Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Der Gott, der Eisen schwimmen läßt

Autor: Schadt, Robert  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort, Glaubensleben & Wandel  |  817 x gelesen

(Nach einer Tonbandaufnahme)

“Und die Söhne der Propheten sprachen zu Elisa: Siehe doch, der Ort, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu enge; laß uns doch an den Jordan gehen und von dort ein jeder einen Balken holen und uns dort einen Ort herrichten, um daselbst zu wohnen. Und er sprach: Gehet hin! Und einer sprach: Laß es dir doch gefallen und gehe mit deinen Knechten! Und er sprach: Ich will mitgehen. Und er ging mit ihnen; und sie kamen an den Jordan und hieben die Bäume um. Es geschah aber, als einer einen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser; und er schrie und sprach. Ach, mein Herr! Und es war entlehnt! Und der Mann Gottes sprach: Wohin ist es gefallen? Und er zeigte ihm die Stelle; da schnitt er ein Holz ab und warf es hinein und machte das Eisen schwimmen. Und er sprach: Nimm es dir auf! Und er streckte seine Hand aus und nahm es.” (2. Kön. 6, 1-7)

Wer Kap. 4, 1 und 4, 38 und 6, 1 kennt, der weiß, daß hier von den Propheten, den Prophetenschülern oder von den Witwen der Propheten die Rede ist. Kap. 4, 1 spricht von der Witwe, die in einer ganz großen Bedrängnis ist, Kap. 4, 38 von der großen Hungersnot, welche auch die Söhne der Propheten betrifft, und hier in Kap. 6 bereitet der Jordan den Prophetenschülern Not. Was wir in diesen Geschichten lesen, ist ein Produkt von mancherlei Trübsal.

Röm. 11 und 1. Kön. 19 zeigen uns, daß die Propheten mit ihren Schülern das Gesetz der göttlichen Auswahl abschatten. In beiden Kapiteln steht das Wort Gottes: “Ich habe mir 7000 in Israel übriggelassen, die ihre Knie nicht vor dem Baal gebeugt haben!” So ist die Gemeinde des Christus auch eine Auswahl im Zeichen der Trübsal, wie wir es von manchen Gruppen im Alten Bunde wissen. Darum steht in Kol. 3, 1-3 das Wort: “Wenn ihr mit dem Christus wirklich auferstanden seid, dann suchet auch, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes; denn ihr seid Gestorbene, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn aber der Christus geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit Ihm enthüllt werden in Herrlichkeit.”

Wenn wir an dieses Grundgesetz des Leidens der Gemeinde Gottes denken, werden wir immer auch erinnert an die Geschwister in den Län­dern, wo sie heute Unsägliches leiden müssen. Was muß die Gottesgemeinde heute in vielen Ländern der Welt erdulden! Trübsalprodukt. —

Unser Text berichtet uns nun, wie die Prophetenschüler zu Elisa kamen und ihre Unzufriedenheit äußerten: “Siehe doch, der Ort, wo wir wohnen, ist uns zu eng!” Das ist ihre Not.

Dazu lese ich einmal Ps. 130, 1: “Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, Jehovah!” Sie alle werden irgendwo und irgendwie auch etwas durchzumachen haben, ob das in der Familie, im Geschäft, in körperlichem und seelischem Leiden ist — da rufen dann auch wir aus der Tiefe zum Herrn. “Siehe doch …!”

“Der Ort ist uns, ist mir zu enge!” In Ps. 139, 5 heißt es: “Von hinten und von vorn hast Du mich eingeengt, Du hast sogar auf mich Deine Hand gelegt!” Das kann in unserem persönlichen Leben sich so ausgestalten, daß wir oft ausgebrannt sind wie ein Krater, daß wir nach rechts und nach links, nach vorn und nach hinten, nach oben und nach unten keinen Ausweg mehr sehen, so wie es uns der 139. Psalm bezeugt. Dann fühlen wir, wie schwer die Hand des lebendigen Gottes auf uns liegt; vielleicht, weil Schuld auf unserem Leben liegt, vielleicht auch nur zur Züchtigung. Dann wird es uns zu enge. Was sollen wir in solcher Lage tun?

Eine feine Antwort gibt uns Eph. 1, 18-20. Solche Enge kann uns ja auch einmal in unseren Gemeinschaften widerfahren; man kann in Gemeinden und Gemeinschaften hocken und jahrelang dasselbe hören müssen: Du mußt dich bekehren, du mußt, du musst … Und wenn man dann einmal eine Botschaft wie die in Eph. 1, 18-20 hört, dann merkt man etwas Befreiendes: Es gibt ja noch viel mehr, als uns bisher gesagt worden ist, — und man beginnt über die Zäune hinwegzuschauen und die Herrlichkeit zu sehen, um ein weites Herz zu erlangen. Nun unser Wort: “… damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisset:

  1. welches die Hoffnung Seiner Berufung ist;
  2. welches der Reichtum der Herrlichkeit Seines Erbes in den Heiligen ist; und
  3. welches die überschwengliche Größe Seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist!”

