Glaubensgrundsätze der Langensteinbacherhöhe
Autor: Maier-Gerber, Hartmut, Dr. | Kategorie(n): Gemeinde, Lehre | 985 x gelesenGlaubensgrundsätze in der Verkündigung der Bibelkonferenzstätte Langensteinbacherhöhe
Präambel:
Seit 1959 hat Gott den Gründern der Langensteinbacherhöhe als freie, unabhängige Bibelkonferenzstätte einen besonderen Auftrag zum Dienst an der Leibesgemeinde Jesu Christi anvertraut. Sie entwickelt sich ja weitgehend verborgen in allen Kirchen und Gemeinschaften und reift fast unmerklich heran. Dieser Leibwerdung im Sinne einer Gelenkfunktion zu dienen, ist Inhalt dieses Auftrages der Langensteinbacherhöhe, der Schwerpunkte hat, nämlich
- heilsgeschichtliches Verständnis zu wecken und zu vertiefen
- die prophetische Schau zu üben
- die Liebe zu allen Heiligen zu praktizieren
- paulinisch-evangelistisch zu rufen und seelsorgerlich weiterzuführen
Unzählige Menschen unterschiedlichster Konfessionen haben Bibelkonferenzen und öffentliche Versammlungen zu diesen Themen auf der Langensteinbacherhöhe besucht und oft entscheidende Anstöße für ihr geistliches Wachstum mitnehmen können.
Heute, in einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit und spiritueller Vermischung wird es wichtig, auf der Grundlage des anfänglichen Auftrages und der Erfahrungen aus diesem jahrzehntelangen Dienst die Weiterführung auch schriftlich auf ein klares und eindeutiges biblisches Glaubens- und Verständnisfundament zu gründen.
Ohne dogmatische Engen bzw. Abgrenzungen sollten in Ehrfurcht vor der Bibel als dem schriftlichen Zeugnis der Offenbarung Gottes wichtige Grundlinien biblisch-heilsgeschichtlichen Verstehens formuliert werden. Sie entspringen unserem Grundauftrag und spiegeln unseren derzeitigen Erkenntnisstand wieder.
1.) Personenhaftigkeit Gottes und Zeugung des Sohnes
(In den folgenden Punkten ist “Gott” für uns immer der Vater unseres Herrn Jesus Christus und der Gott aller Götter.)
Wir glauben, dass es in dem Zeugnis der Bibel als höchste Autorität einen personenhaften Gott gibt, der vor allen Zeiten einen personenhaften, IHM wesensgleichen Sohn gezeugt hat, denn Liebe sucht das “Du”, das “Gegenüber” (Psalm 2, 7)
2.) Schöpfung der Himmel und der Erde und aller Fürsten, Gewaltigen und Mächtigen der Himmelswelt durch den Sohn
Gott ist Ausgangspunkt allen Lebens (Johannes 5, 26),
allen Lichtes (1. Johannes 1, 5) und
aller Liebe (1. Johannes 4, 7 u. 8).
Aus diesem Mittelpunkt Seines göttlichen Wesens heraus hat ER das All durch den einzig gezeugten Sohn als weiteres Gegenüber ins Dasein gerufen (Johannes 1, 3 ; Kolosser 1, 16; Hebräer 1, 2).
Im Sohn wurden alle Mächtigen, Gewaltigen und Fürsten im Unsichtbaren und Sichtbaren geschaffen (Kolosser 1, 16; Römer 11, 36).
3.) Selbstoffenbarung Gottes im Wort
Was bedeutet uns Gottes Wort?
Offenbarung ist schrittweise Enthüllung Gottes. Nach dem Ungehorsam Adams verhüllte sich Gott vor den Menschen. In den Jahrhunderten danach hat sich Gott schrittweise in Etappen wieder enthüllt (Galater 1, 11-20; Hebräer 1, 1 u. 2).
Wir glauben, dass die Bibel im Urtext das Zeugnis der Selbstoffenbarung Gottes ist. Sie wurde uns durch Menschen, die von IHM inspiriert waren, übermittelt.
