Das Unedle hat Gott auserwählt
Autor: Muhl, Arthur | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Erkenntnis & Wesen Gottes, Erwählung, Lehre | 1,076 x gelesen“Denn seht eure Berufung, Brüder, daß es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind, sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache. Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache, daß sich vor Gott kein Fleisch rühme. Aus ihm aber (kommt es, dass) ihr in Christus Jesus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung, damit, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!” (1. Kor. 1, 26-31).
Das, was nichts ist, das hat Gott erwählt. Das ist die Zusammenfassung der Feststellungen zuvor: Törichte, Schwache, Unedle, Verachtete hat Gott auserwählt. Paulus gibt sein Zeugnis nur kurz. Er zeigt es nicht in den Einzelheiten. Er ist der Chefarchitekt, der sich nicht mit den Detailplänen befasst. Sein Blick ist auf das Gesamtprogramm gerichtet. Er legt die großen Linien fest und wacht darüber. Für die einzelnen Materialien und Zusammenordnungen sind spezielle Fachleute da. Wer sind diese Mitarbeiter des Apostels Paulus? Das sind alle übrigen Schreiber des Wortes Gottes, anfangend von Moses über alle Propheten und Apostel. “Mir ist es gegeben, das Wort Gottes zu vollenden” (Kol. 1, 25), sagt Paulus. Wenn wir aber nur den Übersichtsplan wissen, dann können wir noch nicht in dem Hause wohnen. Wir müssen auch Einzelheiten erfahren.
Als Mose einst bei Gott auf dem Berge war, bekam er die Detailpläne für die Stiftshütte. Gott gedachte in dieser Hütte inmitten Seines Volkes zu wohnen. Darum legte Er Wert auf jede Einzelheit.
In 2. Mose 25, 1-8 werden uns 2 x Dinge genannt, die beim Bau des Heiligtums Verwendung finden sollten, davon Materialien, die dem Werte nach sehr verachtet, gering, unedel, unehrbar sind und sieben edle und geistgemäße.
Die sieben edlen Dinge sind: Gold, Silber, Byssus, Öl zum Licht, Gewürze zum Salböl, wohlriechendes Rauchwerk, edle Steine.
Die unedlen Dinge sind: Erz, Purpur, Karmesin, Ziegenhaar, Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz. Da Gott auch für den Bau Seiner Gemeinde die Unedlen erwählt, lasst uns einige dieser unedlen Materialien näher betrachten:
Erz hat — nicht nur dem Buchstaben nach — eine unheimliche Verwandtschaft mit dem Schlangen- und Sündenwesen. “Erz” und “Schlange” haben im Hebräischen denselben Wortstamm. Das Wort “Schlange” ist in dem Wort “Erz” enthalten; beim letzteren ist nur noch am Ende ein Buchstabe mehr, und zwar das t (Tau), das ist der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Von Christus heißt es in der Schrift:
“Ich bin das Alpha und das Omega.” Aleph und Tau sind im Hebräischen der erste und der letzte Buchstabe. In Hes. 9, 4 bekommen alle, die Jehova während des Abfalls des Volkes die Treue bewahrt haben, ein Zeichen an ihre Stirnen, damit sie nicht mit der Stadt Jerusalem im Gericht untergehen. Dieses Zeichen ist ein Tau. Es ist das Malzeichen Gottes für die Bewahrung im Gericht.
Als der Sohn Gottes zur Sünde gemacht wurde, hängte Er Sich gleichsam an das Ende der Schlange (als das göttliche “Tau”). Da wurde die Schlange (die Sünde) in Erz verwandelt. Denken wir an das Beispiel, das uns in 2. Mose 4, 2-5 gegeben wird! Als Mose die Schlange am Schwanze ergriff, wurde sie wieder zum Stabe in seiner Hand. Und erinnern wir uns auch an das Wort in Joh. 5, 14: “Gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß der Sohn des Menschen erhöht werden.” Bei der ehernen Schlange des Mose (4. Mose 21) stehen in Vers 9 beide Worte nebeneinander: “Schlange — Erz”. Christus kam als das göttliche “Tau” hinzu.
Können wir sagen, daß wir Schlangenwesen in uns tragen? Ja. Aber wenn Er, der Tau, der Christus, sich anhängt, dann sind wir Erz geworden. Und Erz ist das von Gott auserwählte Baumaterial für den Tempel, das die schwersten Lasten zu tragen vermag. Die Liebe Gottes trägt und erträgt alles. Wem viel vergeben ist, der kann viel lieben und auch viel tragen. Gerade solche sind auserwählt, Säulen im Tempel Gottes zu werden, um zu tragen.
Purpur ist auch solch ein unedles Material. Der reiche Mann war in Purpur gekleidet. Purpur kann kaum mit Chemikalien entfernt werden. Es wird aus dem Schleim der Purpurschnecke gewonnen. Ps. 58, 8 sagt David von den Gesetzlosen: “Laß sie sein gleich der Schnecke, die zerschmelzend dahingeht!” Was kostet es Gott, Sich uns zu nahen!
Wird feine Wolle oder Leinwand in Schneckenschleim getaucht, dann sieht der Stoff zuerst sehr unrein aus. Dann wird dieser Stoff dem Licht der Sonne ausgesetzt. Und jetzt geschieht das Wunder: der Stoff verfärbt sich vom Gelb, Gelbrot, Rot, Dunkelrot, Violett bis zum Tiefblau, je nachdem, wie lange der Stoff in der Sonne liegt. — So müssen auch wir mit dem ganzen ekelhaften Schlamm unseres Herzens und unserer Gedanken ins Sonnenlicht treten, zu Christus, dann erst wird alles in Herrlichkeit verwandelt. Wie tief beschämend ist es doch, zu den Auserwählten Gottes zu gehören! Wir wollen daraus lernen, damit wir demütig werden und von Herzen sanftmütig.
