Vom Wirken Gottes in der Geschichte
Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Gemeinde, Gerichte Gottes, Heilsgeschichte, Israel, Völkerschaften | 603 x gelesenEine biblische Betrachtung zum 8. Mai 1985 — dem 40. Jahrestag des deutschen Zusammenbruchs am 8. Mai 1945
Lenkt Gott die Geschichte? — Oder herrschen in der Völkerwelt Lüge und Gewalt, das Gesetz des Stärkeren, das Chaos blinder Zufälle?
Wem die Gnade geschenkt wurde, Gottes Wort zu glauben, der weiß, daß Gott alles Geschehen lenkt, und er darf auch ein klein wenig erkennen, wie Gott das tut. Eine völlige Enträtselung des Weges der Völker — mit Aufblühen und Vergehen mächtiger Reiche, Siegen und Niederlagen — steht jedoch noch aus. Der völlig befriedigende Aufschluß darüber, wie und warum Gott die Völker so führte, wie Er sie führt, gehört sicherlich zu denjenigen Gaben der Güte Gottes, die uns erst in der zukünftigen Herrlichkeit beim Herrn geoffenbart werden.
Gott ist der Herr der Geschichte
Daß Gott alles Weltgeschehen lenkt, wird sehr anschaulich im letzten Buch der Bibel in den Kapiteln 4-6 bezeugt. Immer wieder ist in Offenbarung 4 vom Throne Gottes die Rede; er ist das »Zentralbild der Apokalypse« (H. Langenberg); Gott wird als »der auf dem Throne Sitzende« vorgestellt, und alle anderen Wesen und Vorgänge werden in Beziehung zu diesem Herrscherthron gesetzt: 24 Älteste auf 24 Thronen, 7 Feuerfackeln, 4 lebendige Wesen, und schließlich im 6. Vers des 5. Kapitels Jesus, das Lamm.
Aus der Rechten (der Hand der Herrschaft, des Sieges und der Segnung) des Weltenherrschers empfängt dann Jesus nach Kapitel 5 das »Buch der Zukunft«, das »Testament Gottes«, das Ihm Macht und Recht verleiht, Gericht und Herrschaft in Seine Hände zu nehmen. In Offenbarung 6 beginnt Jesus Christus, die Siegel dieser Buchrolle zu lösen, und auf Erden ereignet sich das Emporkommen eines Herrschers, gefolgt von Krieg, Hunger und Tod. Den »Siegelgerichten« folgen in weiteren Kapiteln der Offenbarung die »Posaunengerichte« und »Zornschalengerichte« — apokalyptisches Grauen der Endzeit dieses Zeitalters, das mehr und mehr die ganze Menschheit umfaßt, bis Jesus selbst als »König der Könige« erscheint und auf die Gerichte Heilung und Erneuerung folgen läßt.
Noch viele andere biblische Zeugnisse zeigen, daß Gott — trotz allen Machenschaften der Finsternis — die Völkerwelt, ihre Herrscher und den gesamten Kosmos »fest im Griff hat« und auf pädagogischen Wegen, mit Güte und Strenge, zu von Ihm gesetzten Zielen lenkt:
»Fordere von mir«, spricht Gott im 2. Psalm, diesem in die Uranfänge zurückblickenden Christuspsalm, zu Seinem Sohn, »und ich will Dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde« (V. 8). »Er (Gott) vergrößert Nationen, und Er vernichtet sie; Er breitet Nationen aus, und Er führt sie hinweg«, erkannte schon Hiob (12, 23). Im darauffolgenden Vers beschreibt Hiob das Gericht Gottes über (gerichtsreif gewordene) irdische Herrscher mit folgenden Worten: »Er entzieht den Verstand den Häuptern der Völker der Erde und macht sie umherirren in pfadloser Einöde.« Wer dächte da nicht an das immer unverständiger werdende Handeln Hitlers im Verlauf des Zweiten Weltkrieges, aber auch an so manche andere Herrschergestalten der Geschichte, die, weil sie nicht auf Gott hörten, zunehmend in Unverstand und Wahnsinn gerieten?
Viele Psalmworte bezeugen und preisen Gottes souveränes Handeln an den Völkern (Elberfelder Bibel: Nationen). Da heißt es: »Gott regiert über die Nationen — Seine Augen beobachten die Nationen — Er vertrieb Nationen vor ihnen (vor Israel) — Schütte Deinen Grimm aus über die Nationen, die Dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die Deinen Namen nicht anrufen! — Der die Nationen zurechtweist (züchtigt), sollte Er nicht strafen, Er, der Erkenntnis lehrt den Menschen? — Die Nationen werden den Namen Jehovahs fürchten« (Ps. 47, 8; 66, 7; 78, 55; 79, 6; 94, 10; 102, 15). Israel aber betete: »Rette uns, Jehovah, unser Gott, und sammle uns aus den Nationen, daß wir Deinen heiligen Namen preisen, daß wir uns rühmen Deines Lobes!« (Ps. 106, 47). Hat Gott nicht gerade in unserem 20. Jahrhundert dieses Gebet Seines Volkes mit mächtiger Hand zu erhören begonnen?
Der Prophet Jesaja erkennt: »Alle Nationen sind wie nichts vor Ihm und werden von Ihm geachtet wie Nichtigkeit und Leere« (40, 17), aber er darf auch bezeugen: »Es kommt die Zeit, alle Nationen und Sprachen zu versammeln; und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen« (66, 18), und: »Es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jehovahs feststehen auf dem Gipfel der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovahs, zum Hause des Gottes Jakobs! Und Er wird uns belehren aus Seinen Wegen, und wir wollen wandeln in Seinen Pfaden.« Hierzu Franz Delitzsch: »Die Völker wünschen, daß der Herr sie lehre aus Seinen Wegen — ein reicher Lehrstoff, mit dem sie nach und nach vertraut werden möchten; gemeint sind die Wege, die Gott selber geht und die Er die Menschen führt, die geoffenbarten Ordnungen Seines Waltens und Seines Willens« (Jes. 2, 1-4).
Der Prophet Hesekiel beendet mehrere Kapitel und Abschnitte seines Buches, die von Gottes Handeln an Israel und den Völkern künden, mit dem Hinweis: »Und sie werden wissen, daß ICH JEHOVAH BIN« — oder JAHWEH, der HERR, zu deutsch: der SEIENDE, der UNVERÄNDERLICHE (siehe Hes. 28, 24.26; 29, 16.21; 30, 19.26; 32, 15; 35, 15; 36, 38; 37, 28; 38, 23.)
Die persönliche Demütigung des großen Königs Nebukadnezar, wobei er »sieben Zeiten lang« von den Menschen ausgestoßen, sich wie ein Tier des Feldes benahm, sollte so lange währen, bis er erkennen werde, »daß der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem Er will« (Dan. 4, 25). Seine königliche Herrschaft soll ihm wiederhergestellt werden, sobald er erkannt haben wird, »daß die Himmel herrschen« (4, 26).
