Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Hiob — Ein Darsteller für Jesus Christus

Autor: Muhl, Arthur  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes  |  545 x gelesen

(Wörtliche Abschrift eines Vortrags)

Hiob 29 nach der Rev. Elberfelder Übersetzung:

Hiobs Selbstgespräch: Sein früheres Glück, Gottes Segen und Anerkennung seitens der Menschen.

“Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte: O daß ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, da Gott mich behütete! — als seine Leuchte über meinem Haupt schien, als ich bei seinem Licht durch die Finsternis ging; wie ich war in den Tagen meiner Jugend, als über meinem Zelt Gottes Rat [waltete], als der Allmächtige noch mit mir war, meine Söhne mich umgaben; als meine Schritte sich in Dickmilch badeten, und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoß! Ging ich durch das Tor in die Stadt hinauf, stellte ich meinen Sitz auf dem [öffentlichen] Platz auf. Sahen mich [dann] die jungen Männer, so verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen. Die Obersten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund. Die Stimme der führenden Männer verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen. Hörte [mich] ein Ohr, so pries es mich glücklich, und sah [mich] ein Auge, so legte es Zeugnis für mich ab. Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte. Der Segenswunsch des Mutlosen kam auf mich, und das Herz der Witwe ließ ich jauchzen. Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, mich bekleidete wie ein Oberkleid und Kopfbund mein Recht. Auge wurde ich dem Blinden, und Fuß dem Lahmen war ich! Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich. Und ich zerschmetterte die Kinnladen des Übeltäters, und seinen Zähnen entriß ich die Beute. Und ich sagte [mir]: Mit meinem Nest werde ich verscheiden und wie der Phönix meine Tage zahlreich machen. Meine Wurzel wird geöffnet sein zum Wasser hin, und der Tau wird auf meinem Gezweig übernachten. Meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen in meiner Hand wird sich verjüngen. Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat. Hatte ich geredet, so sagte man nichts mehr [dagegen], und auf sie träufelte meine Rede. Und sie warteten auf mich wie auf Regen und sperrten ihren Mund auf wie] nach Spätregen. Lächelte ich denen zu, die kein Vertrauen hatten, dann nahmen sie das Leuchten meines Gesichts auf. Ich wählte für sie den Weg aus und saß als Haupt und thronte wie ein König unter der Kriegsschar wie einer, der Trauernde tröstet.”

Liebe Geschwister,

damit wir gleich ein — ich bin versucht zu sagen — klassisches Beispiel erleben können, daß nun dieser Mann Hiob, vorerst ein Mensch wie wir, aber durch die Gnade Gottes auserwählt und mit einer Gottes- und Christuserkenntnis gefüllt, so wunderbar vor uns steht, daß ich ihn, den Hiob, je länger je mehr beneide um seine Gottes und Christuserkenntnis. Ein klassisches Beispiel; nicht wenige von uns kennen den Text schon und meine Ausführungen. Sie sind aber jedesmal wieder anders und neu. Es handelt sich um das 29. Kapitel im Buche Hiob. Ich stelle noch die Frage: Verstehen alle gut, wenn ich so spreche? Dem Herrn sei Dank für diese Übertragungsmöglichkeit.

Wir blicken also hinein in das 29. Kapitel und zwar das Ganze und entgegen meiner Gepflogenheit, weil dem Reichtum der Themata, die uns die Bibel als Gottes Wort schenkt, pflege ich immer einen möglichst weiten Gesichtskreis darüber zu eröffnen, wie Probleme und Fragenkomplexe, die die Schrift selber stellt, so beantworten und darstellen zu können, daß wir sehen, unsere Bibel als Gottes Wort bildet einen Guß, eine buntfarbige Einheit, sodaß wir, wenn wir wollen, uns einfach überwältigen lassen können von der Tatsache; unsere Bibel kann nur — vollkommenerweise — Gottes Wort und nichts Geringeres sein.

Nun, dieses 29. Kapitel im Buche Hiob als Beispiel dafür, daß dieser Mann Hiob nun wirklich ein Modell, von Gott auserwählt und zubereitet ist, für Jesus Christus, als den Leidensknecht Gottes.

“Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch — seinen Ausspruch — anzuheben und sprach: O, daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit, wie in den Tagen, da Gott mich bewahrte, als seine Leuchte über meinem Haupte schien und ich bei seinem Lichte durch die Finsternis wandelte. Wie ich war in den Tagen meiner Reife, als das Vertrauen Gottes über meinem Zelte waltete — oder als ich noch vertrauten Umgang mit Gott pflegte. Als der Allmächtige noch mit mir war, meine Knechte rings um mich her. Als meine Schritte sich in Milch badeten und der Fels neben mir Ölbäche ergoß.”

Sind das vorerst nicht eigenartige Worte?

“Und der Fels neben mir Ölbäche ergoß. Als ich durch das Tor in die Stadt hineinging, meinen Sitz auf dem Platze aufstellte.”

