Die Wiederherstellung Israels nach dem Propheten Hosea
Autor: Ludwig, Rudolf | Kategorie(n): Das prophetische Wort, Heilsgeschichte, Israel | 2,570 x gelesen(Der vorliegende Aufsatz stellt ein vom Verfasser im Jahr 1927 bei einer prophetischen Konferenz in Bad Klosterlausnitz gehaltenes Referat dar)
Vorwort über Prophetie
Israel unterscheidet sich von allen andern Völkern durch sein Gesetz. — Verkennen wir aber nicht den Charakter dieses Gesetzes. Dies von Gott seinem erwählten Volk am Sinai gegebene und vom Volk angenommene Gesetz ist ein Staatsgesetz und enthält die Grundlage einer Staatsverfassung, einen Staatsplan, der einst noch im biblischen 1000-jährigen Reich auf Erden durchgeführt werden wird.
Doch: Gott kennt sein Volk; er weiß, dass Zeiten kommen werden, in denen es vom Gesetz und dem darin offenbarten Willen Gottes und damit von Gott selber abfallen wird; dass Zeiten kommen, in denen weder die Könige noch die Priester treue Hüter des göttlichen Willens sein, sondern in den Wegen der Nationen wandeln werden. Wenn also die Führer zu Verführern werden, was dann? Gegen diese schwerste Gefährdung des göttlichen Willens hat das Gesetz eine Sicherung getroffen, eine Sicherung, die mächtiger sein soll als alle andern im Staat aufkommenden Gewalten, nämlich: die Einrichtung des Prophetentums! Auf den wahren Propheten, der furchtlos gegenüber den Mächtigen und dem Volk des Landes für Gott eintritt, soll das Volk hören. Der Prophet tritt auf, um die zerrüttete Ordnung wiederherzustellen.
Aber wo Gott eingreift, macht auch der Satan mobil. Das zeigt uns das falsche Prophetentum in Israel. Es waren dies eine Art Volksredner, die das Wesen der wahren Propheten treulich nachahmten, in Wahrheit aber den Machthabern, den Königen und Priestern, schmählich Handlangerdienste leisteten. Diese falschen Propheten waren Volksverführer der schlimmsten Sorte. Für Bezahlung boten sie den Mächtigen ihre Dienste an und scheuten sich nicht, die schamlosesten Lügen mit dem Ernst des geisterfüllten, wahren Propheten vorzutragen. Die verderbten Könige bedienten sich dieser feilen Lobredner, um durch sie den Einfluss der wahren Propheten zu bekämpfen. — Wir können es nachfühlen, dass da die Tätigkeit und die Lage der wahren Propheten eine überaus schwere und gefahrvolle war. —
Nach dieser Einführung wollen wir nun an die Schrift des Propheten Hosea herantreten. Für nicht nötig halte ich es, auf die Zeitgeschichte Hoseas im Einzelnen einzugehen, weil ich sie als bekannt voraussetze oder sie in den Königsbüchern nachgelesen werden kann.
Neun Stämme des Volkes Israel hatten nach dem Tode des Königs Salomo die Herrschaft vom Hause Davids gerissen, wie die Schrift 2. Kön. 17, 21 sagt und bildeten von da an ein selbständiges Reich, das sog. Nordreich, Reich Ephraim oder Israel — neben dem Bruderreich Juda.
In diesem Nordreich nun erfolgte das Auftreten des Propheten Hosea, nachdem ihm hier die Propheten Elia und Elisa, sowie unmittelbar Amos vorangegangen waren. Das Wirken Hoseas fällt etwa in die Zeit des 13. von im ganzen 19 Königen dieses Nordreiches, Jerobeam II., genannt der Große, weil unter ihm Israel den Höhepunkt seiner Macht erreichte. Nach den Angaben im Hoseabuch ist etwa eine 30-jährige Wirkungszeit Hoseas anzunehmen. Gegen Ende seiner Tätigkeit fällt übrigens auch der von Jesaja ausgesprochene Verhärtungsbeschluss über Gesamtisrael.
Die Botschaft Hoseas ergeht an das Nordreich, einige Male erwähnt er auch Juda, und mehrfach können übrigens unter Israel nur beide Reiche verstanden werden. Von andern Völkern, also Nichtjuden, spricht Hosea nicht.
Hosea heißt: Rettung oder Hilfe, und das ist auch der Grundgedanke seines Buches — aber Rettung durch Gericht hindurch! Gegenstand dieser Rettung ist das Volk Israel. Das Verhältnis Gottes zu Israel wird als ein Eheverhältnis dargestellt. Aber durch den dauernden Bruch dieses Liebesbundes mit seinem Gott bringt Israel schweres Gericht auf sich. Aber im Gericht erschöpft sich nicht etwa die Gottestat, vielmehr wird durch das Gericht ein Zustand des Volkes zu seinem Besten geschaffen werden, denn es ist ein Erziehungsgericht und wird zu gründlicher Sinnesänderung des Volkes führen, worauf dann Gottes barmherzige Liebe den Liebesbund mit Israel wiederherstellen wird.
Um dem Volk diese Gedanken Gottes anschaulich mitzuteilen, beruft Gott den Propheten Hosea zur Vollziehung einer eigenartigen Handlung: er bekommt den Auftrag, ein hurerisches Weib zu heiraten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Ehe Hoseas eine Vorgeschichte hat. Wenn uns z. B. die Vorgeschichte Hiobs nicht bekannt wäre (das Zwiegespräch zwischen Gott und Satan), dann würden wir die Handlungen Gottes mit Hiob auch nicht oder nur schwer verstehen. So wird uns denn auch von Hosea in der jüdischen Überlieferung folgender Vorgang erzählt: Gott hatte Hosea befragt, was mit Israel, das sich so schwer versündigt habe, geschehen solle. Hosea antwortete: “Tausche es um gegen ein anderes Volk”, worauf Gott aber erwiderte: “Was ist mit einem Manne anzufangen, der fürsprechende Teilnahme für meine Kinder nicht gelernt hat?”, worauf dann der göttliche Auftrag gefolgt sei: “Nimm dir ein hurerisches Weib” usw. So wäre auch hier das eigenartige Handeln und Verlangen Gottes von Hosea verständlicher, und es wäre ferner eine sehr gute Lektion, nicht allein für Hosea selbst, sondern auch für alle damaligen treuen Israeliten gewesen, fürbittende Teilnahme auch für die untreuen Brüder zu üben, statt sie zu richten und zu verdammen. Hosea wäre also danach das Gegenteil des einst so unermüdlich bei Gott Fürsprache einlegenden Abraham gewesen.
Die Ehe Hoseas nun stellt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels in lebenden Bildern dar. Die Ehe mit ihren ernsten Erfahrungen ist in den ersten drei Kapiteln der Anknüpfungspunkt für die Aussprüche über Israel, besonders aber derjenigen über die Zukunft Israels. Es würde schwer halten, diese Stellen, wollte man sie aus diesem Zusammenhang herausreißen, für sich allein verständlich zu machen. Daher wollen wir die göttliche Eigenart des Hosea beibehalten, indem wir sein Zukunftsbild im Rahmen dieser Ehe betrachten und am Schluss nur einige für unser Thema wichtigere Stellen des 14. Kapitels anfügen werden.