Der Apostel Paulus aber nennt im Epheserbrief (1, 11) Gott denjenigen, »der alles wirkt nach dem Rate Seines Willens«.
Der Zweck der Geschichte
In den genannten biblischen Zeugnissen ist schon einiges davon angeklungen, wie, bzw. wozu Gott die Geschichte lenkt und die Geschicke der Völker bestimmt. Es geht letzten Endes um die Verherrlichung Seines Namens, ja, um Seines Namens alleinige Verherrlichung. Gottes Wege mit Seinen Geschöpfen sollen zu dem Endziel führen, daß »in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus HERR ist, zur Verherrlichung Gottes des Vaters« (Phil. 2, 10.11).
Dieses von Paulus im Heiligen Geist erweiterte Zeugnis geht auf Jesaja 45, 22-24 zurück, wo Gott durch den Propheten ausrufen läßt: »Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Denn ICH bin GOTT, und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, daß jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird. Nur im Herrn (wörtlich: nur in Jehovah), wird man von mir sagen, ist Gerechtigkeit und Stärke.«
Sehr zu beachten ist hier das kleine Wörtlein »nur«. Es bedeutet, daß man von Gott allein nur noch Gerechtigkeit und Stärke erwartet, — neutestamentlich von Philipper 2 aus gesprochen: daß man von Gott und Jesus Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Lamme Gottes, allein Heil und Leben erwartet und sich daher diesem Gott auch willig unterordnet — ohne eines Widerstandes Hauch bei irgendeinem Wesen.
Gott in Jesus Christus allein anerkennen und ehren können aber nur Wesen, die zuvor anderes ausprobiert haben, die zuvor in Selbstvergötterung, Menschenvergötterung und Satansknechtschaft Irrwege der Sünde durchkostet haben, die nicht anders enden konnten als im bitteren, aber heilsamen Gericht.
Erklärt sich von hier aus nicht so manches rätselhafte »Zulassen« Gottes in der Geschichte? Warum ließ und läßt Gott so manchen Verführer, Diktator, grausamen Aggressor oft Jahre und Jahrzehnte hindurch scheinbar ungehindert schalten und walten? Warum durfte ein Hitler Deutschland, die Juden und große Teile der Welt in namenloses Elend stürzen? — Ohne dies jetzt restlos erklären und aufhellen zu können, darf doch ein Grund darin gesehen werden: Der Stolz der Völker soll restlos zuschanden, ihr verblendetes Vertrauen auf menschliche Größen maßlos enttäuscht werden. So sollen sie innerlich vorbereitet werden, Gott allein die Ehre zu geben.
Es soll nun versucht werden, einige Prinzipien des göttlichen Handelns in der Geschichte aufzuzeigen. Wir denken an
- das Prinzip der Auserwählung und Bevorzugung,
- das Prinzip des Ausreifenlassens und der Geduld,
- das Prinzip der schnellen Vergeltung,
- das Prinzip der Steigerung des Gerichts,
- das Prinzip der Verschonung eines Teiles und der gnädigen Gewährung eines Neuanfangs,
- das Prinzip des Kampfes,
- das Prinzip der Weissagung,
- das Prinzip der Umkehrung.
Das Prinzip der Auserwählung und Bevorzugung
Seit langem schon geht Gott mit Seiner Menschheit den Weg der Auswahl. Dieses Prinzip ist ab 1. Mose 12 in der Bibel deutlich wahrzunehmen (Auserwählung Abrahams, später Israels). Es gibt eine Auswahllinie, die von Abraham über Isaak und Jakob/Israel bis hin zu Jesus Christus führt. Weil Gott, menschlich gesprochen, »sah, daß Er mit der Menschheit im Ganzen wegen ihres Ungehorsams nicht weiterkam« (siehe 1. Mose 3-11), beschritt und beschreitet Er den Weg der Auserwählung. Er will zunächst wenigstens einen Teil der Menschheit segnen und zu sich ziehen, um dann später durch den auserwählten Teil auch den Rest, die Masse, das Ganze zu erreichen, was nicht ohne schmerzliche Gerichte vor sich geht. (In den Kapiteln Römer 9‑11 befaßt sich Paulus mit dieser Thematik der heilsgeschichtlichen Wege Gottes. Es wird deutlich: Auch im auserwählten Volke Israel selbst erreicht Gott zunächst wiederum nur eine Auswahl, erst später nach langem Verstockungsgericht die Masse.)
Wir würden nun meinen, daß Gott, wenn Er schon eine Auswahl aus der Masse der Menschheit herausnimmt, diejenigen erwählt, die »Ihm am wenigsten Arbeit machen«, weil sie besonders fügsam, gehorsam, lernwillig, klug und geschickt sind. Die Bibel zeichnet aber ein völlig anderes Bild von den Auserwählten! Gott erweist sich auch hier wieder einmal als der »ganz Andere«. Er setzt Seine Ehre darein, besonders Widerspenstige, Störrische, Unweise, Unedle und Schwache für Seine Heilszwecke auszusuchen. So sehen die Propheten ihr Volk Israel; so sieht auch Paulus die Gemeinde Gottes (1. Kor. 1, 26-31). Wir aber tun oft so, als habe Gott nur eine Elite edler Charaktere zu Seiner Gemeinde auserwählt, und reagieren ganz entrüstet, wenn die Praxis anders aussieht; wir meinen auch, schon das Israel dem Fleische nach müsse der ganzen Menschheit ein Vorbild sein, und vergessen, daß dies erst bei einem erneuerten Israel so sein kann.
Damit haben wir schon die beiden großen auserwählten Heilskörperschaften Gottes genannt:
- ISRAEL als eine völkische Auswahl;
- die GEMEINDE GOTTES als übervölkische Auswahl.
Auserwähltsein heißt aber nicht nur bevorzugt sein; es bedeutet zugleich, besonderen Kämpfen und Anfechtungen ausgesetzt sein. Gottes Auserwählten gilt von jeher der besondere Neid und Haß der übrigen Menschen bzw. Völker. Die buntfarbige Palette der Vorwürfe und Anschuldigungen reicht von »Die wollen besser sein« bis zu dem Motto: »Sie müssen ausgerottet werden!« So geht Gott, menschlich gesprochen, mit Seinen Auserwählten große Risiken ein. Sie sind charakterlich gefährdet, störrisch und widerspenstig, dazu vielfach von ihrer Umgebung gehaßt und verfolgt. Gerade aus solchen die Heilsträger und Segensträger für eine ganze Menschheit und das Weltall zu erschaffen, das ist wahrlich ein Kunstwerk Gottes (poiema), wie Paulus in Epheser 2, 10 die Gemeinde nennt.