Diese drei Herrlichkeitsgaben sollten wir besitzen! Und wenn man dann jahrelang unter der Gesetzesbotschaft in einem engen Raum sitzt, dann bleibt der innere Mensch in einer qualvollen Enge. Darum gibt es ja auch unter uns Christen diese vielen, vielen Kreise.

Der Epheserbrief spricht davon, daß die in uns wirkende Kraft derjenigen Kraft entspricht, die Gott bei der Auferweckung und Thronerhöhung Christi betätigte. Es ist ja gar nicht so, wie uns manche Bilder von der Auferstehung Jesu zeigen wollen: wie da der Grabdeckel sich hebt und der Sohn Gottes machtvoll mit der Siegesfahne und wallenden Gewändern aus dem Grabe steigt! Nein, Gott der Vater mußte Seine ganze Kraft wirksam werden lassen, um Seinen Sohn der Macht der Finsternis und des Todes zu entreißen! Dieselbe Kraft braucht Gott, um uns durchzutragen. Phil. 1, 6: Der Gott, der in uns angefangen hat das gute Werk, setzt Seine ganze Kraft ein, um uns durchzutragen bis zum Ende. Was ist das für ein Gott! Von Ihm kann der greise Mose bezeugen: Er ist ein Gott der Treue und ohne jeglichen Trug, gerecht und gerade ist Er!

“Der Raum ist mir zu enge!” — Dazu schlagen wir Hoheslied 1, 6 auf. Sulamith, die Geliebte, sagt in V. 5: “Ich bin schwarz”. Sie sieht sich also so an, wie sie innerlich ist. Der Geliebte aber sagt: “Nein, ganz herrlich bist du!” Darauf antwortet sie: “Sehet mich nicht an, weil ich schwärzlich bin, weil die Sonne mich verbrannt hat; meiner Mutter Söhne zürnten mir, bestellten mich zur Hüterin der Weinberge. Aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet.”

Watchman Nee hat ein Büchlein herausgegeben: Der Dienst am Hause Gottes und der Dienst für den Herrn. Er macht zwischen beidem einen gewaltigen Unterschied. Wir können in den Gemeinden und Kreisen, in denen wir stehen, rennen und schaffen, Aktivität beweisen und uns in einem christlichen Streß zerreiben, und kommen doch innerlich nicht weiter. Auch die Geliebte im Hohenlied hat im fremden Weinberg gear­beitet und ist dabei braun und schwarz geworden, aber ihren eigenen Weinberg hat sie nicht gehütet.

Verstehen wir doch einmal die Prophetenschüler so: In mir selbst ist es zu eng (man vgl. 2. Kor. 6, 11-12); das innere Leben kann absterben. Welche Not ist das doch oft in unseren christlichen Kreisen! Wie viele Brüder springen von morgens bis abends herum und haben keine Zeit für die Familie! Dann kann die Frau innerlich abfallen, die Kinder gehen weg, und der Mann rennt herum und schafft und schafft “für das Werk des Herrn”. — “Meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet!”

Was aber sollen wir tun, wenn uns der Ort zu enge wird? — Ps. 118, 5 spricht: “In meiner Bedrängnis rief ich zum Herrn, der Herr erhörte mich und stellte mich in einen weiten Raum.”

Wie viele haben das schon erfahren, wie ich es auch erfuhr: Wenn Gott uns in eine Sackgasse hineinführt, damit Er mit uns in der Einsamkeit reden kann, wenn Er uns nach Hosea 2, 14 in die Wüste lockt und dort zu unserem Herzen freundlich und tröstlich redet, dann begegnet Er uns in der Bedrängnis, um uns in einen weiten Raum hineinzuführen. Aus der Enge in die Weite!

Es geht darum einzusehen, wie mangelhaft unser inneres Leben ist, Ihn anzurufen und dann zu merken: Herr, Du bist ja viel reicher, als ich bisher dachte, und Du hast mir weit Größeres zu schenken, als mir immer wieder gesagt wurde! Wenn wir einmal den ganzen Reichtum der Heiligen Schrift mit der Erstarrung in unseren Gemeinschaften und Kreisen vergleichen, dann spüren wir erst, wie wir Seiner großen Herrlichkeit bedürfen. —

Welchen Vorschlag machen nun die Prophetenschüler? Sie sagen: Laß uns doch an den Jordan gehen!

