Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken    0

Die Taube des Noah als Vorbild auf Christus — Eine Vorausdarstellung der vier Advente Christi und Gottes

Autor: Schumacher, Heinz  |  Kategorie(n): Biblische Symbolik, Das prophetische Wort, Heilsgeschichte  |  759 x gelesen

Christus ist die Mitte aller Schrift. Von Ihm ist sie gegeben worden, und von Ihm zeugt sie auch in allen ihren Teilen (Joh. 5, 39; Luk. 24, 27.44 u. a.). Vom ersten Verse der Bibel an, in dem Er bereits als der schöpferische “Logos” (= Wort) in Erscheinung tritt, ohne den auch nicht eines geworden ist, das geworden ist (Joh. 1, 3), bis zu ihrem Schlußvers in Offb. 22, 21, der wiederum auf Ihn hinweist, gibt es keine einzige Aussage, keinen Namen, keine Handlung, die nicht irgendwie von Ihm abhängt, zu Ihm hinleitet oder gar Ihn darstellt, ob das unsere immer noch weitgehend gehaltenen Augen bereits erkannt haben oder nicht.

So wird Er, unser Herr, auch im sogenannten Alten Testament weit häufiger bezeugt und dargestellt, als man gemeinhin weiß oder ahnt. Nicht nur die erhöhte eherne Schlange oder der goldene Deckel auf der Bundeslade, nicht nur der vom großen Fisch verschlungene Jona oder der Fels in der Wüste, nicht nur Opfer und Priester, Könige und Propheten schatten Ihn ab und verkündigen Sein Tun und Sein Wesen. Auch in ganz unscheinbare, meist als nebensächlich angesehene und abgetane Züge Seines Wortes hat Gott kostbare Christusvorbilder verwoben, die aber nur erkennen kann, wer liebend danach sucht und dann vom Heiligen Geiste erleuchtete Augen des Herzens erhält. —

Bevor wir uns eine kostbare Lehrwahrheit der Schrift auf solche bildliche Weise anschaulich machen lassen, sei diese kurz lehrmäßig begründet. Denn alle typische, symbolische oder allegorische Wortdarbietung kann ja nie Beweise führen oder lehrmäßig Neues bringen, sondern immer nur das lehrmäßig überlieferte erhärten: und veranschaulichen. Wo sie mehr will, überschreitet sie die ihr gebotene Grenze.

Daß Christus einmal kam, um für die Sünde der Welt zu sterben, ist für den Glauben keine Frage und wird in der Schrift in großer Ausführlichkeit und Vielfalt gezeigt. Ebenso wird die Tatsache Seines Wiederkommens an Hunderten von Stellen erwähnt. Schon weniger bekannt in christlichen Kreisen und bei nur oberflächlichem Lesen des Wortes Gottes auch gar nicht zu entdecken ist die Schriftwahrheit, daß dieses Wiederkommen Jesu ein doppeltes ist: zur Heimholung Seiner Gemeinde (nach 1. Thess. 4, 13-18) und zur Aufrichtung Seiner Königsherrschaft, wenn Er mit dieser Gemeinde in Herrlichkeit erscheint (Kol. 3, 4; 2. Thess. 1, 10 u. a.). (Eine ausführlichere Begründung dafür, daß beides zeitlich nicht zusammenfallen kann, bringt das Heft von K. Geyer: “Der Herr kommt wieder“, sowie mein Aufsatz in “Gnade und Herrlichkeit” Hefte 9/10 und 11/12 1957: “Die 70. Jahrwoche der Königreichs-Prophetie”, der auch als Sonderdruck zu beziehen ist.)

Auf die neue Erde schließlich kommt der Vater Selbst herunter, um, wie einst im Kleinen im Paradiesesgarten, nun im Großen unter den Menschen zu wohnen und zu wandeln (Offb. 21, 2.3.22.23).

Was der Sohn — menschlich geredet — beim ersten Male vergeblich versuchte: die Königsherrschaft Gottes auf der Erde Fuß fassen zu lassen, — was Ihm auch beim zweiten Male noch nicht “gelingt” (denn da erneuert Er noch nicht die ganze Erde, sondern bringt von der Erde dem Vater nur eine Erstlingsfrucht mit), — das wird Er beim dritten Male verwirklichen, und in vollendeter und umfassender Weise dann auf der neuen Erde. Somit kann man mit gutem Grund von einem vierfachen Kommen oder Advent Christi und Gottes zu den Menschen sprechen.

