Fehler, die zur Ablehnung der Allversöhnung führen
Autor: Schumacher, Heinz | Kategorie(n): Allversöhnung, Lehre | 6,525 x gelesenWenn ich einem Buch, Heft oder Zeitschriftenartikel begegne, worin die biblische Lehre von der Versöhnung des Alls abgelehnt wird, dann ist mir klar: Irgendwo steckt hier ein (oder stecken hier mehrere) Denkfehler; man mißversteht oder fehlinterpretiert biblische Aussagen; man blickt nicht durch. Es ist mir klar, daß dieser Satz überheblich klingt: er ist aber nicht so gemeint. Wenn man dreimal in seinem Leben ein Buch zum Thema “Allversöhnung” geschrieben hat, Hunderte, wenn nicht Tausende Gespräche darüber geführt und unzählige Abhandlungen darüber in Jahrzehnten gelesen hat, dann darf man doch für sich in Anspruch nehmen, sich da ein wenig auszukennen. Das ist aber kein eigenes Verdienst, sondern nur die Gnadenführung Gottes. 1959 erschien mein Buch “Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls”, 270 Seiten (vergriffen); 1977 folgte “… und Gott wird sein alles in allen. Dialog über letzte Fragen”, 96 Seiten; es ist 1997 in 2. Auflage erschienen und lieferbar; lieferbar ist auch das 1988/1992 erschienene Werk “Versöhnung des Alls — Gottes Wille”, 110 Seiten (alle drei Paulus-Verlag Karl Geyer).
Eine Tragik erblicke ich darin, daß einerseits in der Evangelischen Landeskirche nur wenig Widerstand gegen die “Allversöhnung” zu verspüren ist; dort ist ja inzwischen für vieles oder fast alles Platz: von Tanz und Kino in der Kirche bis zur Duldung oder Bejahung der Homosexualität; von fragwürdigen Methoden der Evangelisation bis hin zur Leugnung der wirklichen leiblichen Auferstehung Jesu; so ist auch für die “bösen Allversöhner” Platz. Andererseits sind gerade Kreise und Brüder, die auf biblischen Linien arbeiten und Gemeinde Jesu biblisch darstellen wollen, oftmals die erbittertsten Gegner.
In der Zeitschrift der Deutschen Evangelischen Allianz “Idea Spektrum” wurde in den letzten Monaten gleich zweimal das Pro und Contra der Allversöhnungslehre erwogen. Anscheinend kam die Ablehnung das erstemal nicht deutlich genug heraus, so daß sich die Schriftleitung veranlaßt sah, in Heft 30/31/1998 noch einmal zwei Stimmen zu Wort kommen zu lassen, wobei dann die ablehnende Beurteilung (ein ziemlich oberflächlicher Artikel von Wilfried Reuter) als “die theologische Position der Evangelischen Allianz” überschrieben wurde. Ich halte dies nicht für seriös, denn die Evangelische Allianz (insgesamt) lehnt nicht die Allversöhnung ab, wohl ein großer Teil, aber eben nicht alle Glieder ihrer Kirchen und Freikirchen. Unseriös und angesichts so ernster Fragen biblischer Hoffnungslehre unwürdig ist es auch, bei dieser Frage von dem weltlichen Schlager “Wir kommen alle, alle in den Himmel” auszugehen. Ferner erschien eine Idea-Dokumentation (3/98) zu diesem Thema (Slenczka/Stadelmann).
In den genannten und vielen anderen Publikationen werden im Grunde immer wieder die gleichen Fehler gemacht:
1. Man liest die Bibel statisch statt dynamisch!
Es gibt einen guten Fundamentalismus, der sich im Glauben auf das Wort Gottes stützt und sagt: “Es steht geschrieben!” — Es gibt aber auch einen unguten rechthaberischen Fundamentalismus — vom gewalttätigen gar nicht zu reden —, der sich auf irgendwelche Aussagen der Bibel beruft und darin Gottes “letztes Wort” in der Sache sieht und davon um keinen Preis abgehen will, so z. B. “wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht erlischt” oder das Wort von der “ewigen Pein”.
Man übersieht, daß nicht alle Bibelworte das gleiche Gewicht haben; viele beschreiben Gottes Wege, einige Gottes allerletzte Ziele. Hier muß sorgfältig geprüft und unterschieden werden. Es gibt viele “vorletzte Worte Gottes” in der Bibel, wie z. B. Matth. 24, 51; 25, 12.30.46 oder Röm. 9, 27 (hier bringt Paulus noch nicht die letzte Lösung der Israelfrage, sondern erst in Kap. 11). Sogar Offb. 22, 15 zähle ich zu den “vorletzten Worten Gottes”, denn Johannes schaut am Schluß der Offenbarung nicht so weit wie Paulus in 1. Kor. 15, 22-28.
2. Paulus ist der “Verwalter der Geheimnisse Gottes”
Dies ist vielen verborgen. Noch einmal sei betont: Nicht alle Bibelworte haben gleiches Gewicht, auch nicht alle Worte im Neuen Testament! In den Evangelien ist der Blick durchweg nur auf zwei Äonen ausgerichtet (vor allem bei den ersten drei Evangelien, den Synoptikern): den gegenwärtigen und den kommenden. Es gibt aber nach Eph. 2, 7 kommende Äonen! Paulus und seine Mitarbeiter waren zu “Verwaltern der Geheimnisse Gottes” (1. Kor. 4, 1 ) berufen, und so finden wir vor allem bei Paulus jene Zielwahrheiten, die Jesus im Fleisch auf Erden noch nicht sagen konnte (Joh. 16, 12) .Wer bei der Frage nach der “Allversöhnung” diese paulinischen Zielwahrheiten nicht ganz ernst nimmt, kann in dieser Frage nicht zur Klarheit kommen.
