Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Zuverlässigkeit der Verheißungen Gottes

Autor: Muhl, Daniel  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort  |  1,582 x gelesen

(Vortrag auf der Arosa-Freizeit 1997)

Für Menschen ohne Glauben sind Verheißungen Gottes ohne jede Bedeutung. Sie werden sogar als Torheit oder Ärgernis empfunden. Nicht selten habe ich schon den Vorwurf gehört: »Ihr Gläubigen vertröstet die Menschen immer auf die Ewigkeit, und es gibt nicht wenige unter euch, die sich gar nicht mehr recht um die Anliegen dieser Welt kümmern! Ihr kämpft zuwenig gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Umweltverschmutzung, und politisch seid ihr viel zu passiv!« — Diese Vorwürfe sind zum Teil berechtigt und auch verständlich, gerade aus der Sicht von Menschen, die keinen Glauben an den Gott der Bibel haben. Es ist halt schon so, daß sich gerade am Glauben die Geister scheiden.

Was aber diese Vorwürfe betrifft, wie war es bei Jesus, und wie war es bei Paulus? Sie haben gegen die Ungerechtigkeit gekämpft, sie haben geholfen, wo sie nur konnten und wo es richtig war, aber sie haben keine Zeit in die Politik investiert. Warum nicht? Jesus sagte: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt«, das heißt, ich baue mein Reich nicht mit weltlichen Mitteln, sondern von Gott her. Ich will damit nicht sagen, daß es in jedem Falle falsch ist, wenn Christen sich politisch betätigen. Wenn aber Christen ein politisches Amt innehaben, dann sollte ihnen bewußt sein, daß wir Menschen hier auf Erden keinen dauerhaften Frieden schaffen können. Sie dürfen ihre Hoffnungen nicht auf die Menschen setzen, nicht auf das Äußere, das Sichtbare.

Einerseits bemühen wir uns um Gerechtigkeit und Frieden und versuchen auch, so gut es geht, mit der Schöpfung Gottes sorgfältig umzugehen; doch andererseits wissen wir auch, daß diese Erde und der Himmel fürs Feuer aufgehoben sind (2. Petr. 3, 7). Für Menschen ohne Glauben ist eben diese Erwartung eine Torheit und ein Ärgernis. »Ja, ihr seid politisch so passiv«, sagen sie uns, »weil ihr behauptet, es geht sowieso alles unter; immer prophezeit ihr den Weltuntergang!« Für sie sind alle noch unerfüllten Verheißungen der Bibel wertlos oder gar leeres Geschwätz.

Für uns Glaubende aber sind die Verheißungen Gottes etwas vom Größten und Kostbarsten, was es überhaupt gibt. Doch mit Verheißungen, die noch nicht in Erfüllung gegangen sind, können wir bei Menschen, die dem Glauben gegenüber kritisch eingestellt sind, kaum Eindruck machen. Anders verhält es sich bei Verheißungen, die bereits in Erfüllung gegangen sind. Wenn wir darlegen können, daß unsere Bibel ein Buch ist, das Hunderte, ja Tausende von Verheißungen enthält, die in Erfüllung gegangen sind, dann muß das doch schon zu denken geben, vorausgesetzt, man will denken. Deshalb möchte ich an diesem Morgen ein Plädoyer dafür halten, wie zuverlässig alle Verheißungen Gottes sind.

Hören wir zuerst einmal Gottes eigene Empfehlung in Jesaja 45, 20.21: »Versammelt euch und kommt! Nähert euch allesamt, ihr Entkommenen der Nationen! Keine Erkenntnis haben die, die das Holz ihres Götterbildes tragen und zu einem Gott flehen, der nicht retten kann.« (Wie viele Götter gibt es, und sie werden angebetet, und sie können nicht retten, geschweige denn etwas vorhersagen, das noch Tausende von Jahren entfernt liegt!) »Berichtet und bringt Beweise herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, der HERR? Und sonst gibt es keinen Gott außer mir. Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer mir nicht!« Paulus sagt zwar: Wir wissen, daß es viele Götter gibt (in der Engelwelt), und sie haben auch einen gewaltigen Einfluß auf die Menschen (1. Kor. 8, 5.6); aber es gibt keinen Gott — außer dem HERRN —, der uns dauerhaft retten kann. »Denn ich bin Gott und keiner sonst« (Jes. 45, 22).

