Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Ist vor der Wiederkunft des Herrn noch eine Erweckung zu erwarten?

Autor: Liede, Friedrich  |  Kategorie(n): Das prophetische Wort, Endzeit, Schwarmgeist  |  730 x gelesen

(Nach einem Vortrag auf der Israelkonferenz 1981 der Langensteinbacherhöhe)

Im Unterschied zu früheren Jahrhunderten wird das Gesicht des öffentlichen Lebens gegenwärtig in der ganzen Welt durch die immer deutlicher werdende “Säkularisierung” (Verweltlichung) geprägt. Die Zeiten eines sog. “christlichen Abendlandes” sind längst vorüber. Der materielle und atheistische Zeitgeist hat auch das religiöse und kirchliche Leben des Westens ergriffen. Angesichts dieser Tatsache ist es verständlich, daß viele Gläubige in ihren Gebeten Gott um eine neue Erweckung bitten, damit Kirche und Gemeinde eine Neubelebung erfahren und noch recht viele Ungläubige für das Evangelium Jesu Christi gewonnen werden. Diese Frage ist auch deshalb akut, weil seit der Heimkehr von sehr vielen Angehörigen des jüdischen Volkes ins verheißene Land die Annahme bestätigt wird, daß in unserer Generation die Wiederkunft Jesu zu erwarten ist (Matth. 24, 32-34) und Sein Erscheinen eine große Scheidung der Gläubigen von den Ungläubigen hervorrufen wird, indem die ersteren eine Vereinigung mit Ihm, die anderen aber schwere Gerichte zu erwarten haben. Das bedeutet tatsächlich eine große Verantwortung der ungläubigen Welt gegenüber. Denn wir leben immer noch in der Zeit der Gnade, und der missionarische Auftrag der Gemeinde Jesu zur Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt hat seine Bedeutung noch nicht verloren.

Das spornt immer wieder christliche Organisationen zu erhöhter Aktivität an mit dem Ziel, nicht nur einzelne Menschen zum Glauben aufzurufen, sondern größere Massen anzusprechen, also gleichsam große Erweckungen in Gang zu bringen, die die Erweckungsbewegungen vergangener Jahrhunderte möglichst noch übertreffen sollen. Man schließt sich mit anderen Vereinigungen zusammen, plant große Evangelisationen mit wortgewaltigen Rednern und lädt mit allen modernen Mitteln die Massen ein. Man ruft das missionarische Jahr aus, organisiert Kirchentage auf katholischer und evangelischer Grundlage und bietet den Massen unter Einschluß weltlicher Veranstaltungen einen “Jahrmarkt aller Möglichkeiten” an. Doch ist der Erfolg all dieser Bemühungen recht fraglich.

In den Sälen sitzen mehr als zwei Drittel solcher, die schon gläubig oder sonstwie schon feste Mitglieder in Kirche, Freikirchen oder Gemeinschaften sind. Der Zuwachs von neuen Mitgliedern ist meist ganz gering. Und wie steht es mit der Jugend? Ganz gewiß ist hier kein Pauschalurteil möglich. Ein Teil der Jugend ist für das Evangelium aufgeschlossen, aber die jugendliche Begeisterung, die oft von modernen Klängen in Gesang und Musik begleitet ist, ist bei vielen bald verrauscht. Andere werden von den sog. “Jugendsekten” angelockt oder verfallen der Alkohol- oder Drogensucht, nehmen Schaden an ihrer Seele und finden nur schwer in das normale Leben zurück. Im großen ganzen ändert sich nicht viel an dem Bild, daß in Gottesdiensten und Bibelstunden der Nachwuchs sehr schwach und Frömmigkeit eine Sache der alten Generation ist. Dadurch wird immer deutlicher, daß in unserer Zeit die Kräfte des Abfalls und der Gesetzlosigkeit so stark sind, daß wir eine außergewöhnliche Erweckung nicht mehr zu erwarten haben.

Dem scheint zu widersprechen, daß wir in unserer Gegenwart eine weltweite Bewegung haben, die sich selbst als letzte Erweckungsbewegung, als “Spätregen” oder als das “zweite Pfingsten” bezeichnet. Sie hat ihren Ursprung innerhalb von gläubigen Kreisen und ist zahlenmäßig sehr beachtlich, allerdings aufgespalten in viele Gruppen, Kreise und Vereinigungen. Sie hat schon seit einigen Jahren in den Großkirchen, auch der katholischen Kirche, Eingang gefunden und sich auch in der Ökumene, d. h. im Weltrat der Kirchen in Genf, Stimme und Einfluß verschafft, hat sich über alle Kontinente, Rassen und Völker ausgebreitet und auch in Israel Fuß gefaßt, genau wie auch unter den Juden Amerikas. Es ist die sog. “Charismatische Bewegung”.