Um dies recht zu verstehen, müssen wir Josua 4, 3-9 nachlesen. Dort wird berichtet, wie Josua ein Zweieinhalb-Millionen-Volk mit Hunderttausenden Stück Vieh über den Jordan führen soll. Auf dem anderen Ufer liegt drohend die Felsenfestung Jericho. Gott aber schneidet die Wasser des Jordan ab — ein Teil des Wassers fließt zum Toten Meer hinab, das andere staut sich wie eine gewaltige Mauer auf, so daß sich eine Furt bildet, welche die Durchquerung ermöglicht. Endlich sind diese vielen Menschen am anderen Ufer; wie lange mag dies gedauert haben! Die Priester mit der Bundeslade aber stehen noch im ausgetrockneten Flußbett. Da bekommt Josua von Gott den Befehl: Nimm dir 12 Steine aus dem Jordan, für jeden Stamm einen Stein. Trage diese Steine auf den Schultern und bringe sie ins Nachtlager nach Gilgal. Nimm wieder 12 Steine, schichte sie auf im Flußbett des Jordan, worüber hernach das Wasser fließen soll!

Was hat uns das zu sagen? Zweimal 12 Steine. 12 Steine, über die das Wasser des Jordan fließt. Wer einmal aufmerksam Joh. 1 liest, weiß, daß Jesus an derselben Stelle getauft wurde, wo Gottes Volk den Jordan durchquerte. Die 12 im Jordan liegenden Steine bedeuten: Unsere Schuld ist zugedeckt, über uns fließt das Reinigungswasser. Die 12 Steine im Nachtlager zu Gilgal (= Abwälzung) bedeuten, daß wir immer wieder zu diesen “Steinen”, nach Golgatha, kommen dürfen, wo unsere Schuld abgewälzt wurde, wo wir das Wissen gewinnen, daß der Sohn Gottes die Kraft hat, uns durchzutragen.

“Laß uns an den Jordan gehen!” sagen die Prophetenschüler. — Röm. 6, 11 sagt uns hierzu: “Also auch ihr, haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christo Jesu!”

Ich erinnere mich an ein kleines Büchlein, in Platt geschrieben, mit dem Titel “Der Fienenpastor”, also der Pastor der “Feinen”, der Frommen. Darin wird erzählt, daß in einem Dorfe ein gottloser Mann, ein Flucher und Säufer gelebt habe. Als er starb, stand sein Sarg, da es keine Leichenhalle gab, noch 3 Tage in seinem Hause. Die Nachbarn aber waren gehalten, die Totenwache zu halten. Aber alle weigerten sich: bei dem halte ich keine Totenwache! Nur ein Schuster hat sich dazu bereiterklärt. Er nahm seine alten reparaturbedürftigen Schuhe mit, setzte sich neben den offenen Sarg und flickte seine Schuhe. Um Mitternacht, als durch das offene Fenster eine leise Brise wehte, bewegte sich durch den Wind auch das Leichentuch, so daß man den Eindruck gewinnen konnte, der Tote wolle aufstehen. Da nahm der Schuhmacher den Hammer in die Hand und rief aus: “Du bist tot und mußt tot bleiben!” — Eine feine Illustration zu Röm. 6, 11.

Wenn wir an den Jordan gehen — so wie die Israeliten nach dessen Durchquerung —, so dürfen auch wir dessen innewerden: Herr, Du hast meine Schuld zugedeckt! Ich darf immer wieder zu Dir kommen und neue Kraft holen. —

Aber was wollten die Prophetenschüler am Jordan? Sie wollten von dort jeder einen Balken holen.

Wir freuen uns ja mit Recht darüber, daß wir erlöst und errettet sind durch das teure Blut Christi. Aber dazu darf ich immer wieder bezeugen: Wir sind nicht dazu erlöst, daß wir einmal “in den Himmel kommen”. In Joh. 15 steht das Wort: “Nicht ihr habt mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt! – Ich habe euch gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe.”

Warum sind wir auserwählt? Damit wir einmal in den Himmel kommen? Wir sind auserwählt aus dieser Zeit und Welt, damit wir dem Christus dienen. Wie oft müssen wir feststellen, daß auch die Werke und Heime von Glaubensbünden und -vereinigungen keinen Nachwuchs und kein Personal mehr haben, weil heute alle nur verdienen und nicht mehr dienen wollen. Ein jeder von uns soll “seinen Balken holen” für das große Aufbauwerk Jesu Christi. Dazu sind wir von Gott berufen. Wie oft wird aber gerade an diesem Punkt resignierend gesagt: Ha, was soll denn ich schon tun? — Dazu einige Gottesworte:

1. Thess. 1, 2.3.9: “Wir danken Gott allezeit für euch alle, indem wir euer erwähnen in unseren Gebeten, unablässig eingedenk eures Werkes des Glaubens und der Bemühung der Liebe und des Ausharrens der Hoffnung. – Denn sie selbst (die Bewohner von Thessalonich) verkünden von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten, und wie ihr euch bekehrt habt von den Götzenbildern zu Gott, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.”