Das Prinzip des Ausreifenlassens und der Geduld
Mehrmals wird im Alten Testament bezeugt, Gott sei »langsam zum Zorn und groß an Güte« (4. Mose 14, 18; Neh. 9, 17; Ps. 86, 15; 103, 8; 145, 8; Joel 2, 13; Jona 4, 2). Dies gilt im kleinen wie im großen, es zeigt sich im Verhalten Gottes gegenüber einzelnen wie gegenüber ganzen Völkern. Gott ist ganz und gar nicht »jähzornig«, unüberlegt, von Emotionen des Hasses beherrscht, wenn Er zuschlägt im zerschmetternden Gericht. Er hat es zuvor an Warnungen, Lockungen und Güteerweisungen nicht fehlen lassen. Er hat — auch zeitlich — zuvor Raum zur Buße gegeben. Wie kommt Gott im 2. Mosebuch, bei der Verhängung der 10 Plagen über Ägypten, immer wieder dem Pharao entgegen — wie bittet Er ihn geradezu, Sein Volk ziehen zu lassen, bevor Er die Gerichtsschläge verschärft und endlich den Pharao verstockt, der zuvor seinerseits sein Herz verhärtet hatte. Gott ist langsam zum Zorn!
In den Tagen Nebukadnezars gewährte Gott Seinem gerichtsreif gewordenen Volke Israel 19 Jahre Gnadenfrist (von 606-587 v. Chr.), ehe der Chaldäerkönig bei seinem dritten Zug gegen Jerusalem den Tempel und die Stadt zerstören und die Masse des Volkes ins Exil führen durfte. Fürwahr, Gott ist langsam zum Zorn! — Nebukadnezar selber wird, weil er hochmütig geworden war, in Daniel 4 ein entsetzliches Gericht angedroht, wobei er 7 Zeiten lang menschliche Behausungen meiden und Kraut fressen werde wie die Rinder. Dieses Gericht wird jedoch erst nach einer Bußfrist von 12 Monaten über den König verhängt. Gott ist langsam zum Zorn!
Das heidnische Ninive bekommt 40 Tage von Gott eingeräumt, um umzukehren; ansonsten werde es zerstört werden (Jona 3, 4). Und siehe da, die Bußfrist wird genutzt und die Stadt bleibt verschont! Gerade diese Tatsache aber, daß Gott »langsam zum Zorn und groß an Güte« ist, verdrießt den Propheten sehr (4, 2)!
Die Geschichtsbücher und die prophetischen Bücher des Alten Testaments sind voll von Beispielen dafür, daß Gott die Völker und vor allem Sein auserwähltes Volk Israel nicht ungewarnt ins Gericht stürzen läßt, sondern wieder und wieder zur Umkehr ruft. Es wird aber auch deutlich, daß Gottes Warnungen keine leeren Worte sind. Wird der Gnadenweg beharrlich ausgeschlagen, so kommt das Gericht. So bekennt Daniel in seinem Bußgebet im 9. Kapitel seines Buches, daß Israel genau das getroffen habe, was Gott bereits durch Mose angedroht hatte (Dan. 9, 11).
Auch im Einzelleben ist Gott der Warnende, Mahnende, Lockende — hören wir im Zeitalter von Auto, Telefon, Computer und Fernseher überhaupt noch Seine Stimme? Haben wir noch ein Gehör und Gespür für das, was uns Gott durch das Gewissen, durch Sein Wort, durch Seinen Geist, durch Brüder und Schwestern und durch mancherlei Lebensführungen sagen will? Er ist langsam zum Zorn, aber weder ein weichliches Opachen noch ein antiautoritärer Erzieher!
Gott ist geduldig. Er läßt ausreifen. Das hat nicht nur den Zweck, Zeit und Raum zur Buße zu geben, sondern noch einen anderen: Auch das Böse soll ausreifen, sich voll offenbaren und »zur Zeit der Ernte«, der Frucht, der Demaskierung und Offenbarung des eigentlichen Gehaltes, sein Wesen unverhüllt erkennen lassen (Matth. 13, 30). Das hat etwas mit Seiner weisen Pädagogik zu tun. Wir Deutschen sind wohl nur deshalb, in der großen Masse des Volkes, vom Hitlerwesen losgekommen, weil es sich voll und ganz in seiner Grausamkeit, seinem blinden Haß, seiner Lüge und Verantwortungslosigkeit — man begeht schnell Selbstmord, um nicht wegen Millionen Toter zur Rechenschaft gezogen zu werden — offenbaren durfte. Daß alle Attentate auf Hitler immer wieder fehlschlugen, war tatsächlich der »Vorsehung« zu verdanken, — aber natürlich nicht der liebenden Fürsorge des himmlischen Vaters, sondern Gott dem Richter, der demonstrieren wollte, wohin es führt, nicht Gott und dem Lamme, sondern einem lügenhaften Aggressor und Antichristen-Vorbild »Heil — Heil — Heil« zuzurufen.
Auch was 1933-1945 geschah, traf die Deutschen nicht ungewarnt. Gab es nicht seit Jahrzehnten Bußprediger und Evangelisten und auch unter den Pastoren der Kirchen viele treue Zeugen — bis in die Nazizeit hinein? Waren nicht, wenigstens vereinzelt, auch immer wieder Stimmen hörbar geworden, die davor warnten, den Juden Unrecht zuzufügen? (Siehe dazu das Buch »Unser 20. Jahrhundert im Lichte der Bibel« — Ein Gang durch 75 Jahre: 1907-1982, das derartige Zeugnisse enthält.) Es soll hier aber nicht spekuliert werden, ob die Katastrophe von 1939-1945 hätte vermieden oder abgemildert werden können, wenn die Gläubigen treuer und wagemutiger Gottes Wort, auch Sein prophetisches Wort, verkündigt und viel mehr Deutsche ihnen Gehör geschenkt hätten. Die Schar der Glaubenden ist und bleibt ja in diesem Äon die kleine Auswahlschar. Und wenn auch das, was geschah, einerseits Schuld war, schwerer Ungehorsam, der hätte vermieden werden können — so lag andererseits auch dieses Geschehen in Gottes Plan. Gott benutzte all das Schreckliche unter anderem dazu, daß die Staatsgründung Israels 1948 erfolgen konnte — eine wichtige Voraussetzung zur wörtlichen Erfüllung der biblischen Endzeit-Prophetie.
Das Prinzip der schnellen Vergeltung
Gott ist langsam zum Zorn. Im Gerichtsvollzug selbst aber beeilt Er sich und »tut eine abgekürzte Sache auf Erden« (Röm. 9, 28). Gericht ist ja ein »fremdartiges Werk« für den Gott, der Liebe ist (Jes. 28, 21; Elberf. Übersetzung, Fußnote). Nachdem sich Nationalstolz, Arroganz, inneres Offensein für Demagogie und Aggression schon vor 1914 und erst recht in den 20er und 30er Jahren mehr und mehr in deutschen Herzen festgesetzt hatten, schließlich Hitler Kanzler wurde und wenige Jahre später die Truppen marschierten und die Gasöfen brannten, kam für Deutschland der »point of no return«, der Punkt, an dem das Geschehen unumkehrbar wurde. Es gibt ja auch in biblischen Berichten solche Punkte. Da ist ein Mensch oder ein Volk endgültig gerichtsreif geworden, da hilft kein Gebet mehr, da gibt es keinen Verzug mehr. Von einem bestimmten Punkt ab wollte Gott für den verworfenen König Saul kein Trauern mehr sehen (1. Sam. 16, 1). — Als auf den frommen Reformatorkönig Hiskia der gottlose Manasse folgte, der Juda verleitete, »des Bösen mehr zu tun als die Nationen, die Jehovah vor den Kindern Israel vertilgt hatte« (2. Kön. 21, 9), wurde Juda endgültig reif zum Gericht des babylonischen Exils, so daß auch der fromme König Josia dieses Los nicht mehr abwenden konnte.