Gott sagt von sich, daß Er von alters her hören läßt, was geschehen wird. Er sagt uns die wichtigsten Ereignisse im voraus und liefert uns somit den Beweis, daß Er das ganze Weltgeschehen überwacht und daß alle Seine Verheißungen absolut zuverlässig sind. Für mich ist nichts so sicher wie das, was Gott verspricht!

Nun möchte ich viele Verheißungen, die im Alten Testament aufgezeichnet und in Erfüllung gegangen sind, einmal aufzeigen. Wir werden dann erkennen: Dieses Buch der Bibel ist mit keinem anderen Buch jemals zu vergleichen!

Es gibt Hunderte von Prophezeiungen und Verheißungen im Alten Testament, die das Leben des Messias beschreiben — und zwar bis ins Detail — und die alle in Erfüllung gegangen sind; ich möchte einige von ihnen nennen:

Der Messias mußte von David abstammen (Jer. 23, 5). Er mußte von einer Jungfrau geboren werden (Jes. 7,14; Matth. 1, 23). Dies ist allerdings bereits eine Glaubensfrage. Unser Glaube wird herausgefordert, denn die Bibelkritiker sagen: Die Jünger behaupten zwar, sie sei eine Jungfrau gewesen, aber sie hatte doch ein Verhältnis mit einem Mann! — Doch Josef, ein gerecht und edel denkender Mann, hätte sie niemals geheiratet, wenn sich herausgestellt hätte, daß Maria, seine Verlobte, schwanger war von einem anderen Mann! Er hätte denken müssen: Wie hat mich Maria schon vor der Hochzeit hintergangen! Denn das Kind ist nicht von mir. Und er hätte sie nie geheiratet, wäre nicht ein Engel gekommen und hätte ihm gesagt: Nimm sie; das Kind, das sie trägt, ist vom Heiligen Geist!

Nach Micha 5, 1 mußte der Messias aus Bethlehem hervorgehen. Dann mußte in Bethlehem ein Kindermord geschehen (gemäß Jer. 31, 15; Matth. 2, 18). Der Messias mußte aber auch aus Ägypten gerufen werden (Hosea 11, 1). Weiter mußte er Nazarener genannt werden, also in Nazareth aufwachsen (Mark. 1, 24).

Stellt Euch also jetzt einmal einen Mann vor, der aus dem Stamme Davids kommt und von einer Jungfrau geboren wird; er kommt in Bethlehem auf die Welt, geht mit seinen Eltern nach Ägypten, zieht dann nach Nazareth und wächst dort auf! Wer besitzt eine solche Verheißungsgrundlage außer Einem?

Nun gibt es Bibelkritiker, die sagen: Ja, das war allerdings ein großer Zufall, daß alle diese Prophezeiungen auf Jesus paßten. Als Er dann älter wurde, kam Ihm zum Bewußtsein: Aha, alle diese Weissagungen passen genau auf mein Leben; jetzt muß ich MESSIAS werden!

Jetzt wird es aber schwierig: Wie bringt Er es nun fertig, auch alle anderen Messias-Verheißungen so zu »organisieren« und zu »managen«, daß es bis zum Schluß stimmt? Ich will versuchen, Euch einmal die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die Er gehabt hätte, wenn Er nicht der von Gott gesandte Messias gewesen wäre, sondern ein bloßer Mensch, ein Top-Manager, der alles von sich aus so in die Wege leitete, daß es bis zum Schluß stimmte:

Er hätte zunächst einmal einen Rufenden in der Wüste organisieren müssen, der Ihm (gemäß Jes. 40, 3) den Weg bereitete. Danach wäre das große Problem auf Ihn zugekommen: Er mußte sich auch aller Krankheiten und Schwachheiten annehmen und sie heilen. Er hätte soviel Hokuspokus und Zauberei veranstalten müssen, daß die Menschen in großen Scharen zu Ihm strömten und sagten: Der heilt die Menschen! — Er durfte aber auch (nach Jes. 42, 2) nicht schreien und Seine Stimme nicht in aufsehenerregender Weise auf der Straße hören lassen, wie es etwa die Politiker tun, wenn sie gewählt werden wollen. Er mußte also sanftmütig daherkommen, aber gleichzeitig so bekannt werden, daß die Nationen auf Seinen Namen hoffen werden (Matth. 12,17-21).