Wenn Gott uns herausgeholt hat aus der Gewalt der Finsternis und uns hineinversetzt hat in das Reich des Sohnes Seiner Liebe, dann hat Er für einen jeden von uns eine Aufgabe. Darum steht hier: Laß uns an den Jordan gehen, ein jeder seinen Balken holen.

Was “mein Balken” ist, das weiß ich. Was Ihrer ist, das sollten Sie auch wissen! Sie können nicht meinen Balken tragen und meine Arbeit tun, und ich kann nicht Ihr Werk betreiben. Gott hat für einen jeden von uns einen anderen Platz und eine andere Aufgabe. Darum sollten wir in der Gottesgemeinde aktiv mitarbeiten und ja nicht müßig sein! Ich darf hier an das feine Gedicht von Hedwig v. Redern erinnern: “Du stehst am Platz, den Gott dir gab, den Platz, wo Er dich hingestellt …” Das Gedicht endet mit dem Gedanken, daß der Herr bei Seinem Kommen dich an dem Platz suchen wird, an den Er dich gestellt hat.

Ich liebe das nicht bei Christen, wenn sie heute da sind und morgen dort, von einer Gemeinde zur andern, von einer Konferenz zur andern fahren. Wir sollen fruchtbar werden zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit an dem Platz, an den Er uns gestellt hat. Eph. 2, 10 bezeugt: “Ihr seid Sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, daß wir darinnen wandeln sollen.”

Wir sind berufen zum Dienen. Darf ich auch einmal die Schwestern auf etwas aufmerksam machen? Es wird ja so oft der Frau jede Betätigung in der Gemeinde bestritten. Da schlagt einmal Röm. 16 auf und lest in V. 1, was Paulus über den Dienst der Frau sagt: “Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, welche eine Dienerin der Versammlung in Kenchräa ist, auf daß ihr sie in dem Herrn, der Heiligen würdig, aufnehmet, in welcher Sache irgend sie euer bedarf; denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst.” Wir dürfen Phöbe als die erste Diakonisse der Gemeinde bezeichnen.

Dann V. 3: Priska — V. 6: Maria — V. 11: Tryphäna, Tryphosa — V. 12: Persis — V. 13: die Mutter des Rufus — V. 15: Julia und die Schwester des Nereus — so zieht es sich durch Röm. 16 hindurch. Diese Frauen haben alle einen wertvollen Dienst getan, sonst hätte Paulus sie nicht genannt. Ganz gewiß erlaubt Paulus einer Frau in der Gemeinde nicht die lehrhafte Wortverkündigung, aber wie ist es mit Kinderstunde, Sonntagsschule, mit der Leitung von Frauenkreisen und Mädchenstunden, mit diakonischen Diensten an den Alten oder Bibelklassen für Jugendliche?

Auf die Priska darf ich Sie besonders aufmerksam machen. Wir kennen alle ihren Mann Aquila und wissen, daß beide, da sie Juden waren, aus Rom ausgewiesen wurden. Sie kamen nach Korinth und trafen dort mit einem Mann namens Paulus zusammen, der kurz vorher in Athen — menschlich gesprochen — seine größte Schlappe erlebt hatte. Statt eines erhofften missionarischen Durchbruchs war er mitsamt dem Evangelium lächerlich gemacht worden. So verlor Paulus zunächst den Mut, weiterhin die Frohe Botschaft zu verkündigen, kommt nach Korinth und wohnt bei Priska und Aquila und arbeitet auch mit ihnen als Zeltmacher. Wie trüb hätte es da sein können angesichts dessen, was diese drei Menschen zuvor erlebt hatten! Verlorene Stellung, verlorene Ehre. Solche Dinge treffen auch die Glaubenden hart, und oft dauert es lange, bis wir darüber hinwegkommen. Ich könnte mir — im Einklang mit Apg. 18 — denken, daß diese Frau dann den Männern Mut gemacht hat; es ist nämlich eigenartig, daß Paulus von diesem Ereignis an, entgegen der üblichen Gewohnheit, immer zuerst die Priska nannte und den Mann, Aquila, an zweiter Stelle.

Diese Frau hat sicherlich den Boden vorbereitet für das, was dann geschah: Da kommen ja dann die “jungen Pferde” Silas und Timotheus nach Korinth und machen dem müden Gottesknecht Paulus wieder Mut, so daß er hinsichtlich der Wortverkündigung gedrängt wird und nun wieder bezeugt, daß Jesus der Christus sei (Apg. 18, 5).

