Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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“Zum Himmel will ich hinaufsteigen”

Autor: Muhl, Arthur  |  Kategorie(n): Das Böse, Das prophetische Wort, Endzeit, Gerichte Gottes  |  645 x gelesen

(Nachschrift eines Vortrags in Berlin)

Zugrundeliegende Bibelstellen: Jes. 14, 13; 5. Mose 30, 11-14; Röm. 10, 6-8

“Zum Himmel will ich hinaufsteigen!” ist ein Wort jenes von Gott eingesetzten Fürsten, von dem wir in Jesaja 14 lesen. Es handelt sich um den König von Babel, der ein Abbild Satans ist. Wir verstehen wohl, was es bedeutet, wenn Geschöpfe in eine Höhe hinaufsteigen wollen, die ihnen von Gott dem Höchsten vorerst noch nicht zugedacht ist. In ihnen kommt dieser Wunsch nicht zur Ruhe, bis es ihnen gelingen wird, das, was sie ersonnen haben, auch auszuführen. Sie wollen Gott nicht vertrauen. Sie wollen sich selbst an die Stelle Gottes setzen. Welch eine Gotteslästerung ist es doch, wenn ein Professor, der durch seine Erfolge in Höhen- und Tiefenversuchen bekannt wurde, in Vorträgen vor Studenten in Zürich unter anderem sagte: “Wir könnten schon heute dem lieben Gott sagen, wie Er es hätte besser machen sollen”!

Schon in 1. Mose 11 lesen wir von Babel in Verbindung mit demselben Größenwahn: “Und sie sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen … Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze (wörtlich Haupt) in den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, daß wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde!” Von Gott aber heißt es: “Und Jehova fuhr hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder bauten. Und Jehova sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen.”

Wenn die Menschen sprechen: “Lasst uns in den Himmel” — dann heißt es von oben: “Lasst uns heruntersteigen!” Die Menschen werden zerstreut. Die Stadt erhält den Namen Babel = “Verwirrung”. Gott zerstreut sie über die ganze Erde.

Hätte Gott hier nicht Einhalt geboten, so wäre ihnen das gelungen, was sie in ihrem Herzen ersonnen hatten. Sie hatten angefangen, einen Turin zu bauen, dessen Haupt in den Himmeln ist. Das war am Anfang schon so. Erst recht in unseren Tagen. Nichts von dem, was sie zu tun ersinnen, wird ihnen verwehrt werden. Es wird ihnen gelingen. Wir können als Gläubige dennoch ruhig in die Zukunft blicken, wissend, daß der Herr alles in Seinen Händen hält.

Wie auf den ersten Blättern der Bibel, so finden wir auch auf den letzten Blättern wieder Babel (vergl. Offb. 17 und 18). Dort wird das ausgeführt und vollendet, was am Anfang begonnen wurde. Sie können jetzt ungehemmt das tun, was sie ersonnen haben. Das Endgericht Gottes über solches Unterfangen aber bleibt nicht aus. Es fing in Babel an und wird in Babel vollendet. Am Ende wiederholt sich im Großen, was einst im Kleinen anfing. “Der ich im Anfang das Ende verkündige” (Jes. 46, 10).

Die Anfänge sind immer noch gering und mit göttlichen Gnadenerweisungen umgeben. “Er ist langsam zum Zorn und groß an Güte”. Am Ende aber wird es ihnen gelingen, was sie zu tun ersinnen.

Betrachten wir noch einige Vorbilder dessen, was am Ende geschehen soll. Es gibt ja viele Schattenbilder sowohl des Göttlichen wie auch des Satanischen. Aus allen Schattenbildern zusammen können wir uns erst ein wirkliches Bild machen.

In Psalm 73, 9 heißt es: “Sie setzen in den Himmel ihren Mund, und ihre Zunge wandelt auf der Erde.”

In Jer. 51, 53 lesen wir: “Wenn auch Babel bis zum Himmel hinaufstiege und die Höhe seiner Stärke befestigte, von mir aus werden ihm Verwüster kommen, spricht Jehova.” Das ist dann der Ansatz des Endgerichtes Gottes über solches Gelingen der Geschöpfe.