Aus diesem Grund ist Gottes Wort für uns verbindlich und endgültig. Auch wenn wir keinen Urtext mehr kennen, glauben wir, dass Gott das Bewahren von Abschriften und deren Kanonisierung auch in ihren geringfügigen Verschiedenheiten überwacht hat (Jeremia 1, 12; Psalm 119, 140; Matthäus 24, 35).
4.) Inspiration des Wortes
Was ist Inspiration?
Gott hat bestimmten Menschen in den Sinn gegeben, in bestimmten Situationen bestimmte Schriftstücke mit bestimmtem Inhalt zu verfassen (2. Timotheus 3, 16; 2. Petrus 1, 21).
Diese Schriften können aber erst durch den Heiligen Geist als Gottesoffenbarung verstanden werden.
5.) Unheilsereignis und Heilsgeschichte
Was ist Heilsgeschichte Gottes?
Durch das Hineinwirken eines Unheilsereignisses in der Himmelswelt, den Fall des höchstrangigen Engels vor dieser Weltzeit in der 1. Schöpfung (Jesaja 14, 12-15; Hesekiel 28, 12-17; 2. Petrus 3, 5-7) und den darauffolgenden Fall der gesamten Schöpfung, entsteht für unseren Schöpfergott der Beschluss und der feste Wille, durch einen von IHM beschlossenen Heilsweg ein von IHM bestimmtes Heilsziel für Sein ganzes All zu erreichen (Jesaja 45, 23; Jesaja 46, 9 u. 10).
Die Entwicklung der auf diesem Weg sich vollziehenden Ereignisse nennen wir “Heilsgeschichte Gottes”. Sie geschieht entsprechend dem von unserem Schöpfergott gewählten Heilsweg und läuft ab über mehrere Zeitabschnitte, welche die Bibel “Äonen” und “Haushaltungen” nennt. Das zentrale Ereignis ist das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi (Epheser 1).
Was ist biblische Heilslehre?
Heilslehre ist die geordnete Darstellung des göttlichen Heilsplanes. Durch den Sohn führt ER ihn an der ganzen Schöpfung durch bis zum Vollendungsziel.
6.) Der Sohn im Fleisch
Wer ist Jesus Christus?
Jesus Christus ist der erste und bis zu Seiner Erhöhung zur Rechten des Vaters einzig gezeugte Sohn Gottes. ER ist Träger des vollkommenen Wesens Gottes und als Mensch auch der Erbmasse Seiner Mutter Maria, die IHN als Jungfrau durch eine göttliche Zeugung empfing. Hierdurch war ER während Seiner Erdenzeit in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und unter Gesetz getan (Römer 8, 3; Galater 4, 4).
ER ist der ins Fleisch gekommene Gottessohn.
7.) Bedeutung des Kreuzes
Welche Bedeutung hat Golgatha?
Das Oper Jesu Christi ist der höchste je erbrachte Kaufpreis. Mit ihm hat Gott die ganze Menschheit freigekauft von den Ansprüchen des Gesetzes der Sünde und des Todes (Römer 8, 2).
Darüber hinaus machte ER Frieden durch Sein vergossenes Blut am Kreuz, nicht allein mit den Menschen, sondern auch mit den Bewohnern der Himmelswelten, um sie alle zu seiner Zeit (1. Korinther 15, 22u. 23) in Sein unauflösliches Gottesleben zu zeugen (Kolosser 1, 20 u. 21; Hebräer 2, 9b; 1. Timotheus 6, 13; Offenbarung 21, 5).
Der Zeitpunkt, zu dem jeder einzelne diesen Kaufpreis erkennt und für sich im Glauben in Anspruch nimmt, ist für jeden verschieden. Gerichte Gottes sind dabei Hilfen zum Heil des Einzelnen, solange er sich eigenwillig der Annahme des Heils verschließt (Psalm 107, 10-16).