Wir kommen nun zu unserm eigentlichen Thema, dem
Zukunftsbild über Israel bei Hosea
Als Übersetzungstext ist der aus dem Kommentar von Wünsche gewählt worden. — Und Jahwe sprach zu Hosea: “Geh, nimm dir ein Hurenweib und Hurenkinder, denn hurend hurt das Land von Jahwe weg” (Kap. 1, 2).
Diese gebotene Handlung soll also in sinnbildlicher Weise den Abfall des Landes, des Volkes, von seinem Bundesgott dem Volk anschaulich machen. Der Prophet soll mit seiner Person und mit seiner Handlung ein Wahrzeichen und eine Offenbarung für Israel sein. Das hier erwähnte Huren, die Untreue des Volkes, wird im ganzen Buch verstreut näher erläutert. Diese Sünde Israels ist nicht nur von heute und gestern. Schon von den Tagen Jakobs an erstreckt sie sich über die Freveltaten der Zeit des Mose und der Richter hinweg bis in die Gegenwart mit ihren tiefen religiösen, politischen und sittlichen Verderbnissen. Weiter brauchen wir auf die Sünde Israels nicht einzugehen, möchten nur noch darauf hinweisen, dass bei keinem andern Propheten die Vergangenheit Israels so oft erwähnt wird wie in den Reden Hoseas.
“Und er ging hin und nahm die Gomer, die Tochter Diblaims” (1, 3a). — Immer und immer wieder sind der israelitischen Nation Männer der Tat erstanden, in deren Leben die Macht Gottes nicht nur Glaube, sondern Erlebnis war. Wir erinnern da nur an Jesajas Einhergehen in Nacktheit (Jes. 20, 2), Jeremias Wandeln unter dem Ochsenjoch (27, 2), Hesekiels Belagerung Jerusalems (4, 1), und hier ist es diese so wunderbare Ehe Hoseas, die für ihn doch eine erschütternde und eine Handlung war, die ihn in der öffentlichen Meinung herabwürdigte. “Und er ging”, sagt die Schrift ganz einfach. Wie leicht liest man über diese wenigen Worte hinweg und doch, welche Bedeutung und welche Folgen hatte dieses Hingehen für den seinem Gott gehorsamen Propheten! Können wir uns in seine Lage hineindenken? Ein hurerisches Weib zu heiraten, von dem daher zu erwarten ist, dass es auch ehebrecherisch wird? Vor sich ein ganzes vom sittlichen Standpunkt aus verpfuschtes Leben? — Ja, die Erfahrung des Propheten ist ein lebendiges Hineingreifen seines Gottes in sein privates Leben, das ihn aus der ruhigen Bahn eines bürgerlichen Lebens herausreißt und ihn zwingt, in Widerstreit zu treten zu den Menschen seiner Tage. — “Und er ging und nahm die Gomer.” Die Ehe ist also wirklich geschlossen worden, wie die Schrift uns sagt. Ich betone das, weil es Ausleger gibt, die die Handlungen Hoseas nur als schriftstellerische Ausmalung ansehen möchten und nicht als wirkliche Ereignisse. — Nein, gerade durch ihre greifbare Wirklichkeit wirkte diese Ehe mit ihren Begleiterscheinungen und den dazu gegebenen Erklärungen Jahrzehnte hindurch viel aufsehenerregender und eindrucksvoller als eine kunstvolle Rede.
Die Deutung des Namens Gomer ist unsicher, etwa: Vollenden, vollführen, reif sein (zur Strafe). Im ganzen Buch wird nirgends wieder auf diesen Namen Bezug genommen oder ihm eine Bedeutung oder Deutung gegeben. Der Zahlenwert ist 243, das ist dreimal der Faktor der Empfängnis. — Der Ton bei der Gomer liegt auf der sittlichen Eigenschaft dieses Weibes; es ist ein hurerisches und soll so den Zustand des Volkes darstellen. Schon kurz nach dem Tag der Eheschließung mit Jahwe am Sinai, ja noch an der Stätte derselben wurde Israel hurerisch, das zeigt uns die Vergötterung des goldenen Kalbes.
Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Hier liegt nun aber das Gewicht der Darstellung in der Namengebung dieser Kinder: “Und sie ward schwanger und gebar ihm einen Sohn. Und Jahwe sprach zu ihm: Nenne seinen Namen ‘Jesreel’, Gott sät” (1, 3.4a).
“Jesreel” war für Israel ein unheimlicher Erinnerungsname mit böser Vorbedeutung, ein Wort, das alle beunruhigte. Mehrmals war Jesreel der Ort großer Schlachten; es waren auch viele Schandtaten hier zur Ausführung gekommen, durch welche Israel Schuld auf Schuld auf sich lud, so z. B. die Steinigung des Naboth. Aber auch das der Königin Isebel angedrohte schauerliche Gericht wurde hier an ihr vollstreckt — 15 Jahre nach der Androhung buchstäblich so vollstreckt, wie es der Prophet Elia vorhergesagt hatte. Ferner wurde hier auch durch Jehu das angekündigte göttliche Vergeltungsgericht am Hause Ahab vollzogen. So war denn der Name Jesreel ein schauerliches Wahrzeichen dafür, dass Gott auch die Gerichte durchführt, die er androht, und das sagt uns auch die göttliche Begründung zu dieser Namengebung: “Denn noch um ein Kleines, und ich ahnde das Blutvergießen Jesreels am Hause Jehu und mache ein Ende dem Königtum des Hauses Israel. Und geschehen wird es an jenem Tage, dass ich zerbreche den Bogen (d. i. die Macht) Israels in der Ebene Jesreel” (1, 4b.5).
Mag die Tat Jehus seinerzeit zwar auf Geheiß Gottes geschehen sein, so soll sie dennoch als Blutschuld angerechnet werden, weil der König Jehu und seine Nachkommen durch den zu Bethel und Dan eingerichteten Kälberdienst sich eben wieder derselben Missetat schuldig gemacht hatten, welche gerade Jehu am Hause Ahab zu rächen hatte. Insonderheit hatte Jehu aber die Blutschuld auf sich geladen, dass er den göttlichen Auftrag, nur das Haus Ahabs auszurotten, überschritt, indem er auch Ahabs Große und Vertraute und sogar den zum Besuch nach Jesreel gekommenen judäischen König Ahasja und dessen Brüder, also Glieder der davidischen Königsfamilie, erschlug (vgl. Ri. 6, 33; 7, 11; 1. Sam. 29, 1; 1. Kön. 21, 23; 2. Kön. 9, 33ff.; 1. Kön. 21, 21.22; 2. Kön. 10; 2. Kön. 9, 7-10; 2. Kön. 10, 11; 9, 27; 10, 13.14).
Hosea fährt fort: “Und sie ward abermals schwanger und gebar eine Tochter und Jahwe sprach zu ihm: Nenne ihren Namen ‘Nichtgeliebt’. Denn nicht will ich weiter das Haus Israel lieben … Und sie entwöhnte Nichtgeliebt und ward schwanger und gebar einen Sohn. Und er sprach: Nenne seinen Namen ‘Nicht-mein-Volk’, denn ihr seid nicht mein Volk, und ich werde nicht euer sein” (1, 6.8).