Erstens: “Die Jünglinge sahen mich und verbargen sich.”
Zweitens: “Die Greise erhoben sich und blieben stehen.”
Drittens: “Die Fürsten behielten ihre Worte für sich und legten ihre Hand auf den Mund. Die Stimme der Vornehmen verstummte und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.”

Mal so weit.

Wir dürfen es so halten, daß wir erstens das, was wir hier lesen, voll als Beschreibung des Mannes, des Menschen Hiob ansehen und staunen, was Gott diesem Menschen in seiner Gnade an Vollmacht und Ansehen zugeteilt hat und zweitens sofort prüfen — um das geht es uns ja jetzt — in welcher Weise oder gar wie wunderbar dieser Mann Hiob wirklich ein Modell, wirklich ein Vorbild für Christus ist.

Das heißt, der Begriff Modell ist besser. Denn wenn ich ein Vorbild für andere bin, dann bin ich ja die Hauptperson — nicht? Und wenn ich sage, Hiob sei ein Vorbild für Christus, dann steht ja Hiob über Christus. Und das ist falsch. Wenn ich aber als Architekt meinem Auftraggeber, der meine Pläne nicht versteht, sage, “darf ich Ihnen ein Modell machen von ihrer zukünftigen Villa?” So sagt er, “Ja gern, so kann ich mir eine Vorstellung machen von dem, was meine ganzen Gedanken beschäftigt.” Das Modell nun steht zwischen ihm und mir auf dem Tisch. Jetzt sage ich “sehen Sie, das ist jetzt ihre Villa.” Stimmt das? Ja und Nein. Ja, als Modell — Nein, weil er da nicht einziehen kann. Es ist nicht sein Haus, sondern nur Pappdeckel oder Gips. “Das Ganze hier sind ihre 10.000 Quadratmeter Eigentum.” Dabei ist das Modell nicht mal 1 Quadratmeter groß. Ich lüge ihn ständig an, solange er meint, das sei jetzt die Wirklichkeit. An dem Modell aber sieht er die Proportionen, wie alles eingeteilt ist, nach allen 4 Seiten; die Fassaden, von oben das Hauptgebäude, das Nebengebäude, die Garage, der Gemüsegarten, der Blumengarten, das Eingangstor aus Schmiedeisen, die Eingangstür aus Eichenholz; das erzähle ich ihm alles. Beim Modell jedoch ist es eben nur Modell. Und so wunderbarer nun schon der Mensch Hiob vor uns steht, als Modell, um soviel wunderbarer ist der, für den Gott das Modell bereitet hat, für uns. Das ist Christus.

Wenn Jesus sagt, “die Schrift” — und als er dies ausgesprochen hat, sprach er nur vom alten Testament — “die Schrift ist es, die von mir Zeugnis gibt”, dann stimmt das in jeder Hinsicht. Wenn wir das erste Wort Hiobs “o, daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit, wie in den Tagen, da Gott mich bewahrte” gelesen haben, was macht Hiob da? Genau das Gleiche, was Jesus getan hat, als Gethsemane und Golgatha herangekommen war im Hohepriesterlichen Gebet: “Vater, verkläre mich mit der Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte vor Grundlegung der Welt, auf daß sie — meine Jünger — die Liebe erkennen, mit der du mich geliebt hast vor Grundlegung der Welt.” Mit Hiob’s Worten: “O daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit”, wo zwischen mir und Dir — mein Gott — noch alles in bester Ordnung war. Was heißt das für uns? Wenn wir einmal von Gott so geschlagen werden sollten, daß unsere Verwandten, Bekannten und Geschwister es nicht mehr verstehen, was haben wir dann zu tun? Zu danken, daß Gott uns in seiner Liebe auserwählt hat vor Grundlegung der Welt. Kann das dann helfen? Aha.

“O daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit.” Psalm 104: “Er hat den Mond gemacht für die bestimmten Zeiten. Die Sonne weiß ihren Untergang.” Sonne und Mond sind hier angeführt. Die Monde stellen gewaltige Ordnungen Gottes dar. Es handelt sich um genau das, was vorerst auch den Menschen Gottes verborgen und versiegelt geblieben ist, nämlich das Verständnis von Zeit und Stunde. Das Verständnis der biblischen Zeitprophetie. Dies hat Gott wohlweislich versiegeln lassen, obwohl er es aller Welt schriftlich vor die Augen legt. Dies ist dem Verständnis versiegelt und verschlossen; aber nur bis zur Zeit des Endes; und die läuft Heute. Und Heute offenbart Gott diese Dinge, was wir uns in den nächsten Abendstunden ja auch näher ansehen wollen.

