Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
Beitrag per E-Mail weiterempfehlen   Beitrag drucken    3

Über die Schriftteilung — Das Wort der Wahrheit recht teilen

Autor: Ludwig, Rudolf  |  Kategorie(n): Heilsgeschichte, Paulusbriefe, Schriftteilung, Wort Gottes (Bibel)  |  937 x gelesen

1. Über die Schriftteilung

Paulus ist nicht etwa der 13. Apostel Jesu, auch nicht Ersatz für Judas. Der Unterschied ist der:

Wie Jesus damals nur zum Volke Israel gesandt war, wie er selbst sagt (Matth. 15, 24; 10, 5f.), so waren auch seine 12 Jünger nur zu demselben Volke gesandt, um das Evangelium vom kommenden Reich zu verkünden, d. h. das von den Propheten des alten Bundes verheißene künftige 1000-jährige Reich Christi auf Erden (Offb. 20, 4), wovon besonders die Offenbarung und die Evangelien reden. Dies Evangelium vom Reich ist irdischer Natur und betrifft die Menschen auf der Erde. Von diesem Evangelium handelt das Neue Testament — außer den Briefen des Paulus.

Paulus dagegen hatte im Gegensatz zu den zwölf Jüngern vom erhöhten Herrn den Sonderauftrag, infolge des Versagens des Volkes Israel, das nun eingeschaltete Evangelium von der Gemeinde des Christus zu verkünden; er war der Diener Christi für die Nationen. “Mir, dem allergeringsten unter den Heiligen, ward die Gnade verliehen, den Nationen den unerforschlichen Reichtum des Christus zu verkünden.” Damit stimmt auch überein, wenn Paulus sagt, dass er unter den Nationen, die Zwölf aber in Israel wirken sollten (Röm. 15, 16; Eph. 3, 8; Gal. 2, 9).

Das Gemeindeevangelium, das uns gilt, ist aber nicht irdischer Natur wie das Reichsevangelium, sondern himmlischer Natur. Danach soll von Gott aus allen Völkern eine Anzahl Menschen herausgenommen werden, die Gemeinde, die zusammen mit Christus ein Leib, ein Lebewesen himmlisch-geistlicher Natur bilden sollen, nicht auf Erden, sondern im Himmel. Die Geltung dieses Evangeliums wird ihr Ende erreichen, wenn einst die Vollendung dieser Gemeinde eingetreten, d. h. sie entrückt und mit dem Herrn verbunden sein wird (Röm. 11, 25; Apg. 15, 14). Dann erst wird wieder das seit dem Auftreten des Apostels Paulus unterbrochene Evangelium vom Reich auf Erden nochmals eine kurze Zeit in der ganzen Welt verkündet werden (2 Zeugen). Erst dann wird das Ende kommen (Matth. 24, 14)! Sofort nach der Entrückung der Gemeinde tritt das Gemeindeevangelium außer Kraft; es hat dann nur noch historische Bedeutung.

Erst dem Paulus ist das Evangelium vom Leibe des Christus offenbart worden; bis dahin wurde es von Gott geheim gehalten. Es ist also nicht im AT zu finden, auch nicht in den Evangelien; weder im Hebräer-Brief noch in den Schriften des Petrus, Jakobus, Judas und Johannes, einschl. Offenbarung. Nur in den Paulus-Briefen ist von dem an uns, die Nationen, gerichteten Sonderevangelium die Rede. Die Apostelgeschichte berichtet über die Übergangszeit vom Reichs- zum Gemeindeevangelium. — Das ist der Schlüssel zum geistlichen Verständnis der gesamten Heiligen Schrift und des Heilsplanes Gottes!

Da es nun für das Studium des Wortes Gottes ungemein wichtig ist, den so bedeutungsvollen Unterschied zwischen diesen beiden Evangelien nicht nur zu kennen, sondern auch stets anzuwenden, sei mir bei dieser Gelegenheit gestattet, hier wenigstens noch das Nötigste zur Schriftteilung zu sagen, dann brauche ich später nicht mehr darauf einzugehen und kann Wiederholungen vermeiden.

Die Sache liegt nun auch nicht so, dass alles nur eine Botschaft wäre und mit der einen Botschaft nur verschiedene Personen betraut wären, etwa sie 12 Apostel für Israel und Paulus für die Nationen. Ebenso wenig liegt auch nicht nur eine Verbesserung des Reichsevangeliums vor. Sondern: Gott verschafft sich zwei ganz verschiedene Körperschaften zum Dienst in den künftigen Äonen, die beide ihre bestimmten Aufgaben haben werden.

Ich suche den Unterschied zwischen den verschiedenen Evangelien so an einem Beispiel aus dem gewöhnlichen Leben klarer zu machen: Ich besitze das Testament meines verstorbenen Vaters. Mein Bruder und ich sind die Erben. Ich wohne auf dem Gut des Vaters, während der Bruder im Ausland sesshaft ist. Der erste Teil des Testamentes ist an mich gerichtet, der zweite an den Bruder. Ich erbe das Gut usw., der Bruder wird ganz anders bedacht. Für jeden von uns beiden sind gewisse Vorschriften festgesetzt, die von einander abweichen.

Es ist doch nun gar keine Frage, dass der mich betreffende Teil des Testamentes mich entschieden mehr interessiert und persönlich angeht, als der Teil, der den Bruder betrifft. Ebenso wäre es verkehrt, wenn ich die den Bruder betreffenden Vorschriften befolgen wollte und nicht die meinigen. Selbstverständlich interessiert mich auch der den Bruder betreffende Teil; ich kann ihn aber doch nur zur Kenntnis nehmen aber nicht praktisch auf mich anwenden und verwerten.