3. “Ewig” und “Ewigkeit” bedeuten nicht endlos!
Zu Recht schreibt Ralf Luther in seinem (kürzlich neu aufgelegten) Neutestamentlichen Wörterbuch unter dem Stichwort “ewig, Ewigkeit” u. a.: “Ewiges Feuer, ewige Pein bedeutet die Pein, die im kommenden Zeitlauf die leiden werden, denen sie im Weltgericht zugesprochen ist. Im Neuen Testament ist der Blick zunächst ganz auf den kommenden Äon gerichtet, den Christus bringt. Alles, was mit diesem kommenden Äon zusammenhängt, heißt in der Lutherübersetzung “ewig” (zum Äon gehörig). Mit Unendlichkeit hat das nichts zu tun. Allerdings können die Ausdrücke “ewig” (äonisch) oder “in die Äonen hinein” auch eine unabsehbar lange Zeitdauer ausdrücken (so in den Doxologien Gottes); die Frage der Unendlichkeit wird aber auch da nicht entschieden.”
Seltsamerweise gibt es immer wieder Menschen — gerade auch unter den missionarisch eingestellten Christen —, die der Meinung sind, die leider auch Wilfried Reuter in dem genannten Artikel vertritt: “Wie sollen wir mit letztem Ernst in die Nachfolge Jesu einladen, wenn alles auf eine Allversöhnung hinausläuft? Könnten, ja müßten wir uns nicht “Pro Christ” und alle anderen Evangelisationen ersparen?”
Eine so oberflächliche Argumentation hatte ich eigentlich von Wilfried Reuter nicht erwartet, den ich bisher immer für einen guten bibeltreuen Evangelisten hielt. Ist alles, was nicht endlos weitergeht, nicht schlimm? Wenn Menschen der “äonenlangen (jedoch nicht endlosen) erzieherischen Pein” anheimfallen (so müßte man genau genommen in Matth. 25, 46 übersetzen), ist dann alles nicht so schlimm?
Warum wird denn eigentlich evangelisiert? Geht es dabei nur um Bewahrung vor endloser Qual? Und wenn die Pein oder Qual nicht mehr endlos ist, lohnt der Aufwand nicht? — Soll nicht vielmehr deshalb evangelisiert werden, weil Gottes Liebe schon heute möglichst viele erreichen will, weil Sein Wort einfach laufen muß, weil Gemeinde Jesu herausgerufen werden muß?
Der “Allversöhnung” wirft man vor, sie sei “wie ein lähmendes Gift”. Das würde bedeuten: Wer daran glaubt, ist faul und bequem und bezeugt seinen Herrn nicht; alle anderen Gläubigen aber (wo das “Gift” diese Wirkung nicht tut) sind brennende Zeugen für Jesus. Weil ihnen ständig der Auftrag auf den Nägeln brennt, Menschen der endlosen und aussichtslosen Qual zu entreißen, gönnen sie sich keine Ruhe, sind sie in Wort und Wandel unerschrockene, nie erlahmende Zeugen. Ist das etwa ein zutreffendes Bild der Wirklichkeit?! — Trägheit, Bequemlichkeit und weltliches Wesen ist heute leider weithin verbreitet, ob man an die “Allversöhnung” glaubt oder nicht. Die “Evangelische Allianz” wäre gut beraten, wenn sie in ihren Publikationen die wirklichen Feinde aufs Korn nehmen würde: Weltlichkeit — Schwärmerei — Liberalismus, statt auf diejenigen zu zielen, die da glauben und bezeugen, Gott sei immer (wie es die Bibel vom ersten bis zum letzten Kapitel bezeugt) ein Rettergott, der durch Gerichte zurechtbringt.
4. Man verkennt Gottes Wesen!
Mir ging es in meinen Büchern über die Allversöhnung nie darum, Recht zu behalten oder einen sanften lieben Gott zu bezeugen, der niemand wehtut. Im Gegenteil: Die Spannung von Gericht und Gnade darf nie verschwiegen werden. Sie bleibt so lange bestehen, bis Gott wirklich einmal “alles in allem” ist. Es ging und geht mir vielmehr darum, einer Karikatur von Gott entgegenzutreten, sei es, daß man Gott als den harmlosen “lieben Gott” hinstellt, der für unser Wohlergehen zuständig ist, sei es, daß man Ihn als endlosen Quäler hinstellt. Das eine ist so falsch wie das andere. Gott ist Richter und Retter zugleich — aber das schrecklichste aller Gerichte nahm Er in Seiner Liebe im Sohn auf sich selbst — um uns, um Israel, um alle Menschen, um das All zu versöhnen und zu retten.