Ohne auf diese Bewegung näher einzugehen, wollen wir die allgemeine Frage stellen: Was sagt das untrügliche Wort der Wahrheit über das Problem einer endzeitlichen Erweckung?

Da ist gleich eine Vorbemerkung zu machen. Das Wort “Erweckung” oder “Erweckungsbewegung” kommt in der ganzen Schrift überhaupt nicht vor, wohl aber die Sache. Das Zeitwort “erwecken” finden wir recht oft. Schon im Alten Testament wird es häufig für einzelne Menschen gebraucht, die von Gott erweckt werden zu Propheten, Richtern oder Priestern. Für die Entstehung einer Erweckungsbewegung innerhalb eines Volkes haben wir als ältestes Beispiel die Geschichte des Propheten Jona. Er wird von Gott beauftragt, der großen Hauptstadt des assyrischen Weltreiches, Ninive, das Gericht des Untergangs anzukündigen. Seine Predigt bewirkt aber im ganzen Volk, von den untersten Schichten bis zum Königshaus, eine so ernste Buße, daß Gott davon absieht, das angekündigte Gericht durchzuführen. Die Predigt des Jona hatte also eine richtige und echte Volkserweckung zur Folge. — In Esra 1, 5 lesen wir, daß Gott den Geist der Obersten aus Juda und Benjamin und der Priester und Leviten erweckte, nach Jerusalem zu ziehen und den Tempel zu bauen. Später kamen Esra und Nehemia nach, und Esra konnte das Gesetz neu verkündigen. Das Volk weinte, tat Buße und beging ein großes Freudenfest (Neh. 8, 9).

Im Neuen Testament finden wir als erstes Beispiel die Schilderung einer Erweckung in Joh. 4. Nach der Begegnung des Herrn Jesus mit der Samariterin am Jakobsbrunnen hören wir, daß der Herr zwei Tage in Sichar blieb und viele an Ihn, als den Messias Israels und Heiland der Welt, glaubten um Seines Wortes willen.

Das wichtigste Beispiel ist aber das Ereignis an Pfingsten, die Bildung der (jüdisch-jesuanischen) Urgemeinde zu Jerusalem. Da wurden an einem Tage 3000 Menschen aus dem Volk Israel und aus den sog. Proselyten hinzugetan. Erschüttert durch die von sichtbaren und hörbaren Wundern begleitete Ausgießung des Heiligen Geistes auf die 120 Men­schen und Apostel, die auf diesen Tag gewartet hatten, hörte die Menge der Juden die Rede des Petrus, jeder in seiner Heimatsprache, und da drang es ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: “Was sollen wir tun?” (Apg. 2, 37), und Petrus antwortete: “Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch ist die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird” (V. 38-39). Was war also geschehen? Die anwesenden Juden und Proselyten hatten die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus gehört, sie taten Buße, ließen sich taufen zur Vergebung der Sünden, d. h. sie nahmen durch das öffentliche Bekenntnis der Taufe die Vergebung ihrer Sünden an und empfingen den Heiligen Geist. Dabei ist es merkwürdig, daß von keinem Zungenreden oder anderen wunderbaren Zeichen die Rede ist. Mit Buße, Taufe und Sündenvergebung wurde unmittelbar der Heilige Geist empfangen. Der Geistempfang ist also nicht von der Bekehrung getrennt und als nachfolgende “Geistestaufe” verwirklicht worden — wie es von manchen gelehrt und praktiziert wird. Das Reden durch Zungen allerdings, das an Pfingsten bei der Ansprache der Apostel in Erscheinung trat — es war hier ein Reden in damals vorhandenen Sprachen — scheint nach der Taufe auch bei den Hörern geschehen zu sein, sonst hätte Petrus nicht an diesem Zeichen erkannt, daß auf Kornelius und sein Haus der Heilige Geist ausgegossen worden sei (Apg. 10, 46).

Eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist, die erst nach Handauflegung erfolgt ist, haben wir bei der Bekehrung der Samariter durch die Apostel Petrus und Johannes (Apg. 8, 17) und bei den Johannesjüngern in Ephesus durch Paulus (Apg. 19, 6). Die in beiden Fällen vorliegenden besonderen Verhältnisse erlauben nicht die Aufstellung einer Regel, daß nur nach Handauflegung der Heilige Geist empfangen werden könne, oder das Zungenreden ein notwendiges Zeichen für den Besitz des Geistes sei. Gegen diese Annahme steht das klare Zeugnis des Apostels Paulus, wonach mit dem Gläubigwerden die Versiegelung mit dem verheißenen Heiligen Geist geschieht (Eph. 1, 13; 4, 30). Der Heilige Geist bezeugt dem menschlichen Geist die Gotteskindschaft, gibt also Heilsgewißheit direkt dem Herzen der Gläubigen (Röm. 8, 16).