Doch da ist noch ein Anstoß nötig, bis Paulus die alte innere Entschlossenheit wiedergewinnt: “Der Herr aber sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nur ja nicht, sondern rede und schweige unter keinen Umständen! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich antasten, dir Übles zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!” (Apg. 18, 9-11).

Das muß dem Paulus erst einmal eine ganz große Demütigung gewesen sein. Der Herr sagte zu ihm: Ich habe dir die Zeit der Resignation und Selbstbesinnung gewährt, aber nun ist es allerhöchste Zeit, daß du wieder das Wort Gottes lehrst!

Priska aber war wohl der erste Anstoß zur Erneuerung des inneren Mutes gewesen. Viele bedrückte Gottesknechte haben es erfahren, wie eine gläubige Frau ihnen Zuspruch gab und sie wieder ermutigte. Es ist ja auch eigenartig, daß Frauen oft viel mehr Mut haben als die Männer, und mehr für das Evangelium als die Männer aufgeschlossen sind.

Der bekannte Evangelist Fritz Binde, der vor seiner Bekehrung Sozialist und Atheist war, kam durch das Zeugnis der verkrüppelten “Trudel” von Männedorf zum Glauben an Jesus. — “Ein jeder seinen Balken”! Dazu sind wir da, wo immer wir auch hingestellt sind, — vielleicht in eine ungläubige Familie, an einen Arbeitsplatz mit lauter ungläubigen Kollegen: Gott hat uns dorthin gestellt, damit wir als Lichter scheinen und das Wort des Lebens darstellen.

Dazu eine Geschichte, die ich kürzlich hörte und die sich in Ludwigshafen zugetragen hat. In die Straßenbahn setzt sich ein Herr neben ein junges Mädchen (14 oder 15 Jahre), das in der Bibel liest. Da sagt er zu ihr: “Ach, Fräulein, lesen Sie auch in der Bibel?” — “Jawohl”, antwortet sie, “lesen Sie auch im Wort Gottes?” Das bejaht der Herr. Doch das Mädchen hat nicht locker gelassen: “Dann sind Sie also ein Kind Gottes, oder sind Sie keins?” Sagt er: “Doch, das bin ich!” Darauf antwortet sie: “Gut, dann möchte ich Sie einmal einladen, daß Sie zu uns in die Versammlung kommen und sich ansehen, wie wir arbeiten!” — Dieser Mut zum Zeugnis hat mir gefallen.

Elisa gestattet es nun den Prophetenschülern, sich einen Balken zu holen. Darauf sagen diese etwas sehr Feines: “Geh doch du mit! Gehe mit deinen Knechten!”

Wenn sich die Autofahrer unter uns morgens ins Auto setzen, dann falten sie vor der Abfahrt die Hände und beten: “Herr Jesus, halte Du Deine Hand dazwischen! Geleite uns hindurch, gehe Du doch mit!” Wir brauchen dieses Gebet, ob wir nun alt oder jung sind, energisch oder mutlos. Er kann uns Fähigkeiten geben, damit wir etwas sein können zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit. — Und dieser Herr geht mit. “Ich will mitgehen”, sagt Elisa.

Während nun die Prophetenschüler arbeiten und Bäume fällen, springt einem von ihnen das Eisen von der Axt und fällt ins Wasser hinein. Dieser Mann kommt dadurch in eine innere Not. Zum einen war Handwerkszeug in jener Zeit überaus wertvoll, zum andern gehörte ihm die Axt nicht, er hatte sie sich geliehen. Da fängt er an zu schreien: “Ach, mein Herr!”

Was tun wir, wenn wir in eine so peinliche, beängstigende Situation hineinkommen? Rennen wir dann herum und unternehmen alle möglichen Versuche, die Not abzuwenden, oder wenden wir uns sofort an die einzig richtige Adresse? “Ach, mein Herr!” Daß wir doch immer den Sohn Gottes zuerst einschalteten! “Du kennst die Situation, in der ich jetzt stehe, Du weißt, was ich durchzumachen habe, Du weißt, wie peinlich mir das ist, ach, mein Herr, hilf mir doch!”

Dazu schlagen wir einmal Jes. 28,16 auf. Das Wort lautet: “Darum, siehe, so spricht der Herr, Jehovah, ich lege zu Zion einen Stein, einen bewährten Eckstein; der ist aufs festeste gegründet. Wer an den glaubt, wird nicht ängstlich eilen.”

