Vom Ursprung, Dienst und Ende alles Bösen
Autor: Heller, Adolf | Kategorie(n): Das Böse, Heilsgeschichte | 781 x gelesen(Abschrift einer Tonbandaufnahme eines Dienstes in München am 30.11.1965)
Meine Brüder und Schwestern,
ihr Heiligen und Geliebten Gottes!
Wir wollen in dieser Abendstunde in Dinge hineinschauen, die ungeheuer groß und weit und tief sind. Wo Gottes Wort redet, haben wir zu glauben und zu zeugen; und wo Gott schweigt, worüber Er nichts sagt, haben auch wir zu schweigen, und wehe uns, wenn wir das nicht tun!
Das Gebiet, das wir heute betreten, hat es mit der letzten und gewaltigsten Urfrage der Menschheit zu tun: Warum das Böse, die Sünde, das Grauen, der Jammer? Mußte das sein, und hat es einen Sinn? Gibt es einen allmächtigen Gott der Liebe angesichts der Dinge, die heute abrollen?
Auf diese Frage kann nur das klare Wort Gottes uns Antwort geben, und es gibt sie uns auch. Allerdings gehört dazu, meine Brüder und Schwestern, eine totale Aufrichtigkeit ohne Neben- und Hintergedanken und eine Arbeit des Heiligen Geistes an uns, die mit unserem Zerbruch beginnt. Und so möge Gott uns allen einen reichen Segen, eine geistige Schau, ein göttliches Wissen in Furcht und Zittern schenken!
1. Der Ursprung des Bösen
Ich lese zu diesem Punkt einige Schriftzusammenhänge. Ich wage gar nicht, eigene Worte zu machen; ich sage, was Gott sagt. Ich habe vorhin in einer stillen Stunde noch einmal mein Thema überdacht und war erschrocken über seine Weite und Größe und über meine eigene Kühnheit, in einer Abendstunde davon Zeugnis zu geben.
Gott möge diese Linien — ich kann ja nur drei Linien ziehen — in uns so lebendig machen, daß es bei uns einen Durchbruch gibt, hin zu dem lebendigen Gott. Und nun bewahre uns Gott vor Müdigkeit und Schläfrigkeit und vor allem vor Leichtsinn und davor, diese Dinge nur rein gedanklich zu fassen! Viele haben schon schweren Schiffbruch erlitten, wenn sie göttliche Wahrheiten auf ihrer triebhaft-natürlich-gedanklichen Ebene sich aneignen wollten, etwa in dem Sinn: Wenn Gott doch einmal alles wohl macht, kommt es ja auf meinen Wandel gar nicht an; dann laßt uns das Leben genießen! Es ist mein Gebet und Flehen, daß heute abend niemand zu einer solchen Schlußfolgerung kommt. Das kann allein der Heilige Geist wirken, der unter uns ist.
Zu dem ersten Punkt “Der Ursprung des Bösen” lese ich zunächst Sprüche 16, 4: “Jahweh — der heilig Seiende, sich nicht verändernde Gott — hat alles zu Seiner Absicht ins Dasein gerufen — auch den Gesetzlosen für den Tag des Unglücks.” — Es heißt hier nicht: “auch die Gesetzlosen”, sondern: “den Gesetzlosen”. Wenn die Mehrzahl gebraucht wird, ist auch eine Mehrzahl gemeint, und wenn die Einzahl gebraucht wird, ist auch im letzten und tiefsten Grunde einer gemeint. Das ist nicht nur hier der Fall, sondern in der ganzen Schrift. Wenn es heißt: der Same, das Volk, das Land, so ist immer eines gemeint: Der Same ist Christus, und das Volk ist Israel, und das Land ist das heilige Land. Das gilt auch hier in Sprüche 16, 4. Gott hat alles zu Seiner Absicht gemacht, das heißt: Alles, was existiert, hat Gott ins Dasein gerufen, denn ohne Ihn ist nichts geworden, und zwar dient alles dazu, daß Er Seine Absicht erreicht. Schon dieser Gedanke ist atemberaubend: Gott hat alles zu Seiner Absicht gemacht, auch den Gesetzlosen für den Tag des Unglücks. Der Gesetzlose oder Gottlose hat seine stärkste Entfaltungskraft an dem Tag des Unglücks — das ist die endzeitliche Drangsalszeit vor der Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches, im engeren Sinn. Im weiteren Sinn leben auch wir jetzt in einem bösen Tage.