Es erübrigt sich, viel hierzu zu sagen. Wir wissen, dass dieses damalige Zukunftsbild, diese dreifache Strafandrohung, in Erfüllung gegangen ist, und damit ist für Hosea — mit den Worten Daniels gesprochen — Schauung und Prophet bestätigt. Die Schrift stellt diese Tatsache mit den Worten fest: “Die Kinder wandelten in der Sünde Jerobeams, die er beging und ließen nicht davon, bis Jahwe Israel von seinem Angesicht entfernte, wie er es durch alle seine Knechte, die Propheten angekündigt hatte, und es wanderte Israel aus seinem Lande gefangen nach Assur” (2. Kön. 17, 22ff.).
Das trostlose Bild verwandelt sich nun aber plötzlich in ein hoffnungsvolles Bild der Zukunft, denn sofort folgt nun im Text eine Verheißung:
“Und sein wird die Zahl der Kinder Israel wie der Sand des Meeres, der sich nicht messen und nicht zählen lässt, und geschehen wird es, an dem Ort, da man zu ihnen sagte: ‘Ihr seid nicht mein Volk’, wird zu ihnen gesagt werden: Kinder des lebendigen Gottes” (Kap. 2, 1 = 1, 10).
Immer wieder und gern will ich es sagen: Wie treu ist doch Gott in seinem Wort! Noch angesichts der furchtbaren Vernichtungsgerichte über Israel beginnt er mit der ersten Heilsverheißung. Er wiederholt seine Zusage, die er vor Jahrhunderten dem Stammvater Abraham gab: Ich schwöre bei mir selbst, dass, weil du dieses getan und deinen einzigen Sohn nicht verweigert hast, werde ich dich segnen und mehren deine Nachkommen, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Rande des Meeres — trotz aller Vernichtungsgerichte! Schon der Name Abrahams, Vater der Menge, weist auf diese Verheißung hin, ja sogar die Zahl dieses Namens (248), denn sie ist das Zahlenbild für eine ins Unendliche wachsende Vervielfältigung: 2-4-8 usw. Den gleichen Zahlenwert hat übrigens auch das Wort: Mutterschoß.
Aber nicht nur in seiner äußeren zahlenmäßigen Beschaffenheit wird Israel einst ein großes Volk sein, sondern auch in seiner inneren Qualität. An der Stätte, wo ihre Verwerfung verkündet wurde, nicht in den Ländern des Exils, sondern in dem schon Abraham verheißenen Lande, werden sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden; das Volk wird dann in einem innigen Kindesverhältnis zu seinem Gott stehen, wie er schon 5. Mo. 14, 1 sagt: “Ihr seid Kinder Jahwes, eures Gottes”, des lebendigen Gottes, so heißt Gott im Gegensatz zu den ihm gegenüber ohnmächtigen Götzen.
Die Weissagung fährt fort: “Und sammeln werden sich die Kinder Judas und die Kinder Israels zumal und werden sich ein Haupt wählen und heraufziehen aus dem Lande, denn groß ist der Tag von Jesreel. Sprechet zu euren Brüdern: ‘Mein Volk’ und zu euren Schwestern: ‘Begnadigte!’” (2, 2 = Kap. 1, 11; 2, 1). — Im Vordergrund steht hier der Gedanke, dass auch das Reich Juda das Schicksal des Brudervolkes teilen wird, wenn auch etwas später. Die Stämme aus beiden Reichen werden sich einst sammeln und sich ein Haupt wählen, die unselige Spaltung wird dann aufgehoben und das ganze Israel wieder eine Gemeinschaft unter einem Haupt sein.
Diese Sammlung kann ich in erster Linie nur mit der Sammlung des Volkes Israel als Einheit in der letzten Zeit, nach der Entrückung der Gemeinde gleichstellen, wie sie auch Zeph. 2, 1-3 erwähnt wird: “Kommt zusammen, sammelt euch, Volk, unwürdig der Liebe, ehe der Beschluss den Tag bringt, plötzlich, wie vorüberwehender Staub, ehe über euch kommt der grimmige Zorn Jahwes, ehe über euch kommt der Tag Jahwes. Suchet Jahwe … suchet Gerechtigkeit, suchet Demut, damit ihr einige Zuflucht findet am Tage des Zorns Jahwes.”
Gestützt wird die Annahme durch die Tatsachen, einmal, dass in Offb. 7 von Versiegelten aus fast allen Stämmen Israels die Rede ist, nur Dan und Ephraim fehlen unter den Versiegelten. Zum andern: dass an der dann beim Beginn des 1000-jährigen Reiches folgenden Verteilung des Landes (Hes. 48) alle Stämme, ohne Ausnahme, beteiligt sein, also auch da sein werden. Bei Gott gibt es keine “verlorenen” Stämme. Bei der Sammlung in der letzten Zeit würde dann das eine Oberhaupt (es heißt hier nicht etwa “König”!) Elias sein; eine Annahme, die auch von jüdischen Auslegern vertreten wird. In zweiter Linie wird dann aber auch die Sammlung Israels am Ende der letzten Zeit in Frage kommen, worauf Mt. 24, 31 Bezug nimmt (vgl. auch Röm. 11, 26; Offb. 19, 7.8).
Also: Zu Beginn der letzten Zeit ziehen Israeliten heraus aus den Ländern des Exils und vereinigen sich unter ein Haupt, Elia, der zurückführen wird das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, wie Maleachi am Ende geschrieben steht; dazu Offb. 11, 3ff. “Denn groß ist der Tag von Jesreel.” Wieder erscheint hier Jesreel, aber nun in seiner guten Bedeutung; Gott sät – bedeutet hier: er sät ein, sät oder pflanzt an diesem Tage sein Volk wieder in sein Land ein, das sich nun freudig begrüßt mit den Worten: “Mein Volk” und “Geliebte”.
In den weiteren Versen des zweiten Kapitels folgt nun eine bildliche Rede. Das Volk wird durch die Ausdeutung der Ehe Hoseas angeredet. Es wird der Zustand des Weibes während seiner Trennung und Verwerfung beschrieben, ihr im besonderen gesagt, was sie nun alles entbehren und erleiden muss. Da erst kommt dem Weibe zum Bewusstsein, was es alles verloren hat.
“Rechtet mit eurer Mutter, rechtet!” (2, 4 = 2, 2). — Damit wendet sich Hosea nun an die Kinder, diejenigen Israeliten, die das Wesen ihrer Mutter nicht teilen, sondern ihrem Gott ehrlich dienen. Selbst von der schlimmsten Zeit des Königs Ahab heißt es: “Ich ließ mir übrig 7000 Mann, welche ihre Knie nicht gebeugt vor dem Baal” (1. Kön. 19, 18; Röm. 11, 4.5). So ist denn auch in der Gegenwart, der Zeit der Verwerfung Israels, ein Rest nach Gnadenwahl vorhanden. An solche Israeliten ergeht das dringende Wort: Rechtet! Führt die Streit- oder Rechtssache Gottes, zögert nicht, rechtet einer mit dem andern, um ihn auf den Weg Jahwes zurückzubringen.
“Dann wird sie sagen: Ich will doch gehen und zurückkehren zu meinem ersten Mann; denn besser war es mir damals als jetzt.” (Kap. 2, 9 = 2, 7). — Eine alte aramäische Übersetzung des hebr. Textes sagt hier: “Und sie wird suchen den Frieden bei den Völkern, aber ihn nicht erreichen; und sie wird suchen Unterstützung und nicht finden; dann wird sie sagen: Wohlan denn, ich will zurückkehren zum Dienst meines vorigen Herrn; denn besser erging es mir damals, als ich vor ihm diente als jetzt. Nicht will ich fürder den Götzen dienen.” Das sagt das Weib — und was tut Gott?