“Die Monde der Vorzeit; wie in den Tagen, da Gott mich bewahrte, als seine Leuchte über meinem Haupte schien und ich bei seinem Lichte durch die Finsternis wandelte.” Dies sind Aussagen, die Zeugnis geben von einer einmaligen, Gott wohlgefälligen bis vollkommenen Gemeinschaft eines Geschöpfes, eines Menschen, mit seinem Schöpfer. “Als ich in seinem Lichte durch die Finsternis wandelte.” Um Hiob ist Finsternis. Jesus kam als Licht der Welt in seine Schöpfung, in den Kosmos, in sein Weltall, aber die Finsternis dieses Weltalls erkannte ihn nicht. Aber im Lichte Gottes des Vaters wandelte er treu durch die Finsternis. Wollen wir vielleicht in Joh. 12, 28 ein Wort beachten: “Vater, verherrliche Deinen Namen. Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen.” Die Volksmenge, die dastand und zuhörte, sagte, es habe gedonnert. Sie haben also die Stimme Gottes nicht verstanden. Sie haben Ohren um zu hören und hören die Stimme Gottes nicht.

“Vater, rette mich aus dieser Stunde; Vater, verherrliche Deinen Namen. Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen.” Und das durften wir auch jetzt wieder erleben in dem 29. Kapitel des Buches Hiob, wie Gott den Hiob verherrlicht, als vollständig unnützen Knecht Gottes. So würde er sich bezeichnen, wie Jesus uns ja empfiehlt: “Und wenn ihr alles getan habt, was ihr tun sollt, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte” Warum? Weil alles, was wir tun konnten, uns von Gott geschenkt worden ist. “Was bist Du, o Mensch — was hast Du, o Mensch — was dir nicht gegeben wäre?” Und dabei tun wir so, als hätten wir uns selbst etwas erarbeitet; und wenn wir uns selber etwas erarbeiteten, wer hat uns denn dazu befähigt? Nicht wir selber.

So, wir sehen uns jetzt die Stelle im Hohepriesterlichen Gebet an, Joh. 17, 5 und 24. In Psalm 78, 2 lesen wir: “Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruche, will Rätsel hervorströmen lassen aus der Vorzeit.” Dazu Math. 13, 35 — ich hoffe wir merken bei der Gelegenheit und weiterhin, daß wir unsere Antworten und die Lösung dieser Probleme nicht bei uns selber suchen, sondern nur im Worte Gottes. Dort finden wir Antwort und Lösung aller Probleme — In Math. 13 steht ja eine prächtige Ordnung von 7 Gleichnissen Jesu vor uns. In der Mitte dieser 7 Gleichnisse lesen wir nun das Wort, das das Wesen der Gleichnisse bezeugt, Vers 34, besonders dann 35: “Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen.” Zu den Volksmengen hat er also nur in Gleichnissen geredet. Zu seinen Jüngern persönlich und über andere Dinge und hat ihnen Geheimnisse erklärt, “damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, welcher spricht.” Und dieser Prophet der hier spricht ist David in Psalm 78, 2, was wir gelesen haben; hier im neuen Testament wiedergegeben wie folgt: “Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnissen, ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war.” Das heißt, Dinge, die von Grundlegung der Welt an verborgen worden sind, vor Engeln und Menschen, vor allen Geschöpfen, die waren vor Grundlegung der Welt noch nicht verborgen. Aber wer war denn vor Grundlegung der Welt da? Nur der Vater und der Sohn im Heiligen Geist, sonst niemand. Und doch war jemand da. Was den Vorsatz Gottes betrifft, den hat er wann gefaßt? Vor Grundlegung der Welt. Und ein Bestandteil dieses Vorsatzes Gottes, den er bei sich selbst gefaßt hat, ohne jemand zu fragen ob ihm das passt, ein Bestandteil dessen besteht darin, daß er uns in seiner Barmherzigkeit auserwählt hat. Und warum hat er uns auserwählt? Das haben wir ja schon gesagt: Aus lauter Barmherzigkeit, weil die Auserwählten Gottes in seinen Augen die erbarmungswürdigsten Geschöpfe sind. Ein Auserwählter Gottes zu sein ist alles andere als eine Ehre. Denn das, was nichts ist in dieser Welt, wählt Gott aus.

Wir haben jetzt genau das gemacht, was Hiob gemacht hat: zurückgeschaltet dorthin, wo von Gott aus alles rein, licht, Herrlichkeit und Liebe ist. Von dort her kommen wir als erbarmungswürdigste Erstlinge, Auserwählte Gottes.

Jetzt hat Jesus Christus in den Gleichnissen etwas ausgesprochen. Er hat genau die Dinge in Worte gekleidet, die Gott von Grundlegung der Welt an verborgen hat. Diese muß Jesus jetzt aussprechen, aber vor den Volksmengen nur wieder in Gleichnissen. Und Gleichnisse sind nicht erst für den Menschen, der den Geist Gottes noch nicht hat, gegeben, um die Geheimnisse jetzt verstehen zu können, sondern um sie wohl ausgesprochen zu haben in einer Art und Weise aber, daß der Hörer es nicht verstehen kann. Warum? Gott wußte, daß die Volksmengen nicht daran denken, den Gott Israels zu suchen. Und dann wußte er, daß — wenn er Ihnen auch alles sagen würde — sie den Herrn Jesus erst recht ablehnen würden. Dann jedoch wäre ihr Gericht noch schlimmer.