Daher gibt es im Buche Daniel, nachdem auch die Jahre 606-587 zur Buße nicht genutzt wurden, kein gnädiges Angebot Gottes mehr zur Verschonung Israels vor dem Gericht, da gibt es nur noch die Buße im Gericht. —
Und wenn dieser böse Äon in seinen letzten 7 Jahren einmal vollends ausläuft, kommt der Moment, wo ein Engel vom Himmel feierlich erklärt, einen Fuß auf die Erde und einen Fuß auf das Meer setzend, daß es ab sofort keinen Verzug, keinen Aufschub, keine Bußfristverlängerung mehr gibt: das Gericht folgt Schlag auf Schlag innerhalb weniger Jahre — ähnlich wie 1942-1945, nun aber weltweit, bis auf den Trümmern des Antichristenreiches das Reich des Messias errichtet wird.
Nach langem geduldigen Warten und Mahnen Gottes kommen Seine Gerichte, in feierlichen himmlischen Gottesdiensten vorbereitet und beschlossen (Offb. 5, 6-10; 8, 1-5; 15, 1-8), plötzlich und mit ungeheurer Wucht über die Ungehorsamen, und binnen weniger Jahre, ja Stunden sinkt in Trümmer, was man in Jahrzehnten und Jahrhunderten stolz errichtet hatte. So laufen die Gerichtsschläge Gottes am Ende dieses Zeitalters nach dem Buch der Offenbarung (Kap. 6‑19) innerhalb weniger Jahre ab; ja, das Gericht über das BABEL des Endes benötigt, da zum Ende hin alles immer schneller geht und wir im Atomzeitalter leben, nur noch eine Stunde (Offb. 18, 10.16.19). Es gibt ein heiliges Gesetz der Vergeltung Gottes, wo immer wieder das Joelwort gilt (3, 4): »Schnell, eilends werde ich euer Tun auf euren Kopf zurückbringen!«
Das Prinzip der Steigerung des Gerichts
Wer das Kapitel 3. Mose 26 liest, stellt mit Erschütterung fest, wie Gott Seinem geliebten und auserwählten Eigentumsvolk Israel für den Fall fortgesetzten Ungehorsams ein immer wieder siebenfach gesteigertes Gericht in Aussicht stellt — bis der Hunger des Exils gar zum Kannibalismus führt (vergleiche 3. Mose 26, 29 mit Klagelieder 4, 10) und Israel unter alle Nationen zerstreut wird.
Eine Steigerung der Schrecklichkeit der Gerichte ist in Israels Geschichte sowie nach den Aussagen der Bibel deutlich zu erkennen: Assyrisches und babylonisches Exil — Zerstreuung unter alle Völker im Jahre 70 n. Chr. — Hitlerzeit und Zeit des letzten Antichristen.
Schrecklicher als das Ende des Ersten Weltkrieges war das des Zweiten für Deutschland und die Welt — das Ende eines dritten Weltbrandes würde wohl die Trümmer von 1945 als nur »kleine Verletzung am Menschheitskörper« in den Schatten stellen. Eine so umfassende Katastrophe ist vor den Siegel-, Posaunen- und Zornschalengerichten der Offenbarung m. E. aber nicht zu erwarten. Gott legt ja nach Daniel 2 die Weltreiche nicht zweimal, sondern einmal völlig in Trümmer, um dann sofort das Reich Seines Sohnes auf ihnen zu errichten.
Auch die Antichristen-Typen weisen eine Steigerung an Machtumfang und Schrecklichkeit auf — von Nebukadnezar über Nero und Napoleon bis zu Hitler und Stalin und dem letzten Antichristen.
Die Gerichte der Offenbarung weisen auch in sich eine Steigerung auf — von den Siegel- und Posaunengerichten als Teilgerichten zur Totalkatastrophe der Zornschalengerichte.
Warum handelt Gott so? Weil Er immer wieder und immer noch Raum zur Besinnung und zur Umkehr geben will, auch wenn Teilgerichte schon begonnen haben. Er läßt das Gericht erst dann in letzter Schwere kommen, wenn alles frühere Mahnen und Richten kein Gehör fand. Er gibt Nationen erst dann an sich selbst dahin, wenn sie beharrlich vergaßen, Ihm zu danken und Ihn zu verherrlichen (Röm. 1, 21.24.26.28). Die schwerste und folgenreichste Sünde ist, von hier aus gesehen, zunächst einmal dies:
- auf Gott nicht zu hören,
- Gott nicht zu danken,
- Gott nicht zu ehren,
- Gott nicht erkennen zu wollen.
Das Prinzip der Verschonung eines Teils und der gnädigen Gewährung eines Neuanfangs
»Brutal und radikal« wollte Hitler die Juden ausrotten. — Wenn Gott richtet, so arbeitet Er nicht »brutal und radikal«. Seine Gerichte haben, wie auch Seine Herrlichkeit, verschiedene Stufen und Schweregrade. Vor allem aber: Gott richtet nicht, um endgültig und hoffnungslos kaputtzumachen. Die Sünde soll einmal völlig verschwinden, nicht aber die Sünder (die Personen als solche); sie sollen vielmehr verändert und wiederhergestellt werden. So löscht Gott weder den Menschen in seinem Geist, in seinem Persönlichkeitskern, völlig aus (»Ich will nicht immerdar ergrimmt sein, denn der Geist würde vor mir verschmachten und die Odem, die Ich ja gemacht habe«, Jes. 57, 16), noch richtet Er Menschen und Völker ohne die Möglichkeit einer »Wiederbringung«! Sogar die Bewohner Sodoms sollen einmal »zurückkehren zu ihrem früheren Stand« (Hes. 16, 55). — Aber auch Gottes Gerichte im Diesseits betreffen in der Regel ein Volk oder die Menschheit nicht total. Immer wieder lesen wir vom »Überrest«, von den »Übriggebliebenen«. Dies wird besonders an Israel deutlich: Immer wieder hatte Gott einen »heiligen Überrest«, auch nach den schrecklichsten Katastrophen! Mag der »Überrest« auch noch so klein sein — nach der Sintflut waren es 8 Personen —, mit ihnen setzt Gott einen neuen Anfang, ihnen wendet Er nach dem Gericht neue Gnade zu.