“Darum siehe: Ich will sie locken und in die Wüste führen und will ihr zum Herzen reden” (Kap. 2, 16 = 2, 14). — Wo bringen wir diesen Vers unter? Doch wohl bei Offb. 12: “Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel, ein Weib, das von der Sonne umgeben war, und der Mond war unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt war ein Kranz von 12 Sternen. Die ist schwanger und schreit vor Wehen und vor der Qual des Gebärens. Und ein weiteres Zeichen erschien am Himmel, ein gewaltiger Drache, feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Diademen auf seinen Köpfen … und der Drache stand vor dem Weibe, das gebären sollte, um ihr Kind, sobald es geboren wäre, zu verschlingen. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker mit eisernem Stabe weiden soll. Und ihr Kind wurde (sogleich) zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Das Weib aber floh in die Wüste, wo sie einen Platz hat, der von Gott zubereitet ist, damit man sie dort verpflege 1260 Tage … Und als der Drache sah, dass er hinab auf die Erde gestürzt worden war, verfolgte er das Weib, das den Knaben geboren hatte. Da wurden dem Weibe die beiden Flügel des großen Adlers verliehen, damit sie in die Wüste an ihren Platz fliehen könnte, wo sie fern vom Angesicht der Schlange verpflegt wird eine Zeit und (2) Zeiten und ½ Zeit. Darauf schleuderte die Schlange aus ihrem Rachen Wasser wie einen Strom hinter dem Weibe her und wollte erreichen, dass es von dem Strom fortgerissen würde. Aber die Erde kam dem Weibe zu Hilfe; die Erde öffnete ihren Schlund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschleudert hatte. Da geriet der Drache in Zorn über das Weib und ging davon, um Kampf anzufangen mit den übrigen ihres Samens, denen nämlich, die die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu besitzen.”
Haben wir in Hosea 2, 16 (14) nur erst die Verheißung in noch verschlossener Knospe vor uns, so sehen wir in diesem Abschnitt deren völlige Entfaltung! Das Weib ist die israelitische Endgemeinde in Jerusalem bzw. in Judäa, während die übrigen ihres Samens die in aller Welt zerstreuten gläubigen Israeliten sind. Die Wüste wird, wie vor Zeiten, Israel, dem Weibe, einen Zufluchtsort bieten, wo sie nicht nur verpflegt wird, sondern auch: hier will Gott “ihr zu Herzen sprechen”, wie Hosea sagt. Es ist das eine Vorbereitungs- und Übergangszeit Israels für seinen in Aussicht stehenden offiziellen Einzug in das ihm verheißene Land, in welchem während der gleichen Zeit der ob der Rettung des Weibes grimmig gewordene Drache durch das Tier und den falschen Propheten gegen die übrigen des Weibes in aller Welt wüten und der Zorntag Jahwes sein wird. In dem entrückten Sohn des Weibes aber erkennen wir die 144.000 aus Israel Offb. 7, 1-8 (i. V. m. 2, 27), denen auch eine Entrückung bevorsteht, ähnlich der der Christusgemeinde, mit dem Unterschied, dass die Gemeinde zu ihrem Herrn und Haupt, die 144.000 aber zu Gott und zu seinem Thron entrückt werden.
Es ist hier am Platze, unser Augenmerk nebenher auf eine Stelle Hoseas zu richten und zwar: “In ihrer Bedrängnis werden sie mich eifrig suchen und einer zum andern sprechen: Auf, lasst uns zu Jahwe umkehren; denn er hat zerrissen, und er wird uns wieder heilen, hat Wunden geschlagen und wird sie uns wieder verbinden. Beleben wird er uns nach 2 Tagen, am dritten richtet er uns wieder auf, dass wir leben” (5, 25 = 5, 15 - 6, 2).
Diese Stelle ist mit Vorsicht auszulegen, man spricht gern von diesen “Tagen” im Sinne von 3000 Jahren und stellt Berechnungen an. M. E. ist das aber nicht die Absicht dieser Stelle, sie bezieht sich vielmehr auf die letzte Zeit. Die Redensart, die hier dem Volk in den Mund gelegt wird, ist sprichwörtlich und wird in der Schrift viel benutzt. So ist die 3 z. B. die Zahl einer Unglücks- oder Fluchzeit, eine Zeit der Entscheidung, sie bedeutet den Stoff, das Ungerade und Begrenzte, Vergängliche, Materielle, und ihr Reich ist die Scheol. Sie ist aber auch Auferstehungsmotiv und ihr Ablauf zeigt den Anbruch einer neuen und Segenszeit an. Weiter können wir hier nicht auf die “3″ eingehen. — Besonders wollen sich die Worte Hoseas an die mosaische Weissagung (5. Mo. 32, 39) anlehnen: “Ich töte und belebe, verwunde und heile.” Das Beleben ist als Wiederherstellung gedacht, Wiederherstellung der abgestorben gewesenen israelitischen Jahwe-Gemeinde in politischer, religiöser und sozialer Hinsicht. Denselben Gedanken finden wir Hes. 37.
“Und ich gebe ihr die Weinberge von dort aus und das Tal des Verderbens (Achor) zur Pforte der Hoffnung, und singen wird sie daselbst wie in den Tagen ihrer Jugend und wie am Tage, da sie heraufzog aus Ägypten” (2, 16.17 = 2, 15.16). — Diese Worte sind Weissagung für die erwähnte Wüstenzeit, von hier aus will Gott ihnen dann ihre Weinberge wiedergeben. Absichtlich erwähnt Gott die Weinberge, weil er im gleichen Kapitel gesagt hatte: “Ich werde ihren Weinstock vernichten (2, 14 = 12). Das Tal Achor wurde ein Malzeichen des strengen Strafverfahrens Gottes (Jos. 7), jetzt soll es ihnen das Tor werden, durch das sie ihren feierlichen Einzug in ihr Land halten werden. Da wird das Weib Israel, das nun gedemütigt und zur Jahweerkenntnis gekommen ist, singen, wie in den Tagen ihrer Jugend. Damals sangen Moses und die Kinder Israel ein Lied dem Jahwe. Bitte, lesen Sie dieses herrliche Lied. Es steht 2. Mo. 15 und klingt aus in die Worte: “Nun führst du mit deiner Gnade das Volk, das du erlöst hast; du leitest es mit deiner Macht zu deiner heiligen Wohnstätte … Jahwe wird König sein immer und ewiglich!”
“Und es wird geschehen an jenem Tage, ist der Ausspruch Jahwes, da wirst du mich rufen: Mein Gemahl! Und nicht wirst du mich fürder rufen: Mein Baal!” (2, 18 / 16). — Ehegemahl deutet hier auf das Liebesverhältnis hin, während Baal (Herr, Despot, Tyrann) das von Furcht genährte Herrschaftsverhältnis im Auge hat, so dass der Sinn ist: Ihr werdet mich nun verehren aus Liebe und nicht aus Furcht.
“Und ich werde einen Bund für sie schließen an jenem Tage, mit dem Getier des Feldes und mit dem Gevögel des Himmels und dem Gewürm der Erde; und Bogen und Schwert und Krieg tilge ich aus von dem Lande und lasse sie sicher wohnen” (2, 20 / 18).