So, “wie ich war — Vers 4 — in den Tagen meiner Reife.” Also erst, als Hiob eine geistliche Reife erreicht hatte, erlaubte sich Gott, ihn, den Anträgen Satans bis zu einem gewissen Punkt entsprechend, zu übergeben, den Vorschlägen und Anträgen Satans gegen Hiob Raum zu geben, ein Stück weit zur Durchführung zu genehmigen. Dies erlaubte sich Gott erst dann, als er wußte, mein Knecht Hiob hat jetzt die geistliche Reife erreicht. “Als der Allmächtige noch rings um mich war” und jetzt “meine Knechte rings um mich her.” Wir sehen hier Hiob mit der Vollmacht Gottes existierend, sicher noch mehr als Abraham. Wieviel Hausknechte hatte denn Abraham? Wer weiß das? 318. Hiob hatte nicht weniger. “Meine Knechte rings um mich her.” Stimmt das hinsichtlich des großen Hiob Jesus Christus auch? Stehen auch Knechte rings um ihn her? Noch mehr als bei Abraham und Hiob? “Meine Knechte rings um mich her, als meine Schritte sich in Milch badeten” Da sagen wir, was für ein Schlemmer! Was heißt denn das? Vor uns steht Milch und Öl. Milch bedeutet in der Schrift die Anfangsgründe des Wortes der Wahrheit. Ein Säugling bekommt Milch, er kann noch keine starke Speise ertragen. “Als ich meine Schritte in Milch badete,” das heißt: Ständig mich in den Anfangsgründen, in den Ursubstanzen der Heiligkeit des Wortes Gottes meinen Wandel führte. Wäre das fein, wenn wir darin große Übung hätten? Daß wir unsere Schritte in Milch baden. Das Wasserbad des Wortes ist der andere Ausdruck, der hierher gehört. Und das zweite: “und der Fels neben mir Ölbäche ergoß.” Wer ist der Fels? Der Fels, der Israel mitfolgte in der Wüste, war Christus. Der Fels! Wer sein Haus auf den Felsen gebaut hat, ist der gut fundiert? “… und der Fels neben mir Ölbäche ergoß” Was heißt das? Die Fülle des Heiligen Geistes über mich ausschüttete oder mich erfüllte. Da merken wir: Hatte Hiob eine Christuserkenntnis, eine Gotteserkenntnis?.

“… als ich durch das Tor in die Stadt hineinging.” Hiob kommt von seinem Wohnsitz jetzt in die Metropole der damaligen Welt auf den Platz durch das Tor; auf den öffentlichen Platz. Was geschieht? “Als ich durch das Tor in die Stadt hineinging” — was ist das bei Christus für eine Stadt? Das himmlische Jerusalem. Jetzt was passiert da? Wir bleiben wieder auf der Erde bei Hiob selbst: “… meinen Sitz, meinen Thron auf dem Platze aufstellte”

Erstens: die Jünglinge. Johannes schreibt: “Ich habe euch Kindlein geschrieben” und dann “ich habe euch Jünglingen geschrieben” und dann “ich habe euch Vätern geschrieben”. Die Väter sind die Männer der geistlichen Reife. Die Jünglinge sind ja die, die man in Kriegszeiten an die vorderste Front stellt. Ausgerechnet die Jünglinge hier, wenn Hiob erscheint, sie schauen ihn einen Augenblick an, machen rechts und kehrt. Sie können die Strahlkraft des Hiob nicht ertragen. Und das sind die, die sonst an der Front kämpfen. Sie verbergen sich. “Die Jünglinge sahen mich” und verschwanden von der Bildfläche, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Hier ist eine Vollmacht, eine Strahlkraft eines Menschen. Gab es einen Menschen, der auch eine solche Strahlkraft hatte? Mose kommt aus der Gegenwart Gottes, so daß die Söhne Israels sein Angesicht nicht unverwandt anschauen konnten. “Die Jünglinge sahen mich und verbargen sich”

Zweitens: die Greise, von denen das Gesetz sagt: “Einem Greise sollst du ehrerbietlich deinen Platz anbieten” Die Greise erhoben sich und blieben stehen; wie lange? Solange Hiob anwesend war, wagte kein Greis, sich wieder niederzusetzen. Sitzen die Herrschaften um den Thron Gottes oder stehen sie da? Gibt es am Thron Gottes auch Älteste? Aha! 24 Älteste. Sitzen oder stehen sie? Alle stehen, es wagt keiner zu sitzen. Nur einer sitzt, der Herr. Nur der große Hiob.

