Wenn die Schrift bezeugt, daß Gott die Welt liebt, so ist damit gar
nichts darüber ausgesagt, wie die Welt ist, sondern nur, wie Gott ist.
Das gilt es einmal ganz klar mit allen Konsequenzen zu fassen.


Adolf Heller (1895 - 1973)
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Die Kreuzigung der Welt

Autor: Knoch, Adolph Ernst  |  Kategorie(n): Heilsgeschichte  |  945 x gelesen

Gott verfolgt drei unterschiedliche Heilslinien zur Offenbarung Seiner Selbst: eine im materiellen Bereich, eine im zeitlichen und eine im geistlichen Bereich. Die eine betrifft die Himmel und die Erde, die zweite die Äonen und die dritte die Welten. Alle drei Heilslinien verlaufen parallel zueinander. Jede von ihnen ist unterteilt in drei große Abschnitte, die sich mit den drei Himmeln und Erden decken, sowie in fünf Unterabschnitte entsprechend den fünf Äonen und Welten. Die materiellen Änderungen sind verhältnismäßig leicht festzustellen, und der Zeitfaktor macht auch kaum Schwierigkeiten. Anders ist es mit Seinem Wirken im geistlichen Bereich, die Welten betreffend. Das aber dürfen wir nicht losgelöst von den jeweiligen Äonen und Erden betrachten.

Die materielle Schöpfung ist bei weitem das beste Beispiel für planvolle Ordnung, das unseren Sinnen zugänglich ist. Die ausgeklügeltste menschliche Technik kann sich nicht mit dem Sonnensystem oder dem Aufbau der Erde messen, selbst in derem gegenwärtigen, kläglichen Zustand. Die Schrift führt dieses nach festen Naturgesetzen funktionierende System häufig an als Beispiel für die Welt des Menschen. So sagte unser Herr zu Seinen Jüngern: »Ich bin das Licht der Welt« (Joh. 8:12) und gab damit zu verstehen, dass die Menschheit ohne Ihn völlig im Dunkeln tappen würde und nicht wüsste, was sie wirklich tut und wohin ihr Weg führt. Ja, sie wüsste nicht einmal, warum sie existiert.

Der Kosmos

Die vorrangige Bedeutung des griechischen Wortes kosmos (Welt) ist System beziehungsweise Ordnung und Schmuck. Der letztgenannte Begriff findet sich in dem Wort Kosmetik (Verschönerung) wieder. System ist der Grundgedanke, der in der wissenschaftlichen Bezeichnung für das materielle Universum, den Kosmos, zum Ausdruck kommt. Im Lexikon wird erklärt, dass es sich dabei um ein geordnetes, harmonisches Ganzes handelt im Gegensatz zu Chaos, der Unordnung; das Lexikon spricht hier von »ungeordnetem Urstoff« (Elemente). Im Konkordanten Neuen Testament steht das entsprechende Verb »schmücken« (kosmeo; Tit. 2:10; 1. Tim. 2:9; 1. Pet. 3:5; Off. 21:2). Die Grundmauern des neuen Jerusalem werden mit kostbaren Steinen geschmückt sein (Off. 21:19).

Das griechische Wort für Welt könnte also auch mit Schmuck übersetzt werden, wie wir gesehen haben. Jede Ordnung enthält ein Merkmal der Schönheit. Die Welt, wie sie am Anfang erschaffen und nach dem Niederwurf neu gestaltet wurde, war jedoch nicht nur schön, sie war auch die geeignete Bühne, auf der Sich Gott im Anfang offenbaren konnte. Sie war geschaffen für die Menschen und ihre Gemeinschaft untereinander, ihre Beziehung zur niederen Schöpfung, zur Tier- und Pflanzenwelt, und in erster Linie zu Elohim, bevor die Sünde ihr zerstörerisches Werk beginnen konnte. Wir dürfen aber wissen, dass am Ende alles noch weit über unsere Vorstellung hinaus herrlicher sein wird als am Anfang, wenn alle Geschöpfe mit Gott ausgesöhnt sein werden (Kol.1:20) und Er alles in allen ist (1. Kor. 15:28).