5. Man will die wirkliche und völlige Überwindung des Dualismus nicht wahrhaben!
Dualismus bedeutet Zweiteilung, Gespaltensein, die Zerrissenheit unseres Kosmos, wo sich nach der Schrift ein “Königreich Gottes” und ein “Königreich Satans” (Luk. 11, 18.20) gegenüberstehen und bekämpfen. Dieser Dualismus soll einmal nach Phil. 2, 10.11; Kol. 1, 20; Eph. 1, 10 und 1. Kor 15, 22-28 völlig überwunden werden. Ich kann allerdings dem von mir geschätzten Helge Stadelmann nicht folgen, wenn er in der Idea-Dokumentation 3/98 einerseits Ja sagt zur Überwindung des Dualismus, andererseits aber daran festhält, die ebengenannten Paulusstellen bedeuteten nicht die Rettung aller. Wie aber soll Dualismus überwunden sein, wenn es neben den durch Christus Erretteten noch eine riesige Schar Unerretteter (und das heißt doch: Verlorener, Verfluchter, für immer Gequälter und Gepeinigter) geben soll? Stadelmann schreibt: “Nach dem Epheserbrief kommt alles unter ein Haupt (1, 10), indem Er (Christus) die einen rettet … und über die anderen triumphiert als der gekreuzigte, auferstandene und über alle Mächte erhöhte Herr (1, 18-23). Was im Kolosserbrief vom Kreuz her begründet wird, wird im Epheserbrief von der Auferstehung her entfaltet. Beidesmal aber geht es um den Doppelaspekt von Heil einerseits und Unterwerfung andererseits, wodurch erreicht wird, daß das All versöhnt und alles unter ein Haupt, Christus, gebracht ist. — Es gibt am Ende keinen Dualismus, sondern gerettet auf der einen und unterworfen auf der anderen Seite, ist am Ende alles unter Christus, unter Gott.”
Diese Unterscheidung zwischen Geretteten und Unterworfenen (im Sinne von Unerretteten) kann ich nicht nachvollziehen. Sicher sind beide Begriffe nicht gleichbedeutend: doch Unterworfensein (Untertansein, Untergeordnetsein) muß das Gerettetsein keineswegs ausschließen; siehe Eph. 5, 23.24, wo von der Gemeinde beides ausgesagt wird:
- sie ist Christus untergeordnet, und
- sie ist gerettet;
denn Christus ist des Leibes Heiland (Retter).
Im Grunde sind alle diese Argumente, die man auf beiden Seiten vorbringt, durchaus nicht neu. In meinem 1959 erschienenen Buch “Das biblische Zeugnis von der Versöhnung des Alls” fanden sich auch mehrere Zitate zu 1. Kor. 15, 28 (”Gott alles in allem”). Einerseits hatte H. Wiesemann dazu geschrieben: “In den dämonischen Geistern ist nicht Gott. Ebensowenig ist Er in den Menschen, die verloren gehen.
Aber hat dann das Wort noch Sinn: “… auf daß Gott sei alles in allen”? Es hat einen tiefen und wunderbaren Sinn. In der neuen Welt … wird Gott Seine Herrlichkeit und Lebensfülle allen Ihm zugekehrten Geschöpfen und — vielleicht dürfen wir es hinzufügen — allem Bestehenden schenken. Nichts kann Ihn daran hindern. Die Geschöpfe, die daran nicht teilnehmen können, werden gerade dadurch zu einem Leben gezwungen, das kein Leben ist und dennoch nicht aufhört.”
Ganz anders äußerte sich W. F. Stroh (zitiert nach Riemann): “Wäre auch nur eine Kreatur noch draußen (Offb. 22, 15), so wäre Gott nicht in allen alles, und blieben Seine Feinde auch im Feuersee verdammt und verloren, so wäre Er nicht alles in allen. Er wäre vielleicht alles in ihnen nach Seiner
Gerechtigkeit, aber nicht nach Seiner Liebe oder vielmehr Er wäre nichts in ihnen. Sie wären ganz von Ihm ausgeschlossen und ausgeschieden. Er will aber alles in allen sein nicht bloß nach einer Eigenschaft oder Kraft, sondern nach allen, in der Harmonie Seiner ganzen Gottesfülle und Gottesherrlichkeit, so wie Er dies ist in der verklärten Menschheit Jesu Christi.”
Und ein Zitat von Riemann lautet hierzu: “Machtlos und Seinem Willenunterworfen (B. Weiß) sind die Bösen vorher auch schon gewesen. Von einem völligen Unterworfensein derselben unter Gott kann aber erst dann geredet werden, wenn die innere gegensätzliche Richtung ihres ganzen geistigen Seins gegen Gott aufgehört hat. Eine wenn auch zum Nichtmehrhandelnkönnen verdammte Schar böser Geistwesen vertritt so lange in ihrem geistigen Vorhandensein, in ihrem gottfeindlichen Denken und Fühlen und Wollen eine gottwidrige Macht, bis dieses gottfeindliche Denken und Fühlen und Wollen überwunden ist; und bis das geschehen ist, ist Gott jedenfalls nicht “Alles in Allen.”
Die Welt von heute — mit ihren ABC-Waffen, ihrer zunehmenden Gesetzlosigkeit und Brutalität — ist trotz Globalisierung und technischem “Fortschritt” hoffnungsloser denn je. Schulden wir ihr nicht gerade heute das biblische Zeugnis der Hoffnung in seiner ganzen Tiefe und Weite (immer natürlich im Zusammenhang mit der Notwendigkeit persönlicher Hinwendung zu Jesus)? Was ist die “Speise, die heute nottut”? Drohung mit endloser Höllenqual oder die Botschaft von der Liebe Gottes in der Spannung von Gericht und Gnade? Darüber nachzudenken wäre hilfreicher, als an dem Dogma von endloser Höllenqual festzuhalten, das die Bibel so nicht lehrt.