Damit kommen wir zu den Segnungen des 1000-jährigen Reiches. Gott legt den verschiedenen Tieren, die ja zum Nutzen der Menschheit geschaffen sind, die Verpflichtung auf, dem Volk zu dienen und ihm nützlich zu sein, statt wie bisher ihm zu schaden. Ein Feld- und Gartenbesitzer kann es am besten würdigen, wie viel schweren Schaden das allerlei Getier dem Erdboden und seinem Gewächs zufügen kann. Welch reichen Segen wird dieser Friede in der Tierwelt dem Volke bringen.
Aber nicht nur von der feindlichen Beeinflussung der Tierwelt wird das neue Israel frei sein, es wird sich auch in staatlicher und politischer Hinsicht eines Friedens erfreuen können. Gott hat die Regierung wieder übernommen, kein Krieg ist da mehr, sondern sicheres Wohnen — Friede in des Wortes wahrer Bedeutung; ein Zustand des Unversehrtseins und Ungefährdetseins, der Ruhe und Sicherheit, des Glücks und Heils im weitesten Sinne. Nicht menschliche Heere, Bünde, Politik und Diplomatie können dem Volk diesen wahren Frieden schaffen, sondern nur Gott selbst. “Wenn ihr nach meinen Gesetzen wandelt und meine Gebote beobachtet und sie tut” (3. Mo. 26, 3ff).
“Und ich verlobe dich mir auf ewig, und ich verlobe mich dir in Recht und Gerechtigkeit und in Liebe und Erbarmen. Und ich verlobe dich mir in Treue. Und du wirst Jahwe erkennen” (2, 21 / 19.20). — Mit dem ungetreuen und verstoßenen Weibe erfolgt eine neue Verbindung. Der beleidigte Ehegemahl hat die Treulosigkeit seines Weibes vergeben und handelt nun so, als ob es nichts verbrochen hätte. Und wie der Mann bei der jüdischen Ehe einen Schatz mitbringt, so bringt Gott hier Gerechtigkeit und Recht, Liebe und Erbarmen mit. Die erste und letzte Verlobungsgabe aber ist “Ewig” und “Treu”. Da verstehen wir, dass es seitens Israels die wahre Erkenntnis Jahwes ist, von der das neue Ehebündnis getragen wird. Denn Jahwe ist der Ewige und Treue. Feierlichkeit und Ernst atmet die Rede in der dreimaligen Wiederholung: Ich verlobe mich dir. Diese Verse lehren tiefinnerstes Erbarmen Gottes über die menschliche Schwachheit und Sündhaftigkeit; der Sinn von Liebe und Erbarmen ist, dass die Verlobung Gottes mit Israel nicht von Verdienst und Werken und Würdigkeit abhängig ist, sondern einzig und allein ein Akt unendlicher Liebe und unaussprechlichen Erbarmens Gottes! – Freilich, die wackeren und starrsinnigen Gegner der Allversöhnung werden ja lieber das treulose Weib in seiner Schande untergehen und verderben lassen und es zu endloser Strafe verdammen wollen, als es auf den Wegen der göttlichen Liebe wieder zu sich und zu Gott zurückzubringen!
“Und es wird geschehen an jenem Tage: Ich werde antworten, ist der Ausspruch Jahwes, werde antworten dem Himmel, und der wird antworten der Erde, und die Erde wird antworten dem Korn und dem Most und dem Öl; und diese werden antworten: Jesreel! Gott sät! Und ich säe sie mir im Lande und übe Liebe an der Nichtgeliebt und sage zu dem Nichtmeinvolk: Mein Volk bist du, und dieser wird sagen: Mein Gott!” (2, 23-25 / 21-23).
Sind das nicht herrliche und ergreifende Worte? Himmel und Erde im Dienste des Volkes. Himmel, Erde, Korn, Most Öl sind gedacht als lebendige Dinge, als sehnsüchtig fragend, ob denn nicht der jedes Mal Höhere den ihm zukommenden Segen zu der nun endlich erfolgten Eheschließung Israels spenden wolle. Auf dieses fragende, sehnsüchtige Verlangen, die harrende Sehnsucht der Schöpfung, wie Paulus Röm. 8, 19 sagt, die Sehnsucht, die ihr von Gott gestellten Aufgaben erfüllen zu können, wird hier geantwortet: zustimmend, gewährend, freilich zunächst nur für einen Teil der Erde, das Land Israel, welches sich dann erstreckt “vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom Phrat” (1. Mo. 15, 18). — Aber: Wenn ihre Verwerfung einer Welt schon Versöhnung bringt, was wird ihre Annahme der Welt anderes bringen als Leben aus den Toten (Röm. 11,15)?
So sind denn die drei Unheilsnamen des 1. Kapitels zu Heilsnamen umgewandelt worden! Durch die Gnade Jahwes!
Wir kommen nun zum 3. Kapitel, dem letzten, das von der Ehe Hoseas spricht, aber in etwas anderem Sinne als bisher.
“Und Jahwe sprach zu mir: Gehe noch einmal hin und liebe ein Weib, das einen andern liebt und ehebrecherisch ist — so wie Jahwe selber die Kinder Israels liebt, während sie sich zu andern Göttern wenden” (3, 1).
Unter dem Weib kann nur die Gomer verstanden werden. Es heißt nicht wie das erste Mal: “Geh hin und nimm dir ein hurerisches Weib”, sondern: “geh noch einmal hin und liebe ein Weib, das ehebrecherisch ist”, und dann: wäre hier ein anderes Weib gemeint, so wäre ja Hosea seinem ersten Weibe untreu geworden, und das würde, symbolisch angewendet, dann auch auf Gott angewendet werden müssen. Die so betonte Treue würde dann ja in ihr Gegenteil, die Untreue, verkehrt werden. Ich sage das, weil es Ausleger gibt, die annehmen, dass hier von einem anderen Weibe die Rede sei.
Hosea soll sein ehebrecherisches Weib so lieben, wie Jahwe das ehebrecherische Israel liebt. Und wie liebt er es? Das wird in diesem dritten Kapitel in dem weiteren Verhalten Gottes zu Israel gezeigt, dass Gott seinem Weibe Israel, das die Ehe gebrochen hat, seine Liebe nicht entzieht, sondern ihm sogar auch noch treu bleibt; der Ehebrecherin soll also gerade das erwiesen werden, was sie versäumt und durch ihren Ehebruch verscherzt hat, nämlich Liebe und Treue. Wurde in der Eheschließung Kap. 1 die bestehende Verkehrung des normalen Verhältnisses zwischen Gott und Israel und in den Kindern die dadurch verdienten Strafen, wurde dann im 2. Kap. die Tatsache des Ehebruchs, der Ehetrennung und Verstoßung abgebildet, überall im Hintergrunde des Bildes aber trostreiche Verheißungen, so wird nun im 3. Kap. die Heilung der Ehebrecherin beschrieben, umrahmt von der herrlichen Verheißung der Wiederherstellung des einstigen Eheverhältnisses und Eheglücks!
Wie die drei Unglücksnamen der Kinder in ihr Gegenteil verwandelt worden sind, so geschieht dies nun auch noch mit der Unglücksehe. Hieß es dort: du sollst das Weib nehmen, gerade darum, weil es eine Hure ist, und durch diese Verehelichung zeugen wider Israels Sünde, Verwerfung und Gericht, so heißt es jetzt: du sollst sie lieben und ihr treu bleiben, obwohl sie eine Ehebrecherin ist und damit zeugen von Israels Hoffnung.