Er mußte in Gleichnissen reden, die nur von wenigen verstanden wurden, und trotzdem mußten später Seine Worte immer wieder zitiert werden — eine sehr schwierige Aufgabe (Matth. 13,13; Jes. 6, 9.10; Matth. 24, 35). Er mußte eine Eselin organisieren und zur Tochter Zion kommen — nun, das dürfte nicht allzu schwer sein (Matth. 21, 1-5; Sach. 9, 9). Aber Er mußte auch dafür sorgen, daß Er von Seinem Volk abgelehnt würde (Jes. 53, 3). Er mußte schauen, daß bei Seinem Verrat von den Hohenpriestern genau 30 Silberlinge bezahlt wurden — nicht 40 und nicht 20 und nicht 25. Er musste den Judas instruieren und ihm sagen: Wenn du mich dann verraten und das Geld bekommen hast, dann mußt du es wieder zurück in den Tempel des Herrn werfen, denn so steht es geschrieben! Und den Hohenpriestern mußte Er Anweisung geben: Wenn Ihr das Geld dann wieder an euch genommen habt im Tempel, dann macht nicht irgend etwas damit, sondern kauft damit bitte den Acker des Töpfers (Sach. 11, 12. 13; Matth. 26, 15; 27, 3-10).

Bei Seiner Verurteilung mußte Er alles so einfädeln, daß Er auch in die Hände der Nationen, nämlich der Römer, ausgeliefert würde, von ihnen geschlagen und angespuckt würde (Jes. 50, 6). Es mußte so laufen, daß wenn Er geschlagen wurde, Seine Herde sich zerstreute und nicht für Ihn kämpfte (Sach. 13, 7; Matth. 26, 31). Aber vielfach war es damals so, daß bei der Gefangennahme eines Führers seine Leute sich für ihn ereiferten; Petrus versuchte das ja auch und wurde von Jesus zurechtgewiesen. Jesus mußte auch dafür Sorge tragen, daß Er einen Tod starb, bei dem Seine Hände und Füße durchgraben wurden (Ps. 22, 17); auch mußte Er die Soldaten bestechen, damit sie Ihm, wenn Er am Kreuz hängend Durst hätte, Essig reichten und nicht etwa Wasser, um so Psalm 69, 22 zu erfüllen. Er mußte aber auch schauen, daß Sein Tod genau in die Passahzeit fiele, da Er ja das Lamm Gottes ist (Joh. 1, 29). Auch mußte Er den Soldaten sagen: Wenn ihr mir die Kleider ausgezogen habt, dann werft doch bitte das Los darüber; sonst geht Psalm 22, 19 nicht in Erfüllung (Joh. 19, 23.24).

Dann gab es noch ein Problem zu lösen: Ich werde morgens um 9 Uhr (das ist die dritte Stunde) gekreuzigt werden, ich muß aber, ehe es Abend wird, tot sein, damit sie mir die Beine nicht brechen; denn dies darf gemäß Ps. 34, 21 und 2. Mose 12, 46 auf keinen Fall geschehen! Auch durfte Jesus nicht allein gekreuzigt werden; Er mußte zusammen mit Übeltätern, Räubern umgebracht werden, damit Jes. 53, 12 in Erfüllung ginge. Aber Jesus mußte auch noch durchbohrt werden. Es mußte jemand eine Lanze nehmen und in Seinen Leib stoßen (Joh. 19, 34.37; Sach. 12, 10).

Dann aber kam das größte Problem: Jesus mußte wieder auferweckt werden! Das haben ja angeblich die Jünger bewerkstelligt und behauptet, Er sei wieder auferstanden. Jesus hatte ja verheißen: Wie Jona drei Tage und drei Nächte vom Erdboden verschwunden war, so werde ich drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein (Matth. 12, 40). Vorher mußte Er auch noch eine Sitzung mit Josef von Arimathia anberaumen und ihm sagen: Geh nach meinem Tode zu Pilatus und bitte ihn, daß ich in Dein Grab gelegt werde; denn es steht ja geschrieben: »Bei einem Reichen ist Er in Seinem Tod gewesen« (Jes. 53, 9). Und laut Ps. 16, 10 durfte Seine Seele nicht im Totenreich bleiben.

Dazu kam noch ein Problem, das auch für den besten Manager unlösbar wäre: Nachdem man Ihn umgebracht hatte, mußte Jesus dafür sorgen, daß Er auch für alle Nationen ein Licht und ein Hoffnungsträger werde; denn auch dies wurde in bezug auf den Messias prophezeit (Jes. 49, 6).