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Nicht einer ist von Gott vergessen, Der auf der dunkeln Erde weint. Wer in der Angst und Not gesessen, Wird einst im Glanz dem Herrn vereint. |
Nicht einer ist von Gott vergessen. Auch um den Ärmsten wirbt Er treu Mit innig liebenden Intressen Und macht die weit Verlornen neu. |
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Der Vater, der bei sich geschworen, Daß jedes Wesen dieser Welt Ist für Sein Licht und Heil erkoren, Gewiß Sein heilges Wort auch hält. |
Er wandelt auch das größte Grauen In Glück und Glanz und Seligkeit, Damit am Ende alle schauen Die Schöpfung ohne Not und Leid. |
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Nicht einer ist von Gott vergessen, Der wider Ihn voll Zorn getobt. In heiligen Gerichtsprozessen Erreicht der Herr, daß er Ihn lobt. |
Nicht einer ist von Gott vergessen. Auch du und ich und jedermann, Wird staunend Jesu Heil ermessen, Das uns erlöst aus Satans Bann. |
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Und preist mit dankerfüllter Seele, Daß Jesus ihn der Finsternis Und aller Sünde, jeder Fehle Und jedem Widerstand entriß. |
Daß jeder durch die Kraft des Blutes Und durch Sein sieghaft Auferstehn, Darf unvergleichlich Schönes, Gutes In der verklärten Schöpfung sehn. |
Adolf Heller (nach Luk. 12, 6b)
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; Paulus-Verlag; Heilbronn)


Jeden Sonntag ab 10:00 Uhr von der 
Der Streit über Bibelstellen, die so oder anders verstanden werden können, möchte ich hier nicht fördern. Mir kam ein ganz anderer Ansatz, der denke ich unabhängig von der Begrifflichkeit Äon deutlich machen kann, warum die Allversöhnerlehre nicht richtig sein kann.
Gottes Wesen in seiner Ganzheit betrachtet, wie es uns die Bibel lehrt beinhalte (hier nur einige für das Thema wichtige) folgende Wesenszüge: Liebe, Gerecht, Barmherzig, Heiland, Zornig, Heilig, Allwissend, Allgegenwärtig, Unveränderlich.
Ist nun Gott ewig der gleiche, also Unveränderlich, so ist es auch seine Heiligkeit und sein Zorn. Wie aber können diese Wesenszüge bestand haben, wenn sie in der Liebe aufgelöst werden. Im letzten Äon werden alle Menschen mit Gott versöhnt sein?
Die Gesamtaussage der Bibel macht jedoch einen anderen Schluss logischer. So ist dass was wir unter Hölle verstehen, Gottes ewiger Zorn, seine Heiligkeit, die diese Menschen von seiner Liebe fernhält. Gott ist auch in der Hölle gegenwärtig, allerdings auf eine andere Art, als an dem Ort, den wir als Himmel verstehen. Für einen humanistisch denkenden Menschen ist dies natürlich eine Beleidigung. Denkt Gott humanistisch? So wäre seiner Gerechtigkeit genüge getan, wenn Menschen, die seine Liebe nicht annehmen wollten für ewig in Gottes Heiligkeit und Zorn leiden würden. Und es könnte keiner sagen, Gott hat ihn nicht lieb gehabt. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, dies ist aber keine Aussage darüber, ob sein Wille die Vollendung ist, oder im Menschlichen Sinne ausgedrückt zeigt, dass er den Wunsch hat, dass alle gerettet werden, dies aber von dem Mensch als Gottes wahrhaftigem Gegenüber abhängt. Schließlich beginnt seine Menschenschöpfung damit, dass er einen Gegenüber haben will und keine Marionette.
Ich bin überzeugt, dass wir Gott in vielen Punkten nicht verstehen können. Jedoch bin ich auch überzeugt, dass er uns in der Bibel so viel über sich offenbart hat, dass wir sagen können, dass es eine ewige Verdammnis gibt. Und zwar im Sinne unendlich.
Die Offenbarung sagt zum Ende, dass jeder sich verantworten muss, wenn er eines von dem was geschrieben steht weg tut oder was dazufügt. Und ich bin überzeugt, dass jeder der die Allversöhnung glaubt und lebt etwas von der Ganzheit der Heiligen Schrift wegkürzt.
Es wäre ein falscher Trost für jeden Menschen, der sich fragt, sind meine Freunde, Bekannten, Kinder, Eltern im Himmel oder in der Hölle. Seelsorgerliche und Tröstende Begleitung funktioniert weder im Sinne der Allversöhnung, noch im Sinne der schonungslosen Wahrheit über Sünder.
Unabhängig von der Lehre der Allversöhnung, oder auch nicht und unabhängig des Lebens eines Menschen, dass wir sahen, werden wir überrascht sein, wen wir im Himmel treffen werden und wen nicht.
Hallo Tobias,
ich möchte nur auf einen Satz Deines Kommentars eingehen, weil der grundlegend ist:
Gottes Heiligkeit und Zorn werden nicht in seiner Liebe aufgelöst (also ungültig gemacht), sondern sind Wesens-Bestandteile der Liebe Gottes. Die Liebe Gottes kann sich in Zorn äußern, weil Gott heilig ist. Das bedeutet aber nicht, dass sein Zorn konträr zu seiner Liebe steht, also Zorn und Liebe zwei gegensätzliche Wesenmerkmale oder -züge Gottes sind.