Jetzt kommen Drittens die Fürsten an die Reihe. Die Fürsten hielten die Worte zurück. Das sind ja diejenigen, die sonst die großen Reden halten. Und damit ihnen ja nicht ein Wort entfleucht, legen sie noch die Hand auf den Mund. “Die Fürsten hielten ihre Worte zurück und legten ihre Hand auf ihren Mund, die Stimme der Vornehmen.” Das sind in der Regel die, die die ersten Plätze beanspruchen; usw. Von Ehrerbietung ist die Rede. “Die Stimme der Vornehmen verstummte.” Die brauchten nicht einmal mehr die Hand auf den Mund zu legen, denn “ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen”. Da ist gar keine Gefahr, daß ein Wort hervorkommen kann. Und das in der Gegenwart des Hiob. So etwas gab es auf unserer Erde in der Person des Hiob. Aber das ist nur ein Modell für den großen Leidensknecht Gottes, Jesus Christus. Gegen wen ist denn unser Kampf im Gegensatz zum Staat Israel? Der Kampf des gegenwärtigen Staates Israel ist nach göttlicher Verordnung vorläufig wider Fleisch und Blut, und bei uns gilt das Gegenteil. Unser Kampf ist nicht wieder Fleisch und Blut sonder wider Fürstentümer. Aha! Was sind das für Fürstentümer? Keine irdischen, sondern geistliche Mächte. Und das sind die Fürstentümer, die in der Gegenwart unseres Herrn und Hauptes kein Wort mehr hervorbringen können. Ihre Zunge — geistlicherweise — klebt an ihrem Gaumen.

Die Begründung jetzt: Ich lese noch einige Verse weiter: “Denn, wenn das Ohr hörte, so pries es mich glücklich und wenn das Auge sah, so legte es Zeugnis von mir ab.” Ja, gibt es denn Ohren, die nicht hören obwohl sie hören könnten? “Sie haben Ohren zu hören und hören nicht. Sie haben Augen um zu sehen und sehen nicht.” — Hören nicht die Stimme Gottes und sehen nicht die Herrlichkeit Gottes und Jesu Christi. Aber “wenn das Ohr hörte,” bei Hiob. Wenn die Zuhörer verstanden hatten, was er für Gottesoffenbarung zu sagen hat, dann priesen sie den Mann glücklich. Dürfen wir den Hiob hinterher auch noch glücklich preisen? Ja, ich bin ja daran. “Und wenn das Auge sah,” um was es wirklich geht, dann konnten die Betreffenden nicht anders als “Zeugnis für mich ablegen.” Nur in der Weise und insoweit wir die Herrlichkeit Jesu Christi wirklich sehen, können wir Zeugnis ablegen für ihn. Sonst ist es besser, wenn wir schweigen. “Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief.” Ein Mann vom Format des Hiob kümmerte sich noch um jede Not und den Hilferuf irgend eines Elenden. War das ein Mann Gottes? Oder ist’s ihm in den Kopf gestiegen? Eine eigenartige Frage. Ist es ihm etwa in den Kopf gestiegen? Dafür hat Gott gründlich gesorgt, daß es ihm nicht in den Kopf gestiegen ist. Besonders jetzt, in den Tagen seiner Reife, erlaubte sich Gott, dem Satan Anträge zu genehmigen, so daß die ganze damalige fromme Welt nicht mehr nachkam, irre wurde an diesem Mann Hiob. “Ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief und die Waise, die keinen Helfer hatte.” Ein gewaltiges Wort; Vers 13: “Der Segen des Umkommenden kam über mich.” Was bedeutet das praktisch? “Der Segen des Umkommenden kam über mich.” Hiob begegnet einem damals möglichen Verkehrsunfall beispielsweise. Es ist einer vom Fahrzeug überrannt worden und liegt im Sterben. Hiob kommt dazu, neigt sich zu ihm und flüstert ihm göttlichen Trost ins Ohr. Er spricht ihm so zu Herzen, daß der Sterbende ihn mit letzter Kraft nur noch segnen kann. “Der Segen des Umkommenden kam über mich”, so Hiob. Und der “große” Hiob? Begegnet der auch gelegentlich umkommenden Geschöpfen? Bruder Muhl, was für eine Frage! Wieviel Menschen sind im Schützengraben umgekommen? Wieviel Menschen sterben heute bei Verkehrsunfällen, wieviel bei Naturkatastrophen? Und der große Hiob begegnet allen Umkommenden so, ist jedem schon so begegnet, daß sie ihn nur noch segnen können. Ist das Evangelium? Oder geht das zu weit? Für viele Frommen ja. Sie sollen sich schämen. “Der Segen des Umkommenden kam über mich.” Dies gilt für Jesus Christus in jedem Fall zu hundert Prozent. Ob es uns paßt oder nicht. Aber der Herr, der die Gedanken der Herzen erforscht, weiß jetzt, was wir denken, und beurteilt, wenn er richtet, nur noch nach dem, was im Herzen getan oder gelassen worden ist. Nur noch das. “Der Segen des Umkommenden kam über mich und das Herz der Witwe machte ich jubeln.” Das ist ja keine Kleinigkeit, das Herz einer Witwe zum Jubeln zu bringen. Da braucht es Weisheit Gottes um zerbrochene Herzen zu verbinden. Da braucht es eine Liebe — eine Strahlkraft der Liebe —, daß das Herz einer Witwe zum Jubeln gebracht werden kann. Gibt es so etwas Heute auch noch?