Ziel jedes Gerichtes ist das Heil des Gerichteten. Außer dieser juristischen Bedeutung Golgathas gibt es die Absicht Gottes, nicht nur der Schöpfer, sondern auch der Vater des gesamten Alls zu sein und dabei die am Kreuz erworbene Gerechtigkeit Seines Sohnes zu vererben. Wohnte doch in dem Christus die Fülle der Gottheit leibhaftig (Kolosser 2, 9). Sie hing am Kreuz, starb mit Ihm und wurde mitbegraben (Römer 6, 4-11; Kolosser 3, 24). Sie ist mit Ihm auferstanden und wohnt in Ihm zur Rechten Gottes.
Wir sehen darin die Fülle aller göttlichen Keime, mit denen eine Heilskörperschaft nach der anderen in Sein Gottesleben geboren und so vom Vater zu Gliedern am Leibe Seines Sohnes gemacht wird (Epheser 1, 10).
Alle durch diesen unverweslichen Samen, durch das “Wort Gottes” Neugeborenen haben ihr Gericht und ihren Tod auf Golgatha bereits erlitten (1. Petrus 1, 23; Jakobus 1, 18; Römer 10, 17; Epheser 1, 13 u. 14).
8.) Die leibhaftige Auferstehung
Mit Seiner leibhaftigen Auferstehung hat Jesus Christus den endgültigen Sieg über Hölle und Tod errungen (Offenbarung 1, 17). Dadurch ist für alle Zeiten die Machtfrage gelöst (Matthäus 28, 18).
9.) Der erhöhte Christus
Nach Seiner Himmelfahrt wurde der Sohn vom Vater verherrlicht und sitzt zur Rechten Gottes. Paulus wurde durch den erhöhten Christus selbst beauftragt das Evangelium der totalen Gnade und die Geheimnisse Gottes kundzutun (2. Korinther 5, 14-21; 1. Korinther 4, 1). Diesen Auftrag (wörtlich: “Befehl Gottes” — Römer 16, 26) nehmen wir ernst (Galater 1, 11-20; Johannes 17, 5; Philipper 2, 5-11; Kolosser 3, 13) und hören nicht auf, dieses Evangelium des Christus in unseren Konferenzen und Seminaren zu verkündigen.
Der erhöhte Herr gab der Gemeinde den Geist des Vaters und der Sohnschaft und mit ihm auch die notwendigen Gaben zur Auferbauung des Leibes Christi Jesu und zum Dienst an der Welt (Epheser 4, 11-16). Der Heilige Geist ist der Anwalt, der den Vater und den Sohn vertritt in den Seinen.
10.) Wandel und Heiligung der Glaubenden durch den Heiligen Geist und die Liebe zu allen Heiligen
Die paulinische Botschaft und das Leben in der totalen Gnade unseres Herrn Jesus Christus stellt sich im Wandel der Glaubenden dar. Wir bemühen uns nicht, damit wir sein Wohlgefallen “vielleicht” erreichen, sondern wir sind durch die persönliche Annahme von Tod und Auferstehung Jesu Kind des gleichen Vaters geworden. Als Dank für das Geschenk der Erwählung wollen wir IHM wohlgefallen. “Die Liebe Christi dringet uns also” (2. Korinther 5, 14).
Der Lebenswandel ist nicht zuerst an den Formulierungen des Gesetzes im Alten Testament oder anderer Lehren orientiert, sondern immer am Denken, an der Gesinnung und dem Opfer Christi Jesu für die Gemeinde und die Welt (Philipper 2, 5-11; 2 Korinther 5, 14 u. 15). Alle Imperative und Einzelanweisung haben sich IHM unterzuordnen.
Heiligung ist die Kontrolle des natürlichen, seelischen Lebens durch den Heiligen Geist, der jedem Glaubenden innewohnt, und die Aussonderung unseres Lebens für den Dienst und für das Leben mit dem Herrn.
Heiligung ist Entfaltung des Lebens Christi Jesu in uns. Dies ist ein dauerndes Sterben des fleischlichen Lebens und ein lebenslanger Prozess (1. Thessalonicher 5, 23 u. 24).