Die Welt und die Heiligen

Die Tatsache, dass die jetzige Welt dem gerechten Spruch Gottes unterworfen ist (Röm. 3:19) wie ein Schuldiger vor Gericht, als ein Feind des großen Richters und Rechtsprechers, während die Gläubigen von allen Sünden gerechtfertigt und mit Gott ausgesöhnt sind, zeigt die große geistliche Kluft zwischen den Berufenen und der Welt. Es ist nicht leicht, sich zu vergegenwärtigen, wie breit und tief diese Kluft tatsächlich ist.

Nur wenige von uns, wenn überhaupt, sind in der Lage, die geistliche Wahrheit in ihrem ganzen Umfang zu erkennen und danach zu wandeln. Es mag uns deshalb helfen, einmal den Kontrasten nachzuspüren, die offenkundig werden zwischen dem Dasein des Sohnes Gottes beim Vater und Seinem Leben auf der Erde, wie es von Johannes berichtet ist, und zum anderen zwischen unserem Leben, bevor und nachdem wir zum Glauben kommen durften, worüber wir eingehend bei Paulus nachlesen können.

Der Sohn und die Welt

Der Schlüssel zum Verständnis der Merkmale der Welt liegt in ihrer Beziehung zu Gott durch Seinen Sohn. Die Welt wurde durch Ihn geschaffen, doch als Er Mensch wurde und in der Welt war, hat sie Ihn nicht erkannt. Sogar Sein eigenes Volk lehnte Ihn ab außer den wenigen Jüngern, die Ihm glaubten. Diese waren von Gott für dieses Privileg zubereitet worden. Die Welt der Menschen war zu einem Chaos geworden wie die Erde nach dem Niederwurf (1. Mose 1:2). Sie lebten in Finsternis, und Er kam zu ihnen als das Licht der Welt. Doch in ihrer Verfinsterung haben sie das Licht nicht angenommen. Sie liebten die Finsternis, weil ihre Werke böse waren (Joh. 1:5; 3:19,20).

Bei diesem Verhalten wäre es angebracht gewesen, die Welt zu verurteilen und mit den Menschen so zu verfahren, wie sie es verdient hatten. Unser Herr hätte die Macht und das Recht dazu gehabt. Er hätte jederzeit zwölf Legionen Boten herbeirufen können (Mat. 26:53), um einen gerechten Urteilsspruch durchzuführen. Auch das mächtige Rom hätte Ihn nicht aufhalten können. Doch zu jener Zeit hatte Er gar nicht die Absicht, Seine Macht durchzusetzen oder alles Übel aus der Welt zu schaffen. Die Machenschaften des Widerwirkers und der unter dessen Einfluss stehenden Menschheit waren ja der beste Hintergrund für die Zurschaustellung der Liebe und Gnade. Ohne diesen dunklen Hintergrund, ohne die abgrundtiefe Verwerflichkeit der Welt, hätten wir niemals die aus der Liebe entspringende Güte und Gnade Gottes erkennen können.

Das Lamm Gottes

Als Johannes der Täufer den Israeliten sagte, wer Jesus sei, stellte er Ihn nicht als den mächtigen König vor, nach dem das Volk Ausschau hielt, sondern als das große Opfer, das Lamm Gottes, das nicht nur die Sünde Israels auf sich nimmt, sondern die Sünde der ganzen Welt (Joh. 1:29). Er war das Erscheinungsbild der opferbereiten Liebe Gottes. Er war nicht gekommen, um zu richten (Joh. 3:17). Gericht muss und wird sein — im zukünftigen Königreich —, es war aber noch nicht die Zeit dafür während des Erdenlebens des Herrn, während Seiner Demütigung und Erniedrigung.

Der Hass der Welt

Die Welt ließ ihrem Hass auf Gottes Sohn (Joh. 7:7; 15:23,24) erst freien Lauf, als Er am Fluchholz hing. Da vereinten sich die religiösen und politischen Mächte, um Ihn zu verurteilen und zu verdammen — die Priester, weil Er ihre Scheinheiligkeit aufdeckte, und die Politiker, weil sie meinten, Er bedrohe ihre Autorität. Zwischen beiden schien Er auf die unterste Stufe menschlicher Schwachheit und Schande hinabgestoßen zu sein. In Wirklichkeit aber brachte Er das eine Opfer für die Sünde der ganzen Welt dar und legte den Grund für alle zukünftigen Segnungen und Herrlichkeiten, während die Welt ihren wahren Charakter enthüllte. Sie verurteilte sich selbst, als sie den Herrn der Herrlichkeit kreuzigte. In dem gegenwärtigen Äon ist unsere Welt nichts Besseres wert als das Schicksal, das sie dem Sohn Gottes bereitet hat, und wir sollten nichts zu beschönigen suchen.