Wenn Gott zürnt, ist er nicht ein liebloser, rasender, wütender Herrscher, der all das auf ewig zerschlägt, dem er zürnt. Im Gegenteil: wenn Gott zornig ist, ist er es, weil er das Objekt seines Zornes über die Maßen liebt und vom bösen Weg erretten will!
Hebräer 12, 5-11:
Mein Sohn, achte nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst! Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr Bastarde und nicht Söhne. Zudem hatten wir auch unsere Väter nach dem Fleisch als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwürfig sein und leben? Denn sie züchtigten uns freilich für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedsame Frucht der Gerechtigkeit.
Man kann also Gottes Zorn, Heiligkeit, Gerechtigkeit etc. nicht ausspielen gegen seine Liebe. Alles ist seiner Liebe untergeordnet, auch sein Zorn. Alles dient seiner Liebe, die nur einen Sinn und Zweck hat: alle(s) zu retten und in Liebe zur Anbetung seiner selbst zu bringen.
Jeaja 26, 9b.10:
Denn wenn deine (Zorn-)Gerichte die Erde treffen, lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit. Wird dem Gottlosen Gnade zuteil, lernt er nicht Gerechtigkeit: im Land der Geradheit handelt er unrecht und sieht nicht die Hoheit des HERRN.
Jesaja 57, 15-16:
Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen. Denn nicht ewig rechte ich, und nicht für immer zürne ich; denn ihr Lebenshauch würde vor mir verschmachten und die Menschenseelen, die ich ja gemacht habe.
Ps. 103, 8-9:
Barmherzig und gnädig ist der HERR, langsam zum Zorn und groß an Gnade. Er wird nicht immer rechten, nicht ewig zürnen.
Denn:
1. Tim. 2, 1-4:
Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1. Tim. 4, 9-11:
Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. Dies gebiete und lehre!
Zu dem “Gott will” von 1. Tim. 2, 4 siehe auch Jesaja 55, 10.11:
Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen läßt, daß sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt (oder: was ich will), und ausführen, wozu ich es gesandt habe.
Und Jesaja 46, 9b.10:
Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, - der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt (oder: was ich will), führe ich aus …
Diese Bibelstellen sollen erstmal genügen.
Es ist gerade die Betrachtung von Gottes Wesen in seiner Ganzheit, die zu keinem anderen Schluss führen kann, als das Gott seine gesamte Schöpfung rettet.
Kol. 1, 19.20:
denn es gefiel der ganzen Fülle (der Ganzheit Gottes), in ihm (Christus) zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen - indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes -, durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.
Jesaja 40, 3-5:
Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden! Und das Höckerige soll zur Ebene werden und das Hügelige zur Talebene! Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn der Mund des HERRN hat geredet. (Siehe auch Luk. 3, 4-6.)
Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich die hier veröffentlichten Artikel unter der Kategorie “Allversöhnung” betend zu Gemüte zu führen. Das Wesen Gottes, der Einklang der verschiedenen Ausprägungen seines Wesens zur Erreichung seiner Ziele wird darin wunderbar biblisch begründet dargelegt. Und wir müssen uns dabei nicht an Wörtern wie beispielsweise “Äon” oder “Ewigkeit” aufhängen, denn diese spielen nicht die entscheidende Rolle bei der Erkenntnis, dass Gott in Christus der Retter aller Menschen ist und alles (das All) zur freiwilligen, hingebungsvollen Anbetung seiner selbst bringen wird.
NACHTRAG: Soeben zu diesem Thema eingescannt: Gottes Zorn und Liebe. Sehr lesenswert!
“Ist nun Gott ewig der gleiche, also Unveränderlich, so ist es auch seine Heiligkeit und sein Zorn.”
die Bibel verneint, dass Gott für immer zürnt, verwirft man die Allversöhnung, ist die Vernichtung der Ungerechten das Naheliegendste, warum sollte Gott Menschen endlos quälen, der Mensch besitzt keine Unsterblichkeit (unsterbliche Seele), eine endlose Qual wäre also immer eine von Gott verhängte endlose Qual, nicht die Entscheidung eines Sterblichen bzw. nicht die logische Konsequenz der Sünde, die die Bibel mit dem Tod benennt, Tod meint nicht endlose bewußt erlittene Qual, weder in der Bibel noch in irgendeiner Sprache.
Das Gegenstück zur Allversöhnung ist nicht unbedingt die klassische Höllenlehre, sondern die ewige Vernichtung der Gottlosen, eine Lehre die ich zwar nicht vetrete, die in gewisser Weise denoch naheliegend ist.
3. Mose 10,1-3
Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder sein Feuerbecken und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor dem HERRN dar, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer vom HERRN aus und verzehrte sie. Und sie starben vor dem HERRN.
auch wenn dieser Vers keinen eschatologischen Kontext hat, würde es in meinen Augen durchaus nahe legen, dass jene die Gottes Heiligkeit verletzen, vernichtet werden, als Alternative zu ewiger Seligkeit durchaus auch eine gewaltige und ewige Strafe.
Auch in diesem Artikel ist - wie bei fast allen Ideen, die im Internet verbraten werden -erkennbar: die Dummen, das sind immer die andern. Wenn jemand 3 Bücher und 1.000 Gespräche zum Thema geführt und “unzählige” (im äonisch-spekulativen Sinn oder tatsächlich?) Abhandlungen gelesen hat, dann hat er natürlich Recht. Oder nicht?