“Und ich erkaufte sie mir für fünfzehn Silbersekel, ein Homer Gerste und ein Letech Gerste” (3, 2). — Von den Auslegern sind an diesen Kaufpreis verschiedene allegorische Betrachtungen geknüpft worden; doch wir können diese auf sich beruhen lassen, sie arten zuweilen in Spielereien aus. Annehmbar für Hosea scheint mir die Auslegung, dass, da Hosea 4, 6 auf einen bestimmten Priester und seine Söhne schilt und 4, 11ff. die Priester als die Verführer zur Hurerei bezeichnet, dass sich Hoseas Weib im Hause dieses Priesters als Tempelsklavin aufgehalten und Hosea sie von diesem zurückgekauft hat. So entspricht auch der genannte Kaufpreis dem Gesamtwert nach dem 2. Mo. 21, 32 genannten Preis für einen Sklaven.
Vor allem aber, und das ist das Wichtigste bei diesem Vers — ist das Zurückkaufen seines Weibes für Hosea abermals ein schwerer Leidens- und Demütigungsweg gewesen, denn er hatte ja als Israelit nach dem Gesetz das Recht und nach außen hin auch die moralische Pflicht, sein ehebrecherisches Weib steinigen zu lassen (3. Mo. 20, 10; 5. Mo. 22, 22). So aber geht er vielmehr den ihm von Gott vorgezeichneten und seiner Umgebung wahrscheinlich zunächst ganz unverständlichen Weg der göttlichen Liebe; er richtet nicht sein Weib, sondern er erkauft er zurück!
Ist Gott nicht auch den Weg des Leidens und der Erniedrigung gegangen? Hat er doch Israel, ja, die ganze Menschheit, zurückgekauft: “Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sogar seinen einzigen Sohn hingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern äonisches Leben haben. Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, vielmehr damit die Welt durch ihn gerettet würde” (Joh. 3, 16.17). —
“Und ich sprach zu ihr: Viele Tage wirst du abgesondert mir bleiben, nicht huren und keinem Manne angehören, und auch ich werde dir nicht angehören” (3, 3). — Hosea greift nun zur Liebeszucht. Er trifft Maßnahmen, die eine Besserung der Gomer bewirken und sie zu einem treuen Weib erziehen sollen. Nicht nur wird ihr die Gelegenheit zum Huren, sondern auch, bei Abgesondertsein in Einsamkeit, jeglicher Verkehr, auch der eheliche, entzogen, bis zu einer Zeit, wo sie geheilt ist. In diesem Vers liegt also ein Doppelsinn!
Und nun bringt der folgende Vers diese doppelsinnige, symbolische Handlung Hoseas in Verbindung mit dem Geschick des Volkes Israel:
“Denn viele Tage werden bleiben die Kinder Israel
ohne König und ohne Fürsten,
ohne Opfer und ohne Standbild, und
ohne Ephod und Teraphim” (3, 4).
Gott geht mit Israel denselben Doppelweg wie Hosea mit seinem Weibe. Wir haben es hier mit drei Begriffspaaren zu tun:
- König — Fürsten,
- Opfer — Standbild,
- Ephod — Teraphim.
In jedem dieser Paare kommt der gegensätzliche Doppelsinn des vorigen Verses deutlich zur Ausprägung:
Erstes Paar: Ohne König, also ohne Oberhaupt und Oberleiter, ohne politischen Repräsentanten und Vertreter nach außen hin. War es doch ein sehr beliebtes Verfahren der Könige Israels, sich den mehrfach bedrohten Frieden nach außen hin dadurch zu sichern, dass sie mit den damaligen Weltreichen Ägypten und Assur Bündnisse abschlossen, ein Verfahren, das gerade Hosea scharf tadelt (3, 15; 7, 11; 8, 9.10; 11, 2; 12, 2). Ja, sie gaben sogar zu diesem Zweck den Königen dieser Weltreiche Liebesgeschenke und Bestechungsgelder. So z. B. führten sie nach Ägypten Öl aus (12, 2), und dem assyrischen König Phul schenkte der israelitische König Menachem 1000 Talente Silber (7 ½ Millionen Mark), auf dass er ihm Beistand leiste, sein Königtum zu befestigen (2. Kön. 15, 19), statt den legitimen Bundesgott anzurufen: “Es ist dein Verderben, dass du außer mir Beistand suchtest”, sagt Gott durch Hosea (13, 9). Nun aber: ohne König und damit ohne jeden Halt und Schutz nach außen hin. Aber auch: ohne Fürsten. Das sind die vom König bestellten Oberen und Räte, die Obrigkeit, die zusammen mit dem König die höchste Richter- und Verwaltungsgewalt innehatten und ausübten und die Staatsangelegenheiten mit ihrem Ansehen und ihrer Autorität überwachten; also auch ohne jeden Schutz nach innen. Das Reich Israel ist nun kein selbständiger, geordneter Staatskörper mehr, sondern — führerlos und aufgelöst — voll und ganz der Willkür der Nationen überliefert.
Lag bei diesem ersten Begriffspaar der Doppelsinn auf außen und innen, so tritt aber dieses gegensätzliche Doppelsinn des vorigen Verses (Entziehung des ehelichen wie ehebrecherischen Verkehrs) in den beiden folgenden Begriffspaaren schärfer in die Erscheinung.
Zweites Paar: Ohne Opfer, die nach dem Gesetz geboten waren, und so ohne die damit verbundenen Segnungen. Ohne Opfer — aber auch ohne Standbild: Das sind die den fremden Göttern, namentlich dem Baal in der Residenz- und Hauptstadt Samaria sowie auch anderwärts gesetzten Standbilder, deren Errichtung nach dem Gesetz streng verboten war.
Drittes Paar: Ohne Ephod, das bekannte Schulterkleid des Hohenpriesters, das dem Gedanken diente, die königliche Herrlichkeit des Bundesgottes und die Vertretung des Volkes durch ihn zu offenbaren. Ohne Ephod, aber auch: ohne Teraphim, das ist die Bezeichnung für die kleinen, menschenähnlich geformten und nach dem Gesetz ebenfalls verbotenen Ebenbilder der Hausgötter, die der Erforschung der Zukunft dienen sollten und damals wahrscheinlich von den falschen Priestern angefertigt und geweiht wurden.
In den beiden letzten Begriffspaaren steht also dem Gottesdienst mit seinen Segnungen (Opfer, Ephod) der Götzendienst mit seinem Kult (Standbild, Teraphim) gegenüber.
So wie der Prophet Hosea sein untreues Weib von allem Verkehr, sowohl dem erlaubten als dem unerlaubten, abschloss, ebenso wird Gott sein untreues Israel in eine Lage bringen, in der es eine Zeitlang alle staatlichen Stützen, nach außen und nach innen, sowie alle gottesdienstlichen Einrichtungen entbehren wird; und so ist es ja auch gekommen. Die Zeit des Exils oder der Verbannung Israels aus seinem Lande unter die Heidenvölker.