Ebenso ist es mit der Heiligen Schrift, die auch zwei verschiedene Testamente hat, zwei verschiedene Evangelien. Der eine Teil, das Reichsevangelium, betrifft den Bruder (Israel), der andere, das Gemeindeevangelium, betrifft mich oder uns, die Gemeinde. Beide Teile sind zwar ein Testament eines Vaters, beide gehören zum Errettungsplan des gemeinsamen Vaters, der es aber für richtig gehalten hat, mit seinen verschieden gearteten zwei Söhnen auch verschiedene Wege einzuschlagen im Hinblick auf die Zukunft beider. Freilich interessiert uns das Schicksal des Bruders Israel auch, obwohl es nicht das unsere ist (Röm. 9-11). Aber da ist der Unterschied: Während wir den uns betreffenden Teil der Heiligen Schrift, das Gemeindeevangelium nach Paulus, persönlich an uns erleben können, wird der den Bruder betreffende Teil, das Reichsevangelium, nur bloßes Wissen für uns sein und bleiben, eben weil wir den Inhalt dieses Teiles nicht persönlich an uns erleben können und auch gar nicht sollen. Eine gewisse Kenntnis des Reichsevangeliums ist aber doch angebracht, um die Übersicht über den Gesamtrettungsplan Gottes zu haben und seine Wege und Weisheit erkennen zu können.

Dieser Unterschied zwischen Reich und Gemeinde wird aber praktisch leider meist gar nicht gemacht, weder bei den großen Kirchen, noch bei den Gemeinschaften. Diese Lehre wird als pietistisch oder laienhaft abgetan, wenn nicht gar als Irrlehre gebrandmarkt. Entweder will man den Unterschied gar nicht kennen, oder man denkt, man verliere etwas dabei. So werden die beiden so grundverschiedenen Richtungen zusammengeworfen und vermischt, also Irdisches mit Himmlischem. Man findet sich dann nicht mehr zurecht, stößt auf Widersprüche, wird uneinig und gerät in Streit, und mancher Irrlehre ist Tor und Tür geöffnet! Wie das ja auch nicht anders zu erwarten ist. Das eine aber ist sicher, und das ist ein Beweis für die Richtigkeit der Lehre von der Schriftteilung: Wer damit angefangen, sie erkannt hat und konsequent durchführt, wird sie niemals wieder aufgeben. Im Gegenteil bestätigt es sich immer wieder, dass diese Geschwister ein größeres Wachstum in der Erkenntnis Gottes und seines Planes gewinnen, indem sie den Schlüssel zur Schrift gefunden haben.

Wir sagen nicht etwa, dass wir die Worte Jesu oder seiner Reichsapostel nicht lesen, beachten, uns aneignen oder keine Lehren daraus ziehen sollen. Wir haben ja z. B. im vorigen Aufsatz gesehen, wie wichtig die Kenntnis über das Leben und Leiden Jesu ist.

Manche Geschwister beschäftigen sich aber leider fast nur mit dem Reichsevangelium und gelegentlich nur mit besonderen Sprüchen von Paulus, nicht aber mit dem ganzen Gottesevangelium des Paulus. Da sieht man, wie sich manche mit dem Reichsevangelium geradezu abschinden, z. B. mit Matth. 24, der Offenbarung oder Daniel. Jeden Vers will man für sich persönlich auslegen und möglichst in die gegenwärtige Zeit einspannen; wie viel derartige Briefe habe ich doch schon bekommen. Aber, es stimmt nicht, es kann nicht stimmen! Solche unruhigen Geister sind ständig auf der Jagd nach neuem Wissen in dieser Richtung und zeigen eine krankhafte Neugierde. Besonders fällt bei ihnen auf, und das ist kennzeichnend, dass sie eine erschreckende Unkenntnis von der Lehre des Paulus haben; da versagen sie.

Hierher gehören auch die bisher stets als falsch erwiesenen Zeitberechnungen, mit denen man die Zeit verschwendet und nur unproduktive und ungeistliche Arbeit leistet. Zeitberechnungen gehören zum Reichsevangelium. Überlassen wir das den Erwählten der letzten Zeit, die das besser verstehen werden als wir.

Statt dessen sollte man lieber aus dem Evangelium des Paulus den herrlichen Reichtum des Christus zu erforschen suchen. Das ist zur Zeit für die Glieder des Christusleibes das Vornehmste und Wichtigste! Denn: wir haben zu trachten und zu suchen nach dem, was droben ist, wo Christus ist, thronend zur Rechten Gottes, nicht nach dem, was irdisch ist (Kol. 3, 1ff).

Übrigens zählen auch die zwölf Reichsapostel persönlich zur Reichsgemeinde (Offb. 21, 14) und nicht etwa zur jetzigen Christusgemeinde, dem Leibe des Christus, dessen erstes Glied Paulus ist. Zu Pfingsten (d. h. der 50. Tag nach Ostern) erfolgte durch Petrus die Gründung der Reichsgemeinde. Pfingsten hat mit der Christusgemeinde, dem Leibe des Christus, nichts zu tun. Denn die Gründung der Gemeinde erfolgte erst später im Auftrag Gottes durch Paulus.