In Obadja Vers 3 und 4 ist die Rede von Edom: “Der Übermut deines Herzens hat dich verführt, der du in Felsenklüften, auf hohem Sitze wohnst und in deinem Herzen sprichst: Wer wird mich zur Erde hinabstürzen? Wenn du dein Nest auch hoch baust wie der Adler, und wenn es zwischen die Sterne gesetzt wäre: Ich werde dich von dort hinabstürzen, spricht Jehova!” In der Schrift ist der Adler der König der Vögel des Himmels, ein Bild für Satan. In der Liste der unreinen Tiere wird der Adler als erster genannt. Als letztes Tier wird die Schlange genannt, die auf dem Bauche kriecht. Auch die Schlange ist ein Bild für Satan. Adler und Schlange zusammen finden wir in dem Bild des Drachen. Der Drache hat die Flügel und Krallen des Adlers und den gewundenen Leib und das Gift der Schlange. Der Adler stellt den Satan dar, wie er Zutritt hat bis zum Throne Gottes im Himmel, und die Schlange stellt den Satan dar, wie er über die Erde geht. Obadja weissagt über ihn: “Wenn du dein Nest auch hoch baust wie der Adler, und wenn es zwischen die Sterne gesetzt wäre: ich werde dich von dort herabstürzen”. Zutiefst berichtet hier die Schrift von Satan selbst. “Er ist es auch, dessen, Herabsturz im Bilde des Königs von Babel in Jes. 14 dargestellt wird, so wie Satan in der Endzeit Weissagung von Offb. 12 ebenfalls vom Himmel auf die Erde geworfen wird.

Aus der Reihenfolge in Jes. 14 scheint sich zu ergeben, daß Satan, nachdem er auf die Erde gefällt ist, wieder zum Himmel hinaufsteigen will. Er will sich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden, auf den Berg der Festversammlung der Götter (Engelfürsten). Er versucht also einen Gegenschlag zu führen, um das Verlorene wieder zu erlangen. Er kennt sich ja dort oben aus wie kein anderes Geschöpf. Nur hat er von Gott aus keine Möglichkeit, da hinaufzukommen. Er möchte aber hinauf, und was er sich ersinnt, das wird ihm auch gelingen. Werden doch selbst die Menschen das tun können, was sie sich aussinnen, erst recht der Satan, wenn er auf der Erde ist. Hoch über die Sterne Gottes will er seinen Thron setzen, d. h. über die Götter. Er will also dahin zurückkehren, woher er einmal gekommen ist.

In Dan. 4, 10-11 finden wir ein ähnliches Bild. “Ein Baum stand mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig. Der Baum wurde groß und stark, und seine Höhe reichte bis an den Himmel und er wurde gesehen bis an das Ende der ganzen Erde.” Der Ausdruck mitten auf der Erde bezeichnet den Orient. In der Schrift werden Menschen mit Bäumen verglichen. “Ich sehe Menschen wie Bäume” (Mark. 8, 24).

In Dan. 7 lesen wir von den 10 Hörnern und dem kleinen Horn dem Antichristen. Es hat Augen wie Menschenaugen und einen Mund, der große Dinge redet. Von ihm heißt es V. 25: “Und er wird Worte reden gegen den Höchsten und die Heiligen der höchsten Örter vernichten, und er wird darauf sinnen, Zeiten und Gesetz zu andern und sie werden eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit in seine Hand gegeben werden.” Ähnliches steht von dem kleinen Horn in Dan. 8, 10 geschrieben: “Und es wurde groß bis zum Heere des Himmels, und es warf von dem Heere und von den Sternen zur Erde nieder und zertrat sie.” Unter dem Heere des Himmels sind erstens die Sterne zu verstehen, aber auch zweitens die Engel, die durch die Sterne dargestellt sind. “Er warf von dem Heere nieder und zertrat sie.” Er wird also nicht nur mit technischen Apparaten hinauffahren von Stern zu Stern, sondern wird noch von den unsichtbaren Heeren der Himmel Gefangene machen, sie auf die Erde führen und zertreten. Wer wird dann noch erklären wollen, er sei nicht Gott?!