Für einen normalen Menschen wäre es eine unlösbare Aufgabe gewesen, alle diese Verheißungen zu erfüllen! Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Mensch es fertigbringt, alle diese Prophezeiungen auf sich zu beziehen und sie alle zu erfüllen, ist gleich null.

Hier sehen wir die absolute Zuverlässigkeit des Wortes Gottes.

Die Prophetie des Alten Testaments erstreckt sich aber noch über viele andere Bereiche, z. B. über Städte des Altertums. Die Erfüllung dieser Weissagungen ist vielfältig historisch belegt. Ich will nur weniges kurz nennen:

Von Tyrus steht geschrieben, daß es zu einer Zerstörung durch viele Völker kommt. Nebukadnezar und Alexander der Große haben Tyrus zerstört, und bis heute existiert dort nur noch der Fels, an dem Fischernetze getrocknet werden (gemäß Hes. 26, 2-5).

Über Ninive wurde eine Eroberung in Verbindung mit einer Flut vorhergesagt; laut Nahum sollte kein Wiederaufbau mehr stattfinden (1, 8; 2, 6-9; 3, 19). Die gewaltigen Stadtmauern brachen während der Belagerung durch die Meder bei einem Hochwasser des Tigris; dieses verschaffte den Feinden Einlaß, und Ninive wurde nie wieder aufgebaut.

In diesem Zusammenhang ist auch der Untergang des Meder- und Perserreiches zu nennen. Die Eroberung des Meder- und Perserreiches durch Griechenland wurde in Dan. 8 so genau vorhergesagt, daß liberale Theologen unserer Zeit zu dem Schluß kamen: Diese Aussagen stimmen so genau mit den geschichtlichen Fakten überein, daß das Buch Daniel erst nach der Zeit Alexanders des Großen geschrieben sein kann! Doch Gerhard Maier spricht sich mit guten Gründen für eine Abfassung im 5. oder 6. Jahrhundert v. Chr. aus (Wuppertaler Studienbibel, Daniel, S. 61).

Vom Tempel In Jerusalem weissagte Jesus selber: »Kein Stein wird auf dem andern bleiben« (Matth. 24, 2). Damals dachten vielleicht einige: Wie kann man nur so etwas behaupten! Wer wird denn kommen und Stein für Stein vom Tempel abtragen! — Die Römer haben das 40 Jahre später tatsächlich gemacht, und warum? Es hat im Tempel so fürchterlich gebrannt, daß alles Gold geschmolzen ist. Sie wollten aber alles Gold finden und haben deshalb Stein für Stein abgetragen. Man weiß heute (obwohl es von liberaler Seite bestritten wird), daß das, was Jesus darüber sagte, vor dem Jahre 70 aufgeschrieben wurde.

Es gibt auch viele Prophezeiungen, die erst in jüngster Vergangenheit in Erfüllung gingen, und das interessiert uns besonders. Hier geht es um Vorhersagen, die das Volk und Land Israel betreffen. Kein Volk ist so einzigartig und so umstritten wie das Volk Israel. Welches heute lebende Volk gibt so viele Rätsel auf wie dieses! Andere Völker — wie die Mayas — haben auch Rätsel aufgegeben; doch Israel lebt heute und gibt so viele Rätsel auf! Welches Volk wurde von Gott so reich gesegnet und wurde Gott trotzdem immer wieder untreu! Aber immer wieder gibt es Menschen aus diesem Volk, die nach Gott fragen und Ihn suchen — den Gott, der schon vor 4000 Jahren Abraham begegnet ist. Sehr vieles, was Gott vor 2000 und mehr Jahren über dieses Volk prophezeit hat, geht heute in Erfüllung! Der Prophet Jeremia, der in seinen Tagen den Untergang Jerusalems miterlebte, schreibt in Kap. 24, 8-9: »Aber wie die schlechten Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden können — ja, so spricht der HERR —, so mache ich Zedekia, den König von Juda, und seine Obersten und den Überrest von Jerusalem, die, die in diesem Land übriggeblieben sind, sowie die, die sich im Land Ägypten niedergelassen haben. Und ich mache sie zum Entsetzen, zum Unglück für alle Königreiche der Erde, zur Schmach und zum Sprichwort, zur Spottrede und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie vertreibe.« Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, daß man immer schlechte Witze macht über die Juden? (Zuruf eines Zuhörers: Sie selber!) — Ja, aber Gott hat es ihnen im Voraus gesagt. ER ist der Letztverantwortliche. »Zur Spottrede mache ich sie, zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie vertreibe.« Jahrhundertelang waren die Juden unter den Völkern verhaßt und verfolgt; Gott aber hat dies alles angekündigt, bevor sie unter die Völker zerstreut wurden. »Ich jage ihnen nach mit dem Schwert, mit dem Hunger und mit der Pest. Und ich mache sie zum Entsetzen für alle Königreiche der Erde, zum Fluch und zum Entsetzen und zum Gezisch und zur Schmach unter allen Nationen, wohin Ich sie vertrieben habe«, sagt Gott in Jer. 29, 18. Aber dabei bleibt es nicht. Das sind nur Tellziele und Zwischenwege unseres Gottes. Er hat noch ganz anderes im Sinn. Er verheißt, daß es nach langer Zeit zu einer Rückführung aus allen Ländern kommen wird, ja sogar von den Enden der Erde. (Als »Erde« wird hier das Trockene bezeichnet und nicht die Erdkugel; die »Enden der Erde« sind also die trockenen Gebiete bis ans Meer.) Von dort wird Er sie herausholen und ihnen das Land, das sie früher bewohnten, wieder geben.