Herrlich: “… und das Herz der Witwe machte ich jubeln. Ich kleidete mich in Gerechtigkeit und sie bekleidete mich.” Was heißt das auf Deutsch? “Ich weiß, daß mein Erlöser lebt”, steht geschrieben; “ziehet den Herrn Jesus Christus an”. Was machen wir dann? Dann bekleiden wir uns mit der Gerechtigkeit, die Gott uns geschenkt hat. Mit Gerechtigkeit Gottes bekleiden wir uns und sind von Gott aus Gottes Gerechtigkeit, nicht Geringeres. Wir sind in ihm Gottes Gerechtigkeit. Halleluja! “Ich kleidete mich in Gerechtigkeit; wie Oberkleid und Kopfbund bekleidete mich mein Recht. Und sie bekleidete mich.” Das ist die Bestätigung des Heiligen Geistes. “Wie Oberkleid und Kopfbund bekleidete mich mein Recht. Auge war ich dem Blinden und Fuß dem Lahmen.” Wunderbar. Es gibt so viele Menschen, die noch daran zweifeln, ob der Herr Jesus wirklich den Blinden das Augenlicht wieder geschenkt, Blindgeborene geheilt, völlig geheilt hat. Diese Dinge sind an sich schon wunderbar. Aber hier handelt es sich um noch viel Wunderbareres. Wer von uns hat Bruder Ungar in Süddeutschland gekannt? Niemand? Typisch! Das war genau einer wie Hiob, nämlich unbekannt. Ein Jude, christusgläubig, wohnte mit seiner Familie in Ungarn und hieß Ungar. Ich durfte ihn persönlich kennenlernen. Er hat auch in unserer Zürcher Versammlung am Worte gedient. Als eine Konferenz von führenden christusgläubigen Juden in Zürich war, und leider Streitfragen im Vordergrund standen bei den christusgläubigen Judenbrüdern, kam Bruder Ungar zu Wort. Und dann wurde es ganz still. Dann wehte der Heilige Geist ganz wunderbar. Er begann eine Abendversammlung in unserem Züricher Bibelkreis mit den Worten — es waren gerade Faschingstage: “Wie schön ist es, liebe Geschwister, wenn man auch diese vermummten und verkleideten Menschen mit den Augen Jesu ansehen kann.” Da hat er — Bruder Ungar — noch nicht gewußt, daß es bei ihm schon Tatsache geworden war: “Auge war ich dem Blinden.” Er konnte die Menschen schon mit den Augen Jesu anschauen! Voller Barmherzigkeit, liebend für sie betend. “Auge war ich dem Blinden” — Was sagt Jesus über das Auge? Das Auge ist das Licht des Leibes. “Wenn das Auge klar ist, dann ist der ganze Leib Licht.” Und wenn das Auge nicht klar ist, ist der ganze Leib Finsternis. Jetzt Achtung! Wenn jetzt der Herr Jesus Auge geworden ist — “Auge war ich dem Blinden” — ist mein Auge dann ganz klar? Ist das noch mehr, als wenn Jesus mir blindgeborenem das normale Augenlicht gegeben hätte? Das ist noch mehr, das ist ALLES. “Auge war ich dem Blinden.” Bei Hiob war das das, was menschlich möglich war. Ein Blinder begegnet ihm; Hiob fragt: “Wohin willst du?” Er nimmt ihn am Arm und führt ihn bis ans Ziel. So war Hiob Auge dem Blinden. Aber bei unserem Herrn Jesus Christus ist das ganz wunderbar. “Wir werden ihn sehen, wie er ist.” Ist unser Auge dann auch ganz klar? Dann sind es nicht mehr unsere Augen, sondern dann ist Jesus unser aller Augen geworden. Dann können wir den Vater sehen, wie er ist. Dieses Wort bezieht sich nämlich auf den Vater und nicht auf den Herrn Jesus. Wir werden ihn, den Vater, sehen wie er ist. Herrlich! “… und Fuß war ich dem Lahmen.” Hapert’s bei unserem Wandel immer noch gelegentlich? Bei mir schon. Wir sind alle lahm, wir ALLE. Ist jemand beleidigt, wenn ich das sage? Nach göttlicher Beurteilung sind wir alle lahm — und wohl uns, wenn wir das bejahen. Was ist dann im nächsten Augenblick der Fall? Dann ist der ganze heilige Wandel Jesu Christi über diese Erde unser Wandel. Genügt’s dann?

“Fuß war ich dem Lahmen. Vater war ich dem Dürftigen, und die Rechtssache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.” Da kamen welche dahergelaufen und haben von dem Hiob gehört, daß dieser sich aller Elenden und aller Anliegen annehme. Es kommen ganz Unbekannte. Hat er Zeit für die? Für jeden Einzelnen hatte er Zeit. “Die Rechtssache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.” Natürlich ganz genau. Und wehe dem Gegner, der dem Betreffenden Unrecht getan hat.