Dan. 8, 23-26: “Und am Ende ihres Königtums, wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben werden, wird ein König aufstehen, frechen Angesichts und der Ränke kundig. Und seine Macht wird stark sein, aber nicht durch seine eigene Macht; und er wird erstaunliches Verderben anrichten, und Gelingen haben und handeln; und er wird Starke und das Volk der Heiligen verderben. Und durch seine Klugheit wird der Trug in seiner Hand gelingen; und er wird in seinem Herzen grosstun und unversehens viele verderben. Und gegen den Fürsten der Fürsten wird er sich auflehnen, aber ohne Menschenhand zerschmettert werden. Und das Gesicht von den Abenden und von den Morgen, wovon gesprochen worden, ist Wahrheit; und du, verschließe das Gesicht, denn es sind noch viele Tage bis dahin.”

Wenn wir das lesen, denken wir meist nur an die Erde und vergessen die Starken, die droben sind, die Engelmächte. Natürlich wird sich dieses Geschehen auch auf der Erde auswirken Sogar gegen den Fürsten der Fürsten, gegen Gott, wird er sich auflehnen. Aus Vers 26 geht hervor, daß das Gesicht auf die Zeit des Endes geht.

Entsprechendes lesen wir auch in Dan. 11, 36: “Und der König wird nach seinem Gutdünken handeln, und er wird sich erheben und groß machen über jeden Gott, und wider den Gott der Götter wird er Erstaunliches reden; und er wird Gelingen haben, bis der Zorn vollendet ist, denn das Festbeschlossene wird vollzogen.” Der Antichrist — und damit zutiefst sein Auftraggeber, der Satan — wird sich also auch über die Götter (Engelfürsten) erheben. Satan war ja schon einmal über sie alle gesetzt. Jetzt gelingt ihm das wieder. Dann wird sich auch erfüllen, was Gott in Psalm 82, 7 über die Götter vorausgesagt hat: “Wie Adam werdet ihr sterben, und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen. Das ist dann möglich, wenn sie auf die Erde kommen und zertreten werden. —

Offenbarung Kap. 9 zerfällt in zwei Teile:

Vers 1-11 entspricht Joel Kap. 1;
Vers 12-21 entspricht Joel Kap. 2.

Zunächst wird uns dort berichtet, daß ein Stern vom Himmel in die Erde hinein (eis = in) fällt. Dieser Stern = Engel bekommt einen Schlüssel zum Schlunde des Abgrundes. Er öffnet. Jetzt steigen ungeheuerliche Gestalten aus dem Abgrund auf die Erde herauf und richten Furchtbares un­ter den Menschen an, fünf Monate lang, so daß die Menschen den Tod suchen und nicht finden werden. — Die zweite Hälfte des Kapitels Offb. 9 spricht sodann von vier Engeln, die am Strome Euphrat gebunden sind. Wir haben sie wohl droben zu suchen, wo es auch einen Strom Euphrat gibt. Sie werden gelöst. Daraufhin erscheinen Kriegsheere zu Roß, deren Zahl 2mal 10.000 mal 10.000 = 200.000.000 ist. Diese Zahlen deuten darauf hin, daß es sich um Engelheere handelt. Denn 10.000 ist die Zahl der Engel (eine Myriade). Auch Jes. 13, 4-7 und Joel 2 sprechen von diesem Kriegsheer. Die da kommen, sind keine Menschen. Gott muß dem, der sich so gewaltig erhob, ein gewaltiges Heer entgegenstellen. Das können nicht Menschen sein, sondern es sind Heerscharen der Höhe und der Tiefe, so wie einst bei der Sintflut die Schleusen des Himmels und die Quellen der Tiefe geöffnet wurden und die Wasser von oben und unten auf die Erde kamen.

Alle die genannten Stellen zeigen uns, wie auf das frevlerische Hinaufsteigen in den Himmel durch Satan und den Antichristen in der Endzeit ein schreckliches Gericht Gottes folgt. in diesen Endkampf sind die Mächte der Höhen und der Tiefen verwickelt. “Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen” (Hebr. 10, 31).

Für uns ist es darum so nötig, daß wir uns heute schon einen Bergungsort in Christo Jesu suchen. Nur in Ihm können wir Bergung finden vor diesen schrecklichen Ereignissen. Jesus errettet uns von dem kommenden Zorn (1. Thess. 1, 10). Darum sollen wir sinnen auf das, was droben ist, wo der Christus ist (Kol. 3, 1-3). Himmel und Erde werden einmal vergehen. Aber die Wohnung Gottes über den Himmeln ist unvergänglich. Und dort werden wir sein.

(Quelle: Unbekannt; via kahal.de)

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