Warum haben wir so oft Angst und handeln übereilt? Weil wir nicht verstehen und glauben, daß der Sohn Gottes neben uns hergeht! Ich darf Ihnen einmal eine Situation schildern: In den letzten Tagen des Krieges wurden wir abgeschnitten und kamen in russische Gefangenschaft. Der Junge, der das MG bedient hatte, hatte sich mir angeschlossen. Und dann haben wir uns durch die russische Front durchgeschlagen. Plötzlich wurden wir von russischen Soldaten gestellt. Das erste, was ich tat, war, daß ich meine Uhr abstreifte und meinen Ring verbarg. Diese Dinge wurden ja immer gleich weggenommen. Dann stellte uns dieser Russe auf einen Misthaufen, drückte uns seine MP in die Rippen und untersuchte uns. Er muß blind gewesen sein, denn über meiner Uniform trug ich noch eine Bauernjacke. Hätte er die Bauernjacke geöffnet, hätte er sofort erkannt, wer ich war. — Nun darf ich einmal etwas bezeugen, was Sie vielleicht ähnlich auch schon einmal erlebt haben: Da stand ich dann ohne Angst vor diesem Mann, weil ich wußte, da steht ein anderer neben mir!

So hatten es ja Daniels drei Freunde erfahren, als sie in Nebukadnezars Feuerofen geworfen worden waren, wie dort plötzlich der babylonische König sah, daß ein Menschensohn, ja, ein “Sohn der Götter” bei diesen dreien stand.

“Warum blickt ihr ängstlich umher?” ist Gottes Frage. Seine Antwort: Jes. 41, 10: “Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schaue doch nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner Rechten!” — Welche Aussage des lebendigen Gottes!

Und dann darf ich Sie an noch etwas erinnern, es ist das Wort in Ps. 50, 14-15. Wer von Ihnen ein Telefon besitzt, der hat ja auch ein Telefonbuch, und schon auf der ersten Seite finden Sie die bekannten Nummern: Feuerwehr, Notruf, Po­lizei usw. In unserem Psalmwort finden Sie die “Telefonnummer unseres Gottes”: 50 14 15 (Ps. 50, 14-15): “Rufe mich an in der Not, dann will ich dich erretten, und du sollst mich preisen!”

Was ist das für ein Gott! Wir haben immer Verbindung mit dem lebendigen Gott, ja, wir werden von Ihm selbst zum “Anruf” aufgefor­dert. Da steht zum Beispiel in Mal. 3, 10 das Wort: “Prüft mich doch einmal, ob ich nicht ein Gott bin, der des Himmels Fenster öffnet und den Segen herunterschüttet” — dieser Gott stellt sich unserer menschlichen “Prüfungskommission”.

“Ach, mein Herr!” Da laufen wir oft mit Sauregurkengesichtern herum und wissen und bezeugen gar nicht, was wir für einen Herrn haben, der mitläuft und mitgeht und hindurchträgt und zum Ziel führt und sich an uns offenbaren will! — “Ach, mein Herr!” — Nicht ängstlich umherblicken, sondern ent­schlossen weitergehen!

“Es ist entlehnt”, klagte der Prophetenschüler. —

Als ich vom Missionsseminar kam und junger Prediger wurde, mit Heften voll Weisheit der Pastoren und Lehrer, und dann das Mitgebrachte ausgepredigt hatte, war ich erschöpft und wußte nichts mehr. “Es ist entlehnt!” Das ist bei vielen Brüdern so, daß das, was sie bezeugen, nur entlehnt ist. Sie lesen etwas in einem Buch und geben es, ohne es selbst erfahren oder verwertet zu haben, weiter.

Was aber antwortet Elisa – der uns zum Bild unseres Herrn wurde — darauf? “Zeige mir die Stelle!”

Wo ist die Stelle in Ihrem Leben, wo die Not liegt, die uns nicht mehr weiterkommen läßt und uns gebunden hält? Wo sind wir bedrückt und ausweglos? Dort muß der große Psychologe Gottes hineinschauen, der Sohn des lebendigen Gottes! Wo ist diese Stelle in Ihrem Leben? Es gibt nur einen Ausweg: Daß Sie sich diesem Sohne Gottes öffnen!

Gestern morgen habe ich hier von einer Frau erzählt, von der uns das NT berichtet, daß sie 12 Jahre lang an Blutfluß gelitten hatte. Sie hörte die Botschaft vom Sohne Gottes, nahte sich Ihm, als sie Ihn sah, und faßte den Saum Seines langen Gewandes. Plötzlich wendet sich Jesus um und spricht: “Mich hat jemand angerührt!” Jetzt muß man die Denkweise des Orients kennen. Die Jünger sind ganz entrüstet: “Was, Dich hat jemand angerührt?” Man sieht eine orientalische Straßenszene vor sich, wo sich die Leute drängen und einander wegboxen, um hindurchzukommen und am Geschehen teilzunehmen. “Tuchfühlung”. Die Jünger glauben, das Anrühren Jesu habe sich bei diesem Drängen ergeben. “Nein”, sagt Jesus, “mich hat jemand bewußt angerührt”. Da fällt diese Frau vor Ihm nieder und sagt: “Herr, ich war’s!” Jesus hatte es gespürt, wie eine Kraft von Ihm ausgegangen war.