Doch — wie lange? “Viele Tage!” Gottes Wort hat Recht behalten. Es sind seit dem Jahre 70 n. Chr. viele Tage geworden, und diese Tage halten immer noch an. Die auch hier wieder wie in einer Knospe verhüllte Zeitanweisung ist dann später enthüllt worden. “Und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis der Nationen Zeit erfüllt sind” (Lk. 21, 24; Offb. 11, 2); sowie: “bis die Fülle der Nationen eingegangen sein wird, und dann erst wird Israel in seiner Gesamtheit errettet werden (Röm. 11, 25.26).
Wie Hosea zur Liebeszucht griff und Maßnahmen traf, die eine Besserung der ehebrecherischen Gomer bewirken und sie zu einem treuen Weibe erziehen sollten, so verfolgt auch der Weg Gottes mit dem ihm untreuen Israel dasselbe Ziel — die Verbannung unter die andern Völker — und wird es auch erreichen; denn: “Dann werden umkehren die Kinder Israel und Jahwe, ihren Gott, und David, ihren König, suchen und werden sich zitternd wenden zu Jahwe und zu seiner Güte am Ende der Tage” (3, 5).
“Dann!” — Wie viele Juden und auch Christen haben nun schon so lange auf dieses “dann” gewartet: Doch: treu ist, der die Verheißung gegeben hat (Hebr. 10, 23)! — Dann, am Ende der vielen Tage, wenn das Maß Gottes voll ist, wird der Zustand der Verbannung seine von Gott beabsichtigte Wirkung auf die Kinder Israel ausgeübt haben. Dann werden sie umkehren und statt der früheren götzendienerischen Dinge Jahwe, ihren Bundesgott, suchen; dann werden sie auch nichts mehr mit ihrem einstigen Abfall vom davidischen Königshaus zu tun haben wollen, sondern den ihnen verheißenen Sohn Davids, den alleinigen und wahren König Israels, ihren Messias, suchen. Sie werden sich zitternd wenden, d. h. im Bewusstsein ihres Unwertes mit Ängstlichkeit, weil allein bei dem Gesuchten die Rettung zu finden sein wird.
Damit ist das dritte Kapitel des Hosea zu Ende. Um aber das gebrachte Zukunftsbild noch etwas vollkommener zu machen, sozusagen den letzten Pinselstrich zu tun, wollen wir noch einige Weissagungen aus dem letzten Kapitel des Hosea anfügen.
“Heilen will ich ihren Abfall, will sie gern lieben, denn gewandt hat sich mein Zorn von ihnen. Ich will sein wie der Tau für Israel, blühen soll es gleich der Lilie und seine Wurzeln schlagen wie der Libanon. Es sollen aufgehen seine Sprösslinge und gleich dem Ölbaum soll sein seine Pracht, und duften soll es wie der Libanon” (14, 5-7 / 4-6).
Wieder haben wir hier ein kleines Bild vom 1000-jährigen Reich. Wie der Tau die erstorbene Vegetation belebt und erfrischt, so wird der göttliche Liebestau das erstorbene Israel beleben. Von dem Blühen gleich der Lilie können wir uns einen Begriff machen an dem Wort unseres Herrn: Aber ich sage euch, dass nicht einmal Salomo in seiner vollen Herrlichkeit bekleidet war wie eine von ihnen. Und, weil die Lilie nur eine schwache Wurzel hat, setzt Gott hinzu: “seine Wurzeln schlagen gleich dem Libanon”, dessen Baum das Bild der Kraft und Dauer ist. Und gleich wie die Wurzeln sich ausbreiten, ebenso werden seine Sprösslinge oder Zweige sich nach allen Richtungen ausbreiten. Desgleichen ist der Ölbaum wegen seines fortwährenden Frischbleibens und Grünens ein treffliches Bild, Gedeihen und Wohlstand des neuen Israel darzustellen, dessen Duft, d. h. guter Name und Ruhm in die Ferne gehen wird.
Anschließend bricht Gott in die Worte aus: “O Ephraim, was hab ich noch mit den Götzen zu tun?”, d. h. ich habe nun nicht mehr um der Götzen willen mit dir zu rechten wie in dem ganzen Verlauf dieser Weissagungen, wo die Behauptung der Eherechte Gottes gegenüber den Götzen ein Hauptthema war.
Die letzten Worte, die wichtigsten, die Abschiedsworte Gottes an Israel aber sind: “Ich erhöre und blicke es an. Ich bin wie eine grünende Zypresse; aus mir erhältst du deine Frucht” (14, 9 / 8). — “Deine Frucht erhältst du aus mir, Jahwe.” 45-mal kommt der Name Jahwe im Hosea vor, und die 45 enthält 3 mal die Zahl der Befruchtung = 15. Auch das Wort “Zypresse” können wir in der Bedeutung seines Zahlenwertes nehmen, und da hat es den Sinn “Auferstehung”, und das “grünend” sagt “Leben”. “Ich erhöre und blicke es an gleich einer grünenden Zypresse” heißt also: Ich gebe ihm Auferstehung und Leben.
Der Grund, die Quelle und die Kraft hierzu aber ist der Herr Jesus Christus, welcher sagt: “Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er sterben muss!” (Joh. 11, 25).
Schluss
Somit sind wir in der Betrachtung der Geschichte Israels in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach dem Propheten Hosea zu Ende gekommen. Gerade das widerspenstigste Volk der Erde, Israel, hat Gott sich bestimmt und erwählt, um zuerst an diesem Volk nicht nur seine Allmacht und sein Gericht, sondern auch seine Liebe und Gnade aufzuzeigen. Daran anschließend wird aber auch verwirklicht werden das von Gott gesprochene, in der heiligen Schrift 7-mal vorkommende Wort: “und in dir (Abraham) und deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker der Erde.”
Und nun kommen wir unwillkürlich auch auf die in der Schrift so oft an Gott gerichtete Frage: Herr, wie lange noch? Denn einmal muss und wird ja doch das Ende zunächst im Anmarsch und dann da sein.
Seit ich dies Referat in Klosterlausnitz vorgetragen hatte, sind 20 Jahre vergangen. Und nun? Brechen jetzt nicht schon die ersten, wenn auch noch winzigen und schwachen Strahlen des für Israel beginnenden Morgenrots durch das noch schwere und schwarze Gewölk der Verstockung und Verbannung Israels? Ja! Denn das erkennen wir an dem Entstehen rein judenchristlicher (petrinischer) Gemeinden — also nicht paulinischer Nationengemeinden.
Möchten sich doch diese lieben judenchristlichen Brüder nicht irre machen lassen durch solche Judenmissionare oder Theologen, die die biblische Sachlage nicht klar erkennen können, weil sie den Unterschied zwischen dem petrinischen und paulinischen Evangelium, zwischen Reich und Gemeinde nicht kennen und anwenden, die meinen, aus einem Juden dadurch einen Christen gemacht zu haben, wenn dieser zu ihrer Kirche übertritt, sich taufen lässt und sich dann an dem übrigen christlichen Religionskultus beteiligt. Damit soll nicht etwa in Abrede gestellt werden, dass der Herr je und je einzelne Juden zur Ecclesia, der Gemeinde, berufen haben wird (an solche ist z. B. der 2. Thessalonicherbrief gerichtet, aber das ist nicht die Regel, wie schon aus Kol. 4, 11; 2. Tim. 4, 16 ersichtlich ist). Aber auch hier kehrt das Ende zum Anfang zurück. Wie es damals war, so auch jetzt, nur umgekehrt. Wurden damals die paulinischen Gemeinden von den Juden und Judenchristen verfolgt, so heute umgekehrt die judenchristlichen von den christlichen!