Der Hass der Welt erreichte seinen Höhepunkt mit der Kreuzigung Christi, ist seitdem nicht geringer geworden und treibt überall sein Unwesen. Wenn auch unser Bürgertum und besonders unsere geistliche Heimat nicht wie die Israels hier auf der Erde sind, sondern in den Himmeln (Phil. 3:20), so müssen wir uns doch den über uns stehenden irdischen Obrigkeiten unterordnen (Röm. 13:1). Keinerlei Handgemenge des Glaubens haben wir jedoch mit Fleisch und Blut, das heißt mit Menschen zu führen, vielmehr stehen wir gegen die geistlichen Mächte der Bosheit inmitten der Überhimmlischen (Eph. 6:10-17) und gebrauchen die geistlichen Abwehrwaffen Gottes, die uns zur Verfügung gestellt sind.

Es ist eine weit verbreitete Vorstellung, dass die Welt seit der Kreuzigung des Herrn und der Ausbreitung des Christentums besser würde. Manche Kirchen hegen die irrige Meinung, dass Weltverbesserung ihre Hauptaufgabe sei. Es ist offensichtlich, dass diese Folgerung falsch ist, denn statt sich nach Gottes Maßstab zu bessern, nähert sich die Welt mit Riesenschritten den gefährlichen Tagen der Endzeit. Jedes einzelne der zwanzig Merkmale, die in 2. Timotheus 3:1-5 aufgezählt sind, angefangen bei der Selbstsucht bis zur Verleugnung der Kraft der Frömmigkeit, ist bereits überreichlich vorhanden. Trotz des Zusammenschlusses der Vereinten Nationen herrscht politische Unsicherheit und Furcht. Das moralische Niveau sinkt immer mehr, und die Religiosität ist weitgehend abgelöst worden von Formalitäten und äußerer Geschäftigkeit, der die Kraft des Glaubens mangelt. Die Welt ist schlimmer als je zuvor und reif zum Gericht.

Unsere Stellung in der Welt

Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass wir unsere gegenwärtige Beziehung zur Welt erkennen. Wir leben zwar in der Welt, sind aber nicht von dieser Welt. Gott beruft nicht viele der Mächtigen, der Weisen und der Vornehmen, die etwas in der Welt gelten, sondern das Törichte, das Schwache und das, was bei ihr nichts gilt. Der Grund dafür ist einfach: damit sich vor den Augen Gottes überhaupt kein Fleisch rühmen kann. Wer sich rühmt, der rühme sich im Herrn (1. Kor. 1:26-31)!

Das Beispiel des Paulus

Den Korinthern hat Paulus diese Wahrheit durch sein Verhalten vorgelebt, das eindringlicher war als alle Worte. Ohne Zweifel war er den meisten seiner Zeitgenossen an geistlicher Weisheit überlegen, und ihm war gute Gelegenheit gegeben, dies zu beweisen, besonders bei den Griechen, die das sehr schätzten. Doch sein Thema, ein gekreuzigter Retter, war weit davon entfernt, bei seinen Zuhörern Anklang zu finden, schon gar nicht bei seinen eigenen Landsleuten. Er sagt ausdrücklich, dass er seine Heroldsbotschaft nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit verkündigte. Hätte nicht Gottes Kraft aus seinen Worten gesprochen, wäre überhaupt keine Resonanz erfolgt. Seine Schwachheit, seine Furcht und sein Zittern machten Raum für das Wirken des Geistes Gottes (1. Kor. 2:1-5).

Das Kreuz im Mittelpunkt der Äonen und der Welten ist, von Gott aus gesehen, der Gipfel aller Weisheit. Kein anderes Ereignis während der Äonen enthüllt so eindeutig sowohl den Ruin der Menschheit als auch die Liebe Gottes, die Er in der Kreuzigung Seines Sohnes offenbarte, des Herrn der Herrlichkeit. Sein Fluch traf den Geliebten um der Rettung aller Seiner sündigen Geschöpfe willen. Es ist völlig unmöglich, sich auch nur vorzustellen, was sonst so vollkommen die göttliche Liebe zum Ausdruck hätte bringen können.