Am 8. Mai 1945 aber waren es nicht 8 Menschen, die Gott durch das Inferno von Verführung und Krieg hindurchgerettet hatte, sondern Millionen Juden und viele Millionen Europäer. Einen totalen Holocaust, wie Hitler ihn an den Juden vollziehen wollte, ließ Gott nicht zu. Auch das vergeltende Strafgericht über Deutschland brachte keinen totalen Holocaust. Wohl aber erlitt Deutschland nach der Schrumpfung am Ende des Ersten Weltkrieges eine weitere empfindliche Schrumpfung mit der Teilung des Reiches und der Hauptstadt. Nur kopfschüttelnd stehen Jüngere heute vor einer deutschen Landkarte von 1912 — kopfschüttelnd vor zweimaliger törichter Kriegsbegeisterung, die dann zu solcher Verkleinerung führte.
Doch kehren wir noch einmal zum 8. Mai 1945 zurück: Dieser absolute Nullpunkt, diese totale und bedingungslose Kapitulation, dieses restlose Enttäuschtsein und Am-Ende-Sein bot bei allem Schweren doch zugleich eine einmalige Gelegenheit zur Neubesinnung und einem Neuanfang in unserem Volk, zu einer Buße und Besinnung auf Gott. — Wurde sie genutzt? — Wir müssen wohl sagen: Nur zum kleinen Teil. Es gab wohl am Anfang, in den ersten Jahren, ein neues Hören auf Gottes Wort, volle Kirchen, überfüllte Jugendfreizeiten, bedeutende Erweckungen hier und dort, viele echte Bekehrungen und Aufbrüche neuen geistlichen Lebens. Die große Masse jedoch im »Volk und Land der Reformation« gab sich erneut dem Ichwesen hin, nun jedoch in anderer Form: man wandte sich dem Wiederaufbau, Wohlstand, Geld und Vergnügen zu. Dies war zwar tragisch, aber im Grunde nicht anders zu erwarten. Es gibt ja neben Israel kein zweites auserwähltes Volk. Die Gemeinde der Glaubenden ist in allen Völkern, so auch in Deutschland, eine Minderheit. So folgte die Masse unseres Volkes in den Jahren und Jahrzehnten nach 1945, drastisch ausgedrückt, der Wiederaufbauwelle, dem Wirtschaftswunder, der Freßwelle, der Sexwelle, der Fernsehwelle, der Reisewelle — bis man, in den 70er Jahren beginnend, unter Schmerzen einsehen mußte, daß es ein unentwegtes Steigern der Ansprüche nicht gibt. Man stieß an unerbittliche Grenzen des Wachstums und mußte neu lernen, sich einzuschränken und sich zu bescheiden.
Eine sehr schmerzliche Spätfolge des Hitler’schen Mißbrauchs der Begriffe »Zucht und Ordnung, Ehre, Anstand und Gehorsam« war die ab Ende der 60er Jahre mächtig rumorende Anti-Autoritäts-Welle. Nur zu einem sehr kleinen Teil ist sie als das Aufbegehren gegen verkrustete bürokratische Systeme verstehbar und entschuldbar. Im wesentlichen handelt es sich um ein von Finsternismächten gesteuertes Sich-nicht-Unterordnen-wollen, das dann auch in einer entsprechenden Musik seinen »künstlerischen« Ausdruck fand. (Gottes Heilswege für eine verlorene Welt laufen hingegen auf Linien der Unterordnung, von Epheser 5, 21 bis 1. Korinther 15, 27.28).
In Schulen, Betrieben, auf Universitäten und auch gegenüber dem Staat wurden, Ende der 60er Jahre beginnend, von sich dreist gebärdenden jungen Menschen alle Autoritäten in Frage gestellt. (Helmut Thielicke berichtet auch über jene Zeit in seinem lesenswerten Erinnerungsband »Zu Gast auf einem schönen Stern«.) Zum Teil ist diese Welle heute wieder etwas abgeebbt. Das Aufbegehren hält aber noch an. Es wird auch in Zukunft noch anhalten. Denn es ist eine durchaus antichristliche Welle. Das antichristliche Wesen aber wechselt zwar seine Ausdrucksformen, nimmt jedoch aufs Ganze gesehen zum Ende dieses Zeitalters hin zu und nicht ab.
Das Prinzip des Kampfes
Gott vollführt Seine Heilsgeschichte inmitten der Weltgeschichte. Das bringt ständigen Kampf mit sich, da »Gottesreich« und »Weltreich« zwei Größen mit ganz verschiedenen geistlichen Antrieben und Willensrichtungen sind. Im Buche Daniel stoßen sie in Gestalt zweier hervorragender Vertreter aufeinander: Daniel und Nebukadnezar.
Die Spannung zwischen Israel und der Völkerwelt durchzieht die Jahrtausende. Zutiefst geht es bei diesen Auseinandersetzungen um Gottesreich und Satansreich. Vom »Reiche Satans« und vom »Reiche Gottes« ist in Lukas 11, 18.20 die Rede. Beide existieren nicht gleichberechtigt nebeneinander, sondern über- bzw. untereinander. Das »Reich des Satans« ist keine Macht, die in sich selber Leben hätte und aus sich selber auf die Dauer existieren könnte! Gott aber und Sein Sohn haben Leben in sich selbst! Wie Kälte keinen eigenen positiven Wert besitzt, sondern nur Abwesenheit von Wärme ist — wie Finsternis keinen eigenen Wert hat, sondern nur Abwesenheit des Lichtes bedeutet, so besitzen auch der Satan und all sein Heer wie der Mond nur geliehenes Licht. Sie führen nur ein Scheinleben auf Zeit. Es ist für Gott keine Frage, daß das Satansreich in Kürze völlig überwunden sein wird, und auch für Glaubende sollte dies keine Frage sein (Röm. 16, 20; Jak. 4, 7; Offb. 12, 7-9; 20, 1-3). Jesus ist Sieger!
Dennoch tobt der Kampf zwischen Gottesreich und Weltreich bis in unsere Tage mit unverminderter Härte. Es hängt wohl mit Jesaja 45, 22-24 zusammen, mit dem am Anfang besprochenen Zweck der Geschichte (»Nur im Herrn …«), daß Gott die seit dem Sündenfall existierende Opposition überhaupt zugelassen hat. Nun ist es aber nicht so — was Luther in seiner Zwei-Reiche-Lehre richtig erkannte —, als ob Gott im »Weltreich« überhaupt keine Gewalt ausübe und die Reiche der Welt allein dem Satan unterstünden und Gottes Herrschaft auf den Himmel und Seine Heiligen beschränkt sei. Nein, Gott herrscht auch »inmitten Seiner Feinde«. Dort aber regiert Er mehr indirekt, in den Seinen direkt durch Wort und Geist. Luther unterschied beide Größen als das »Reich Gottes linker Hand« und »rechter Hand«. Ähnlich redet Paulus vom »Willen Seines Wohlgefallens«, der sich in der Gemeinde vollzieht, und vom »Willen Seines Ratschlusses«, der im ganzen Weltall gilt (Eph. 1, 5.11). (Näheres hierzu in dem Buch »Die atomare Bedrohung und der allmächtige Gott« vom gleichen Verfasser; Seiten 43-47.)