Die zweite Stelle: Ich lese den 16. Vers aus Jesaja 54. “Siehe — das heißt: mach’ die Augen auf! —, Ich habe den Schmied geschaffen, der das Kohlenfeuer anbläst und die Waffe hervorbringt seinem Handwerk gemäß; und Ich habe den Verderber geschaffen, um zu zerstören.” Dieser Schmied ist ein Symbol für den Feind. Er arbeitet bei glühendem Kohlenfeuer; er bearbeitet das Eisen, und Eisen ist in der Schrift das Symbol für die Sünde. Und Gott hat den Verderber geschaffen, um zu zerstören. Wir möchten fragen: Was? Wie kann Gott so etwas tun? — Ich will euch gleich eine wichtige Sicherung geben: Gott hat den Verderber geschaffen, aber nicht als Verderber, sondern als Lichtsfürst (Jes. 14, 12-14; Hes. 28, 11-15), und er ist durch seine Überheblichkeit und durch die Entfaltung seiner geschöpflichen Anlagen zum Verderber geworden (1. Tim. 3, 6). Insofern gilt das Wort für ihn: “Ich habe den Verderber geschaffen” — nicht als Verderber, denn Gott ist Licht, und gar keine Finsternis in Ihm (1. Joh. 1, 5). Aber aus Ihm ist das All (Röm. 11, 36), und wenn keine Finsternis in Ihm ist, ist auch keine Finsternis aus Ihm herausgekommen; vielmehr ist die Finsternis geworden! Alles Geschaffene, Geschöpfliche lebt in seinen Bosheitsentfaltungen und geht darin zugrunde, während nur das Gezeugte oder Neugezeugte Gottes Wesen in sich trägt! Ich gebe euch gerade einen der letzten und gewaltigsten Schlüssel zum Verständnis dieser Dinge, nur um dem Trugschluß vorzubeugen, Gott habe den Teufel als Teufel erschaffen.
Nun noch ein drittes Wort, das uns das noch mehr unterbaut. Es ist die kürzeste Beschreibung der Geschichte des Weltalls, die es gibt. Ich lese Römer 11, 36: “Das All ist aus Ihm heraus und durch Ihn und in Ihn hinein.” Alles, was ist, ist aus Ihm herausgekommen, läuft dann nach von Ihm bestimmten Normen und Bahnen und endet und mündet in Ihm! So steht es geschrieben; daran kann jeder Exeget, wenn er will, sich die Zähne ausreißen.
Von diesen Stellen aus möchte ich nun ein Dreifaches sagen:
- Der Ursprung von allem, auch von den Welten und Wesen, die böse geworden sind, ist Gott.
- An dem Bösen als solchem hat Gott keine Wonne und kein Wohlgefallen; es entspringt nicht Seiner eudokia, Seinem Wonne- und Freudenwillen.
- Er benützt und gebraucht das Böse, damit Er durch dieses Werkzeug eine um so höhere Entfaltung Seiner innersten Liebes- und Gnadenqualitäten sichtbar machen kann, wie sie ohne das Böse nie zustande gekommen wäre.
Ich könnte jetzt sagen: “Amen — laßt uns beten!” — aber ich will das alles doch noch ein klein wenig mehr erklären, obwohl ich weiß, daß eine große Zahl von euch schon diese wenigen Worte mit einem inneren Ja und Amen und Halleluja erfassen darf.
Ich habe vorhin das Wort Jesaja 54, 16 gelesen. Ich möchte jetzt um des Zusammenhanges willen noch den Kontext — den Vers davor und danach — euch vorlesen. In V. 15 heißt es: “Siehe, wenn man sich auch boshaft wider dich zusammenrottet, Israel (das ist der Sinn!), so ist das nicht von mir aus; wer sich wider dich zusammenrottet, der wird um deinetwillen fallen.” Ja, lenkt Gott nicht das ganze All nach dem Rate Seines Willens? Ja, aber Gott zwingt niemanden zum Bösen! Wenn sich Menschen wider Israel zusammenrotten, um es zu vertilgen — etwa unter Hitler —, so sagt Gott nicht: “Hitler, tue das!”; nein, “es ist nicht von mir aus”!
Und der auf Jesaja 54, 16 folgende 17. Vers lautet: “Keiner Waffe, die wider dich gebildet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die vor Gericht wider dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen!” Seht, nun klingt der 16. Vers schon ganz anders, wenn ich den vorhergehenden und den folgenden Vers mitlese.