Doch kehren wir zum Pfingstereignis in Jerusalem zurück. Petrus hatte den erstaunten Hörern erklärt, daß das wunderbare Geschehen eine Erfüllung dessen sei, was Gott durch den Propheten Joel für Israel vorausgesagt hatte (Luther: Joel 3, 1-5; Elberf.: 2, 28-31; Apg. 2, 16-20): “Und es wird geschehen in den letzten Tagen, daß ich von meinem Geiste ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben … Und ich werde Wunder geben in dem Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt.” Joel verheißt also für die letzte Zeit, und zwar “„ehe der große und furchtbare (Petrus sagt: herrliche) Tag des Herrn kommt”, also vor Seinem sichtbaren Erscheinen, eine Geistausgießung, die einerseits von Weissagungen, Gesichten und Träumen, andererseits von Wundern im Himmel und auf Erden begleitet sein soll: Blut, Feuer und Rauchdampf, Verwandlung der Sonne in Finsternis und des Mondes in Blut. Diese zuletzt erwähnten Wunder und Zeichen am Himmel und auf der Erde traten jedoch nach Pfingsten nicht ein, sind aber Erscheinungen, wie sie in den Posaunen-Gerichten der Offenbarung vorkommen (Offb. 8, 7-12; 6, 12; 16, 3-8). Diese Zeichen gehören also der letzten Zeit unseres Äons an. Mit anderen Worten: Das Pfingstereignis zu Jerusalem ist also eine teilweise Erfüllung dessen, was sich erst voll erfüllen wird in den letzten Tagen unserer Zeit. Es ist unzweideutig nur dem Volke Israel verheißen; eine Übertragung dieser Verheißung einer Geistesausgießung auf die Nationenwelt ist darum unzulässig.

Wichtig ist auch, daß dieser Segensverheißung des Propheten Joel, die bereits in Kap. 2, 18ff. beginnt, in Israel ein furchtbarer Gerichtstag vorangeht durch den Einbruch großer und mächtiger Heere (im Bild von Heuschrecken), die die Existenz des Volkes auszulöschen drohen. Doch der erfolgreiche Aufruf zu öffentlicher Buße, zur Bekehrung zu Jahweh, ihrem Gott (Kap. 2, 12-13), bringt den Umschwung (Kap. 2, 16) und läßt die Geistausgießung erfolgen.

Dasselbe Zeugnis finden wir bei fast allen Propheten. Besonders erwähnt seien Sacharja und Maleachi. Sacharja läßt in Kap. 12 einen siegreichen Einfall “der Völker ringsum” mit Belagerung Jerusalems vorausgehen, ehe (V. 5) Fürsten und Volk ihre Hoffnung auf Jahweh Zebaoth, ihren Gott, setzen. Auf diese Voraussetzung hin wird über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem (also nicht auf das ganze Volk) der Geist der Gnade und des Flehens ausgegossen, und “sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen”. Dasselbe sagt Maleachi am Schluß. Er ruft zum Gedenken des Gesetzes Morses auf und verheißt die Sendung des Elia, “der das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern wenden wird, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt” (Kap. 4, 4-6). Es war die Überzeugung unseres lieben verstorbenen jüdisch-orthodoxen Freundes Dr. Arthur Falk, daß unter der Zuwendung der Herzen von Vätern und Kindern zueinander die freundschaftliche Begegnung und Verbrüderung der Gläubigen aus Juden und Nationen zu verstehen sei.

Wir übergehen die gleichlautenden Stimmen der anderen Propheten und wenden uns zu dem entsprechenden Zeugnis des Neuen Testamentes. Das neutestamentliche Zeugnis für die Bekehrung einer größeren Auswahl aus allen Stämmen Israels in den Tagen der Endzeit zu Gott und dem Lamm haben wir im 7. Kapitel der Offenbarung im Bilde der Versiegelung von je 12.000 aus allen 12 Stämmen Israels. Was unter Versiegelung zu verstehen ist, sagt uns Paulus in 2. Kor. 1, 22; Eph. 1, 13 u. 4, 30! Sie ist der Empfang des Heiligen Geistes als Unterpfand der Verheißungen der zukünftigen Herrlichkeit, die mit dem Gläubigwerden verliehen wird. Was die Zeit der Versiegelung der 144.000 betrifft, so läßt uns die Schrift ebenfalls nicht im Dunkeln. In Offb. 7, 1-3 ist dieses Geheimnis enthüllt: Es ist die Zeit, bevor die Gerichtswinde, die Erde, Baum und Meer beschädigen sollen, losgelassen werden. Dadurch aber sind die ersten Posaunen-Gerichte (Kap. 8, 7-9) charakterisiert. Die Schar der 144.000 muß in diese Gerichte hinein, doch ihre Versiegelung bedeutet auch Schutz und Bewahrung vor Vernichtung und Verführung.