Eines der wichtigsten Zeichen der Führung durch den innewohnenden Heiligen Geist ist die Liebe zu allen Heiligen, also zu allen Gotteskindern, ohne konfessionelle oder sektiererische Abkapselung.
11.) Ziel der Wege Gottes
Gibt es ein eindeutig offenbartes Heils- oder Endziel Gottes?
In Seiner nie endenden Liebe (1. Korinther 13, 8) kann ER Seine Geschöpfe auch nach Irrwegen nie endlos quälen. ER wird immer auf ihre Rettung und Neuwerdung bedacht sein (Johannes 1, 1; Kolosser 1, 16; Hebräer 1, 2).
“ER hat uns kundgetan das Geheimnis Seines Willens, nach Seinem Wohlgefallen, das ER sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle aller Zeiten: Das All unter einem Haupte zusammenzubringen (wörtlich “emporzuhaupten”) in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf Erden ist, in IHM (Epheser 1, 9 u. 10).
“Auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters” (Philipper 2, 10 u. 11; 1. Korinther 15, 28).
Hier sind Gottes Ziele mit seiner Schöpfung eindeutig benannt. Wer kann es wagen, Zweifel anzumelden, dass Gott nicht vermag auszuführen, was ER sich vorgenommen hat?
12.) Das Geheimnis des Leibes des Christus und die Notwendigkeit der Verkündigung dieses Geheimnisses
Das höchste und vorherrschende göttliche Ziel in diesem “bösen Äon” (Galater 1, 4; Epheser 5, 16), in dem wir seit der Austreibung aus dem Paradies leben, ist die Herausrufung, Wiedergeburt und Zubereitung der künftigen Glieder des übernatürlichen Leibes Christi Jesu aus der Welt und allen Kirchen und Gemeinschaften. Darum ist Mission mit dieser Zielsetzung immer unser Auftrag. Dieses Geheimnis des Leibes des Christus war in früheren Zeitaltern verborgen, muss nach göttlichem Befehl jetzt aber verkündigt werden (Römer 16, 25 u. 26; Epheser 4, 11-13).
“Die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu Ihm hin, der das Haupt ist, der Christus, aus welchem der ganze Leib wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung nach der Wirksamkeit in dem Maße jedes einzelnen Teiles für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe” (Epheser 4, 15 u. 16).
“Denn gleichwie wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Verrichtung haben, also sind wir, die Vielen, ein Leib in Christo, einzeln aber Glieder voneinander” (Römer 12, 4 u. 5).
“ER befestigt euch nach meinem Evangelium …, nach der Offenbarung des Geheimnisses, das in den Zeiten der Zeitalter verschwiegen war, jetzt aber geoffenbart und nach Befehl des Gottes der Äonen durch prophetische Schriften kundgetan worden ist zum Glaubensgehorsam an alle Nationen” (Römer 16, 25 u. 26; Epheser 3, 4-12).
Durch die Verkündigung des Evangeliums entsteht sichtbar Gemeinde, deren Gestalt verschieden sein kann, die aber von dem einen Geist des Vaters und des Sohnes lebt.
Es gibt mehrere Heilskörperschaften, die nacheinander in göttliches Leben hineingeboren werden. Das geschieht durch den Sohn, der das Haupt seiner ständig wachsenden Leibesgemeinde ist.
In diesem Äon ist nur die Leibesgemeinde Christi Jesu Heilsziel Gottes, danach Israel als Volksganzes, dann die Völkerwelt, nach allen Gerichten schließlich die Geisteswelten.
Selbst der Feuersee verbrennt nur alles Gottwidrige, damit Gott das Unbrennbare, den Gotteshauch in allen von IHM geschaffenen Wesen in ein neues, gottebenbildliches Leben zeugen kann und ER wieder alles in allen ist (1. Korinther 15, 28; 1. Timotheus 6, 13; Offenbarung 21, 5).
Karlsbad, im Januar 1999
Für den Inhalt verantwortlich:
Dr. Hartmut Maier-Gerber


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