Auch wir sollten Kontakt mit Jesus aufnehmen und “Ihn anrühren”, sonderlich immer dann, wenn wir merken, daß unser Leben leer geworden ist, daß alles, was wir geistlicherweise noch besitzen, “entlehnt” ist. Oder, wie es in Ps. 74, 3 heißt: “Alles im Heiligtum (und das kann auch Ihr Inneres sein) hat der Feind zerstört!” Dann sollten Sie zum Sohne Gottes kommen und “den Saum Seines Kleides anrühren” — im Glauben — und dann strömt eine Kraft von Ihm auf uns über, und wir können neu erfüllt weiterwandern.

“Zeige mir die Stelle!” Zeige doch die Stelle in deinem Leben her! Da kann man jahrelang in der Gemeinde oder Gemeinschaft herumlaufen, ohne sich zu offenbaren und einem Bruder, oder einer Schwester, oder dem Herrn selbst die Sünde und die heimlichen Wunden zu zeigen und ans Licht zu stellen.

“Und er zeigte ihm die Stelle.” Und nun wird etwas berichtet, worüber jeder “Aufgeklärte” lacht: “Und er schnitt ein Holz ab und warf es hinein und machte das Eisen schwimmen.” Was ist darüber, auch von Theologen, schon gespottet worden!

Darf ich Ihnen dazu einmal etwas erzählen? In meinem Leben lernte ich einen Mann kennen, einen Engländer namens Dixon Hoste (?), den Generaldirektor der China-Inland-Mission. Ein fabelhafter Mann! Ihm unterstanden damals 1500 Missionare aus 10 verschiedenen Nationalitäten; die Namen aller 1500 hat er aus seinem Gedächtnis hersagen können. Als ich damals über Sibirien nach China reiste, mit 20 Tagen Zugfahrt von Berlin bis Wladiwostok, herrschten schreckliche Zustände. Die Fenster des Zuges waren zugeschraubt, so daß man fast erstickte. Waschen konnten wir uns auch nicht, es stand für die 40 Leute unseres Abteils nur ein kleines Waschbecken zur Verfügung. Da träumte ich immer davon, nach meiner Ankunft in Schanghai ein herrliches Bad zu nehmen. Als ich in Schanghai angekommen war, betrat Dixon Hoste mein Zimmer und fragte mich mit seiner hohen Stimme: “Do you want to have a bath?” (Wünschen Sie ein Bad zu nehmen?). “O”, sagte ich, “yes!” Ich dachte, daß er mir nun die Anweisungen gibt, in welchem Zimmer ich die Badewanne benutzen könne; da kommt ein chinesischer Diener und bringt einen winzigen Zuber voller Wasser, das war die Badewanne. Doch was jetzt geschah, berührte mich tief: Den ersten Kübel heißes Wasser hat mir der Bruder Generaldirektor selbst heraufgebracht, der damals immerhin schon 70 Jahre alt war. Wie er es mit allen Missionaren machte, die nach China kamen, so rief er auch mich am nächsten Tag in sein Zimmer, ließ mich in seinem Stuhl am Schreibtisch Platz nehmen und fragte mich nach meinen Lebensumständen. Das hat mich aber weiter gar nicht interessiert, ich habe immer nur “yes” und” no” geantwortet. Was mich aber gefangennahm, das war ein Spruch an der Wand. Er lautete: “Der Gott, der das Eisen schwimmen machen kann, dieser Gott lebt noch!” — Da wurde mir etwas groß an diesem Mann, der die größte Mission, die es je gab, geführt hat. Dies sage ich auch, um den Jüngeren unter uns Mut zu machen.