Das Ergebnis unseres Forschens in der Schrift ist eindeutig: In voller Übereinstimmung der Prophetie des alten und neuen Testamentes ist dem Volk Israel, und nur ihm, in der Endzeit eine Geistesausgießung, also eine Erweckung verheißen. Von einer endzeitlichen Erweckungs-Bewegung auf seiten der Nationen ist im prophetischen Wort nichts zu finden. Die Zeit der Gnade für die Nationen füllte die letzten zwei Jahrtausende aus, die großen Erweckungen hatten wir im 18. und 19. Jahrhundert. Die Erweckung in Israel mit Zentrum in Jerusalem besteht in der Ausgeburt einer größeren Auswahl aus dem zu seinem Gott zurückgekehrten Teil des Volkes (vgl. Offb. 12, 1-5). Die der Geburt vorangehenden Wehen bestehen in der großen Not der Bedrängnis durch den siegreichen Einfall der Feinde ringsum, der bis an den Rand einer Katastrophe führt (Belagerung Jerusalems, Sach. 12, 2!). Das ist die “Angst in Jakob” (Jer. 30, 7), aus der aber Gott wunderbar erretten wird. Die geistige Wiedergeburt und die Erkenntnis des wahren Messias in Jesus Christus führt zur Schließung des neuen Bundes durch Gott (Jer. 31, 31-34; Hes. 36, 22-27). Bei diesem ganzen entscheidenden Geschehen ist aber eines charakteristisch: Alle prophetischen Aussagen stimmen darin überein, daß Gott allein es ist, der alles wirkt. Immer wieder ertönt das göttliche “Ich will!” Daraus folgt, daß alle menschlichen Bemühungen, Israel zu Jesus als dem Messias zu bekehren, so gut wie keinen Erfolg haben. Gott selbst hat sich Zeit und Stunde vorbehalten, die Decke der Verstockung von ihren Herzen zu nehmen (2. Kor. 3, 14-16).

Was das Endzeitgeschehen auf der Seite der Nationen betrifft, so sagt das Schriftzeugnis, daß die Gemeinde Jesu die Zeit einer großen Verführung zu bestehen hat. Es ist die antichristliche Verführung in geistlichem Gewand. Sie wird als eine große Abfallserscheinung aus dem Judentum und Christentum hervorgehen, noch eine Form von Frömmigkeit besitzen, sich zur Welteinheitskirche entwickeln und mit dem künftigen Weltdiktator (”Tier”) sich verbünden und schließlich zur Verfolgerin der wahren Gläubigen werden. Die Offenbarung des Johannes hat sie mit aller Ausführlichkeit im Bilde der “Hure Babylon” herausgestellt (Kap. 17).

Sowohl der Herr Jesus als auch die Apostel Paulus und Johannes ha­ben die Gemeinde ernsthaft vor den endzeitlichen Verführungen gewarnt (Matth. 24, 4-5.11.22-24; 1. Tim. 4, 1-3; 2. Tim. 3, 1-5; 2. Thess. 2, 9; 1. Joh. 2, 18.19.26). Wir hören von Lehren der Dämonen, von Zeichen und Wundern, daß sogar Auserwählte verführt werden, von Satan, der sich als Engel des Lichtes verstellt (2. Kor. 11, 14), von verderblichen Wölfen, die in die Gemeinde eindringen werden (Apg. 20, 29). Diese Gefahr ist größer als die von seiten der Verfolger. Diese tarnen sich nicht, so daß man sie leicht erkennt. Ihnen hat man durch Standhaftigkeit im Glauben, durch Leidens- und Sterbensbereitschaft zu begegnen. Aber auf den Betrug der Verführungsmächte fällt auch der Gläubige herein, dem die Gabe der Unterscheidung der Geister fehlt (1. Kor. 12, 10) und der der irrtümlichen Meinung ist, daß die Erfolge, die bei dieser Glaubenshaltung auftreten, von Gottes Geist bewirkt seien. Darum gilt für uns alle und auch für unsere Brüder in Israel und anderswo in der Welt das Wort: “Also laßt uns nicht schlafen, sondern wachsam und nüchtern sein!” (1. Thess. 5, 8).

(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 1981; Paulus-Verlag; Heilbrinn)

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