Die Welt gekreuzigt

Der Apostel Paulus bezeugt, dass ihm durch das Kreuz Christi die Welt gekreuzigt ist und er der Welt (Gal. 6:14). Während hier im Besonderen die Welt des Judentums im Blickfeld steht, bezieht sich diese Aussage generell auf das gesamte Weltsystem, in welchem wir alle derzeit leben. Beide Male rühmen sich die Menschen ihrer fleischlichen Taten und so genannten Errungenschaften. Ihr vergänglicher, unbegründeter Ruhm ist schändlich und wird abgetan in einer neuen Schöpfung (Gal. 6:15; 2. Kor. 5:17). Viele von uns haben nur eine vage Vorstellung davon, was der Begriff »Welt« in diesem Zusammenhang bedeutet, und von seinem Stellenwert im Wort Gottes. Gemeint sind die verschiedenen geordneten Systeme (vgl. Stichwortkonkordanz zum KNT, S. 633; Stichw. »Welt«) im Verlauf der äonischen Zeiten. Genau wie die jeweiligen Äonen vergehen auch die entsprechenden fünf Welten nach einer bestimmten Zeit. Die erste Welt war ohne Fehl, bis zu ihrem Niederwurf; und so wird auch die letzte sein. Die zweite erlebte im Anfang den Eintritt der Sünde unter dem ersten Adam, und die vierte wird am Ende deren Verschwinden unter dem letzten Adam erleben (1. Kor. 15:45). Die mittlere, durch und durch verderbte Welt, in der wir leben, ist die schlimmste von allen. Der Höhepunkt ihrer Verworfenheit ist das Kreuz Christi, das die volle Verderbtheit des Menschen offenbart. Diese Welt wird mit der bevorstehenden Verwaltung des Zornes Gottes enden.

Die verschiedenen Welten

In der Schrift sind fünf verschiedene Welten genannt, die sich erheblich voneinander unterscheiden, je nach dem Äon, dem sie zugehören. Wir leben jetzt in dem bösen Äon (Gal. 1:4); demzufolge ist unsere Welt voller Hass (Joh. 15:18) und verwerflicher Begierden (2. Pet. 1:4). Die erste und die letzte Welt sind frei von allem Üblen. Vor dem Niederwurf, ehe die Sünde Einzug hielt und der Mensch noch nicht ins Leben gerufen war, gab es nicht einmal eine Andeutung von Bösem. So wird es auch in der neuen Schöpfung sein, nach dem Richterspruch vor dem großen weißen Thron (Off . 20:11-15), nachdem alle zurechtgebracht sind und alle durch Christus Gott untergeordnet wurden. Dann wird Gott als der Vater alles in allen sein (1. Kor. 15:26-28).

Die erste Welt war zwar makellos, wie es von einer Schöpfung Gottes nicht anders zu erwarten ist (Hiob 38:7; Jes. 45:18), sie war aber nicht dafür geeignet, Gottes herrliches Ziel zu offenbaren. Aus diesem Grund wurde sie verworfen, zerstört, neu gestaltet und für den Menschen angepasst, von dem es heißt: »So erschuf Elohim den Menschen in Seinem Bild« (1. Mose 1:27). Das alles geschah nach dem Willen Gottes, es hatte nichts mit menschlichem Versagen oder mit Übertretung von Geboten zu tun, wenn es dies auch vorschattete. Als der große Unterordner hat Er nicht nur das Recht, in der gesamten Schöpfung nach Seinem Willen und Gutdünken zu wirken. Seine Ihm innewohnende Liebe verlangte von Anfang an nach Erwiderung dieser Liebe, die alles vorübergehende Böse rechtfertigt. Auf dem dunklen Hintergrund scheint Seine Liebe zu den Geschöpfen Seiner Hand und Seines Herzens um so heller.