Guten Tag Herr Ernst-Hermann Jänicke
Ihr Aussage ist etwas verwirrend. Möchten Sie gerne zu jenen gehören die “Recht” haben?
Ich hab mich rund 20 Jahre gegen die Lehre der Allaussöhnung gestellt… und hatte während dieser Zeit weder “Recht” noch „Falsch“ es war lediglich der Stand der Erkenntnis in welchem ich mich befand.
Es geht hier auch nicht um die Frage, ob die “anderen die Dummen” sind. Bei mir war es nicht die Frage nach “Recht” oder “Dumm”, sondern die Frage ob ich bereit bin über meinen 20jährigen Schatten einer Theologie zu springen.
Wer seriös in der Bibel zBsp den Begriff “äon” und “äonisch” erarbeitet, wird zwangsläufig vor eine Entscheidung gestellt. Am Anfang hatte sich auch bei mir alles gegen die daraus logische Konsequenz gesträubt – Ich kann Sie gut verstehe.
Spätestens wenn Sie aber Zweifel an Ihrem „Rechthaben“ bekommen, sollten Sie Gott um Bestätigung und Antworten auf Ihre Zweifel bitten. Sie werden einen langen Schatten vor sich finden, den es zu überspringen gilt. Nicht einfach.
Mich hat es meine Dienste in der Gemeinde gekostet, da die Gemeindeleitung „Recht“ hatte. Das schmerzt mich heute noch, ich bleibe aber bei der Lehre der Allaussöhnung, auch wenn ich deswegen in der Gemeinde nur noch als Besucher geduldet bin und Redeverbot habe.
René
Guten Tag René,
um auf Ihre Frage zu antworten: ich gehöre zu dem, der Recht hat. Und wenn wir schon über das Schattenspringen spekulieren wollen, dann doch darüber, in welche Richtung der Sprung geht. Ich bin nicht der Überzeugung, dass eine gewissenhafte Untersuchung des griechischen Nomens “Aion” zwangsläufig zur Theorie der Allversöhnung führt. Und die Frage ist auch nicht, ob Sie, Ihre Gemeinde oder ich Recht haben, sondern wie Gott die Dinge sieht. Wenn Sie bei Ihrer Theorie bleiben wollen, werden Sie auch mit den Konsequenzen leben müssen. Was erwarten Sie anderes?
Ernst-Hermann Jänicke
Ich weiss gar nicht, was ihr hier alle zitiert….was wollt ihr denn damit beweisen?
Dass Gottes Liebe begrenzt ist, wie das Kleinhirn, der hier auf Erden Lebenden?
Überlasst das doch ihm, wie er entscheiden wird!
Es ist gar nicht eure Aufgabe, darüber zu befinden oder zu urteilen! Noch seine Entscheidungen zu bewerten. Das ist kleingeistig!
Er wird tun, wonach ihm ist…
…und wenn schon Jesus sein Leben für uns ließ, dann ist ihm doch nichts unmöglich!
Ich glaube, wenn nur auch ein einziges Haupt sich nicht vor Jesus verneigt, war seine Mission und sein Sterben für uns, aus Liebe, umsonst.
Ihr solltet Gott mehr zutrauen, als nur das, was in eure Köpfe passt und daran glauben, dass uns alles zum besten dient.
Wenn eurer Glaube so gering ist, dass Allversöhnung, eine zu begleichende Rechnung für euch bedeutet, dann lebt doch in der Sünde, wenn ihr das Geschenk, dass ihr erhalten habt, in ihm zu wachsen, nicht zu schätzen weisst.
Ich kann keine Verse und Bibelsprüche zitieren, aber für mich ist Allversöhnung eine Selbstverständlichkeit, welche seine Größe und Güte beschreibt!
Liebe Karin,
Sie beginnen Ihre Einlassung zum Thema mit “Ich weiß gar nicht”. Ich stimme dem zu. Und mir fällt dazu das Bonmot ein: Wohl dem der nichts weiss - und trotzdem schweigt.
Die Allversöhnung ist eine allgemein anerkannte Irrlehre. Aber wie wollen Sie das verstehen, wenn Sie laut eigener Aussage “keine Verse und Bibelsprüche zitieren” können? Da fehlt Ihnen doch jedes geistliche Maß. Zudem ist es auch ein Irrtum, daß dem Herrn Jesus nichts unmöglich sei. So ist es Ihm z. B. unmöglich zu sündigen. Warum? Weil Er es nicht will (siehe u. a. Jakobus 1,13). Gott ist keine Ausgeburt menschlicher Logik oder Philosphie, sondern eine einzigartige Persönlichkeit mit einem freien Willen.
Sie sollten sich mit dem Studium der Bibel befassen und ich würde Ihnen dazu raten, mit dem Thema “Der Wille Gottes” zu beginnen. Sie und andere werden davon profitieren.
In diesem Sinne freundliche Grüße von
Ernst-Hermann Jänicke
Schade um die Differenzen.
Wer nicht an die Allversöhnung glauben kann, glaubt an einen Gott, der Menschen endlos quält. Einen solchen unbarmherzigen und quälenden Gott kann ich mir nicht vorstellen.