Dass nach der Entrückung, bei Beginn der letzten Zeit, judenchristliche Gemeinden vorhanden sein werden, lehren uns klar die sieben Sendschreiben der Offenbarung, die an Judenchristen außerhalb Palästinas gerichtet sind; aber auch in Judäa werden solche sein, was aus Mt. 24, 16ff. hervorgeht. Und wenn bei Beginn der letzten Zeit dem Worte Gottes gemäß bereits judenchristliche Gemeinden da sein werden, so müssen sie eben vorher auch schon ins Leben gerufen worden sein, und zwar nicht von Menschen, sondern von Gott! Und geschieht dies, so kann m. E. das nur ein Anzeichen sein, dass der Beginn der letzten Zeit nicht mehr in weiter Ferne liegt!
Wir aber wollen diese von Bruder Poljak ins Leben gerufene Bewegung fürbittend vor unsern Herrn bringen und uns den Worten von Apg. 5, 38 anschließen: “Darum empfehle ich euch: lasst diese Leute und lasst sie gewähren! Ist ihr Vorhaben nur eine Menschensache, so wird es untergehen; stammt es jedoch von Gott, dann könnt ihr es nicht dämpfen; ihr würdet ja als solche erfunden werden, die gegen Gott streiten.”
Endlich wird uns auch, wie schon so manchmal, die biblische Gematria zu einem würdigen, Gott noch weiter verherrlichenden Abschluss verhelfen. Diese Gematrie (= Messkunst) ist die Lehre von der Wort-Zahlenwerte-Symbolik biblischer Urtextworte. Da werden ein oder mehrere Wörter nach dem Zahlenwert ihrer Buchstaben be- bzw. zusammengerechnet, die Summe in ihre Faktoren zerlegt und diese mit andern Wörtern gleicher Zahlenwerte verglichen, woraus sich dann gewisse Sinnverwandtschaften verschiedener Wörter zeigen, ergeben bzw. feststellen lassen, die man sonst nicht erkennen kann. Ein in diese Lehre einführender Artikel von mir war in Heft 3/1934 im “Prophetischen Wort” erschienen; eine ausführliche Arbeit hierüber (AT und NT, also hebr. und griech.) wird, so es der Herr noch will, noch im Laufe dieses Jahres 1948 ausgegeben werden können. Hier können wir aber auf diese Lehre nicht weiter eingehen. — Hier ist für uns wichtig die Zahl oder der Faktor 127! — Das ist der Faktor der Auferstehung, Wiederkehr, Wiederherstellung, Erlösung, Befreiung oder Rettung! Diese Zahl ist eine sog. Primzahl, d. h. sie hat die Eigenschaft, dass sie durch keine andere Zahl teilbar, also unteilbar ist. Diesen Faktor haben z. B. nur die Wörter
- Cherub Jahwes, der vor dem Paradies den Weg zum Baum des Lebens bewahrte (2-mal);
- Schwertflamme, dsgl. vor dem Paradies (2-mal; beides zusammen also 4-mal). Da haben wir also hier schon, bereits auf dem ersten Blatt der Bibel, die erste zahlensymbolische Weissagung der Wiederherstellung der Menschheit!
- Elias (2-mal);
- Morgenröte (4-mal);
- Isaak, Sohn Abrahams (4-mal);
- Abraham in Hebron, die Stätte des Erbbegräbnisses (4-mal);
- Zypresse — von der wir vorhin sprachen — (4-mal);
- Bewahrungsnacht Jahwes = Bezeichnung der Passahnacht; Mo. 12, 42 (8-mal);
- Schub-schabuth, der hebr. 27-mal im Alten Testament vorkommende Ausdruck für: “wiederherstellen wie einst” (8-mal);
- Sarah, die Stammmutter Israels wurde alt: 127 Jahre.
Dies vorausgeschickt, wollen wir nun zu Hosea zurückkehren. Hosea heißt übersetzt: “Rettung”, wie wir eingangs schon sagten. Der Zahlenwert des Namens Hosea aber ist 381, das ist dreimal der Faktor der Auferstehung, Rettung oder Wiederherstellung 127! — Das Generalthema des ganzen Buches Hosea ist also:
Errettung und Wiederherstellung!
Doch noch weiter: Ich habe daraufhin mühevolle und zeitraubende Versuche unternommen, hierzu ein neutestamentliches Gegenstück zu finden. In Frage konnten aber nur der griech. Text und die griech. Zahlenwerte kommen. Der treue Herr segnete mein Unternehmen und belohnte es mit einem herrlichen und überraschenden Erfolg, wissen wir doch auch, dass unser Mühen nicht vergeblich sein wird in dem Herrn (1. Kor. 15, 56)! — So vernehmen wir das Resultat: Die griech. Worte
“Die Rettung durch Jesus Christus” ergeben zusammen den Zahlenwert 3810!
Das ist zunächst 30-mal die erwähnte 127; dann aber 10-mal der Zahlenwert des Wortes Hosea: 381; zu der 381 des Hosea ist noch eine 0 gekommen = 3810; die Null am Ende einer Zahl zeigt in der Symbolik den Abschluss und die Vollendung an!
Nun könnte man zwar auf den Gedanken kommen, dass dies Ergebnis Zufall sein könnte. Aber wenn wir einen Blick auf diese ungangbaren und hohen Zahlen werfen, so scheint das schon aus diesem Grunde ausgeschlossen. Ein Bruder schrieb kürzlich in einer Hamburger Zeitschrift: “Wir reden so oft und gedankenlos von Zufall. Wir sollten aber dieses Wort in seiner vollen Bedeutung verstehen. Es gibt für Menschen, die der Bibel Glauben geschenkt haben, kein zufälliges Geschehen mehr, es ist alles in ihrem Leben, auch wenn sie es nicht oder nicht sofort verstehen, Führung Gottes, es fällt ihnen alles von Gott zu”. —
Nunmehr, nach zwanzig Jahren, wurde ich darauf aufmerksam, dass ich damals die griech. Worte: Jesus und Christus beide im Nominativ geschrieben hatte. Grammatisch verlangt aber das griech. Wort dia (= durch) im Griechischen den Genitiv der ihm nachfolgenden Worte, Jesus und Christus, also auch eine etwas andere Schreibweise in der zweiten Silbe dieser beiden Wörter. Gespannt machte ich nun vor einigen Tagen diese Probe — und siehe da: ich komme zu demselben Zahlenergebnis wie zuerst: 3810! Demnach ist nun hier jeder Zufall ausgeschlossen! Es liegt vielmehr ein zu besonderem Dank veranlassendes göttliches Geschenk vor!
Eröffneten wir unser Referat mit dem Wort Hosea, der Zahl 381 = 3-mal Rettung, so wollen wir es mit dankbarem Aufblick zu Gott dem Vater und unserm Herrn Jesus Christus nunmehr schließen mit der 10-mal größeren und die Rettung des Alls vollendenden Zahl 3810, und das sind die Worte:
Die Rettung durch Jesus Christus!
Wenn ich dies Wunder fassen will,
So steht mein Geist vor Ehrfurcht still;
Er betet an, und er ermisst,
Dass Gottes Lieb unendlich ist!
Amen!
(Quelle: Unbekannt; Schriften Johannes Ullmann)


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