Ich sehe es euch an, daß ihr tief atmen müßt — so geht es mir auch jedesmal, wenn ich solche Worte lese! Aber sollen wir sagen: “Das ist zu schwer, wir lesen lieber die Bildzeitung”? — Das kann die Welt tun, aber wir nicht. Brüder und Schwestern, wir sind Haushalter der Geheimnisse Gottes (1. Kor. 4, 1)! Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis Seines Willens (Eph. 1, 10). Woher sollen denn die Menschen und die Engel die Weisheit Gottes lernen, gerichts- und rettungsreif werden, wenn nicht durch uns (Eph. 3, 10)?! Das ist unsere Aufgabe.
Der Ursprung auch der böse gewordenen Wesen ist Gott — aber nicht des Satans als Satan, sondern als eines Geschöpfes, das durch seine eigenen, schöpferisch in es gelegten Qualitäten böse geworden ist. Und alles, was auf der Schöpfungslinie läuft, alles Geschaffene, muß vergehen und zerbrechen; nur was aus Gott gezeugt ist, hat bleibenden und göttlichen Bestand. — Ja, so fragt der Mensch, warum hat dann Gott überhaupt eine Schöpfung geschaffen? Hätte Er dann nicht gleich Adam und Eva pneumatisch-geistlich zeugen und sie und ihre Nachkommen zu Seinen Söhnen und Töchtern machen können? Warum geht dann Gott mit Seiner Schöpfung diesen furchtbaren Tiefenweg und Umweg über das Böse, über das Verderben, über das Gericht und die Hölle? Warum tut Gott so etwas? Ist Er denn grausam? — Es gibt kein Leid — auch das muß ich sofort einbauen als Sicherung in diesen Abenddienst —, das nicht Gott zuerst durchleidet, ehe es uns packen darf. In all unserer Drangsal ist Er bedrängt. “Alles, was an uns herankommt, muß zuerst an Gott vorbei!” Und Er leidet mehr als jedes Geschöpf; aber Er weiß, daß aus diesem Leid die höchste Liebe und das höchste Leben und die höchste Herrlichkeit geboren wird. Und deshalb legt Er nicht einfach nur ein Leid auf die Menschheit, sondern geht selber in Sich und im Sohn und im Geiste und in Seinen Auswahlen — in Israel und in der Gemeinde — durch dieses Leid und leidet mit.
Ich glaube, nun fangen wir an, die ungeheure Spannweite und die Bipolarität dieses ersten Punktes “Der Ursprung des Bösen” zu begreifen. Gott ist der Ursprung der Wesen, die böse wurden, die sich kraft der in ihnen wohnenden schöpfungsmäßigen Möglichkeiten so entwickeln — ja, soll ich sagen: mußten oder durften oder konnten? Alle drei Aussagen sind richtig. Dabei zwingt aber Gott kein Wesen zum Bösen. Gott sagt ja zu Israel, wie wir gelesen haben: Du wirst geschlagen werden von allen Nationen; aber es ist nicht von mir aus; ich habe kein Wohlgefallen daran, und ich werde die, die das tun, zur Rechenschaft ziehen. Aber das muß sein. Das muß sein, so gewiß — laßt mich ein ganz törichtes Bild gebrauchen — der Zahnarzt zuerst anfangen muß zu bohren, ehe er den Zahn füllen und retten und gesund machen kann.
Satan ist also nicht als Satan erschaffen worden, sondern es hat einen Fall Satans gegeben (1. Tim. 3, 6; Fußnote der Elberfelder Bibel: Nicht ein Neubekehrter soll Aufseher in der Gemeinde werden, “daß er sich nicht wie der Teufel überhebe und dem gleichen Gericht wie dieser verfalle”).
Gott hat alles, was ist — auch was böse geworden ist in der Welt, und in der Welt gibt es viel Böses, fast nur Böses — ins Dasein gerufen. Er hat es nicht böse erschaffen, sondern die Geschöpfe wurden böse, indem sie den in ihnen wohnenden, immanenten Trieben, Kräften, Lüsten, Leidenschaften und Begierden folgten und Ihn, der uns aus diesem natürlichen Sein herausziehen und hineinzeugen will ins Gotteswesen, ablehnten; das ist unsere Sünde, das ist unsere Schuld!