Man hat je und dann versucht, die Spannung zwischen Weltreich und Gottesreich zu lindern, die Grenzen zu verwischen, so etwa, indem man eine Volks- oder Staatskirche schuf und via Kindertaufe den Großteil der Staatsbürger zu »Christen« machte. Nun gab man sich der Illusion hin, Staat und Kirche seien mindestens verbrüdert, wenn nicht eins: waren nicht fast alle Staatsbürger Christen, der Staat also christlich? Dieses Denken gebar u. a. das »Heilige Römische Reich Deutscher Nation«.
Das alles ist aber Wunschdenken. »Es gibt so wenig christliche Staaten, wie es christliche Löwen, Bären und Tiger gibt«, lehrte Professor Ströter. Die Staaten dieser Welt — mit ihren Rüstungen, Kriegen, Atombombenarsenalen — sind nicht christlich, und die wahren Glaubenden — neugezeugte Menschen »in Christus« — sind wohl auch Staatsbürger, aber nicht der Staat. Es bleibt dabei: Die Prinzipien von Gottesreich und Weltreich, von Gemeinde Gottes und Staat, sind verschiedener Natur. Sie werden es bleiben, bis der wahrhaft »christliche Staat« von Jesaja 2, 1-4 erscheint: das Friedensreich des Messias Jesus auf Erden.
Das Prinzip der Weissagung
Gott lenkt nicht nur alles Weltgeschehen, Er sieht auch alles Kommende voraus. Und Er ist sich trotz allen Kampfes der Erreichung Seiner Ziele so sicher, daß Er etwas tut, was in den Augen Krieg führender irdischer Feldherren in höchstem Maße töricht erscheint: Er legt alle Seine Pläne offen auf den Tisch!
Die biblische Weissagung zeigt deutlicher als alles andere, wie souverän der Weltenlenker Sein Weltall nach Zeit und Raum überwacht. Er bestimmt nicht nur alles gegenwärtige Geschehen, lenkt liebend die Seinen durch Wort und Geist, setzt Seinen Feinden Maß und Grenze, nein, Er weiß auch und bestimmt, was in zukünftigen Zeiten geschehen wird. So rühmt sich Gott durch Jesaja (46, 9.10): »Gedenket des Anfänglichen, von der Urzeit her, daß Ich GOTT bin, und sonst ist keiner … der Ich von Anfang an das Ende verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, der Ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde Ich tun!« — Und in Daniel 10 erscheint dem Propheten ein gottgesandter Engelfürst, welcher bezeugt (V. 14): »Ich bin gekommen, um dich verstehen zu lassen, was deinem Volke am Ende der Tage widerfahren wird; denn das Gesicht geht noch auf ferne Tage.«
Weissagung — biblische Prophetie — ist keine Hellseherei, sie beantwortet nicht alle unsere neugierigen Fragen, sie zeigt aber in klaren Umrissen Gottes Wege mit Israel und den Völkern. Während uns in Daniel 2 der Weg der Weltvölker gezeigt wird von den Tagen Nebukadnezars bis zur Wiederkunft Christi, enthüllt Daniel 9 den Weg Gottes mit Israel innerhalb von »siebenzig Wochen« (Jahrwochen).
»Gott versteht es, ein Jahrtausende umfassendes Programm in den engen Rahmen eines einzigen Traumes zu bannen«, schrieb seinerzeit Professor E. F. Ströter zu Daniel 2, 31-35. Ein einziges Traumbild genügte, um mit wenigen Strichen dem Nebukadnezar zu zeigen: Auf das babylonische Weltreich wird das medopersische, danach das griechische und dann das römische folgen; letzteres ist ein geteiltes Weltreich (Ostrom — Westrom); es mündet am Ende in ein Zehnstaatengebilde, in dessen Tagen der MESSIAS erscheint und Sein Friedensreich auf Erden aufrichtet. — Aber auch Wert und Gewicht und Nützlichkeit der Metalle sind wohl zu beachten: sie offenbaren Grundzüge der Weltreiche und ihrer Herrscher. Auch die heute umstrittene Frage, ob wir Menschen des Atomzeitalters, aus Angst zum Frieden bereit, mit unseren Aufrufen, Demonstrationen und all unserer Gutwilligkeit imstande sind, ein Friedensreich auf Erden zu schaffen, oder ob dies nur Gott in Christus zu tun vermag, und zwar auf den Trümmern der Reiche der Welt, — auch diese hochaktuelle Frage wird uns in diesem wunderbaren Traumgesicht, das der große König erst verstand, als ein jüdischer Jüngling es ihm im Geist der Prophetie in die Erinnerung zurückrief und deutete, in großer Klarheit beantwortet.
Nicht immer, aber zuweilen gibt Gott im Wort der Prophetie sogar Zahlen an. Wann Jesus Christus wiederkommt, wird uns mit Datum und Jahreszahl nicht gesagt, und alle Versuche, es dennoch in Erfahrung zu bringen, können uns keine letzte Gewißheit geben, weil Gott, der »langsam ist zum Zorn«, immer wieder Verzugszeiten unbekannter Dauer kommen läßt — zur Buße und Besinnung, zum Ausreifen des Bösen und des Guten.
In Daniel 9 aber läßt Gott kundtun, daß 70 mal 7 Jahre vergehen werden, bis Israel sein irdisches Heilsziel erreicht: das messianische Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Das umfaßt einen Zeitraum von genau 490 Jahren! Auch hier ist allerdings eine Unterbrechungszeit eingebaut: Wie der Text klar erkennen läßt, laufen nur 69 mal 7 Jahre = 483 Jahre hintereinander ab (von 457 v. Chr. bis ins Jahr 26/27 nach der Zeitenwende, das war die Zeit des Beginns der öffentlichen Wirksamkeit Christi, der ja, wie man heute weiß, schon 4 oder 5 Jahre vor dem Beginn der christlichen Zeitrechnung geboren wurde). Dann folgt das Kreuz auf Golgatha, das Sterben des Sohnes Gottes. »Der Messias wird weggetan werden und nichts haben« (Dan. 9, 26). Es folgt eine lange Unterbrechungszeit, in der wir noch heute leben, die aber — dafür sprechen viele Entwicklungen in Israel und den Völkern — bald zu Ende gehen dürfte. Dann beginnt die noch ausstehende letzte, 70. Jahrwoche zu laufen: die Zeit des Endes dieses Zeitalters. Sie ist nach Daniel 9, 27 in zwei Hälften von je dreieinhalb Jahren unterteilt:
- 1260 Tage Scheinfrieden des Antichristen mit Israel bei gleichzeitiger kriegerischer Unruhe unter den Völkern;
- 1260 Tage großer Drangsal über Israel bei gleichzeitiger antichristlicher Welteinheit.