Zum Schluss möchte ich noch darauf aufmerksam machen, wie auch der Urtext beim Gebrauch gewisser wichtiger Wörter, wenn sie die Zugehörigkeit zur Gemeinde oder zum Reich charakterisieren sollen, selbst einen scharfen Unterschied macht. Das soll uns folgende Gegenüberstellung zeigen, die übrigens nur eine kleine Auswahl ist:

So kommt bei Paulus vor (Gemeinde): In der Offenbarung (Reich):
Gnade: 75-mal
Liebe: 75-mal
Hoffnung: 45-mal
Friede: 40-mal
Errettung: 57-mal
Vater: 65-mal
Versöhnung, versöhnen: 13-mal
nicht (nur 2-mal im Gruß und am Ende)
nicht
nicht
nicht (nur 1-mal im Gruß; 1-mal wird der Friede genommen)
nicht (nur 3-mal Dank für Rettung im Himmel)
nicht (aber 5-mal von Jesus gebraucht)
nicht, auch nicht in den Schriften des Reichsevangeliums

Im Herrn liebe Geschwister! Es ist nun unsere heilige Aufgabe, außer der Schriftteilung künftig noch mehr als bisher das Paulinische Evangelium von der Gnade in Jesus Christus auf den Leuchter zu stellen, den Reichtum des Christus zu erforschen und der Gemeinde zu verkünden.

Er selbst aber, der Allherr, wird uns noch Gelegenheit dazu geben; nehmen wir sie auch wahr! AMEN!

2. Das Wort der Wahrheit recht teilen

“Die Aufschließung deines Wortes erleuchtet, gibt Klugheit den Einfältigen” (Ps. 119, 130). “Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter …, der das Wort der Wahrheit recht teilt” (2. Tim. 2, 15).

Zwei etwas versteckt stehende Stellen der Schrift, die aber so überaus wichtig sind, dass sie und ihre praktische Anwendung das Grundgesetz unserer Verkündigung in Wort und Schrift sein sollten.

Es sollen hier nur allgemeine Richtlinien gegeben werden, bei deren Beachtung die Bibel für die Gläubigen ein einfaches, harmonisches, leicht verständliches und doch so unendlich göttlich-tiefes Buch wird; den Ungläubigen bleibt es ja verschlossen, sie können und sollen es auch nicht verstehen — ein göttliches Wunder! Denn nur “so jemand will des (Gottes) Willen tun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei”, und nur diese “haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist von Gott, um zu erkennen, was uns von Gott geschenkt ist.”

Das Wort, die Wahrheit, entstammt nur einem göttlichen Geist, ist aber nur verständlich für den Gläubigen, wenn er nüchtern das Schriftganze überschaut und dies Ganze in Bezug auf Personen und Zeiten recht teilt und insbesondere anwendet. Nun teilen sich die Schriften des alten und neuen Bundes selbst in zwei Hauptgruppen, zwei Botschaften, die betreffen:

  1. Das Königreich des Christus
  2. Den Leib des Christus

Die erste Botschaft hat irdische Ziele und ist in erster Linie an Juden gerichtet, die zweite hat himmlische Ziele und ist in erster Linie an alle Nationen, Juden wie Heiden gerichtet, ohne Unterschied.

A. Das Königreich auf Erden (in Anwartschaft oder Aufrichtung)

1. Die gesamten Schriften des AT haben den König und sein kommendes Reich auf der alten Erde zum Hauptgegenstand — als Verheißung nur an das dazu auserwählte Volk Israel; sie sprechen von dem Kommen, Wirken, Leiden, der Verherrlichung und den persönlichen Eigenschaften des künftigen Königs, damit er zu seiner Zeit erkannt werden könne und bieten dafür einen doppelten göttlichen Beweis an: den Schrift- und den Wunder- (Zeichen-) Beweis.

2. Die vier Evangelien setzen in ihrer Darstellung denselben Grundgedanken fort, zeigen von vier Standpunkten aus, dass das Angebot des im Alten Bund verheißenen Königs und seines Reiches auf Erden nur an die Juden durch den Vorläufer Johannes und den König Jesus selbst, sowie die Erfüllung des göttlichen Schrift- und Wunderbeweises durch IHN als den Menschen-, Davids- und Gottessohn und Christus (des Gesalbten) Gottes erfolgte. Weiter zeigen die Evangelien die Nichtannahme und Verwerfung des Königs und damit seines Reiches durch die Juden, und zwar gerade durch die religiösen Führer derselben, gipfelnd in der Ermordung des Königs!

Wie konnte das kommen? Das einzige Volk der Welt, das Gott sich erzogen, das sich zu ihm bekannte, das Eifer für ihn hatte, das den König sehnsüchtig erwartete! Ganz gewiss kannten die Juden die Schriften, aber — auch sie teilten sie nicht recht bezüglich der Leiden und der Herrlichkeit des Königs und würdigten nicht das Schriftganze: die Weissagungen über die Leiden usw. des Königs, des demütigen und sanften Friedensfürsten, beachteten sie gar nicht, legten dagegen aber ein Übergewicht auf die Herrlichkeitsweissagungen und dachten so nur an einen gewaltigen, siegreichen Nationalkönig, der die heidnischen Weltreiche zerstören und ein herrliches jüdisches Weltreich herstellen werde. So setzten sie den göttlichen Schriftbeweis außer Wirksamkeit und die Wunderbeweise des Königs sahen sie als satanische an. Ja, der falschen Schriftanwendung wurde die Krone aufgesetzt: “Wir haben ein Gesetz, und nach diesem muss er sterben, denn er hat sich zum Sohn Gottes gemacht”, fußend auf 3. Mo. 24, 16: “Wer den Namen Jehovas lästert, soll gewisslich getötet werden” — eine satanische Ironie! Aus dem angebotenen “Friede auf Erden” wurde ein “Friede im Himmel” (Lk. 2, 14; 19, 38).