2. Der Dienst des Bösen
Zunächst greife ich noch einmal auf die Stelle Sprüche 16, 4 zurück, wo wir lasen: “Jahweh — der heilig Seiende — hat alles geschaffen zu Seiner Absicht.” Alles, was ist, hat Er geschaffen; alles, was existiert: Licht und Finsternis, Dämonen und Engel, Menschen und Mächte, hat Er zu Seiner Absicht gemacht. Jetzt müßten wir wissen: Was ist denn die Absicht Gottes? Was will denn Gott? Woran hat Er denn Wohlgefallen? — Seine Absicht ist nur Heil und Rettung!
Weiter Psalm 119, 91, ein Wort, das wir immer wieder durchdenken sollten: “Das All dient Dir!” Es heißt nicht: 98 Prozent dienen dem Teufel und 2 Prozent dienen Dir! So heißt es nicht! “Das All dient Dir!” Es gibt nichts, was nicht im tiefsten und letzten Grunde — ohne sein Wissen und ohne sein Wollen — doch dem lebendigen Gott dient.
Haben die Brüder des Joseph, als sie den Joseph verkauften, Gott gedient? (Antwort der Zuhörer: Ja!) — Ihr sagt ja — habt ihr auch schon Gott gedankt für die Menschen, die euch quälen und Not machen und beleidigen und unterdrücken und benachteiligen? Dienen die auch Gott? — Dienen die auch euch? — (Antwort der Zuhörer: Ja!) — Denn uns müssen wie viele Dinge zum Besten dienen? (Antwort: Alle!) — Seht, wie die Erkenntnis dieser Wahrheit für unser Leben von einer unerhört lösenden, beglückenden und befreienden Wirkung ist! Das All dient Gott! Das All dient dir! Ich bin froh, daß hier in der Elbf. Bibel die Fußnote steht: “das ganze Weltall”. Das ganze Weltall dient Dir! Auch die Finsternismächte und -gewalten, die Gemeinheit und Verbrechen und Brutalität praktizieren, dienen Gott. Ja, wenn jemand einen umbringt, so dient er doch nicht Gott?! Zutiefst und zuletzt ohne sein Wissen und gegen sein Wollen doch. Es gibt nichts, was nicht Gott dient. Alle Ereignisse des Weltgeschehens haben ihren Schnittpunkt in der Erfüllung des geheimen Gotteswillens. Es gibt neben dem geoffenbarten noch einen geheimen Gotteswillen. Ja, kann dann Gott einen Verbrecher noch strafen? O doch; denn er will ja keineswegs Gott dienen, sondern seinen Trieben und Lüsten freien Lauf lassen und sie nicht unter die Zucht des Wortes und des Geistes Gottes stellen.
3. Das Ende des Bösen
Zunächst folgendes: Der Teufel glaubt nicht, daß er einmal aus der Finsternis, in die er durch eigene Schuld gekommen ist und in die er so viele Lebewesen hineingezogen hat, wieder herauskommt! — Woher ich das weiß? — Ja, woher soll ich das anders wissen als aus der Bibel? Deshalb lese ich euch vor aus Hiob 15. Da haben wir vor uns die größte Satanologie (Lehre vom Satan) der Schrift — nicht für jeden zu empfehlen! Aber diejenigen, die der ganzen Bibel glauben und unter der Bedeckung des Blutes Jesu Christi stehen bleiben, die dürfen, die müssen das wissen. Wir müßten die Verse, 20-30 lesen, doch das können wir jetzt nicht, ich lese nur aus Vers 20 und 22: “Eine kleine Zahl von Jahren ist dem Gewalttätigen aufgespart … er glaubt nicht an eine Rückkehr aus der Finsternis.” Der Gesetzlose, der Satan, glaubt nicht an eine Rückkehr aus der Finsternis, in die er sich selbsthineingestürzt hat in seinem Hochmut, in seiner Rebellion gegen Gott, in seinem Selbsterhöhungswillen, über den Sohn Gottes sich zu erheben. Daß er aus dieser Finsternis einmal herauskommt, glaubt er nicht. Wir wissen es! Denn “das All kommt hinein in Gott” (Röm. 11, 36). Ihr werdet sagen: O, o, jetzt sagt er: der Teufel wird auch noch selig! Nein, so sage ich das nicht! Ich sage nur: “Gott wird sein alles in allen.” Das sage ich.