Wenn wir die Bibel gut kennen, werden wir vielmehr einen liebenden, barmherzigen Gott finden, der Seinen eingeborenen Sohn Jesus nicht verschont hat, um unserer Sünde willen qualvoll am Kreuz sterben zu lassen und unsere Sünden durch SEIN Blut abzuwaschen.
Ausserdem kann ich mir nie vorstellen, dass Gott eine begrenzte Zahl der Menschen auserwählt hat, die Braut (Gemeinde) Jesu zu werden.
Jeder sei seiner Meinung gewiss, sagt uns schon die Bibel. Und meine Meinung bleibt: Gott ist ein Gott der Liebe. ER erzieht uns, bis wir unseren Widerstand gegen IHN aufgeben und umkehren.
Nicht umsonst zeigt uns die Bibel, dass der Endzweck der Menschheit die Aufgabe von Jesus ist, ALLES unter SEINE Füsse zu bringen. Dann wird Jesu Aufgabe erfüllt sein und ER wird sich dann selbst dem Vater unterordnen. (1.Korinther 15,24-28)
Liebe Geschwister,
ich könnte Bibelverse zitieren und das eine oder andere behaupten, aber es bringt nichts…
Wenn ich mir die Kommentare anschaue, dann will doch jeder nur seine Meinung vertreten !
Egal was ihr macht, tut es in Liebe, betet und forscht.
Erkenntnis liegt IN Christus und wahres Erkennen geht nur mit gleicheitigem Aufgeben seines Alten Wesens
und Wachsen in der Liebe und im Geist, sowie im Glauben.
Alles andere dient nur zur Befriedigung des Fleisches und bringt Unfrieden.
Es bläht auf und dient nicht dem Leib des Christus…
Wünsche euch viel Liebe und vor allem Weisheit und offene Herzen beim Forschen der Bibel.
Liebe Grüße
Michel
Liebe Geschwister im Herrn,
die Diskussion über das Thema “Allversöhnung” beschäftigt mich schon lange. Der Knackpunkt ist wohl in dem Begriff “Äon” oder “von den Äonen zu den Äonen” zu finden.
Ewigkeit heisst laut oberer Aussage nicht zwangsläufig auch Unendlichkeit. Es kann sich auch um einen unvorstellbar langen Zeitraum handeln, so die Argumentation.
Die sich hieraus ergebende Frage lautet: Wann ist ewig ewig und wann nur ein Zeitabschnitt??
Phil. 4,20: Unserem Gott und Vater aber sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Joh. 10,28: Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
MK. 3, 29: Wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einer ewigen Sünde schuldig.
1.Joh. 2,17: und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Jud 13: wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschäumen, Irrsterne, welchen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbehalten ist.
Off. 11,15: Das Weltreich unseres Herrn und Gesalbten ist zustande gekommen, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Off. 14, 11: Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit, und keine Ruhe haben Tag und Nacht…
Off. 19,3: Und abermals sprachen sie: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Off. 20,10: Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer-und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Off. 22,5: Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes eines Leuchters, noch des Sonnenscheines; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Mtth. 25,41: Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!
Mtth. 25,46: Und sie werden in die ewige Pein gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Diese Stellen beschreiben die Sitution in der Ewigkeit. Mir scheint es, dass bei den Versen, welche mit der Strafe zu tun haben, das Wort “ewig” im zeitlich begrenzten Sinn ausgelegt wird, während es im heilsbringenden Kontext als unendlich aufgefasst wird.
Wie kommt man zu solch einer Einteilung? Hat diese nicht ihren Ursprung in dem Gedanken, dass es eine unendliche Strafe nicht geben darf, sehr wohl aber ein unendliches Leben? Wie kann man von einem Gott der Liebe sprechen, wenn dieser unendlich straft?
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt und es steht dem Menschen frei, das Gnadengeschenk anzunehmen oder auch auszuschlagen. Wenn jemand Gott nicht möchte, weil er sich nicht unter den Willen Gottes stellen will, darf er dies auch tun, mit allen Konsequenzen, selbst wenn diese ewig, also unendlich sind.
Sollte es sich bei den Gerichten und Verurteilungen in dem zukünftigen Äon um erzieherische Massnahmen handeln, damit die Menschen Gott als Gott anerkennen, bedürfte es dann eines unermesslich langen Zeitraumes der Strafe und Abbüßens, um zu dem von Gott gewollten Ziel zu kommen??
Beugen sich nicht alle Knie bei der Wiederkunft des Herrn Jesus und werden seine Feinde nicht als Schemel seiner Füße dienen? Interessant, dass es immer noch Feinde sind.
Hat nicht der Reiche im Lazarus-Gleichnis seinen Zustand sofort erkannt? Braucht es darüber hinaus noch eine äonenlange erzieherische Pein?
Die Einteilung der Ewigkeit in endlich und unendlich lässt sich aus dem Textzusammenhang erkennen,z.Bsp. mit dem Feigenbaum, aber diese Vorauswahl im Hinblick auf ewiges Leiden und ewiges Leben zu stellen, scheint mir nicht redliche Bibelauslegung zu sein, sondern ein frommer Wunsch von Menschen, welchen ich mich aus “Erlösungsgründen für alle” gerne anschliessen würde, jedoch gibt die Schrift diese Auslegung leider nicht her.
Es ist jedoch so, dass Gott den Wunsch des Menschen nach Gottesferne auch in der Ewigkeit respektiert und ihn nicht mit Zwangsmassnahmen zu seinem Glück zwingt. Der Mensch darf auch in der Ewigkeit zu seiner auf der Erde getroffenen Wahl stehen.