Diese Wahrheit ist in einer erstaunlich klaren und exakten Weise in einem auf den ersten Blick ganz unscheinbaren Bilde enthalten, das uns in 1. Mose 8, 8-12 dargeboten wird, und zwar in der Gestalt der Taube des Noah, in ihren verschiedenen Aussendungen aus der Arche und den dabei jeweils erwähnten näheren Umständen, bis hin zum Ausgehen Noahs selbst aus der Arche. (Man lese des Zusammenhangs wegen nicht nur diese, sondern die Verse 6-14 und 18 zunächst einmal langsam und sorgfältig, da im folgenden immer wieder darauf zurückgegriffen wird, nach Möglichkeit nach dem “Elberfelder” Text, nach welchem hier zitiert wird.)

Daß es nach dem Zeugnis der übrigen Schrift kein Willkürakt, sondern durchaus möglich ist und sich beim Vergleichen einiger Stellen einfach aufdrängt, in einer Taube ein Christussymbol zu sehen, soll zunächst nachgewiesen werden. — Bekannt ist die Taube als Symbol des Heiligen Geistes. In dieser Gestalt ließ Sich ja der Geist nach der Taufe des Sohnes Gottes im Jordan auf Ihn herab, während Er Sich später auf die Jünger in dem Doppelzeichen der Feuerzunge niedersetzte, das das Feuer reinigenden Gerichtes mit der neuen Zunge göttlicher Redevollmacht in sich vereinigt. Wenn nun nach 2. Kor. 3, 17 der Herr auch der Geist ist, so darf schon deshalb das Tauben-Symbol auch Ihm gelten.

Der Name des schon erwähnten Propheten Jona, der nach des Herrn eigener Aussage ein Darsteller des Todes und der Auferstehung Christi ist, bedeutet zu deutsch “Taube”! Ferner werden in 3. Mose 1, 14 und 5, 7 u. a. Stellen unter den Opfertieren, die ja alle das Kreuzesopfer Christi nach irgendeiner Seite hin vorbilden, auch die Tauben genannt. Und schließlich finden wir im Hohenlied nicht nur die Geliebte (die ja in das Wesen des Liebenden hineingestaltet wird und deshalb auch diesen gleichen Symbolnamen tragen darf) als “Taube” bezeichnet, sondern in Kap. 5, 12 auch Ihn Selbst, wenigstens hinsichtlich Seiner Augen, den Tauben verglichen. Durch dies alles sind wir also mindestens vierfältig berechtigt, danach zu forschen, ob nicht auch die Taube des Noah Christus-Züge aufweist oder Christushandlungen darstellt. Dies ist, wie wir noch sehen werden, tatsächlich der Fall! —

Das Wesen der Taube wird in Matthäus 10, 16 von der Schrift selbst mit folgenden Worten charakterisiert: “Seid … einfältig wie die Tauben” (Luther: “seid ohne Falsch”). Wer mit Tauben umzugehen hat oder ihnen begegnet, wird diese naturkundliche Feststellung unserer Bibel immer wieder bestätigt finden. Argloser als ein anderer Vogel, bleiben sie — etwa vor einem herannahenden Gefährt — bis zur äußersten Gefahrengrenze hin sitzen, als möchten sie gleichsam dem Menschen (oder seiner Maschine) gar nicht zutrauen, daß er Böses im Schilde führe. So wird sie zum Bilde echten, einfältigen Vertrauens, wie es der Heilige Geist wirken und schenken möchte, das nicht eher mißtraut, als bis die Vertrauensunwürdigkeit eines anderen sich allzu deutlich erweist, — am liebsten nie.

Die Taube des Noah wird — um zunächst den Ablauf des Ganzen kurz zu umreißen, bevor Einzelheiten betrachtet werden — dreimal von Noah aus der Arche ausgesandt, um auf der Erde Fuß zu fassen. Zweimal kehrt sie wieder zu ihm in die Arche zurück, das dritte Mal erst findet sie auf dem Lande einen Ruheort. Ihre Rückkehr geschieht das erstemal unter Mithilfe des Noah, wovon beim zweiten Mal nichts berichtet wird. Während sie anfangs leer zurückkehrt, bringt sie das nächste Mal etwas in die Arche mit. Nachdem sie das letzte Mal die Arche verlassen hat, geht einige Zeit später auch Noah selbst mit seinen Angehörigen hinaus. Jede Aussendung der Taube ist von der folgenden durch eine ausdrücklich betonte Warteperiode getrennt. — Was haben uns alle diese Dinge zu sagen? —

Wer in der dreimal auf die Erde ausgesandten Taube Christus erkennt, sieht in Noah in unserem Abschnitt unschwer ein Abbild des Vaters, der den Sohn bei Jedem Seiner “Advente” auf dieser unserer Erde aussendet, bis Er schließlich Selbst auf die Erde kommt. Die Arche stellt dann die Himmel, genauer gesagt: den Wohnsitz Gottes und Christi in den Himmeln dar, inmitten der Wasser, die droben sind (1. Mose 1, 6.7; Psalm 148, 4).

