Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Inspiration der Heiligen Schrift

Autor: Schaedel, Heinrich, Dr.  |  Kategorie(n): Lehre, Wort Gottes (Bibel)  |  794 x gelesen

Die Inspiration der Bibel ist ein Geheimnis, das der menschliche Verstand im irdischen Leben wohl nie restlos ergründen kann. Man hat wohl Theorien darüber aufgestellt, die aber keine allgemeine Anerkennung und Zustimmung gefunden haben. So hat man in der nachreformatorischen Zeit die Inspiration in pietistischen Kreisen so mechanisch aufgefaßt, daß man annahm, der Heilige Geist habe den Verstand des heiligen Schreibers vollständig ausgeschaltet und den Schreiber als tote Schreibmaschine benutzt. Ist man damals zu weit gegangen, obwohl das jedenfalls gut gemeint war, denn es zeigt uns die heilige Ehrfurcht vor der Bibel, so scheint es aber, daß man heute im entgegengesetzten Extrem sich gefällt, indem man die Inspiration vielfach sehr geringschätzend beurteilt. Zwar ist offenbar der Tiefstand dieser theologischen Beurteilung überwunden, die die Inspiration der Bibel auf die gleiche Stufe stellte, wie die Anregung, die jeder bessere Romanschriftsteller als Inspiration empfindet. Aber die Gegnerschaft ist auch heute vorhanden, und die dämonische Inspiration hat viele Kreise des Volkes gegen die göttliche Eingebung der Bibel erfüllt. Das ist aber noch nicht das Gefährliche. Viel ernster ist es zu nehmen, wenn in gläubigen Kreisen die geringschätzige Beurteilung liberaler Theologen der Bibel gegenüber Eingang findet. In einfachen Arbeiterkreisen herrscht vielfach die Ansicht, daß ja die Theologen selbst die Autorität der Bibel vernichtet hätten. Wir wissen ja nur zu gut, was für Zerstörungen die Bibelkritik vergangener Tage angerichtet hatte. Die leeren Kirchen der letzten Jahrzehnte, der Hohn und Spott seitens der breiten Masse, die Gewissenlosigkeit und Gesetzlosigkeit sind das erschreckende Ergebnis gewesen. “Man richtet sich darauf ein, mit dem von der Wissenschaft übrig gelassenen Rest von Bibel und Bibelwahrheiten zu erbauen: man lehrt eine Bibel ohne das Alte Testament, ein Neues Testament ohne den Gottmenschen Jesus Christus, eine Auferstehung des Herrn ohne Belebung des Leibes, einen Christus ohne die Wiederkunft, einen Glauben ohne die Hoffnung, ein Gebet ohne den Glauben an seine Erhörung, eine innere Erfahrung ohne die Wahrheit der geschichtlichen Tatsachen, von denen dieselbe ausgeht: so soll das moderne Christentum aussehen, um es der Wissenschaft und ihren fortschreitenden Ergebnissen anzupassen” (M. v. Nathusius). Es ist darum nur zu verständlich, wenn ernste gläubige Kreise einer scharfen Ablehnung der gesamten Wissenschaft das Wort reden und an der Bibel, wie sie nun einmal ist, als Gottes Wort festhalten.

Vor allen Dingen halten wir daran fest, daß wir in der Bibel unbedingt die göttliche Offenbarung zu sehen haben. Erfreulicherweise haben wir es erlebt in den letzten 50 Jahren und länger, daß die Steine anfingen zu schreien. Die Ausgrabungen auf den Trümmerfeldern in Babylon und Ägypten haben wunderbare Bestätigungen ans Licht gebracht. Man hatte behauptet, daß zur Zeit des Mose man überhaupt noch nicht eine Schriftsprache gekannt habe. Das wagt heute kein Wissenschaftler mehr zu sagen. Vor etwa 45 Jahren hatte ich einmal eine Unterredung in Philadelphia (U.S.A.) mit dem Prof. Dr. Hilprecht von der dortigen Universität, der aus Deutschland eingewandert war. Er sagte mir unter anderem, daß er vielfach gefunden habe in der Entzifferung der im Orient ausgegrabenen Inschriften, daß die hebräische Schreibweise alter Namen und Städte sogar in der Orthographie richtiger sei als die aus der griechischen Sprache überlieferte Schreibweise. Ja, unsere Bibel kann jede Kritik, die man an ihr üben will, aushalten. “Die Schrift kann nicht gebrochen werden”, so hat der Herr Jesus selbst gesagt (Joh. 10, 35). Dazu kommen auch die neu entdeckten alten Handschriften, wie sie im vergangenen Jahrhundert ans Licht gekommen sind. Eine nüchterne und sachliche Kritik kann der Bibel niemals schaden. Ja, sie kann nur willkommen geheißen werden. Eine solche sachliche Kritik hat die apokryphischen Berichte bei der Feststellung des Kanon ausgeschieden. So hatte schon im zweiten Jahrhundert der Bischof Serapion einer cilizischen Gemeinde den Gebrauch des sogenannten Petrusevangeliums verboten, weil darin von Christus einige Aussprüche berichtet sind, die nicht “dem Glauben gemäß” waren, obwohl es sonst fast wörtlich mit den synoptischen Evangelien übereinstimmt. Auch die Reformation übte eine heilsame Kritik, indem sie die Apokryphen aus dem Kanon ausschied, obwohl sie gut zu lesen sind, aber der Heiligen Schrift nicht gleichgestellt werden können.