Man vergleiche die Zahlen der Offenbarung in Kap. 11, 3; 12, 6; 13, 5!
So präzise kann Gott Zeiträume abstecken, bis auf Monat und Tag. So genau setzt Er dem Satan Maß und Schranke. — Wir brachten diese zwei Beispiele aus Gottes so reichem prophetischen Wort, um an ihnen Reichhaltigkeit und Großartigkeit und Präzision der Weissagung Gottes aufzuzeigen.
Dem Gott, der alle Zeit in Händen hält und vor dessen Augen alle Zeitalter klar und überschaubar daliegen, dürfen wir auch unsre Erdentage und unser zukünftiges Geschick vertrauensvoll anbefehlen:
Der Du allein der Ew’ge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib Du uns gnädig zugewandt
und führe uns an Deiner Hand,
damit wir sicher schreiten!
(Jochen Klepper).
Das Prinzip der Umkehrung
Noch einem weiteren Prinzip des Handelns Gottes in der Geschichte laßt uns nachspüren: dem Prinzip der Umkehrung.
Gott, der Gerichte kommen läßt, bestimmt auch deren Ende. Immer wenn ein Gericht ausläuft, das Gott vielleicht für Jahrhunderte über ein Volk verhängt hatte, findet eine Umkehrung dessen statt, was sich begab, als das Gericht begann. Es gibt in der Welt- und Heilsgeschichte Vorgänge, die einem »rückwärts laufenden Film« gleichen. — Hierzu drei Beispiele:
Wie Professor E. F. Ströter in der Einleitung zu seiner Daniel-Auslegung schrieb (siehe GNADE UND HERRLICHKEIT 4/1984; Seiten 150-155), betrifft die Prophetie Daniels die Zeit der Heiden. Dieser Ausdruck meint: Das theokratische Königtum Jehovahs in Israel wird unterbrochen (suspendiert). Der Regierungssitz Jehovahs, der zur Zeit eines David und Salomo Jerusalem war, wird vorerst in die himmlischen Örter verlegt. Israel und Jerusalem werden dem Gericht durch die Hand der Nationen übergeben.
Nun spricht aber Jesus in Seiner Endzeitrede in Lukas 21, 24 davon, daß die Zeiten der Heiden (Nationen) einmal »erfüllt sein werden«. Dann wird Jerusalem nicht mehr »von den Nationen zertreten werden«. Diese Umkehrung wurde 1948 und 1967 angebahnt; die Vollerfüllung liegt vor uns. Dann wird Gott Sein theokratisches Königtum, Seine »Gottesherrschaft«, in und mit Israel erneuern, Sein Regierungssitz wird wieder in Jerusalem sein, und Sein Volk wird nie mehr dem Gericht der Völker unterstellt werden.
Als Jesus auf Erden wirkte, verfluchte Er einen Feigenbaum »für den Äon« (Matth. 21, 19; Konkordante Wiedergebe), und er verdorrte alsbald. Das war natürlich kein Abreagieren eines Ärgers, sondern eine symbolische Handlung des Sohnes Gottes, die auf das Volk der Juden hinweist. Juda ist auch gemeint, wenn derselbe Herr nach Matthäus 24, 32 von einem wieder saftig werdenden und Blätter treibenden Feigenbaum spricht. Ein Prozeß der Umkehrung!
Diesen Prozeß der Umkehrung hat WOLFGANG JUGEL in dem Buch »Unser 20. Jahrhundert im Lichte der Bibel« (Seiten 208-215) bis ins Detail genau aufgezeigt. In den Tagen Jesu geschah folgendes: Der Feigenbaum brachte keine Frucht mehr — trug nur noch Blätter — verdorrte bis zu den Wurzeln. In unseren Tagen aber und in der nahen Endzeit sehen und erleben wir: Der Feigenbaum gewinnt wieder Saft und Leben — er treibt Blätter — er wird wieder Frucht bringen!
Das heißt ohne Bild: Nach der Verwerfung des Messias Jesus in Israel erlosch die judenchristliche Gemeinde in Israel, erlosch die jüdische Orthodoxie im Lande Israel, erlosch schließlich auch das jüdische Volk im Lande Jehovahs. — Was aber geschieht in unserem Jahrhundert? — Die jüdische Nation wird im Lande der Väter wiederhergestellt (Saft) — die jüdische Orthodoxie lebt wieder auf (Blätter) — eine messiasgläubige Gemeinde ersteht wieder (Frühfeigen). (Noch weit ausführlicher beschreibt Wolfgang Jugel in dem genannten Buch diesen Prozeß der Umkehrung auf den genannten Seiten.)
Drittes Beispiel einer Umkehrung: Nachdem die Juden ihren Messias verworfen hatten, traf sie das Gericht der Verstockung (Röm. 11, 7-8). Gott gab ihnen einen »Geist der Schlafsucht«, narkotisierte sie gleichsam. — Wird es ein Erwachen des Schläfers geben? Wird die Verstockung wieder weichen? Dies bejaht Paulus eindeutig in Römer 11, 25-26. Er verbindet damit noch ein anderes Bild:
Aus dem Ölbaum des Gottesvolkes wurden »einige Zweige ausgebrochen« um ihres Unglaubens willen. Auch damit ist die Verstockung eines (großen) Teiles Israels beschrieben. Israel schied seit den Tagen Jesu und der Apostel als Heilsträger aus. Die »Christen« wurden die Heilsträger, und sie taten genau das, wovor Paulus in Römer 11 gewarnt hatte: sie überhoben sich in ihren Herzen über die Juden.
Der Prozeß wird aber eine Umkehrung erfahren: »Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich«, mahnt Paulus die Heidenchristen, »denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat, (mag es geschehen), daß Er auch deiner nicht schonen werde … Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum ausgeschnitten und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wieviel mehr werden diese, die natürlichen Zweige, in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden … und also wird ganz Israel errettet werden!«
Gott sammelt die Juden nicht nur äußerlich wieder in ihrem Lande, Er wird auch Blindheit und Verstockung von ihnen nehmen, und sie werden wieder — anstelle einer kraftlosen Christenheit, die die Zeichen der Zeit nicht erkennt — werden, was von Anfang an ihre Berufung war: Heilsträger Gottes inmitten der Völkerwelt (Jes. 2, 1-4).
Vom rechten Verhalten der Geschöpfe zum Lenker der Geschichte
Was erwartet der mächtige Lenker der Geschichte von Seinen Geschöpfen? Zuallererst dies: ein demütiges Ja zu Seinen Wegen. Dies gilt wiederum für einzelne wie für ganze Völker. Mag das »Ja zu Gottes Wegen« im Einzelfall auch schwer fallen und mit Seufzen verbunden sein — auch wer seufzt (stöhnt, ächzt), sagt noch ja; wer aber murrt, der sagt nein zu Gottes Führung; er ist auf die Seite der Rebellen wider Gott getreten (Röm. 8, 23; 1. Kor. 10, 10).