Der Zweck der Aussendung der Taube des Noah wird uns in 1. Mose 8, 8 mit den Worten angegeben: “… um zu sehen, ob die Wasser sich herlaufen hätten von der Fläche des Erdbodens”. — Das Wasser oder die Wasser sind in der Schrift Abbilder verschiedener Dinge. Ist nach Eph. 5, 26 das Wort ein Wasserbad, so benennen Jes. 44, 3 und Joh. 7, 38.39 den Heiligen Geist mit dem Ausdruck “Wasser”. Vom “Wasser der Trübsal” schreibt der Prophet Jesaja in Kap. 30, 20. Vielfach sind die Wasserfluten aber auch Bilder der Völkerwelt, und zwar gerade hinsichtlich ihrer Angst und Unruhe und ihrer Empörung und Auflehnung gegen Gott und Christus. Man lese dazu Luk. 21, 25; Jes. 17, 12.13 und Offb. 17, 15! Wie die Wogen auf dem See Genezareth sich erst glätteten, aber auch sofort und widerspruchslos glätteten, als der Mund des Herrn es befahl, so kann auch die unruhige Völkerwelt erst zur Ruhe kommen durch Sein Wort, wenn es — wie dort in Mark. 4, 39 im Vorbild — einmal erschallen wird, wenn die Not und das Schreien Seiner Auserwählten aufs höchste gestiegen sein werden (Luk. 18, 7). Ein Vergleich von Psalm 2, 1-3 mit Luk. 19, 14 zeigt übrigens, daß diese Auflehnung und Empörung der Völkerwelt auch in Israel, das sich auch darin die Nationen nachzuahmen befleißigt, um sich griff. So sind die wildschäumenden Wasser ein Bild der Empörung und Rebellion der ganzen Menschheit einschließlich des auserwählten Volkes Israel gegen Gott. Im engeren und speziellen Sinne sind sie überdies ein Bild des Überflutetwerdens Israels durch die Nationenwelt, wie es in Dan. 9, 26 für die Zwischenzeit zwischen der 69. und 70. Jahrwoche vorgesehen ist.

Christus war vom Vater zunächst zu dem Zweck auf die Erde gesandt worden, um festzustellen, “ob die Wasser sich verlaufen hätten”, d. h. ohne Bild: um zu erkunden, ob die Empörung und Auflehnung nicht wenigstens so weit abgeflaut wäre, daß Er auf Sein Angebot des Reiches hin angenommen werden würde und auf Erden Fuß fassen könnte. Diesen Zweck Seines ersten Kommens und die dahinterstehende Absicht des Vaters faßt der Herr in dem Gleichnis von den Weingärtnern in Matth. 21, 37 in folgendes Wort, das Er dem Väter dort in den Mund legt: “Sie (die Weingärtner) werden sich (nachdem sie die früher gesandten Knechte ablehnten und umbrachten) vor Meinem Sohn scheuen!” So “hoffte” der Vater — menschlich gesprochen — auf den “Erfolg” der ersten Sendung des Sohnes! Daß Er gleichzeitig die Ablehnung des Sohnes im voraus wußte und nach Seiner geheimen Weisheit einen ganz anderen “Erfolg” vorgesehen hatte, nämlich die Rettung der Welt durch das Kreuz, ist die andere, göttliche Schau der Dinge, deretwegen man aber die Schau von unten her, wie sie in Matth. 21, 37 gegeben ist, nicht zu unterschlagen braucht; denn die Schrift lehrt uns beides sehen und in einer “Zusammenschau” vereinbaren!

Die von Noah ausgesandte Taube, die nach Möglichkeit auf der Erde Fuß fassen sollte, fand aber keinen Ruheplatz für ihren Fuß (1. Mose 8, 9), ja, wie die Fußnote der Elberfelder Bibel zeigt, noch nicht einmal für “die Sohle ihres Fußes”! Noch nahmen die Wasserfluten dermaßen überhand, daß such nicht der kleinste Platz für die Taube des Noah frei war! So konnte auch Christus bei Seinem ersten Kommen auf dieser unsrer Erde nicht “Fuß fassen” bzw. “Boden gewinnen”. Auch der allerbescheidenste Erfolg blieb Ihm nach außen hin versagt. Auch der engste Jüngerkreis lief auseinander, als es ans Leiden und Sterben ging. So erfüllte sich buchstäblich an Ihm das Los der Taube des Noah und zugleich die Weissagung aus Dan. 9, 26: “Der Messias wird weggetan werden und nichts haben.”