In der Frage der Inspiration können wir nur feststellen, was die Bibel von sich selber sagt. Daß wir es bei der Bibel mit etwas ganz Besonderem zu tun haben, das sich gar nicht vergleichen läßt mit anderen Büchern, dürfte heute wohl allgemein unter den Gläubigen anerkannt sein. Widersprechende Aussagen verschiedener Bücher der Bibel können doch wohl meistens, wenn nicht alle, gelöst werden durch die rechte Teilung des Wortes Gottes, d. h. daß man solche Aussagen betrachten muß für die Zeit, für die sie gegeben worden sind, die man aber nicht verbindlich für alle Zeiten ansehen kann. So schreibt Paulus an Timotheus: “Befleißige dich Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen und unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit” (2. Tim. 2, 15). Das bedeutet zunächst nicht etwa austeilen, sondern nicht durcheinandermengen. So hat auch schon Augustin gesagt: “distingue tempora et concordabit scriptura” (unterscheide die verschiedenen Zeiten der göttlichen Offenbarung, dann stimmt die Schrift mit sich überein). Die Bücher der Bibel sind geschrieben worden unter Beeinflussung des Geistes der Schreiber durch den Geist Gottes, wodurch den Menschen die Gerichtswege, die Gebote und der Heilsweg Gottes offenbart wurden. Dadurch ist uns die Bibel hierin irrtumslos und von absoluter Autorität. Wir haben hier den unfehlbaren Bericht über Gottes Worte und Gottes Taten. Allerdings sind zum Sehen dieser Tatsachen nötig erleuchtete Augen des Herzens und der Geist der Wahrheit und der Offenbarung (Eph. 1, 17).