Karmesin ist ein weiteres unedles Material. Es hat auch eine rote Farbe, die echt ist und die man kaum entfernen kann. In den Lippenstiften wird dieser Farbstoff mit verwandt, der aus dem zerdrückten Eiergelege der Schildlaus gewonnen wird. Jes. 1, 18 steht geschrieben: “Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.” Karmesin ist ein Bild für die Sünde in der Schrift, und zwar für die blutröteste Sünde. Ein zuverlässiges Zeichen war die rote Karmesinschnur, die Rahab ins Fenster band (Jos. 2, 12-21). Später finden wir die Hure Rahab im Kapitel der Glaubenshelden wieder (Hebr. 11). Auch im Geschlechtsregister des Herrn Jesus ist sie verzeichnet.
Im Hohenlied spricht der Geliebte, der Christus, zur Geliebten: “Deine Lippen sind wie eine Karmesinschnur” (Kap. 4, 5). Das ist eine feine Erinnerung an die Vergangenheit, aber auch ein feines Lob. Die Stimme des Herrn demütigt, indem sie lobt. Jetzt verstehen wir vielleicht erst, warum Purpur und Karmesin mit beim Bau, der Stiftshütte verwandt wurden.
Dachsfelle: Die Hütte war mit einer vierfachen Teppichlage überdeckt, die oberste Decke war aus Dachsfellen. Auch die Bundeslade wurde beim Aufbruch und Zug durch die Wüste mit mehreren Decken bedeckt. Obenauf lag eine Decke aus Dachsfell. Auch alle Geräte wurden zuletzt mit Dachsfellen bedeckt. Lesen wir einmal nach, was Brehm über den Dachs sagt: “Das vollendetste Bild eines selbstsüchtigen, mißtrauischen, übellaunischen und gleichsam mit sich selbst im Streite liegenden Gesellen ist der Dachs … Er ist ein griesgrämiger, menschen- und tierscheuer Einsiedler und dabei ein so bequemer und fauler Geselle, wie es nur irgendeinen geben kann. Er liebt es, ein beschauliches und gemächliches Leben zu führen und vor allem seine Selbständigkeit in der ausgedehntesten Weise zu bewahren. Er ist imstande, sich in wenigen Minuten vollkommen zu vergraben. Alt eingefangene Dachse sind geradezu abscheuliche Tiere, jeder Behandlung oder Erziehung unzugänglich, faul, mißtrauisch, tückisch und bösartig. Sie rühren sich bei Tage nicht und kommen nur des Nachts zum Vorschein, fletschen bei jeder Gelegenheit die Zähne und beißen den, welcher unvorsichtig sich ihnen nähert, in gefahrdrohender Weise.”
Der Dachs mit allen seinen Eigenschaften muß sterben, bevor das Fell von Gott für Seinen Bau gebraucht werden kann. Es gibt Stinkdachse, “Frechdachse”, Honigdachse, Klippendachse. Von den letzteren sagt uns die Schrift in Spr. 50, 24-26 etwas. “Die Klippendachse sind ein nicht kräftiges Volk, und doch setzen sie ihr Haus auf den Felsen.” Der Fels ist Christus, das ist ihre Rettung. Als letztes Bedeckungsmaterial der allerheiligsten Dinge benutzt Gott Dachsfelle.
Akazienholz: Es ist auserwählt, den Körper der Bundeslade zu bilden. Wer die Lade berührte, war ein Kind des Todes. Auch der Räucheraltar, Schaubrottisch und der Altar wurden aus Akazienholz gemacht. Nur inwendig und auswendig war die Bundeslade mit Gold überzogen. Das Dachsfell ist die äußerste Decke, das Akazienholz dagegen das innerste, verborgenste Tragelement im Heiligtum.
Akazie heißt hebräisch “Sittim”. Wir lesen in der Schrift vom Tal Sittim. 4. Mose 25, 1: “Und Israel blieb in Sittim.” Das Volk hurte dort mit den Töchtern des Landes. Dann kam das Gericht Gottes. — Tal Sittim bedeutet Tal der Sünde, Akazienholz das Holz der Sünde. In Micha 6, 5 steht: “Gedenke doch des ganzen Weges von Sittim bis Gilgal”, d. h. von der Sünde bis Golgatha, denn Gilgal heißt “Abwälzung” und ist ein Bild für Golgatha.
Akazienholz ist hart, knorrig, widerspenstig, wie die Sünde widerspenstig ist. Unter der Kategorie der Abfallhölzer ist es das schlechteste. Als Material ist das Akazienholz erst verwendbar, wenn die Akazien gefällt sind. Weiter muß das Holz zersägt, zerschnitten und abgehobelt werden, ehe die Bretter daraus entstehen können. Erst diese werden mit Gold überzogen.
Sünder hat Gott auserwählt, und zwar unter den Sündern die schlechteste Sorte. Aus ihnen macht Er etwas Herrliches, so wie Er aus den Brettern die heiligen Dinge machen ließ und sie dort hinstellte, wo niemand hineinkommt. Sie stellen das Tragelement der Herrlichkeit Gottes dar. So macht Gott auch aus uns Sündern Heilige und Treue. Paulus grüßt zu Beginn des Epheserbriefes die “Heiligen und Treuen in Christo Jesu”.
(Quelle: Unbekannt; via kahal.de)


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