Also, was heißt das bei Christus? Das ist ganz gewaltig! Dies ist eine Antwort auf eine Frage, die sonst kaum beantwortet werden kann ohne diesen Hinweis. Gibt es bei den kommenden Gerichtsdurchführungen unseres Gottes, besonders dann, wenn er dann selbst auf den Thron sitzt und selber richtet, daß er zu etlichen sagen muß, genau zu solchen, die ihm sagen: “Haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Kranke geheilt?“ Was sagen Sie? Haben wir nicht deinem Namen geweissagt, Kranke geheilt usw.? In wagen sie nicht zu sagen. Und was antwortet er ihnen? “Gehet hinweg ihr Übeltäter von mir, ich kenne euch nicht.” — “Ich kenne euch nicht!” Wenn Paulus da wäre, würde er fragen: Warum diese so scheinbar harte Antwort? Darauf die Antwort von Paulus: “Wer da meint, er wisse etwas, der weiß noch nicht, wie man wissen soll. Wer da meint, er kenne etwas, der hat noch nicht erkannt, wie man kennen soll. Die aber den Herrn lieben, sind von ihm gekannt.” Jetzt zurück zu denen am Richterstuhl Christi. “Ich kenne euch nicht” heißt: ihr liebt mich nicht. Ihr habt das nur so als Jongleure und Schachspieler gehandhabt. Wenn Jesus sagt “ich kenne dich nicht”, dann heißt das, du liebst mich nicht. “Die aber den Herrn lieben, sind von ihm gekannt.” Wer von uns den Herrn Jesus nur ein wenig lieb hat, zu dem kann er nicht sagen “ich kenne dich nicht”. Verstehen wir so langsam? Und jetzt hier: “Die Rechtssache dessen, den ich nicht kannte”, zu denen ich sagen muß, du, dich kenne ich ja gar nicht! Was macht Jesus? Seine Rechtssache jedoch untersucht er ganz genau. Stimmt das bei Christus? Auch seinen Feinden gegenüber ist unser Herr vollkommen gerecht, tadellos, berücksichtigt nur jeden denkbaren, mildernden Umstand und und und.

“Und ich zerbrach das Gebiß des Ungerechten” — das ist Satan — “und seinen Zähnen entriß ich die Beute. Und ich sprach: — jetzt kommt’s, das Herrliche — In meinem Neste werde ich verscheiden und meine Tage vermehren wie der Sand” (eigentlich wie der Phönix). Wir kennen ja das Märchen vom Phönix. Es kommt ein wunderschöner Vogel geflogen. Alles bestaunt ihn vor seinem Nest. Alles freut sich, was da alles wird. Das Nest geht in Flammen auf und der Vogel verschwindet wieder in die Richtung woher er kam in einer noch schöneren Herrlichkeit. “Ich werde verscheiden in meinem Neste und meine Tage vermehren wie der Phönix.” Eigenartig! Verscheiden heißt: “wenn das Weizenkorn nicht erstirbt”, dann bleibt es Weizenkorn. Dann bleibt Jesus Christus, der Heilige Gottes, was er schon immer war. Aber was ist dann unmöglich? Daß alle, die dem Fluch der Vergänglichkeit nach dem Gesetz verfallen sind, nicht ohne Hoffnung im Gericht verbleiben müssen. “Meine Tage vermehren” — er hat nachher viele Brüder — “Meine Wurzel wird ausgebreitet sein am Wasser”. “Verwurzelt in der Liebe” lesen wir. Das Wasser des Lebens. “Und der Tau wird übernachten auf meinem Gezweig.” Was für den Menschen die Glieder des Leibes sind, sind beim Baum die Zweige. Christus ist der Baum des Lebens, wir sind seine Zweige. Ist unser 20. Jahrhundert Licht oder Finsternis? Erreicht das Jahr 2000 die Stunde, die Mitternacht heißt, den Höhepunkt der Finsternis, wo dann der Bräutigam kommt? Ich lese weiter. “Und der Tau wird übernachten auf meinem Gezweig.” Wir sind die Zweige am Baum des Lebens. Wir sind die Glieder des Leibes des Christus. Und die ganzen 2000 Jahre von der Verwerfung Jesu vor 2000 Jahren bis Heute ist Nacht. Jesus sagt: “Wirket solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.” Die 2000 Jahre sind zwei Nachwachen. Und um’s Jahr 2000 ist Mitternacht nach der Schrift. “Der Tau wird übernachten auf dem Gezweig.” Der Tau ist die wunderbarste Darreichung des Wortes Gottes, so wunderbar, daß der Tau des Himmels einen Nebukadnezar, dem siebenfachen Gerichte Gottes verfallen, so lange benetzt, bis er erkennt — das ist Gotteserkenntnis — und wiederhergestellt wird. Gott fügt ihm noch größere Herrlichkeit hinzu als er vorher hatte. “Vom Tau des Himmels.” Und die Verkündigung des Wortes Gottes, die Gott der Gemeinde Jesu Christi zugeteilt hat, vorab durch den Apostel Paulus, das ist der Tau des Himmels. Eine wunderbarste Verkündigung des Evangeliums, so daß Paulus sagen kann: “Und was ich Euch jetzt sage, nach all den Herrlichkeiten, Geistesgaben und Gnadengaben, einen Weg zeige ich Euch, der erst mit dem Überragenden übereinstimmt.” Was kommt dann? Das Hohelied der Liebe. “Und wenn ich alles habe und alles kann und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts und wäre nichts nütze.”