Betrachten wir nun eine Reihe von Stellen in der Bibel, die ein Selbstzeugnis derselben darstellen, denn nur so können auch wir uns ein Urteil bilden über die göttliche Eingebung der Heiligen Schrift. Der Herr Jesus selbst führte das Wort 5. Mose 8, 3 an: “Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.” Worte werden ausgesprochen durch den Hauch des Mundes. Das Wort im griechischen Grundtext, das mit von Gott eingegeben übersetzt wird, heißt genau “gottgehaucht”. Diese Stelle allein genügte, um die Wortinspiration zu beweisen. Ein von Gott gehauchtes Wort ist eben von Gott inspiriert. Das Wirken Gottes bei der Entstehung der Bibel ist ein ganz eigenartiges, das sich von allem andern Tun Gottes in der Menschheit unterscheidet. Es wird in der Heiligen Schrift selbst bezeichnet als “göttliche Eingebung”. Außerordentlich scharf schreibt Petrus: “Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, so auf euch kommen sollte, und haben geforscht auf welche und welcherlei Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christum kommen sollten, und die Herrlichkeit darnach; welchen es offenbart ist” (1. Petr. 1, 10-12). Also klar und bestimmt wurden den Propheten bezeugt die Leiden Christi, aber die Zeit, wann das zu erwarten sei, wußten sie nicht. “Hier ist deutlich ausgesprochen, daß eine Erkenntnis in ihnen entstanden war, auf die sie durch unmittelbares Einwirken Gottes auf ihr Vorstellungsvermögen gekommen waren; die Erkenntnis war nun ihr Eigentum, aber daß sie sie nicht selbst hervorgebracht hatten, geht daraus hervor, daß sie sie selbst nicht einmal ganz verstanden” (v. Nathusius). Zu beachten ist hier auch das Zeugnis Jer. 1, 9: “Hierauf streckte der Herr seine Hand aus und berührte meinen Mund damit; dann sagte der Herr zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.” Kann man angesichts solcher Zeugnisse den Mut aufbringen zu erklären, es gäbe keine Wortinspiration? Sehen wir da nicht wieder die Versuchungen des Satans: “Sollte Gott wirklich gesagt haben?” Jer. 20, 9 heißt es sogar, daß, als sich der Prophet vorgenommen hatte, nicht mehr vom Namen des Herrn zu reden, es wie Feuer in seinen Gebeinen brannte. Er mußte aussprechen, was Gott ihm aufgetragen hatte. Man denke hier auch an Bileam. Er kam, um Israel zu fluchen auf Wunsch des Balak. Der Herr hatte in der Nacht zu ihm gesagt: “Du darfst nur das tun, was ich dir sagen werde” (4. Mose 22, 20). Und dann auf dem Wege stand der Engel des Herrn und erklärte ihm: “Du darfst nur das sagen, was ich dir eingeben werde.” Zu Balak sagte dann Bileam: “Nur die Worte, die der Herr mir in den Mund legt, die werde ich kundtun.” Ein großes prophetisches Wort muß Bileam aussprechen: “Siehe ein Volk, das abgesondert wohnt und unter die Nationen nicht gerechnet wird” (4. Mose 23, 9). War das keine Wortinspiration? Und hat sich das nicht buchstäblich erfüllt am Volke Israel? Als Balak dem Bileam Vorwürfe macht, weil er nicht den gewünschten Fluch ausspricht, da antwortet Bileam: “Muß ich nicht das halten und reden, was mir der Herr in den Mund legt?” So haben wir doch anzunehmen, daß es sich hier um Worte Gottes handelt, wenn immer wieder geschrieben steht: “So spricht der Herr.” Paulus unterscheidet auch klar zwischen dem, was er sagt und dem, was der Herr spricht. So 1. Kor. 7: “Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß das Weib sich nicht scheide von dem Manne” (V. 10). “Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung, als der ich Barmherzigkeit erlangt habe von dem Herrn, treu zu sein.” So formuliert es auch Paulus, wenn er Gal. 1, 11.12 sagt: “Ich tue euch aber kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlich ist. Denn ich habe es von keinem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi.”

Aus all dem geht klar hervor, daß in der Inspiration der menschliche Wille der Propheten und Apostel ausgeschlossen ist. 2. Petr. 1, 20.21: “Ihr müßt euch nämlich von vornherein darüber klar sein, daß keine Weissagung der Schrift eine eigenmächtige Deutung zuläßt. Denn noch nimals ist eine Weissagung durch menschlichen Willen zustande gekommen, sondern, vom Heiligen Geist getrieben, haben Menschen von Gott aus geredet” (Menge). Selbstverständlich ist nicht alles, was in der Bibel steht, von gleicher Bedeutung und als Gottes Wort in dem Sinne aufzufassen, als habe der Herr den heiligen Schreibern das so alles diktiert. Hiob bekennt am Schluß seines Buches: “Darum bekenne ich, daß ich habe unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe” (42, 3). Und zu Eliphas sagt der Herr: “Mein Zorn ist ergrimmt über dich und über deine zwei Freunde; denn ihr habt nicht recht geredet wie mein Knecht Hiob” (42, 7). So urteilt Gott über diese Reden, die der Geist den Freunden Hiobs offenbar nicht eingegeben hatte. Aber der Geist hat es gutgeheißen, daß diese törichten Reden in die Bibel kamen. Man benötigt aber den Geist der Offenbarung, wenn man die Heilige Schrift recht beurteilen will. Es ist dann nicht schwer, einen Wertunterschied zu sehen, wenn man folgende Worte liest: “Den Mantel, den ich zu Troas ließ bei Carpo, bringe mit, wenn du kommst, und die Bücher, sonderlich aber die Pergamente” (2. Tim. 4, 13). Und dann das Wort Gal. 3, 13: “Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns.” Dieses zweite Wort ist Weissagung im tiefsten Sinne und unter der Inspiration des Heiligen Geistes geschrieben, was man doch nicht von der ersteren Stelle von dem Wunsche des Paulus, seinen Mantel und die Bücher wieder zu haben, wird behaupten wollen. Aber das dürfen wir festhalten, daß der Heilige Geist uns die wunderbare Bibel gegeben hat. Daß er dabei sich der verschiedenen Talente der Schreiber bediente und diesen auch erlaubte, eigene Meinungen zu äußern, tut der Schrift als dem Worte Gottes gar keinen Abbruch, sondern im Gegenteil, sie wird uns dadurch so menschlich nahe gebracht.