Was tat nun die Taube, nachdem sie auf der Erde auch nicht einmal für die Sohle ihres Fußes einen Ruheplatz finden konnte? Sie kehrte in die Arche zurück (V. 9). Sehr bedeutungsvoll ist nun aber der Umstand, daß die Rückkehr der Taube von ihrer ersten Aussendung nicht nur — wie bei ihrer zweiten Rückkehr — als ein Akt ihrerseits beschrieben wird, sondern zugleich als eine Handlung des Noah: “Er streckte seine Hand aus und nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche.” Einen solchen Vermerk finden wir im 11. Verse nicht, obwohl es natürlich geschichtlich durchaus möglich ist, daß der Noah auch ein zweites Mal die Hand ausstreckte und sie zu sich nahm. Es wird aber nicht berichtet, und das hat einen kostbaren bildlichen Sinn. Denn als der Herr Jesus bei Seinem ersten Kommen abgelehnt und getötet worden war, stieg Er nicht in eigener Machtvollkommenheit aus dem Totenreich auf die Erde und dann über alle Himmel herauf. Vielmehr war das eine Handlung des Vaters, wie wir es u. a. in Eph. 1, 20 lesen: “In welcher Er (der Vater) gewirkt hat in dem Christus, indem Er Ihn aus den Toten auferweckte; und Er setzte Ihn zu Seiner Rechten in den himmlischen Örtern.” Anders ist es, wenn Christus zum zweiten Male kommt, um Sich mit Seinem Leibe zu vereinigen. Dann ist kein solches besonderes Eingreifen des Vaters erforderlich.

Bevor aber die zweite Aussendung Christi erfolgt, muß erst eine Wartezeit von allen Beteiligten durchstanden werden. Noah wartete (V. 10). So wartet auch heute der Vater, und mit Ihm der Sohn und die Söhne, ja nach Röm. 8, 19 sogar die gesamte Schöpfung auf den Zeitpunkt, da Er den. Sohn zum andernmal ausschickt. Welchen kostbaren Ertrag dann diese zweite Aussendung zeitigt, berichtet nun der 11. Vers in großer Klarheit und Schönheit.

Allerdings zeigt er auch an, daß es zu einer Inbesitznahme der Erde durch Christus auch beim zweiten Male noch nicht kommt. Auch diesmal kann die Taube noch nicht Fuß fassen, aber sie bringt doch etwas mit: ein abgerissenes Olivenblatt als Erstlingszeichen neuen, wachstümlichen Lebens.

Wer zu diesem 11. Verse Röm. 11, 17 u. 24 vergleicht, wird finden, daß das abgerissene Olivenblatt hier nichts anderes als die entrückte Gemeinde des Leibes Christi darstellt. Denn in diesen Versen setzt Paulus ja auseinander, daß wir Nationengläubigen, die wir aus einem wilden Ölbaum (= Volk oder Volksstamm) kommen, auch als Gemeinde aus den jüdischen “Wurzeln” leben und zehren. Auch für uns kommt das Heil (der Heiland) aus den Juden. Auch wir wurden errettet auf Grund göttlicher Worte, die Er einst Israeliten schenkte. Selbst unser Nationenapostel Paulus war ja Israelit! Auch die Gemeinde steht auf dem Offenbarungsgrund der Apostel und Propheten Neuen und auch Alten Testaments. Mit dem “edlen” Ölbaum ist also Israel nicht so sehr nach seinem natürlichen Volkstum, sondern als Heilsträger bezeichnet, und zwar ganz allgemein, wobei die Unterscheidung der Berufungslinien zunächst nicht ins Auge gefaßt ist, sondern nur das Heil im allgemeinen.

Beim zweiten Kommen Christi, auf das sich unser Sehnen richtet und dem wir mit schnellen Schritten entgegeneilen, wird Er das “Ölbaumblatt” oder “Olivenblatt” (Paulus spricht sogar von Zweigen) “abreißen” und mitnehmen. In der Tat läßt sich das griechische Wort “harpadsoo”, das in 1. Thess. 4, 17 im Grundtext für “entrücken” gebraucht ist, auch durch “rauben, hastig wegreißen” übersetzen. Diesen hastig weggerissenen Ölzweig wird Er dann mit Sich zurück in die himmlische Arche nehmen, ohne daß der Vater (wie beim ersten Male) helfend eingreifen müßte, weshalb in V. 11 auch davon nichts berichtet wird.