Die alte Welt

Die Welten vor und nach der gegenwärtigen, bösen Welt gleichen sich darin, dass in der Vergangenheit Unterordnung unter den ersten Adam und seine Söhne sein sollte und in der Zukunft Unterordnung unter den letzten Adam sein wird. Zwar wird die Zukunft überaus große, schier unvorstellbare Fortschritte zum Guten bringen, doch es wird immer noch nötig sein, Gericht über einzelne Menschen und über Nationen auszuüben. In der Vergangenheit sehen wir den Niederwurf der ersten Erde und den Eintritt der Sünde in die Welt. Dann werden wir belehrt, dass Jewe Elohim Selbst den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen im Garten in Eden wachsen ließ (1. Mose 2:9). Nicht Adam pflanzte diesen Baum noch der Widerwirker. Es war Gott, der dies veranlasste und für die Folgen die Verantwortung übernahm. Das geht auch aus Römer 11:32 hervor. Der Grund dafür ist völlig klar: Ohne die Erfahrung des Bösen kann niemand Gott so erkennen, wie Er ist.

Die gegenwärtige böse Welt

Nach den bisherigen Ausführungen dürfte klar sein, weshalb unsere Welt so viel böser ist als die anderen Welten und deshalb gekreuzigt werden muss. Das Böse ist in erster Linie Widersetzlichkeit gegen Gott und Widerstand dagegen, dem untergeordnet zu sein, der während der Äonen den Titel »Unterordner« trägt. Die Welt vor und nach der jetzigen wurde und wird durch ein gewisses Maß an Unterordnung — einmal durch Adam und dann durch den Sohn des Menschen — im Gleichgewicht gehalten. Heute jedoch gibt es niemanden, der eine Autorität wie jene besitzt. Noahs ältester Sohn übernahm nicht die Herrschaft über die anderen. Nur Israel, das auserwählte Volk, hat das Recht auf einen König. Aber der einzige, der dazu berufen und fähig ist, alle anderen dem göttlichen Unterordner unterzuordnen, wurde mit einem Dornenkranz gekrönt (Mark. 15:17) und ans Kreuz geschlagen. Die Welt, die dieses ungeheuerliche Verbrechen beging, hat nichts anderes als die eigene Kreuzigung verdient.

Die vierte Welt

So wie die Überflutung die zweite Welt zerstörte (1. Mose 6:17; 2. Pet. 2:5) und für die gegenwärtige vorbereitete, so wird das bevorstehende Gericht den Schauplatz bereiten für das messianische Königreich. Wie in den Tagen Noahs wird die Umwälzung kommen, unerwartet und begleitet von gewaltigen Naturkatastrophen, bevor Christus Selbst die Herrschaft antritt. Aufgrund Seiner Gegenwart und Seiner Macht wird es im Vergleich zu den vorhergehenden eine herrliche Welt sein, das Böse und die Feindschaft werden jedoch nur vorübergehend unterdrückt sein. Im Gegensatz zu den drei vorhergehenden Welten wissen wir, wie lange die vierte dauert, nämlich tausend Jahre. Dann wird Satan, der für diese Zeitspanne gebunden war (Off. 20:2,3), wieder freigelassen und kann die Nationen ein letztes Mal betrügen und irreführen (Off. 20:7,8). So hat auch die vierte Welt ihren Anteil am Bösen als Hintergrund für das Gute.

Die fünfte Welt

Die fünfte Welt ist das Ergebnis einer neuen Schöpfung und unterscheidet sich wesentlich von der ersten, da sie die Frucht ihres Niederwurfs und des Untergangs der anderen Welten ist. Doch trotz der vielen Segnungen (Off. 21 und 22) ist es noch nicht die Vollendung. Immer noch bedarf es der Genesung der Nationen (Off. 22:2). Durch die vergangenen Welten und Äonen hindurch hat das Böse seinen ihm nach Gottes Ratschluss zugemessenen Platz, damit Er der Menschheit die innersten Regungen Seines Herzens und Seine überströmende Liebe offenbaren kann, die sie sonst nicht erkennen könnten. Nur der Apostel Paulus kann uns im Geist über die Himmel hinaus in die überhimmlischen Bereiche führen und über die Äonen und Welten hinaus in die Vollendung, in der jede Obrigkeit, jede Oberherrschaft und Macht der Nationen und Israels aufgehoben sein werden (1. Kor. 15:24). Wenn Gott alle Feinde Christi unter dessen Füße gelegt und Ihm alles untergeordnet hat, dann wird auch der Sohn Selbst dem Vater untergeordnet sein, damit Gott alles in allen sei (1. Kor. 15:25-28).

(Quelle: “Unausforschlicher Reichtum”; 5/2001; Konkordanter Verlag, Pforzheim)

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