Trotz der Knechtsgestalt, die auch unsere Bibel an sich trägt, schon durch die Unvollkommenheit der menschlichen Sprache, dürfen wir sagen und behaupten: Die heiligen Schreiber von Anfang bis Ende der Bibel waren irrtumslos und sind für uns, die wir gläubig sind, absolute Autorität. Ein Pastor Eichler, der sich nicht zu der Verbalinspiration, wie sie eben früher von Theologen verstanden wurde, daß nämlich Wort für Wort in der Bibel vom Heiligen Geist den Schreibern diktiert worden sei, bekennen kann, wie es ja heute kaum noch irgend jemand tut, — dieser Bruder muß aber doch schreiben: “Es ist unmöglich, daß der Heilige Geist, welcher Joh. 15, 26 ‘der Geist der Wahrheit’ genannt wird, ‘der vom Vater ausgeht’, sich mit sich selbst in Widerspruch setzen kann. Das wäre der Fall, wenn sich in der Heiligen Schrift auch nur der geringste Irrtum oder Widerspruch fände. Der Geist der Wahrheit kann nur Wahrheit “hauchen”. Selbstverständlich gilt dies nur von den Urschriften, wie sie aus den Schreibrohren der heiligen Schriftsteller des Alten und des Neuen Testamentes hervorgegangen sind. Leider sind diese Urschriften sämtlich verloren gegangen.” Das ist sehr gut gesagt. Aber kann denn eine Wahrheit ohne Worte mitgeteilt werden? So muß doch der Heilige Geist auch die nötigen Wörter den Schreibern eingegeben haben, wie immer sie auch dem Bildungsgrad und Veranlagung derselben entsprochen haben mögen. Auch kann doch der Heilige Geist dieselben Wahrheiten mit verschiedenen Wörtern ausdrücken lassen. Daß Abschreibefehler vorgekommen sind beim Abschreiben der Bibel, kann nicht geleugnet werden, aber das beeinflußt die göttliche Inspiration der Schrift nicht im geringsten. Wenn es z. B. 4. Mose 25, 9 heißt: “Und es wurden getötet in der Plage 24.000.” Dagegen 1. Kor. 10, 8 geschrieben steht: “Und fielen auf einen Tag 23.000.” Da liegt offenbar ein Abschreibefehler, wir würden heute sagen ein Druckfehler, vor. Genau so ist es mit den Varianten der verschiedenen Handschriften, die aber alle von gar keiner wesentlichen Bedeutung sind. Es ist die Aufgabe der sogenannten niederen Kritik, diese Varianten zu prüfen und zu versuchen, soweit das möglich ist, den ursprünglichen Text wieder herzustellen. Auf diesem Gebiet ist ja auch schon viel gute Arbeit geleistet worden von den Gelehrten. Der Herr sagt zu seinen Jüngern: “Solches habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe” (Joh. 14, 25.26). Der Herr hat doch mit Wörtern zu seinen Jüngern gesprochen, und diese sind uns durch die inspirierten Schreiber überliefert worden. Also liegt da doch eine Wortinspiration vor. Und Paulus bekennt sich doch klar zur Wortinspiration, wenn er schreibt 1. Kor. 2, 12.13: “Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehrt.” Eine große Anzahl solcher Selbstzeugnisse der Heiligen Schrift sind vorhanden. Einige sollen hier noch angeführt werden:

  1. 2. Sam. 23, 1-3: “Es sprach David: Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge. Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen, der Hort Israels hat geredet.”
  2. Sach. 7, 12: “Sie machten ihre Herzen wie Demant, daß sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, welche der Herr Zebaoth sandte in seinem Geist durch die vorigen Propheten.”
  3. Jer. 15, 16: “Dein Wort ward meine Speise, da ich’s empfing; und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost.”
  4. Mark. 12, 36: “Er aber, David, spricht durch den Heiligen Geist.”
  5. Matth. 1, 22: “Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat.”
  6. Hebr. 1, 1.2: “Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn.”
  7. Hebr. 3, 7: “Darum, wie der Heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet meine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht.”
  8. Apg. 1, 16: “Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der Heilige Geist durch den Mund Davids.”
  9. Apg. 3, 18: “Gott aber, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigt hat, wie Christus leiden sollte.”
  10. Apg. 28, 25: “Wohl hat der heilige Geist gesagt durch den Propheten Jesaja.”
  11. 1. Thess. 2, 13: “Darum danken auch wir ohne Unterlaß Gott, daß ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, es aufnehmt nicht als Menschenwort, sondern, wie es dann wahrhaftig ist, als Gottes Wort.”

Alle diese Zitate zeigen uns, wie die Heilige Schrift angeführt werden sollte. Die Gläubigen sind vielfach von dieser Art abgewichen und auch die Prediger sagen oft: “David sagt”, “Paulus bezeugt”, “Moses erklärt”, “Johannes schreibt” usw. Ob das nicht eine der Ursachen ist für die Geringschätzung der göttlichen Eingebung der Schrift? Jedenfalls müssen wir stets mit Ehrfurcht die Bibel betrachten. Der berühmte englische Schriftsteller Walter Scott sagte auf seinem Sterbebett zu seinem Schwiegersohn: “Gib mir das Buch.” Als dieser fragte, welches von seinen Büchern er wünsche, antwortete Walter Scott: “Es gibt nur ein Buch, die Bibel, das diesen Namen verdient.”

Nun haben wir aber noch einen inneren unwiderle­glichen Beweis für die Wortinspiration der Bibel in der sogenannten Zahlensymbolik. Darüber hat man schon viele Forschungen angestellt und wunderbare Resultate entdeckt. Die bedeutendsten Arbeiten auf diesem Gebiet hat ein russischer Gelehrter, namens Iwan Panin, der in Toronto, Canada, lebte, geleistet. Derselbe hat auch eine vorzügliche Übersetzung des Neuen Testamentes in die englische Sprache herausgebracht. Einiges Wesentliche aus der Lebensarbeit in dieser Zahlensymbolik führe ich hier auszugsweise an. Diese Arbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen und werden von jüngeren kompetenten Kräften weitergeführt. Durch die ganze Bibel zieht sich der wunderbare Wortaufbau hindurch. Es gibt kein anderes Buch in der ganzen Welt, worin sich etwas Ähnliches findet. Es ist unmöglich, das mit Zufälligkeiten abtun zu können. Dr. Daniel B. Turney sagt darüber: “Ein großer Schatz in Gestalt der Zahlenerscheinungen, welche die ganze Bibel durchziehen, ist von Iwan Panin zu Tage gefördert worden. — Die durch Iwan Panin ausgearbeiteten Zahlenerscheinungen sind unverletzbar und gleichzeitig für die Feinde der Verbalinspiration verhängnisvoll. Meine eigenen Untersuchungen der Zahlenlehre der Schrift bestätigen die Aussprüche und Schlüsse Iwan Panius so nachdrücklich, daß ich sein Werk, welches Tatsachen und Beweise darbietet, denen kein vernichtendes Urteil zu begegnen imstande ist, mit Vergnügen empfehle. Mein aufrichtiges Bemühen, in Homers Iliade Zahlenbilder aufzufinden, erwies sich als erfolglos. Sobald ich jedoch den 3. Johannesbrief in Angriff nahm, wurden meine Anstrengungen reichlich belohnt. Ich widmete mich diesem Buch, weil es kurz ist und ich es in I. Panins Schriften nicht erörtert fand. Das Ergebnis meiner Untersuchung war ein so vollkommenes Zahlenbild, so daß ich nicht den geringsten Zweifel in die Wahrheit der Lehre I. Panins setze. — Wie ist das aber nur möglich? Vermittelst eines Planes? Es waren jedoch weder die griechischen noch die hebräischen Schreiber imstande, einen solchen Plan zu fassen. Gott aber konnte einen derartigen Plan entwerfen und ihn durch menschliche Schreiber ausführen.” Soweit Dr. Turney.