Sie haben vielleicht einmal von dem großen Evangelisten Moody und von Sanky, seinem Sänger, gehört, die vor Jahrzehnten gewirkt haben. Damals wurden all die feinen englischen Heiligungslieder gesungen. Sanky leitete einen großen Chor von 200-300 jungen Männern und Mädchen. Oft währten die Evangelisationen Moody’s sechs Wochen. Zu jener Zeit war Dixon Hoste Leutnant in einem Artillerieregiment; sein Vater, der neun Kinder hatte, war Generalleutnant. Dixon Hoste war gerade im Urlaub da und seine Mutter ging dann immer mit einem Teil ihrer Kinder zu jener Evangelisation. So hat sie auch Dixon gefragt: “Gehst du auch mit zur Evangelisation?” — “No!”, hat er gesagt. Doch sein älterer Bruder hat ihn sich vorgenommen: “Hör mal, Dixon, heilig bin ich auch nicht, aber aus Liebe zur Mutter gehen wir gemeinsam jetzt hin!” Das Argument überzeugte. Dixon setzte sich ganz hinten hin und hörte den herrlichen Gesang — das soll auch uns Mut machen, wenn wir als Sänger unser Zeugnis ablegen zur Ehre dieses Herrn. Dixon hört also den Gesang, hört die Botschaft und bekehrt sich. Zwei Tage später muß er in die Kaserne zurück. Er meldet sich beim Hauptmann aus dem Urlaub zurück und sagt zu ihm als erstes: “Captain, I’m converted!” (Herr Hauptmann, ich habe mich bekehrt!). Da hat der Hauptmann auf eine Tafel gedeutet, auf der die Namen der Offiziere standen, die im Casino zu dienen hatten, und hat ihn gefragt: “Würde das bedeuten, daß Sie im Casino nicht mehr mitdienen?” — “Ja”, hat er geantwortet, “das tue ich nicht mehr, ich bin bekehrt!”

Kaum einen Mann habe ich mehr erlebt, der auf mich einen so tiefen Eindruck machte, wie Dixon Hoste. Ein klares geistliches Leben erwuchs hier auf der Grundlage einer klaren Bekehrung. – Das war der Mann, der über seinem Schreibtisch das Wort hängen hatte: “Der Gott, der das Eisen schwimmen machen kann, der Gott lebt noch.” — Immer wieder, wenn ich das Lied höre: “Glauben heißt vertrauen”, dann bleibe ich einfach stille. Man merkt dann, was dieser le­bendige Gott von uns erwartet, nämlich, daß wir Ihm restlos alles zutrauen, auch wenn es nicht in unsern Kopf hineingeht!

“Vater, Du kannst alles in Deinen mächtigen Händen halten, Du führst hindurch. Du kannst vollbringen, was Du willst, Du bist ein Gott der Herrlichkeit!” Wie freut sich der lebendige Gott über solches Vertrauen! Dann dürfen wir Ihn erleben als den “Fels der Ewigkeiten”, durch den Welten stehen, wie es General Viebahn gedichtet hat.

Wenn wir so unserem Gott vertrauen, dann dürfen wir auch im persönlichen Leben Bewahrung, Hilfen, Hindurchtragen und Freundlichkeiten Gottes erleben, wie bisher vielleicht noch nie. —

Und was steht in V. 7? “Nimm es dir auf! Und er streckte seine Hand danach aus und nahm es sich auf.”

Viele Christen bleiben vor diesem Gott stehen und rufen Ihn an ohne Aufhören und vergessen, nach dem zu greifen, worum sie bitten. Du mußt danach greifen — es aufnehmen — und die Probleme sind bewältigt! Das ist es, was wir auch in unserem Alltag erleben dürfen. Wir müssen geistliche Erfahrungen und Erlebnisse mit unserem Gott haben. Nehmen wir doch die Realitäten auf, die der Herr uns, wenn wir Ihm vertrauen, schenkt. Wir ehren Ihn durch unser Vertrauen. Ich möchte Ihnen dazu Mut machen.

Gebet:

Du weißt, wie wir Dich so oft betrüben, weil wir müde werden und nicht an Dich glauben können, weil uns der Mut zum Vertrauen verließ. Du wartest auf uns. Du bist ein Gott, der dann immer wieder sagt: Schau doch nicht ängstlich umher! — O schenke das mir und uns allen, daß wir von jetzt ab Dir rückhaltlos vertrauen, daß wir mit Dir anders in den Tag hineingehen als bisher, auch wenn dunkle Wolken auf uns zukommen, auch wenn Bedrängnis in unser Leben hereinkommt, so wie es Deinem Willen entspricht. Dein Wort, Herr Jesus, bezeugt uns, daß Du in den Tagen Deines Fleisches mit Tränen und starkem Geschrei Deine Bitten Gott dargebracht hast und an dem, was Du littest, vollendet wurdest. Vater, Du hast den Sohn so geführt, Du wirst auch uns so führen. Aber wir danken Dir, daß Du uns auf diesem Wege vollenden willst und wirst. Gib Gnade, daß wir Dich durch Vertrauen ehren, wie Kinder Dir entgegenkommen. Wir danken Dir, Du Gott der Treue, der Du ohne Trug bist, der Du gerecht und gerade bist. Vergib uns unser bisheriges Versagen im Glauben. Schenke uns die Gnade zum geistlichen Neubeginn! Amen.

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit; 6/1977; Paulus-Verlag; Heilbronn)

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