3. Die Apostelgeschichte Teil I Kap. 1-12 erzählt uns von der Auferstehung, Himmelfahrt und Verherrlichung des Königs im Himmel und von dem nochmaligen Angebot des Reiches und des Königs an das berufene Volk Israel durch Petrus und die andern Jünger unter der Bedingung und der Sinnesumkehr und des Glaubens an Jesus als den König. Obwohl der Schrift- und Wunderbeweis wieder angetreten wurde und sich auch eine jüdische Reichsgemeinde der letzten Zeit als Vorerfüllung bildete und sich dann auch Heiden dieser Reichsgemeinde anschließen konnten (Samariter, Kämmerer aus Afrika u. a.) — eine weitere Vorerfüllung der alttestamentlichen Weissagungen für die letzte Zeit, dass durch Israel auch die Nationen auf Erden gesegnet werden sollen — erfolgte doch die abermalige Ablehnung des Königs und seines Reiches durch die Verstockung Israels, indem auch jetzt wieder besonders ihre religiösen Führer die verkündenden Jünger verfolgten, gefangen setzten, den Stephanus steinigten und die Reichsgemeinden in Jerusalem zerstreuten.

Und was sagte Gott dazu? Zunächst versetzte er sozusagen einen göttlichen Schlag ins Angesicht der ungläubigen Juden, indem er gerade den gefährlichen Reichsgemeindeverfolger Saul durch ein Wunder zur Bekehrung brachte und dieser von jetzt ab verkündigte, dass Jesus der Sohn Gottes sei! Etwa 14 Jahre lang hat Saul die Botschaft vom Königreich in Damaskus und den Gegenden von Syrien und Cilicien verkündet Gal. 1, 17. Die Schrift sagt uns aus dieser Wirkungszeit des Saul sehr wenig, wir haben auch aus dieser Zeit keine Briefe: weil seine Arbeit hier noch die Reichsgemeinde betrifft. Weiter hatte nun Gott den Ausgangspunkt der Verbreitung seiner Frohbotschaft von Jerusalem nach der Welt- und syrischen Hauptstadt Antiochia verlegt und ließ hier eine Reichsgemeinde aus Juden und Nationen entstehen, deren Führer zunächst Barnabas war, welcher wiederum den Saul als Gehilfen holt; beide haben hier noch ein Jahr zusammen gearbeitet.

Inzwischen war in Jerusalem die weitere Verfolgung der Reichsgemeinden eingetreten, die Tötung des Jakobus und die Gefangennahme des Petrus erfolgt, der nur durch ein Wunder Gottes dem Tode entging.

Endlich erfolgte in Jerusalem die Huldigung und Verehrung des (edomitischen!) Königs Herodes als Gott seitens des jüdischen Volkes (Apg. 12), welche dieser auch annahm, für seinen Frevel aber sofort von Gott bestraft wurde; damit war die zweite Verwerfung des Königs Jesus vollendet!

Hier war vom göttlichen Standpunkt aus der Abschluss der damaligen Geschichte des Königreiches, hier ließ Gott in der Durchführung der Aufrichtung des Reiches eine Unterbrechung, (nicht etwa Einstellung!) eintreten, was zunächst der Reichsgemeinde verdeckt blieb, da sie selbst darüber keine direkte göttliche Offenbarung, sondern solche erst mittelbar durch Paulus erhielt. Später ist von Gott die Unterbrechung auch äußerlich durch die Zerstörung Jerusalems und die Zerstreuung Israels bestätigt worden. Diese Unterbrechung hält heute noch an, was wohl zu beachten ist, wird aber, wie wir noch sehen werden, auch ihr Ende erreichen, indem die Ankündigung des Königs und seines Reiches wieder aufgenommen werden wird. Wohl haben damals bis zur Zerstörung Jerusalems noch Reichsgemeinden Bestand gehabt; die Schriften des Jakobus, Johannes, Judas, Hebräer sind an sie gerichtet; in den nächsten Abschnitten soll auf sie zurückgegriffen werden.

B. Die Christusgemeinde (der Leib des Christus)

a) Die Apostelgeschichte Teil II Kap. 13-18 geht nun auf die Christusgemeinde über (hier so genannt im Gegensatz zur Königreichsgemeinde). Saul, der von hier ab in der Schrift nicht mehr nach seinem bisherigen hebräischen, sondern nach dem griechischen Namen “Paulus” genannt wird (!), also Paulus wird (zunächst mit Barnabas) von Gott ausgesondert “zu dem Werk, zu dem Ich sie berufen habe.” Nicht lange danach, bei der Apostelzusammenkunft in Jerusalem, wird man sich darüber einig, dass Gott selbst begann und Vorkehrungen traf, aus den Nationen ein Volk für seinen Namen zu gewinnen — die Christusgemeinde. “Und damit stimmen ja auch die Worte der Propheten überein, denn es steht geschrieben: Danach will ich mich wieder gnädig zeigen und die gefallene Hütte Davids wieder aufbauen und ihre Trümmer wieder aufbauen und sie wieder herstellen.” Weiter erzählt die Apostelgeschichte in Teil II von den Reisen, die Paulus zur Verkündigung “seines” Evangeliums gemacht hat, und mehrfach begegnen wir der feierlichen Anzeige, dass jetzt den Nationen Heil gegeben sei, nachdem es die Juden von sich gestoßen.