Der Feind glaubt nicht an eine Rückkehr aus der Finsternis. Das ist nämlich ein Geheimnis! Uns aber hat Gott wissen lassen das Geheimnis Seines Willens (Eph. 1, 9-10). Wir wissen: Es gibt keine Nacht und kein Grauen, das nicht unter das Wort fällt: Nacht wird nicht mehr sein! Und auch der Tod wird nicht mehr sein — kein leiblicher Tod, kein geistlicher Tod und kein ewiger Tod (Offb. 21, 4; 22, 3. 5). Nacht, Tod, Gewalt, Schrecken, Schmerz werden nicht mehr sein. Und auch Krach wird nicht mehr sein! Im Himmel gibt’s keine Autos und Motorräder und Abgase!
Aber ich will zum Schluß kommen und zwei Zusammenhänge wenigstens noch vorlesen. 1. Korinther 15, 24-28: “… dann das Ende, wenn Er (Jesus) das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn Er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht ausgeschaltet haben wird. Denn Er muß herrschen, bis Er alle Feinde unter Seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan. Denn alles hat Er Seinen Füßen unterworfen. Wenn es aber heißt, daß alles unterworfen sei, so ist klar, daß der ausgenommen ist, der Ihm alles unterworfen hat. Wenn Ihm aber das All unterworfen sein wird, wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der Ihm das All unterworfen hat, auf daß Gott alles in allen (oder allem) sei.”
Der Herr Jesus herrscht nicht endlos — Er übergibt einmal alle Herrschaft und Gewalt, auch Seine eigene, an Gott! Als letzter Feind wird dann der Tod ausgeschaltet. Tod ist Trennung von Gott. Wenn kein Tod mehr da ist, ist alles lebendig, ist Gott alles in allen. Dann gibt es nichts mehr im Universum, das nicht von Gottes Macht und Liebe und Treue und Gnade und Güte und Barmherzigkeit und Geduld und Herrlichkeit, brausend von heiligen Melodien und Harmonien, zu einem ewigen Lobgesang erfüllt und begnadet ist. Das sagt die Schrift.
Glaubt ihr das? — (Antwort: Ja!) — Glückselig seid ihr! Glückselig, wer das glauben und fassen kann und daraus die Nutzanwendung für sein eigenes Leben zieht!
Ich komme zum Ende. Ich hätte euch noch viel zu sagen, noch eine Fülle überraschender Schriftzusammenhänge euch mitzuteilen, die euch vielleicht unbekannt sind; aber ich muß zum Schluß kommen. Lest langsam eure Bibel; sie wird aufblühen, sie wird euch eine kostbare Frucht, eine leuchtende Blüte nach der andern vor Augen stellen, und euer Herz wird voll unfaßbarer Freude sein. So geht es mir seit mehr als vier Jahrzehnten, und ich bin unsagbar dankbar, daß ich Mensch geworden bin und daß ich JESUS kennen darf und daß Sein Wort mir anfängt aufzugehen.
Ich schließe, indem ich noch das Gebet von Nehemia 9, 6 vorlese:
“Du bist, der da ist, Jahweh (der heilig Seiende, der unveränderliche Gott, der Seinen Liebes- und Lichts- und Gnadencharakter, Sein brennendes Herz der Sehnsucht, alles Geschaffene sich gleichzugestalten, aus den tiefsten Tiefen von Not und Finsternis in den höchsten Glanz Seines Lichtes zu verwandeln, niemals verändert) — Du bist, der da ist, Jahweh; Du hast die Himmel gemacht, der Himmel Himmel und all ihr Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was in ihnen ist; und Du machst dieses alles lebendig (Du zeugst dieses alles ins Gottesleben), und das Heer des Himmels betet Dich an.”
Das ist das Ende von allem, und zu allem gehört auch das Böse. Das ist das Ende des Bösen. Himmel und Erde werden vergehen, aber kein Jota vom Worte Gottes wird vergehen, auch nicht dieses Gebet aus Nehemia 9, 6. Es wird erfüllt werden.
Noch eine kurze Zeit, dann ist’s gewonnen, dann ist der Erde Leid in nichts zerronnen.
Warte solange, Bruder und Schwester; nimm’s ernst; es ist eine heilige Sache. Gott wird uns segnen und vollenden! Gelobt sei der Herr! Amen.
(Quelle: “Gnade und Herrlichkeit”; 1979; Paulus-Verlag; Heilbronn)


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