Als Theodor Herzl 1897 den Ersten Zionistischen Kongreß in Basel veranstaltete, da erkannte man klar: Wir brauchen wieder einen eigenen Staat für die Juden; anders sind unsere Probleme nicht zu lösen. Doch man diskutierte auch über andere Gegenden der Erde als nur über Israel. Denn man hielt es für eine heikle Angelegenheit, im Lande Palästina zu siedeln. Aber Gott hatte längst verheißen: »So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt hat und aus all den Ländern, wohin Er sie vertrieben hatte! Und ich werde sie in Ihr Land zurückbringen, das ich Ihren Vätern gegeben habe« (Jer. 16, 15). Ein Volk, das nahezu 2000 Jahre ohne eigenen Staat, ohne eigene Sprache in der ganzen Welt zerstreut war, verhaßt, verfolgt, verspottet, existiert wieder als Staat im eigenen historischen Land! So etwas gibt es kein zweites Mal! Wenn ein Volk zerstreut wurde, dann hat es sich immer assimiliert, und wenn sie es zunächst nicht tun wollten, wurden sie durch Verfolgungsdruck dazu gezwungen. Das Volk Israel aber hat seine Identität nie verloren.

Ein weiteres Beispiel ist Jerusalem, der Brennpunkt der Welt. In der Endzeit gibt es keine so viel diskutierte und umstrittene Stadt wie Jerusalem. Doch auch dies hat Gott zuvor angekündigt. Sacharja 12, 2 lesen wir: »Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem. Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen.« Alle versuchen sie, diesen Stemmstein hochzuheben: Wie bemüht sich ein Clinton um Jerusalem, wie bemüht sich ein Jelzin um Jerusalem … und viele, viele Völker. Es ist alles vorhergesagt, und heute trifft es ein! Alle Völker der Erde werden sich schließlich gegen Jerusalem versammeln.

Aber unsere Bibel enthält nicht nur Prophezeiungen für das Geschehen auf unserer Erde; sie hat auch den technischen Fortschritt, der über die Erde hinausgreift, im Blickfeld. Die Raumfahrt ist der Bibel schon lange bekannt! So lesen wir in Obadja 4: »Wenn du dein Nest auch hoch bautest wie der Adler und wenn es zwischen die Sterne gesetzt wäre: Ich werde dich von dort hinabstürzen, spricht der HERR.« Wenn das ein Prophet vor zweieinhalb Jahrtausenden sagte, dann dachte man wohl: Kann man das ernst nehmen? Wie sollen wir zu den Sternen hochkommen, das geht doch gar nicht! Wir kommen ja nicht einmal zehn Meter über den Erdboden hinaus, es sei denn, wir bauen einen Turm!

In der Bibel ist auch schon eine Kriegführung prophezeit, die sich über die ganze Erde erstreckt, ohne die Erde zu berühren: Der Ziegenbock im Westen wird, ohne die Erde zu berühren, den Widder im Osten zerschlagen (Dan. 8, 5-7).

Auch Fernsehen, Computer, Internet — diese Dinge sind indirekt bereits vorhergesagt in Offb. 13, 15: »Und es wurde ihm (dem ‘Propagandaminister’ des Antichristen) gegeben, dem Bild des Tieres (des Antichristen) Odem zu geben, so daß das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.« Hier denke ich allerdings nicht in erster Linie an den Fernseher, sondern an ein ganz spezielles Bild, das man anfertigt — vielleicht ein roboterähnliches Wesen, das sogar eine gewisse Intelligenz besitzt und reden kann.