Wird uns in der Apostelgeschichte II der äußerliche, geschichtliche und lokale Werdegang der Christusgemeinde gezeigt, so enthüllen uns den inneren, geistlichen Werdegang der Christusbotschaft selbst:

b) die Paulinischen Briefe. — Sie sind gerichtet an Gemeinden, die Paulus in Apostelgeschichte II ins Leben gerufen hat oder die von anderer Seite aus das paulinische Evangelium angenommen haben (z. B. Kolosser) und offenbaren als Folge der Verwerfung des Königs und seines Reiches durch Israel eine neue, schon vor der Schöpfung der Welt von Gott beschlossene, aber bis dahin geheim gehaltene Frohbotschaft der göttlichen Gnade in Jesus Christus: dass eine Körperschaft unter der Bedingung nur des Glaubens herausgenommen werden sollte aus Israel und den Nationen, deren Glieder als mit Christus gekreuzigt, gestorben, begraben, auferstanden, verherrlicht gelten, die Miterben, Miteinverleibte, Mitteilnehmer des göttlichen Verheißungsgutes des Christus und mit ihm ein Leib sein sollten, von welchem Christus das Haupt und die Körperschaft seine Leibesglieder sein sollten; die, obwohl sie noch auf Erden weilen, im Himmel zu Hause sind, woher sie als Retter den Herrn Jesus Christus erwarten, der den Leib ihrer Niedrigkeit verwandeln wird, dass er seinem verklärten Leibe gleiche.

Der Beruf dieser Christusgemeinde ist also — im Gegensatz zur irdischen Reichsgemeinde — ein himmlischer, und nur die paulinischen Briefe beziehen sich auf die gegenwärtig immer noch währende Zwischenzeit. Eine direkte Anwendung anderer als der paulinischen Schriften (z. B. der des Alten Bundes, der Evangelien, der Briefe des Petrus, Johannes, Jakobus und der Offenbarung) auf die Christusgemeinde ist daher unpassend und führt nur zur Unklarheit und Verwirrung. Es kann hier nicht näher auf diese göttliche Botschaft vom Christus eingegangen werden. Den nur Religiösen werden die paulinischen Briefe innerlich und praktisch unverständlich bleiben; den mit dem Geist Gottes getauften Gläubigen aber wird derselbe Geist den tiefen göttlichen Inhalt dieser Briefe und damit der ganzen Botschaft fortschreitend erschließen. Auch dem Paulus wurde die neue Botschaft in ihrer ganzen Tiefe nur wachstümlich vermittelt, wie das aus seinen Briefen hervorgeht, wenn man diese nach ihrer Entstehungszeit liest: Thessalonicher, Galater, Korinther, Römer, Philemon, Kolosser, Epheser, Philipper, Timotheus. Knospenartig sieht man so die neue Geheimbotschaft sich erschließen, und die Knospe kommt gerade dann zur vollen Entfaltung, nachdem Paulus in Jerusalem von seinen eigenen Volksgenossen im Tempel ergriffen und misshandelt, seine Tötung nur durch das Eingreifen der heidnischen Obrigkeit verhütet, er gefangen genommen und später als Gefangener nach Rom gebracht worden war. Denn erst hier hat Paulus die Briefe an die Kolosser und Epheser geschrieben, die das Geheimnis in vollendeter Form zeigen. Gott bleibt die Antwort niemals schuldig!

Die paulinische Botschaft und damit die gegenwärtige Zwischenzeit wird ihr Ende erreichen mit der Vereinigung des Hauptes mit allen Gliedern: “Der Herr selbst wird unter Befehlsruf, (nämlich) unter (dem Schall) der Stimme eines Erzengels und unter (dem) einer Gottesposaune herabsteigen vom Himmel, und zuerst werden die Toten in Christus auferstehen; alsdann werden wir, die wir leben bleiben, zusammen mit ihnen auf Wolken in die Luft entrückt werden zur Einholung des Herrn; und so werden wir in Gemeinschaft mit dem Herrn sein immerdar.”

Nun zurück zu A. das Königreich in Aufrichtung:

4. Die Schriften Hebräer, Jakobus, Petrus, Judas, und Offenbarung waren einst an Angehörige der Reichsgemeinden gerichtet und werden nach Beendigung der gegenwärtigen Gnadenzwischenzeit ihre seit der Zerstörung Jerusalems ruhende Ankündigung des Kommens des Königs zur Erde und der Aufrichtung seines Reiches auf Erden wieder aufnehmen und damit eine nochmalige direkte Anwendung erhalten. So hat Gott auch für die Jesusgläubigen der letzten Zeit ausreichend gesorgt und nicht nur allein für uns, die wir so schnell dabei sind, jedes biblische Wort als nur für uns geschrieben anzusehen. Jedem das Seine! Und nicht nur die eben genannten Schriften (besonders die Offenbarung) werden dann ihre Anwendung finden, sondern auch ein großer Teil der Evangelien, denn alle persönlichen Anreden in ihnen sind ja direkt an sein Volk gerichtet und bleiben es auch, betreffen also nur Reichsgemeinden, wie auch die Gleichnisse nur das Reich meinen; ferner werden auch die prophetischen Schriften des Alten Bundes erneut in direkte Anwendung treten.

Es kann hier keine eingehende Schilderung der Entwicklung der künftigen Reichsgeschichte gegeben werden. Die Reichsschriften bieten in erster Linie Israel (dem im Alten Bund erwähnten Überrest, den Gemeinden der Offenbarung und der nichtpaulinischen Briefe sowie der Evangelien, den 144.000 Auserwählten), und in zweiter Linie den Nationen (wie im Alten Bund verheißen, den Nationen der nichtpaulinischen Briefe, z. B. der Großen Schar von Offb. 7) eine letzte bedingte Gnade an: Wer überwindet, ausharrt, Jesus als den Christus anerkennt und nicht den falschen Christus. Sie trösten und ermuntern die Reichsanwärter, während der “letzten Zeit”, der Herrschaft des Tieres, auszuharren bis zur gewaltsamen Aufrichtung des 1000-jährigen Reiches des Christus auf Erden beim Kommen des Königs mit Macht und Herrlichkeit. Dem Reich des Christus geht in der letzten Zeit ein Reich des Satans voraus, das vom falschen Christus und vom falschen Propheten im Geist Satans regiert werden wird. Die künftige judenchristliche Gemeinde wird eine der jetzigen Christusgemeinde ähnliche sein, während dann die Nationen in ihre alttestamentliche Stellung zurückversetzt sein werden.

