.
    Von der Geschichte soll man lernen gutmütig zu sein und jemanden vergeben denn jeder macht einen Fehler.

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