Dem sogenannten »kananäischen Weibe« konnte erst geholfen werden, als sie, trotz harter Behandlung durch Jesus, »Ja, Herr« sprach (Matth. 15, 27; Elberfelder Übs.). — In dem großen Bußgebet von Daniel 9, 4-19 sagt Daniel in vorbildlicher Weise »Ja zu Gottes Wegen«. Er bekennt sich mit schuldig, gibt Gott recht in Seinem Gerichtshandeln und bittet erst dann Gott um die Gnade, sich Judas und Jerusalems gemäß Seiner Verheißung wieder anzunehmen.
Machen wir von hier aus eine Nutzanwendung auf unser geteiltes Deutschland! Manche Vertriebene sprechen gern vom »Recht auf Heimat«, manche Politiker vom »Recht auf Wiedervereinigung«. Sie haben noch nicht erkannt, daß wir
- von Gott nie etwas zu fordern haben, und daß wir
- als Deutsche erkennen müssen, daß wir das Vergeltungsgericht von 1942-1945 verdient hatten.
Mag menschlicherseits viel Unrecht auch an Deutschen verübt worden sein, — im Blick auf Gott (nicht auf Menschen) gilt es zu sprechen: »HERR, wir haben Dein Gericht verdient!« Erst wer demütig und bußfertig so spricht, darf anschließend Gott bitten um die Wiedervereinigung bzw. um die verlorene Heimat, nicht aber darf er dies fordern.
Ein Unterschied zwischen der Situation von Daniel 9 und der heutigen deutschen liegt darin, daß Daniel um eine klare Gottesverheißung für die Rückkehr seines Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft wußte (Jer. 25, 12; 29, 11-14). Eine solche haben wir Deutschen bezüglich der Wiedervereinigung nicht. Manche Ausleger folgern sogar aus Hesekiel 38, 1-9, daß es eine deutsche Wiedervereinigung nicht geben werde. Dieser Text handelt vom Einfall eines »Nordbundes« in Israel. Ich erwarte diese Aggression aus dem Norden aber nicht heute oder morgen; denn der Text spricht davon, daß das aus den Völkern gesammelte auserwählte Volk zu jener Zeit »in Sicherheit wohnt« (wie wiederholt betont wird) und so reich geworden ist, daß der Räuber aus dem Norden einfällt, »um Raub zu rauben und Beute zu erbeuten« (V. 12). Dies entspricht keineswegs der heutigen Situation, wo Israel noch immer um seine Sicherheit besorgt und hoch verschuldet ist. Es müßten vorher einschneidende Änderungen eintreten, ehe dieser — von manchen voreiligen Auslegern seit Jahren immer wieder als unmittelbar bevorstehend angekündigte — Zug stattfindet. Arthur Muhl vertritt die Ansicht, daß diese Änderungen durch einen »kurzen und schnellen Dritten Weltkrieg« plötzlich herbeigeführt werden, der den USA den Sieg bringt. Sicherlich werden die USA, wie seit Jahren erkennbar, eine wichtige Rolle zu spielen haben, wenn Israel völlig sicher und sehr reich werden soll. Meines Erachtens könnte dies aber auch ohne einen Dritten Weltkrieg geschehen, einfach dadurch, daß sich Amerikas technologische Überlegenheit über seine möglichen Gegner als immer erdrückender erweist. Aufgrund amerikanischer und eigener Erfindungen und Technologien könnte Israel reich und sicher werden, wenn nicht in Jahren, dann in wenigen Jahrzehnten. Denn es kann sein, aber es muß nicht so sein, daß alles Endgeschehen schon in wenigen Jahren abgelaufen ist!
Was aber die deutsche Frage betrifft, so lesen wir in Hesekiel 38, daß unter Anführung Gogs vom Lande Magog, des Fürsten von Rosch, Mesech und Tubal, auch Perser, Äthiopier, Put, Gomer und alle seine Haufen sowie Togarma und alle seine Haufen in Israel einfallen. Ist in dieser Aufzählung auch Deutschland bzw. ein Teil Deutschlands enthalten? — Nach Lindsey/Carlsons Buch »Alter Planet Erde wohin?« (Verlag Schulte und Gerth), das die Angaben gelehrter Sprachwissenschaftler als Beweis heranzieht, handelt es sich bei den genannten Völkerschaften um Rußland (»Rosch« habe etwas mit den »Russen« zu tun, »Mesech« mit »Moskau«), um Persien, Äthiopien und Put = Libyen. Zu »Gomers Horden« zählen diese Verfasser »Völkerschaften hinter dem Eisernen Vorhang« einschließlich Ostdeutschlands und der slowakischen Länder, zu »Togarmas Horden« Südrußland und die Kosaken. — Vorausgesetzt, dies stimmt, würde Ostdeutschland im russischen Machtbereich vorerst verbleiben, Persien = Iran ebenso wie Äthiopien und Libyen in ihn einverleibt werden, während Ägypten nicht genannt wird.
Gottesherrschaft — das Ziel der Geschichte
Viele Menschen, besonders Jugendliche, sehen heute eine düstere oder überhaupt keine Zukunft vor sich. »No future« — keine Zukunft — heißt das Motto vieler. In Büchern und Filmen wird den Menschen das Szenario des atomaren Holocausts, der totalen Vernichtung der Menschheit und Verseuchung der Erde, vor Augen geführt. Weil das Leben sinnlos und ziellos zu sein scheint, lebt man es lustlos, unordentlich oder gar aggressiv.
Gotteskinder aber haben Zukunft, und sie wissen, daß auch die Welt Zukunft hat. Wie die biblische Prophetie zeigt, findet ein atomarer Holocaust, eine Totalauslöschung der Menschheit, nicht statt. (Näheres dazu in »Die atomare Bedrohung und der allmächtige Gott« vom gleichen Verfasser.) Zwar wird das Weltreich — das zuletzt ein antichristliches Welteinheitsreich ist — zertrümmert werden, aber nur zu dem Zweck, daß Jesu Friedensreich auf Erden errichtet werde (Dan. 2, 34.35).
Glaubende Christen wissen: Jesus kommt (1. Thess. 4, 13-18; Offb. 1, 7; Matth. 24, 30). Sein Reich kommt (Matth. 13, 43; 19, 28; 25, 31-46; Offb. 20). Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden kommen (Offb. 20 und 21; Jes. 65, 17; 2. Petr. 3, 13). Die völlige Überwindung der Sünde und des Todes werden kommen (Hebr. 9, 26; 1. Kor. 15, 24-28). Gottes Gnadenreichtum wird sich in kommenden Zeitaltern in Güte auf die Seinen ergießen (Eph. 2, 7) und ein Strom von Wassern des Lebens in eine zu erneuernde Schöpfung (Offb. 22, 1-5). Allumfassende Gottesherrschaft ist das Ziel der Geschichte.
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 3/1985; Paulus-Verlag; Heilbronn)


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