Als die nichtpaulinischen Schriften (Petrus usw.) geschrieben wurden, bestanden die Reichs- und Christusgemeinden noch nebeneinander. Obwohl vor Gott die Aufrichtung des Königreiches nach der Vergottung des Herodes abgetan bzw. hinausgeschoben war, wurde damals doch noch eine Zeitlang bei Israel und den Nationen (unabhängig von Paulus) von den Zwölfen für den Reichsgedanken gearbeitet, da ja das Kommen des Königs von den Reichsjüngern, zunächst auch von Paulus, als nahe bevorstehend angesehen und gewiss nicht nur von der Christus- sondern auch von der Reichsgemeinde sehnsüchtig erwartet wurde. Indem aber Gott noch eine Zeitlang die Reichsarbeit zuließ, schaffte er damit die Gelegenheit zur Niederschrift von Reichsschriften wie die oben benannten, damit auch die künftige Reichsgemeinde ausreichend mit dem Wort der Wahrheit versorgt sei!

Wenn es Gott nur bei der Reichsbotschaft hätte bewenden lassen wollen, so hätte er dazu ohne jeden Zweifel alle Zwölfe mit derselben Kraft ausrüsten können wie Paulus; sie waren und bleiben Reichsgesandte, und sicher werden sie einst ihr Amt als “Säulen” der Reichsgemeinde wieder aufnehmen. Aber auch die in den paulinischen Briefen erwähnte und vielen nicht verständliche Spannung zwischen Paulus und Urjüngern, also zwischen der Christus- und der Reichsgemeinde ist leicht erklärlich: die Urjünger und die jerusalemitischen Reichs-Urgemeinden haben immer an dem Bundeszeichen der Beschneidung festgehalten, und es war auch ihre Absicht, dass die Nationen nur durch unmittelbaren Anschluss an die gläubigen Juden unter Übernahme der altbundlichen Bedingungen des Heils der letzten Zeit teilhaftig werden konnten, vom Standpunkt der Reichsgemeinde aus berechtigt, indem sie sich an ihre Schriften hielten, z. B. Jes. 56, 6, in denen sie natürlich kein Wort über die von Paulus verkündigte neuartige Botschaft finden konnten und in denen ihnen der Herr gesagt hatte: “Denn wahrlich, ich sage euch, bis der Himmel und die Erde vergeht, wird gewiss nicht ein Jod oder ein Häkchen vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.” Es ist ganz natürlich und spricht entschieden zu Gunsten der hier gebrachten Schriftteilung, wenn die Reichsangehörigen der plötzlich auftauchenden paulinischen Botschaft von der Christusgemeinde gegenüber, einem von außen an sie herantretenden, ganz neuen, unvorhergesehenen und “für sie” außerbiblischen Körper, zunächst Zweifel, Misstrauen und Ungläubigkeit entgegensetzten und wenn — sei es nur auch aus Eifersucht — Reichsangehörige in die paulinischen Gemeinden eindrangen und die Glieder zu Anhängern des Reiches machen wollten. Wir verstehen nun den Kampf des Paulus und seine scharfe Zähigkeit für “sein” Evangelium, besonders im Galaterbrief.

Wir wissen heute, dass die paulinische Zwischenzeit nun schon über 1800 Jahre gedauert hat, wissen auch, dass wir bis heute noch keine messiasgläubigen Reichsgemeinden der Endzeit haben, weder solche in Jerusalem Mt. 24, noch außerhalb Judäas (Sendschreiben in Offenbarung). Durch irgend einen Anstoß werden aber Reichgemeinden ins Leben gerufen werden. (Nachtrag 2003: Diese messiasgläubigen Gemeinden gibt es inzwischen schon.)

Der erste äußere Anstoß wird das Auferstandensein und das Zeugen der in Christo Gestorbenen der Gemeinde des Christus sein, zu denen ja auch Juden, besonders auch Paulus, gehören.

Zum Beweis stütze ich mich einfach auf das Wort der Wahrheit (Gal. 2, 7ff.): “Da sie sahen, dass ich, Paulus, mit dem Evangelium der Unbeschnittenen betraut bin, so wie Petrus mit dem Evangelium der Beschneidung … und da sie erkannten die mir verliehene Gnade, da gaben Jakobus und Kephas und Johannes, welche als Säulen galten, mir und Barnabas die Rechte der Gemeinschaft, dass wir (Paulus und Barnabas) für die Heiden, sie aber (Jakobus, Johannes, Petrus) für die Beschneidung predigen sollten.”

Die Schrift unterscheidet also selbst zwei Evangelien oder Frohbotschaften: An die Beschneidung (Juden), die Reichsgemeinde, — und an die Unbeschnittenheit (Nationen), die Christusgemeinde. Dementsprechend sind also die Schriften Jakobus, Johannes, Petrus, Hebräer an Königreichsgemeinden — Israels Bestimmung für die Erde, für Völker und Nationen, und die des Paulus an Christusgemeinden für die Himmel und ihre Bewohnerschaft gerichtet.

Bei dieser und der sonst hier gebrachten Schriftteilung ergibt sich die reinste innere Harmonie des geschriebenen Wortes. Die bei Vermischung beider Botschaften herrschende Unsicherheit in der Auslegung ist beseitigt, und scheinbare Widersprüche sind abgetan.

