Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Es gibt keinen Zufall und keine Zulassung!

Autor: Merz, Karl  |  Kategorie(n): Erkenntnis & Wesen Gottes, Lehre  |  747 x gelesen

In Gottes Regierung gibt es keinen Zufall. Alles ist vorbedacht und geregelt. Im Blick auf das Geschehen im Weltall reden wir von Naturgesetzen. Hier gilt es allerdings ein Doppeltes zu berücksichtigen:

Erstens kennen wir bis jetzt nur jene Gesetze, die bisher in Erscheinung getreten sind. Dies schließt nicht aus, daß es noch andere gibt, die wir nur noch nicht kennen. Wenn solche dann offenbar werden, reden wir von Wundern. Damit ist aber gar nichts anderes gesagt, als daß eine solche Wirkungsweise Gottes uns neu ist. Gott stehen mehr Möglichkeiten zur Verfügung, als wir wissen oder auch nur ahnen.

Zweitens können wir durch ungeschicktes oder freventliches Handeln die Ordnungen Gottes stören und missachten. An diesem Punkt stehen wir in der gegenwärtigen Zeit. “Die Ungerechtigkeit (besser: Gesetzlosigkeit) wird überhand nehmen”, sagt der Herr Jesus im Blick auf das Ende unseres Zeitalters. Die Folgen davon werden wir zu tragen haben. Es wird in einer Katastrophe enden.

Wir halten fest: Es gibt keinen Zufall.

Es gibt aber auch keine Zulassung. Wir lasen vor Jahren das Buch von Karl Heim: “Jesus der Herr”. Darin weist dieser auch als Naturwissenschaftler bekannte Theologe nach, daß Jesus nach Phil. 2, 11 Herr ist, und zwar über alle, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. Als solcher hat Er über alles zu gebieten, aber auch alles zu verantworten. Die Bibel bringt eine geradezu überwältigende Fülle von Beispielen, die diese Tatsache belegen. Wir nennen einige davon:

In 1. Mose 45, 8 sagt Josef zu seinen Brüdern: “Ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott.” Dabei hatten doch seine Brüder ihn nach Ägypten verkauft.

Ähnlich lesen wir in Hiob 1, 21: “Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen.” Äußerlich betrachtet wäre es gar nicht unrichtig gewesen zu sagen: “Der Herr hat’s gegeben, der Satan hat’s genommen.”

In Jes. 45, 6ff. stehen die Worte: “Ich bin der Herr und sonst keiner mehr …, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der solches alles tut.”

Weiter sei noch an das Wort in Amos 3, 6 erinnert: “Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tue (nicht bloß: zulasse)?”

Als sich David auf der Flucht befand, musste er folgendes erleben: Ein Verwandter Sauls, namens Schimi, hat David mit Steinen beworten und ihm geflucht. Er nannte David einen Bluthund und einen heillosen Mann. Dies war eine Majestätsbeleidigung, wie sie sich größer kaum denken ließ. Denn David war immerhin noch der rechtmäßige König. Da ist es durchaus verständlich, daß einer aus dem Gefolge Davids jenem Schimi den “Kopf abreißen” wollte. Aber David hat es Abischai — so hieß der Mann — mit den Worten gewehrt: “Ihr Kinder der Zeruja, was habe ich mit euch zu schaffen? Lasst ihn fluchen; denn der Herr hat’s Ihn geheißen: Fluche David!”

In Gottes Regierung gibt es nicht nur keinen Zufall, sondern auch keine Zulassung. In Psalm 119, 91 heißt es von Gott: “Es muss Dir alles dienen.” Dazu gehört auch das Böse und der Böse. So meinte es Emanuel Geibel, als er in seinem “Gebet zum September 1848″ sagte:

    Ja, daß blind und unbewusst
    Deiner Gnade heil’gen Schlüssen
    selbst die Teufel dienen müssen,
    wenn sie tun nach ihrer Lust.”

Gott erzeugt das Böse nicht, aber Er verwendet es. Diese Dinge spielen in Gottes “Erziehungsdepartement” eine nicht unbedeutende Rolle.

Schimi hatte mit seiner Anschuldigung insofern nicht unrecht, als z. B. das Blut Urias auf die Anordnung Davids hin vergossen wurde. Auf jeden Fall erblickte David hinter Schimi den Herrn.

Ich habe es mir schon lange abgewöhnt, von einer “Zulassung” zu reden. Wenn wir es trotzdem tun, dann verbauen wir uns den Weg zu Gott. Wir bleiben dann an Zwischenmächten und Mittelursachen hängen. Pastor Humburg sagte einmal in Königsfeld: “Wir haben es 1. immer und 2. überall und 3. nur mit Gott zu tun.” Dieses Wort hat mir damals und seitdem oft gedient. Wenn ich die Dinge so sehe, wenn ich Gott gleichsam ins Auge blicke, kann Er am besten mit mir reden und kommt Er am schnellsten mit mir zu Seinem Recht und Ziel. — Es gibt bei der Regierung des Weltalls wie in der Führung des einzelnen nur einen göttlichen Willen.


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Nachwort von H. Schumacher: Für manche mag das Gesagte eine “harte Rede” sein. Vielleicht denkt auch mancher: Spricht die Schrift nicht doch hin und wieder vom “Zulassen Gottes” im Sinne von “geschehen lassen”, z. B. in Ps. 121, 3 (”Er wird nicht zulassen, daß dein Fuß wanke”) und in 1. Kor. 10, 13: “Gott ist treu, der nicht zulassen wird, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet” (Elbf. Übs.)? (Genau genommen wird hier vom Nicht-Zulassen gesprochen.) — Ich meine, wir sollten hier kein Gesetz aufstellen (”Du darfst nie vom Zulassen Gottes sprechen”), — doch stimme ich mit Br. Merz darin ganz überein, daß das Wort eigentlich zuwenig aussagt. Auch wo Gott nicht selber handelt und auch wo Ihm etwas keineswegs gefällt, untersteht es doch immer Seinem Willen — wenn nicht dem Willen des Wohlgefallens, dann doch dem Willen des
Ratschusses (vgl. Eph. 1, 5.11).

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; Paulus-Verlag; Heilbronn)

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