Wir haben im Alten Testament 39 Bücher und im Neuen 27, das sind zusammen 66. Da fällt es zunächst auf, daß uns überall die Zahl 11 oder ein Vielfaches von 11 begegnet. Es seien hier nur eine kleine Anzahl dieser Tatsachen, die fast unendlich vervielfältigt werden können, angeführt. Die Zahl 66 ist 6 x 11. Von diesen 66 Büchern sind 22, oder 2 x 11, ohne Angabe des Namens des Verfassers. Es sind dies: Genesis, Josua, Richter, 1. u. 2. Samuel, 1. u. 2. Könige, Hiob, Ruth, Klagelieder, Esther, 1. u. 2. Chronika, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, die Apostelgeschichte, der 1., 2. u. 3. Johannesbrief und der Brief an die Hebräer. Die übrigen 44 Bücher geben die Namen der Verfasser an; das ist 4 x 11. Davon haben 22, oder 2 x 11, mehr als ein Buch geschrieben und 22 nur je ein Buch. Wenn wir die Reihenzahlen der biblischen Bücher 1 bis 66 zusammen zählen, so ergibt das 2211, oder 201 x 11.

Die Reihenfolge des ursprünglichen Kanon des Alten Testamentes ist etwas anders als diejenige unserer heutigen Bibelausgaben. So enthält das Alte Testament 3 Teile: Gesetz, Propheten und Psalmen oder Schriften. Diese Einteilung hat auch Christus anerkannt nach Luk. 24, 44: “Er sprach aber zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war, denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen.” Das Gesetz bestand aus den 5 Büchern Moses, die Propheten aus den Büchern von Josua bis Maleachi mit Ausnahme des Buches Daniel, das in der dritten Abteilung stand. Die Schriften dieser dritten Abteilung waren: Psalmen, Sprüche, Hiob, Hohelied, Ruth, Klagelieder, Prediger, Esther, Daniel, Esra, Nehemia, 1. u. 2. Chronika. Da die Psalmen an erster Stelle standen, so bezeichnete man kurz die ganze dritte Abteilung als Psalmen.

Wenn man nun die Reihenzahlen einzelner Gruppen dieser 66 Bücher zusammenzählt, ergibt sich wieder die Möglichkeit der Teilbarkeit durch 11, z. B. wenn man die ersten Namen der Hauptgruppen nennt. Im A. T. haben wir die 3 Gruppen: 5 Bücher Moses, die Propheten und die Psalmen. Im N. T. haben wir 4 Teile: Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe und Offenbarung. Die Reihenzahlen der ersten und letzten Bücher jeder Reihe sind Genesis 1, Deuteronomium 5, Josua 6, Maleachi 26, Psalmen 27, 2. Chronika 39; Matthäus 40, Johannes 43, Apostelgeschichte 44, Jakobus (der gleich nach der Apostelgeschichte kommt) 45, Philemon 65 und Offenbarung 66. Diese Reihenzahlen ergeben die Gesamtsumme von 407 oder 37 x 11. Diese 7 Teile der Bibel bestehen aus zwei Klassen: aus solchen, die mehr als einen Teil haben und solchen, die nur aus einem Teil bestehen. Die Zahlenreihe der Bücher, die mehr als einen Teil haben, ergeben 297 oder 27 x 11, und die Zahlenreihe der Teile, die nur aus einem Buche bestehen (Apostelgeschichte und Offenbarung) ergeben 110 oder 10 x 11. Und da fallen wieder der Apostelgeschichte 44 oder 4 x 11 und der Offenbarung 66 oder 6 x 11 zu. So lassen sich noch eine ganze Anzahl Merkwürdigkeiten feststellen. So z. B. kommt der Name Mose in 31 Büchern der Bibel vor, Jesaja in 12, Jeremia in 8, Hosea in 7, Joel in 7, Daniel in 6, David in 28. Das ergibt die Summe 99 oder 9 x 11, wovon die Zahlen des ersten, des mittleren und des letzten dieser 7 Namen die Zahl 66 oder 6 x 11 ergibt. Der Name Mose kommt in der Bibel 847 mal vor, das ist 77 x 11 (= 7. 11. 11).

Man kann diese Merkwürdigkeiten noch weiter um ein Bedeutendes vermehren. Man mag sich dazu stellen, wie man will, diese Tatsachen stehen unerschütterlich fest. Es kann nur die Frage sein, ob das als zufällig oder planmäßig anzusehen ist.