Habt Ihr schon gemerkt, welch stürmische Fortschritte die Informatik heute macht? Man will erreichen, daß in jedem Haushalt ein Computer mit Internet-Anschluß steht, also mit weltweiter Vernetzung. Ich kann dann ohne weiteres, wenn nur eine Kamera oben an meinem Bildschirm installiert ist, mit einem Mann etwa in Kanada sprechen — er sieht mich und ich sehe ihn — und ich kann mit ihm gewisse Texte oder Zeichnungen am Bildschirm anschauen und diskutieren. Diese Dinge werden uns aufgedrängt, geradezu nachgeworfen, so daß mit der Zeit jeder das Gefühl hat: Das muß ich haben! — Ich bin kein Feind des Computers, ich besitze auch einen und benutze ihn sogar zum Bibelstudium, aber wir müssen die Entwicklung biblisch-prophetisch beachten. Wenn erst einmal in jedem Haushalt ein Computer mit Bildschirm und Internet installiert ist, dann ist es im Reich des Antichristen ein Leichtes, zentral zu überwachen: Wer betet jetzt dieses Bild an und wer nicht?

Auch andere Worte der Schrift sagen Dinge voraus, die sich heute ganz konkret erfüllen: Paulus schreibt wenige Jahrzehnte nach dem Tode Jesu, als Sein Name noch nicht sehr weit verbreitet war, als nur relativ wenige Menschen im heiligen Land, in Rom und einigen anderen Orten diesen Namen kannten, Gott habe diesem Jesus einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist (Phil. 2, 9). Dies ist heute bereits der Fall! Auch wenn die meisten Menschen Ihn noch nicht anbeten, so ist doch Sein Name weltweit bekannt geworden. Es ist noch über keinen Namen so viel geschrieben worden wie über den Namen Jesus; über keinen Namen wurden so viele Lieder gesungen wie über diesen; und kein Name wurde so oft angebetet wie dieser! Und für welchen Namen sind schon so viele Leute gestorben! Für Augustus? Für Tiberius? Für Hitler?

Jesus konnte auch sagen: »Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen« (Matth. 24, 35). Stimmt das heute, daß Seine Worte noch nicht vergangen sind? (Zuruf eines Zuhörers: Halleluja!)

Der große Spötter Voltaire hat seinerzeit behauptet: In 100 Jahren wird man die Bibel nur noch in Museen finden. Ach, wie er sich geirrt hat!

Ich möchte nun zum Schluß kommen und noch sagen: Wenn ein Gott uns Seine Worte schriftlich hinterläßt, und wenn in diesem Wort Hunderte oder Tausende von Weissagungen enthalten sind, die in Erfüllung gingen, dann dürfen wir zu dem logischen Schluß kommen, daß dieser Gott wahrhaftig existiert und das ganze Weltgeschehen kontrolliert. Wir Menschen haben ja heute nicht selten den Eindruck, daß Gott den Lauf der Zeit nicht mehr im Griff habe. Doch ich sage Euch: Gott hat uns noch schlimmere Zeiten vorhergesagt, als wir sie heute haben — und hat doch alles im Griff und unter Kontrolle. — Aber Er läßt es nicht dabei. Längerfristig hat Er für uns und für Israel und für die Welt ganz wunderbare Dinge verheißen. Das, was vor uns liegt nach den Gerichten, ist so wunderbar und so schön, daß Paulus sagt: Das Gewicht der Leiden hier unten ist nicht wert verglichen zu werden mit dem Gewicht der zukünftigen Herrlichkeit (Röm. 8, 18; 2. Kor. 4, 17). — So wollen wir zum Schluß die Worte hören aus Offb. 21, 3-5: »Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, Ich mache alles neu! Und Er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig.«

Gibt es ein Buch, das sich mit diesem Buch vergleichen ließe? Gibt es sonst einen Gott, der über Jahrtausende hinweg etwas prophezeit hätte, und es ging in Erfüllung, als eben unser Gott der Bibel, der zutiefst Liebe und Barmherzigkeit ist? — Was können wir da anders tun, als sagen: Auch ich will diesem Gott gehören!

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 3/1998; Paulus-Verlag; Heilbronn)

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