Es soll aber nun nicht behauptet werden, dass es nur diese zwei Richtungen oder Gegenstände in der Schrift gäbe. Obwohl außerhalb der Schriften des Paulus nichts von der Christusgemeinde zu finden ist, nimmt doch Paulus mehrfach auf das Königreich Bezug, zuweilen nur, um auf die Art der Menschen im Königreich hinzuweisen. Weiter bringt er u. a. auch das zum Königreich gehörende Geheimnis der Bosheit, ja, geht in fernste Zeitalter, wenn er sagt, dass Gott “in der Fülle der Zeiten alles in Christus wieder vereinen wird, das was in den Himmeln und das was auf Erden ist, in IHM.” Und die Offenbarung schreibt von dem neuen Himmel und der neuen Erde nach dem Königreich. —

Übrigens ist es gar nicht die Meinung, dass wir uns nur auf die paulinischen Briefe beschränken sollten. Wohl ist es jetzt unsere eigentliche Aufgabe, die paulinische Botschaft auf den Leuchter zu stellen, solange es der Herr zulässt. Dazu ist aber unerlässlich, dass wir auch die andern Schriften kennen und verwerten, sowie auch in der vergangenen und zukünftigen Reichsgeschichte gut Bescheid wissen.

Uns aber, im Herrn geliebte Brüder, gebe der Herr Gnade, dass wir seien untadelige Kinder Gottes inmitten eines verkehrten und verirrten Geschlechts, unter denen wir scheinen als Lichtbringer, indem wir der Welt das Wort des Lebens darbieten!

(Quelle: Unbekannt; Schriften Johannes Ullmann)

Bisher gibt es 3 Kommentare zu “Über die Schriftteilung — Das Wort der Wahrheit recht teilen”

  1. 1 Johannes Degler (Donnerstag, 21. Juli 2011; 18:53): 

    Zu diesem Vortrag passen die Stellen aus 2. Tim 3,ins-besondere die Verse 1,5 u. 13. Der Vortrag vermischt
    Lüge und Wahrheit, leider wird hier biblische Wahrheit
    mit Füssen getreten. Er ist verseucht mit unbiblischen Gedankenkonstrukten der Konkordanten wie z. B. von Bullinger, Knoch u. a. und ist eine Aufforderung, große
    Teile des AT. u. NT. an die zweite Stelle zu setzen
    bzw. diese zu benichtigen oder zumindest nicht auf sich
    anzuwenden und zu beachten. Ich erinnere nur an Offenbarung
    22,19 Wo steht in der Schrift, dass es eine Reichs- und eine Gemeindelinie gibt? Es gibt beschnittene Gläubige und unbeschnittene Gläubige, die sich im Gegensatz zu den Beschnittenen nicht mehr an das Zeremonialgesetz
    des Alten Bundes halten. (Gläubige aus allen Nationen, ins-
    besondere Gläubigen aus den Zehn Stämmen der Israel-Nationen. Eine Zerschneidung des Wortes, wie es der Autor
    dieses Vortrages lehrt, kann ich an keiner Stelle des
    Wortes Gottes finden. 1. Kor. 1, 10-13 sprechen hier eine
    ganz andere Sprache. Wer den Christus zerteilt, steht nicht
    in der Wahrheit. Paulus wird völlig missverstanden. Möge der Herr Gnade schenken, dass durch solche Vorträge kein geistlicher Schaden entstehen möge.

    Herr, dein Wort, die edle Gabe, diese Gold erhalte mir,
    denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.
    Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist nicht um tausend Welten, aber um
    dein Wort zu tun. N. L. v. Zinzendorf

  2. 2 Johannes Brügmann (Donnerstag, 29. Dezember 2011; 17:07): 

    Herr Degler, schimpfen kann jeder, das trägt jedoch, wie auch bei Ihrem Kommentar, nicht immer zur Wahrheit und zur Auferbauung teil, vielmehr sollten wir stets beachten, dass “Gott uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft und der Liebe und der gesunden Vernunft gegeben hat” (2. Timotheus 1:7).

    Die Wahrheit ist jedoch, dass ausgerechnet in dem von Ihnen zitierten 2. Timotheusbrief folgendes Wort unseres HERRN in Kapitel 1:8-12 steht:

    8 Schäme dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn noch meiner, Seines Gebundenen, sondern leide Übles mit mir für das Evangelium nach der Kraft Gottes,
    9 der uns gerettet und berufen hat mit heiliger Berufung, nicht nach unseren Werken, sondern nach Seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor äonischen Zeiten gegeben ist,
    10 nun aber durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbar wird, der den Tod aufhebt und dafür Leben und Unvergänglichkeit ans Licht bringt durch das Evangelium,
    11 für das ich als Herold, Apostel und Lehrer der Nationen eingesetzt wurde.
    12 Das ist auch die Ursache, dass ich dies jetzt leide, jedoch schäme ich mich dessen nicht; denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, dass Er mächtig ist, das mir Anvertraute auf jenen Tag zu bewahren.

    Die Hervorhebung in Vers 11 des Wortes ich soll daraufhin weisen, dass im Griechischen ein zweifaches “ich” steht, also eine klare Betonung. Damit drückt Paulus (nicht nur) an dieser Stelle aus, dass er und nur er der Lehrer der Nationen ist und dass Christus Jesus durch das von Paulus verkündigte Evangelium den Tod aufhebt und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht bringt.

    Und in dem von Ihnen zitierten, dritten Kapitel schreibt Paulus über Timotheus in Vers 10:

    10 Du aber bist meiner Lehre vollends gefolgt, auch meinem Beweggrund, Vorsatz und Glauben, meiner Geduld und Liebe, meinem Ausharren,

    Somit ist klar, dass Paulus in den von Ihnen angeführten Versen 1, 5 und 13 unmöglich seine eigene Lehre, will heißen, sein ihm eigens anvertrautes Evangelium, gemeint haben kann!