So, wir sind bald am Ende. “… und mein Bogen sich in meiner Hand verjüngte.” Jetzt kommt das Resümee, die Schluß-Zusammenfassung im Rückblick auf alles, was wir jetzt gesehen und gehört haben.

Vers 21. “Sie”, wer sind die sie? Alle die, von denen jetzt die Rede war, von den Jünglingen und Greisen, Witwen und Waisen und und und. Jetzt kommt die Stunde, wo der Herr als Letzter spricht. “Sie hörten mir zu und harrten und horchten schweigend auf meinen Rat. Nach meinem Worte sprachen sie nicht wider”. Da gibt’s keinen Widerspruch mehr! “… und auf sie träufelte meine Rede” Der Tau, der träufelt auf sie, zum Segen, zur Erquickung. “… und auf sie träufelte meine Rede und sie harrten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf wie nach dem Spätregen.” Also wer sperrt den Mund weiter auf? Die Erstlinge oder die zuletzt drankommen? Ich kann nichts dafür, aber es ist so! Die Letzten haben einfach mehr Durst als wir. “… sperrten ihren Mund auf wie nach dem Spätregen. Ich lächelte ihnen zu, wenn sie kein Vertrauen hatten.” Wie ist das möglich? Wie ist die Situation bei denen, die kein Vertrauen mehr haben? Verzweifelt und hoffnungslos! Jetzt kommen sie zu Hiob und gucken den Hiob griesgrämig und müde und verzweifelt an und was passiert? “Und das Licht meines Angesichts konnten sie — alle — nicht trüben.” Halleluja! Liebe Geschwister, wir können unsern Herrn so griesgrämig und undankbar und kleingläubig anblicken wie wir wollen, es ändert an der Strahlkraft seiner Liebe gar nichts. Ist das wunderbar? Aha, jetzt beginnt’s sogar bei uns ein wenig zu leuchten. Bei uns in der Schweiz, in Zürich, wenn man so in der Trambahn sitzt, da ist auch alles sehr griesgrämig. Die Zürcher, die Schweizer haben natürlich dafür eine prächtige Entschuldigung. “Wir sind ja von zwei Weltkriegen verschont geblieben!” (Die ganze Versammlung lacht) Also bitte, nur als Beispiel. Wir hätten alle Grund, nur zu danken und zu loben, zu jubeln und uns zu freuen allezeit im Herrn. Jetzt kommt der Schluß. “Ich lächelte ihnen zu, wenn sie kein Vertrauen hatten.” Haben wir das auch schon erlebt, daß der Herr uns in einer Weise begegnet ist, daß er uns beschämt hat? Na? Dann hat er uns zugelächelt. “… und das Licht meines Angesichtes konnten sie nicht trüben”. “Ich wählte für sie den Weg aus.” Wer wählte den Weg aus? Hiob. Und Christus? Wunderbar. Jesus Christus hatte die Ehre vom Vater bekommen, für jedes einzelne Geschöpf den persönlichen Weg auszuwählen. Für alle. Ist das auch ein Trost? Aber nur insoweit ein Trost, als wir das Herz dessen kennen, der den Weg ausgewählt hat. “… ich wählte für sie den Weg aus.”

Jetzt gehen wir noch eine Stufe höher am Ende. “Der Sohn tut nichts, er habe es denn zuvor den Vater tun sehen.” Also dieses ICH, vorerst auf Hiob bezogen, dann auf Christus und dann auf den Vater. Ich, der Vater, wählte für sie alle, meine Geschöpfe, den Weg aus. Nicht die Wege. Wie heißt der Weg Gottes? Jesus Christus. “Ich bin der Weg!” Genügt das für alle, daß der Vater für alle den Weg ausgewählt hat? Halleluja! “… und sitze als Haupt.” Stimmt das auch bei Christus? “… und sitze als Haupt und throne wie ein König” — der Hiob auch, jawohl. Jetzt aber — o weh, o Schreck — “unter der Kriegsschar”. Als König unter der Kriegsschar. Aber jetzt dürfen wir betonen: Als König unter der Kriegsschar, wie einer, der Trauernde tröstet, der alle Tränen abwischt von ihren Augen. Ist das auch eine Kriegsschar? Das ist die einzige Kriegsschar nach dem Herzen unsere Gottes. Halleluja, Amen.

(Quelle: Unbekannt; via kahal.de)

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