Dieses Ereignis findet “um die Abendzeit” statt. Im Blick auf die Welt wird es Abend werden, wenn unser Herr uns heimholen wird. Der augenblicklich währende “Tag des Heils” (2. Kor. 6, 2) wird sich dann zu seinem Ende neigen.

Bevor Noah die Taube ein drittes Mal aussendet, folgt erst eine abermalige Wartezeit. Dies weist uns auf die auch von mehreren klaren Lehrstellen der Schrift bezeugte Tatsache hin, daß Christi Kommen für Seine Gemeinde mit Seinem Kommen mit derselben zeitlich nicht zusammenfällt. Dazwischen liegt eine Wartezeit, die zwar kürzer ist als die erste Wartezeit (weil sie “verkürzt” worden ist; vielleicht wäre sie sonst genau so lang!), aber um so schwerer. Es ist eine Gerichtsepoche, die wohl (mindestens) 7 Jah­re umfaßt, nämlich die 70. Daniel’sche Jahrwoche.

Nach dieser abermaligen Warteperiode erfolgt die 3. Aussendung der Taube, von der sie nun nicht mehr zurückkehrt. Endlich haben sich die Wasser so weit verlaufen, daß ihr Fuß einen Ruheplatz findet. — So wird auch Christus bei Seinem 3. Kommen endlich auf der Erde Fuß fassen, nachdem die Empörung der wild schäumenden Nationenmassen durch schwere Gerichte zerbrochen wurde. Nun bleibt Er auf der Erde und errichtet zunächst Sein 1000-jähriges Königreich der Gerechtigkeit und des Friedens.

Noah selbst aber wartet noch länger. Während die 3. Aussendung der Taube am 1. des 1. Monats des Jahres 601 des Lebens Noahs erfolgt, verläßt er die Arche mit seinen Angehörigen erst am oder nach dem 27. des 2. Monats desselben Jahres. Bevor Noah ausging, mußte die Erde völlig getrocknet sein. Auch die letzten Überreste der überflutenden Wasser sollten sich verlaufen haben.

So findet der 4. große Gottes-Advent auf dieser Erde erst statt, wenn auch die letzte Empörung der Nationenmassen der Erde am Ende des Tausendjahrreiches zerbrochen und die ganze Erde durch ein verzehrendes Feuergericht “getrocknet” ist. Wenn dann einmal ein neuer Himmel und eine neue Erde bestehen, in welchen Gerechtigkeit wohnt, wird der Vater Selbst auf die Erde kommen, um dort zu bleiben. Ein herrlicher Neubeginn aller Dinge wird eingeleitet werden durch die Gegenwart dessen, der verheißen hat: “Siehe, Ich mache alles neu!”, — weit herrlicher als jener Neuanfang im Vorbild, der einst mit 8 Menschen nach ihrem Verlassen der Arche begründet wurde.

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 1/1958; Paulus-Verlag; Heilbronn)

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wichtige Hinweise:
1.) Eingereichte Leser-Kommentare geben nicht zwangsweise die geistliche Sicht und Meinung des Betreibers dieser Website wider.
2.) Der Betreiber hält sich vor, dem Wesen und Anliegen dieser Website zuwiderlaufende Kommentare nicht freizugeben resp. zu löschen. Dies geschieht selbstverständlich auf jeden Fall bei Kommentaren mit antichristlichen, beleidigenden, obszönen oder anderweitig gegen die guten Sitten oder den christlichen Geist verstoßenden Inhalten. Eine kritische und/oder kontroverse Haltung zu einem der hier verfügbaren Artikel und Texte ist dagegen keineswegs Grund für eine Nichtfreigabe, solange diese sachlich erfolgt und begründet wird.
3.) Bitte erwarten Sie nicht, dass der Betreiber dieser Website generell auf jeden abgegebenen Leser-Kommentar eingeht.
4.) Gelegentlich landen Kommentare auch ohne Spam-verdächtigem Inhalt im Moderationsordner. Woran das liegt, wissen wir nicht. Erstkommentatoren gehen generell über die Moderation. In diesen Fällen bitten wir um Nachsicht und ein wenig Geduld. Ihr Kommentar wird schnellstmöglich freigeschaltet.
5.) Wenn Sie ggf. einzusetzende Links nicht über das Quicktag/den Button "link" einbinden, bitte die URLs vorher bei short4u.de oder tinyurl.com kürzen!


468 Artikel online •
5 Besucher online