  3. 3 Johannes Brügmann (Donnerstag, 29. Dezember 2011; 17:43): 

    Wo steht in der Schrift, dass es eine Reichs- und eine Gemeindelinie gibt?

    Epheser 1:11-14,22-23:

    11 In Ihm hat auch uns das Los getroffen, die wir vorherbestimmt sind, dem Vorsatz dessen gemäß, der alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt,
    12 damit wir zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit seien, die wir eine frühere Erwartung in Christus haben.
    13 In Ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Rettung, hört – in Ihm seid auch ihr, die ihr glaubt, versiegelt mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen
    14 (der ein Angeld unseres Losteils ist bis zur Freilösung des uns zugeeigneten) zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit.
    22 Alles ordnet Er Ihm unter, Ihm zu Füßen; und Ihn gibt Er als Haupt über alles der herausgerufenen Gemeinde,
    23 die Seine Körperschaft ist, die Vervollständigung dessen, der das All in allem vervollständigt.

    Epheser 2:14-18:

    14 Denn Er ist unser Friede, der die beiden eins gemacht und die Mittelmauer der Umfriedung (die Feindschaft in Seinem Fleisch) niedergerissen hat
    15 (indem Er das Gesetz der Gebote in Erlassen aufhob), um die zwei in Sich Selbst zu e i n e r neuen Menschheit zu erschaffen
    16 (indem Er Frieden machte) und die beiden in e i n e m Körper mit Gott durch das Kreuz auszusöhnen: so in ihm die Feindschaft tötend.
    17 Mit Seinem Kommen verkündigt Er als Evangelium: Frieden euch, den Fernstehenden, und Frieden euch, den Nahestehenden,
    18 weil wir beide durch Ihn in einem Geist Zutritt zum Vater haben.

    Epheser 3:6-12:

    6 Im Geist sind die aus den Nationen gemeinsame Losteilinhaber und eine gemeinsame Körperschaft und gemeinsame Teilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium,
    7 dessen Diener ich geworden bin, dem Geschenk der Gnade Gottes entsprechend, die mir gemäß der Wirksamkeit Seiner Kraft gegeben ist.
    8 Mir, dem bei weitem geringsten aller Heiligen, wurde diese Gnade gegeben, den Nationen den unausspürbaren Reichtum des Christus als Evangelium zu verkündigen
    9 und alle darüber zu erleuchten, was die Verwaltung des Geheimnisses betrifft, das von den Äonen an in Gott verborgen gewesen war, der das All erschaffen hat,
    10 damit nun durch die herausgerufene Gemeinde den Fürstlichkeiten und Obrigkeiten inmitten der Überhimmlischen die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde,
    11 entsprechend dem Vorsatz der Äonen, den Er in Christus Jesus, unserem Herrn, gefasst hat,
    12 in welchem wir durch Seinen Glauben den Freimut haben und mit Vertrauen den Zutritt zum Vater.

    Kolosser 1:21-27:

    21 Auch euch, die ihr in Denkart und bösen Werken einst Fremde und Feinde gewesen seid,
    22 hat Er nun im Körper Seines Fleisches durch Seinen Tod ausgesöhnt, um euch heilig, makellos und unbeschuldbar vor Seinem Angesicht darzustellen,
    23 wenn ihr nämlich gegründet und beständig im Glauben beharrt und euch nicht fortbewegen lasst von dem Erwartungsgut des Evangeliums, welches ihr gehört habt, das in der gesamten Schöpfung unter dem Himmel geheroldet wird, dessen Diener ich, Paulus, wurde.
    24 Nun freue ich mich in meinem Leiden für euch, und was noch an Drangsalen des Christus mangelt, ergänze ich an Seiner Statt in meinem Fleisch für Seine Körperschaft, welches die herausgerufene Gemeinde ist,
    25 deren Diener ich wurde, gemäß der Verwaltung Gottes, die mir für euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vervollständigen -
    26 das Geheimnis, das von den Äonen und von den Generationen her verborgen gewesen ist, nun aber Seinen Heiligen geoffenbart wurde,
    27 denen Gott bekannt machen will, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unten den Nationen sei, welches ist: Christus unter euch, als das Erwartungsgut der Herrlichkeit;

    Kurz: In IHM.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wichtige Hinweise:
1.) Eingereichte Leser-Kommentare geben nicht zwangsweise die geistliche Sicht und Meinung des Betreibers dieser Website wider.
2.) Der Betreiber hält sich vor, dem Wesen und Anliegen dieser Website zuwiderlaufende Kommentare nicht freizugeben resp. zu löschen. Dies geschieht selbstverständlich auf jeden Fall bei Kommentaren mit antichristlichen, beleidigenden, obszönen oder anderweitig gegen die guten Sitten oder den christlichen Geist verstoßenden Inhalten. Eine kritische und/oder kontroverse Haltung zu einem der hier verfügbaren Artikel und Texte ist dagegen keineswegs Grund für eine Nichtfreigabe, solange diese sachlich erfolgt und begründet wird.
3.) Bitte erwarten Sie nicht, dass der Betreiber dieser Website generell auf jeden abgegebenen Leser-Kommentar eingeht.
4.) Gelegentlich landen Kommentare auch ohne Spam-verdächtigem Inhalt im Moderationsordner. Woran das liegt, wissen wir nicht. Erstkommentatoren gehen generell über die Moderation. In diesen Fällen bitten wir um Nachsicht und ein wenig Geduld. Ihr Kommentar wird schnellstmöglich freigeschaltet.
5.) Wenn Sie ggf. einzusetzende Links nicht über das Quicktag/den Button "link" einbinden, bitte die URLs vorher bei short4u.de oder tinyurl.com kürzen!


468 Artikel online •
6 Besucher online