Dazu kommt aber, daß ein ebenso kunstvoller Plan mit der Zahl 7 festzustellen ist. Auch hier nur einige Beispiele. Wir wissen ja, daß die Zahl 3 als Zahl des dreieinigen Gottes anzusehen ist und die Zahl 4 als die menschliche Zahl. Wo die drei und die vier zusammen kommen, also Gott und Menschen in Verbindung treten, entsteht ein heiliges Verhältnis, somit ist 7 die heilige Zahl. So haben wir 7 Teile in der Bibel: Gesetz, Propheten, Psalmen, Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe und Offenbarung. Die beiden größten Teile bestehen aus je 21 Büchern, oder 3 x 7. Die Briefe, die einen dieser beiden großen Abschnitte ausmachen, verteilen sich so: An 7 Gemeinden sind 9 Briefe des Paulus gerichtet, das ist 3 x 3 und deutet das auf die Wichtigkeit dieser Briefe hin. Die Reihenzahlen dieser Gemeindebriefe ergeben 504 oder 72 x 7. In 1. u. 2. Korinther, Philipper, Kolosser, 1. u. 2. Thessalonicher und Philemon verbindet der Apostel in der Anschrift die Namen anderer mit seinem eigenen. Das sind 7 Briefe. Ihre Reihenzahlen 53, 54, 57, 58, 59, 60 und 65 ergeben 406 oder 58 x 7. In 1. u. 2. Thessalonicher mit den Reihenzahlen 59 und 60, nennt sich Paulus mit zwei andern Personen, in den anderen mit je einer Person. Dem entsprechend verteilt sich die Zahl 406 oder 58 x 7 folgendermaßen: Auf die beiden Thessalonicherbriefe entfallen 119 oder 17 x 7 und auf die andern 287 oder 41 x 7. Es werden 21 oder 3 x 7 alttestamentliche Schreiber genannt, wovon 14 oder 2 x 7 als biblische Verfasser im N. T. nicht genannt werden: 7 aber werden als Schreiber angeführt. Zu beachten ist, daß der wunderbare kunstvolle Aufbau hinfällig wird, wenn man auch nur ein Buch hinzufügt oder eins aus der Bibel wegnimmt. Die katholische Kirche hat ja bekanntlich die Apokryphen hinzugefügt, wodurch diese Zahlensymbolik zerstört wird. Diese Zahlengebilde sind gleichsam eine Kontrolle gegen jeden Versuch, die biblischen Bücher zu fälschen. Auch die ursprüngliche Reihenfolge hätte nicht geändert werden dürfen; wie das leider auch in den protestantischen Bibelausgaben geschehen ist. Wir sind daher genötigt, den Heiligen Geist als den eigentlichen Autor der Bibel, selbst in der Anordnung und Reihenfolge anzuerkennen. Fast ins Unendliche lassen sich die Beispiele vermehren, die uns diese wunderbare Zahlensymbolik offenbaren.

Zum Schluß sei nur noch auf einen Abschnitt im ersten Kapitel des Matthäus-Evangeliums hingewiesen. Die ersten 11 Verse enthalten 49 Wörter im Grundtext, d. i. 7 x 7. Darunter sind 42 Hauptwörter oder 6 x 7. Ferner 35 Eigennamen oder 5 x 7. Weiter haben wir darin 28 männliche Namen oder 4 x 7. Diese 49 Wörter haben 266 Buchstaben oder 38 x 7. Die Geburt Christi (V. 18-25) wird mit 161 Wörtern beschrieben, das sind 23 x 7. Darin sind 77 verschiedene Wörter, das sind 11 x 7. Der Engel gebraucht 28 Wörter, das sind 4 x 7. So kann man eine fast unzählige Menge von Tatsachen finden, die doch nicht einfach zufällig sind. Man versuche nur einmal, irgend etwas zu schreiben und zu sehen, ob man etwas Ähnliches zustande bringen kann. Oder man nehme irgend ein Werk der Weltliteratur und sehe, ob man etwas Derartiges konstruieren kann. “Die Schrift kann nicht gebrochen werden”, daran dürfen wir festhalten. Wir sehen überall in der Bibel den Finger des Heiligen Geistes. Der Gott, der die wunderbare Welt geschaffen hat, der hat auch unsere Bibel durch seinen Geist zustande gebracht. “Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.”

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 1950; Paulus-Verlag; Heilbronn)

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