Ich wünsche mir für alle Menschen das ewige Heil, deshalb sollte das Evangelium zu möglichst allen Menschen hindurchdringen, aber es werden nicht alle gerettet werden.
Lieber Herr Hafner,
lassen Sie sich sagen, dass Sie das Kreuz Christi, unseres Herrn, nicht wirklich verstanden haben.
Wenn es Ihre Entscheidung ist, aus Folge derer Sie ihr ewiges Leben genießen dürfen, dann ist es nicht Gnade, sondern Ihre Klugheit, die Sie letztlich rettet. Ich hoffe für Sie aber, dass Sie sich bzgl. der Ewigkeit nicht auf Ihre Klugheit verlassen haben.
Daniel
Lieber Daniel,
ein nicht unwichtiger Gedanke bezüglich der hier über Allversöhnung geführten Diskussion ist, dass die Beziehungsprinzipien Gottes, zu allen von ihm geschaffenen Wesen, ( auch der Engel, sonst hätte Satan nie eine Rebellion gegen Gott anzetteln können ) immer auf einer ihnen von Gott gewährten Freiwilligkeit geführt werden.
Diese schon Adam und Eva gewährten Entscheidmöglichkeit besteht immer. So konnte der Sündenfall und seine Folgen erst entstehen. Durch klares Nichttun dessen was Gott zum Schutze seiner Geschöpfe ihnen “dringendst” geboten hatte.
Die Bibel ist von Anfang bis Ende voll von dem werben Gottes um seine Schöpfungskronen, weil sie auch sagt, dass die momentan noch anhaltende Gnadenzeit einmal zu Ende ist. ( nämlich dann wenn die von Ihm vorgesehene Zahl an Ihm zugewendeten aller Zeiten erfüllt sein wird ).
Danach ist ganz einfach “Schluss mit Lustig”.
Viel zu kostbar ist das Opfer Jesu, durch dessen Annahme und Identifikation in der Liebe nach Joh. 14,20-24 ( nicht in Liebe und Weg den der Mensch vielleicht als Liebe gegen Gott denken mag ) der Mensch alleine Rettung aus seinem gottlosen Geburtszustand bekommen kann, als dass Gott alle fünfe wird gerade sein lassen um letztlich allen und jeden seine Rettung zu schenken.
“Ist ja letztlich egal wie ihr gelebt, wie ihr gedacht und gehandelt habt, ob ihr nun meine Ordnungen fleißig studiert und befolgt habt, oder auf welche Art und Weise ihr euch mir zugewendet habt, spielt alles keine Rolle, und das meiste Geschriebene ist eh nicht so wichtig, Hauptsache ihr wendet euch mir überhaupt zu. Damit bin ich schon zufrieden, hm!
Hat Gott dann die Satzungen, die manchmal fast minutiös kleinlich anmutenden Anleitungen und Lebensregeln in den Kapiteln Mose geschrieben, nur weil er die Juden etwas drangsalieren wollte?
Das wäre zu sehr aus einem menschlichen gottfernen Blickwinkel vermutet.
Man bedenke dazu nur, wer sich bei Beginn dieser neuerlichen Zuwendung Gottes zu dem Menschen ( in dem Beispiel die Juden ) gegenüber steht.
Der heilige Gott und der sündige Mensch. Und Gott gibt alle Wege zu Begegnung und Beziehung mit Ihm vor, nicht der Mensch.
Warum werden wir aufgefordert “den guten Lauf zu beenden, um den Siegeskranz, die Siegeskrone zu erhalten” ?
Ja, weil laufen nicht spazierengehen ist, es strengt an. Und manch einer könnte ja bummeln und so das Ziel nicht vor Ende der Veranstaltung erreichen, oder sogar stehen bleiben, garnicht mehr laufen wollen, weil zu anstrengend ( Prüfungen, der permanente Lebensspagat als Lichtkinder in finsterer Welt ), oder das Ziel ist ihm nicht mehr so wichtig. Egal, alle gerettet, alle Siegeskranz, auch solche die das Ziel garnicht mehr anstreben?
Allversöhnung??? Föllig unmöglich!! Es gibt sie nicht!!!
Subtile Verführung Satans mittels Gottes Wort und dessen unausgewogener Falschgewichtung.
Satan, Verführung kommt immer mit dem Wort. Mit nichts anderem. ( sonst wäre es keine ) Das war schon bei Eva so, das war selbst bei Jesus auf dem Berg der Verführung so, ( Paradelehrstück für uns ). Aber eben auch immer mit Hinzufügungen, Verdrehungen oder Weglassungen. Wer die Schriften nicht kennt und als innerstes Begehren die Liebe zur Wahrheit nicht hat, ( nicht zu verwechseln mit Liebe zu Kirchenlehre )wird gefährdet sein.
Aus Schrift kennen ergibt sich als nachfolgendes Schaf über kurz oder lang automatisch auch das kennen der Stimme des Hirten. Bewußt werden tut einem das häufig erst dann, wenn man irgend wann schräge Sätze zu lesen bekommt.
Man merkt, irgend was stimmt nicht am Text. Er gewichtet nicht so wie die Schrift gewichtet. Er formuliert nicht so wie man das von der Schrift gelehrt ist. Er bringt Zusammenhänge nicht so wie man sie aus der Schrift kennt. Eine andere Stimme.